Die Strahlentherapie

Vor die Strahlentherapie haben die Behandlungs-Leitlinien eine Testosteron-Entzugsbehandlung und zwei weitere CT’s gesetzt. Zwingend in dieser Reihenfolge.

Die Testosteron-Entzugsbehandlung wird vom niedergelassenen Urologen durchgeführt und verzögert die Strahlenbehandlung nochmal um zwei Monate. Sie wird von weniger mitfühlenden Zeitgenossen auch „chemische Kastration“ genannt. Libidoverlust und Erektionsstörungen könnte ich für eine begrenzte Zeit und mangels Partnerin noch hinnehmen. Wo ist das Problem, wenn man als Single-Mann nicht vögeln kann und glücklicherweise auch gar nicht will. Das klingt doch fast entspannt.

Schwieriger wird es bei den möglichen „depressiven Verstimmungen“, der Antriebslosigkeit, der Gewichtszunahme oder den Männerbrüsten. Will ich alles nicht haben, allem voran nicht zusätzlich zur ohnehin schon vorhandenen Depression und Antriebslosigkeit. Anders als andere Männer kann ich mir diese Nebenwirkungen sehr genau vorstellen, ich kenne sie und will sie nicht.

Ich kann meinen Urologen am Telefon davon überzeugen, dass wir die Testosteron-Entzugsbehandlung lassen. Wegen „Zugewinn von Lebensqualität in der verbleibenden Zeit“ und so. Ich finde, er sollte noch etwas an seinen Formulierungen feilen. Im Folgenden schickt er mir seine Beratung nochmals schriftlich und ich unterschreibe, dass ich wirklich keine Behandlung wünsche.

Die folgenden zwei CT’s sind schnell vereinbart und entspannt, eines davon wird mit Kontrastmittel durchgeführt, sucht nach Metastasen und findet keine. Das andere ist das „Planungs-CT“, danach habe ich Markierungen auf dem Bauch und den Hüften, mit deren Hilfe ich bei den folgenden Bestrahlungen auf dem Behandlungstisch ausgerichtet werde.

Die Behandlung beginnt am 9.11.22 und wird 28 Einzelbestrahlungen umfassen, ich muss also rund sechs Wochen lang jeden Tag in die Klinik.

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Nach den ersten sechs Bestrahlungen kann ich sagen, dass der Vorgang selbst erstaunlich schnell ist und nichts, was Sorge bereiten muss. Ich sitze zum angegebenen Termin – der selten länger als 15 Minuten überschritten wird – in der Wartezone, werde aufgerufen, ziehe in einer Kabine Schuhe und Hose aus, gehe in den Bestrahlungsraum, lege mich auf die Liege, werde vom Fachpersonal mittels Laser (wie von der Wasserwaage bekannt) und der Markierungen auf Bauch und Hüfte ausgerichtet, dann verlässt das Fachpersonal den Raum und der Rest geschieht automatisiert. Vier Aparaturen werden an beruhigend massiven Aufhängungen um die Liege herum positioniert und im Kreis um meine Hüftregion herumgeführt, meinem laienhaften Verständnis nach dienen zwei davon der Bildgebung, eines der Bestrahlung und eines Dings, nach zwei bis drei Minuten ruckelt gelegentlich die Liege,  ich vermute damit wird die Prostata ins zu bestrahlende Zentrum gerückt, dann wird es etwas lauter, das ist die eigentliche Bestrahlung, die nicht länger als eine Minute dauert.

„Der Mercedes unter den Linear-Beschleunigern.“

Fertig, das Fachpersonal kehrt zurück, gibt die eine oder andere Rückmeldung zu Blase und Darm (davon gleich mehr), fährt die Liege wieder in eine bodennahe Position und entlässt in die Kabine, Hose und Schuhe an und ab geht es nachhause. Wenn alles gut geht, bin ich eine halbe Stunde nach Betreten des Gebäudes wieder draußen. Gegenwärtig rechne ich für die Wege hin und zurück je 30 Minuten (ich fahre unangestrengt mit dem Pedelec), im Best-Case-Szenario habe ich also einen täglichen Zeitaufwand von cirka eineinhalb Stunden.

Das gilt an vier von fünf Tagen, einmal pro Woche habe ich im Anschluss noch einen Termin auf der „Pflege“, der der Abgabe der wöchentlichen Urinprobe und zum Besprechen eventueller Nebenwirkungen dient. Auch hier war bisher alles schnell, freundlich und kompetent. Die größte Sorge scheint man sich hier um die eventuell auftretenden Hautreizungen zu machen, „Patienten-Info 55 – Hautpflege Prostata / Rektum (Männer)“ wird übergeben. Alles weitere bei Bedarf, soweit, so unkompliziert.

Um Langeweile und Routine vorzubeugen bringt das wirkliche Leben sich mit der einen oder anderen Komplikation ein. Blähungen sind so eine Komplikation, weil sie einem vollen Enddarm sehr nahe kommen. Und der soll während der Bestrahlung möglichst leer sein, ganz anders als die Blase, die möglichst voll sein soll. Beide Wunschzustände halten die Belastung des die Prostata umgebenden Gewebes – und damit auch die auftretenden Nebenwirkungen – möglichst gering. Als Patient wünscht man sich das und käme dem auch gerne nach.

An dieser Stelle kann sich jeder vorstellen, wie das für ihn wäre, wenn er zu einem nicht von ihm zu bestimmenden Zeitpunkt X +/- 10 Minuten  die Blase möglichst voll und den Enddarm möglichst leer haben soll. Was die Blase angeht kann das aufgrund der „schnellen Reaktionszeit“ halbwegs gut gelingen. Drei/vier Tage definierte Wassermengen eine definierte Zeit vor Zeitpunkt X trinken und beobachten was geschieht, dann hat man ein ganz gutes Bild davon, was mit der eigenen Blase so möglich ist. Oder eben nicht, „Jugend forscht“ mal ganz praktisch.

Der leere Enddarm ist da eine schwierigere Aufgabe, Reiz und Reaktion liegen weit auseinander und der Input ist variabel. Kommt erschwerend hinzu, dass mein Lebenswandel eher unregelmäßig ist und es bisher wenig Anlass gab, meinen Stuhlgang genauer zu beobachten. Ich halte das für ein gutes Zeichen, Dinge, die gut funktionieren, verlangen selten Aufmerksamkeit. Aber irgendwelche verlässlichen Datenpunkte kommen solcherart unbeobachtet natürlich auch nicht zusammen. Meine Vermutung: Stuhlgang statistisch gehäuft am späten Vormittag. Aber darauf wetten würde ich nicht einmal einen kleinen Betrag.

Weiterhin erschwerend, Verdauung ist eine der unwillkürlichen Körperfunktionen, wir haben nicht wirklich Einfluß darauf. Auch das vermutlich ein Vorteil, nichts hat sich verbessert, seit ich versuche meinen Stuhlgang zu verstehen. Kurz, ob mein Darm zu den Bestahlungsterminen voll oder leer ist, habe ich subjektiv nicht im Griff. Bisher (8. von 28 Tagen) war es fast immer gut.

Wenn es nicht gut ist (siehe oben, Blähungen mit kleinen Masseanteilen), fällt das bei der Bildgebung auf, man muss wieder aufstehen, darf nochmal in den Wartebereich, dort mehr trinken oder auf die Toilette gehen und natürlich nochmal warten. Das Fachpersonal geht mit der solcherart zerschossenen Routine routiniert um, vermutlich kommt so etwas regelmäßig vor. Zwanzig bis dreißig Minuten später liegt man nochmal auf der Liege und hoffentlich ist alles gut.

Ich denke, was man subjektiv aus der Situation macht, ist verschieden. Bei mir ist da ein kleines, rational völlig unnötiges Versagensgefühl. Denn ich möchte ja alles richtig machen, schon aus Eigennutz, aber auch der Fachmenschen und dem ungestörten Ablauf wegen. Ich möchte gemocht werden, und sei es nur, weil ich so ein freundlicher und unkomplizierter Patient bin. Und so lange ich nicht Herr meiner Verdauung bin, wird  das nichts. Dumme Sache, das. So entsteht Stress, den niemand braucht, der aber wirkt – stimmungsmäßig neben-wirkt.

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Heute ist ein bestrahlungsfreier Tag, ob absichtlich oder zufällig genau nach dem 14. von 28 Bestrahlungstagen, weiß ich nicht. Aber ähnlich wie ein Feiertag fühlt sich so ein „unverdient“ freier Tag gut an, fast als bekäme man etwas geschenkt.

Die Strahlenbehandlung wird als nebenwirkungsarm beschrieben, und soweit es mich betrifft, stimmt das bis jetzt. Aber nebenwirkungsarm bedeutet nicht nebenwirkungsfrei, meine Blase wird das gerne bestätigen. Ich muss bestimmt doppelt so häufig pinkeln wie gewohnt, wobei entleerte Menge und gefühlter Harndrang nur noch selten im Verhältnis zueinander stehen. Dies zu guten Zeiten und entspanntem Umfeld.

Zunehmend schwieriger wird es, die maximale Blasenfüllung zum exakten Bestrahlungszeitpunkt hinzubekommen. Wenn ich dann versehentlich zuviel trinke, so geschehen gestern, wird es schnell quälend, weil die Blase verkrampft und anschließend das Denken. Liegenderweise Visionen davon, wie ich mich auf der Liege einnässe, ich krampfe weiter, frage mich, ob die Anspannung jetzt wirklich mein Becken etwas aus der eingestellten Position heraus bewegt hat, vielleicht glaube ich das auch nur. Wenn alles endlich rum ist und ich am Urinal stehe, kommen erstmal nur ein paar Tropfen, das nimmt den Harndrang, aber leert die Blase nicht. Die Blase möchte erst etwas laufen oder Fahrad fahren, bevor sie sich zur vollumfänglichen Entleerung bereit erklärt. Schön, wenn dann eine öffentliche Toilette oder wenigstens ein Wald in der Nähe ist.

Der Doc hat mir die Sache mit der Blase so erklärt: Die Krebszellen sind gegen die Strahlen etwas weniger widerstandsfähig als normale Körperzellen (zum Beispiel die der Blase). In den Randbereichen wird die Blase unvermeidlich mitbestrahlt, aber während das auf die Dauer die Krebszellen wegballert (meine Worte, nicht seine) werden die Körperzellen nur angeschossen. Allerdings müssen die jetzt heilen und so, wie jede Wunde anschwillt, wenn wir uns verletzen, schwellen auch die Körperzellen während des Heilungsprozesses an. Das ruft dann die oben beschriebenen Irritationen hervor, die während der Bestrahlung eher stärker werden, weil wir uns an der metaphorischen Wunde ständig den Grind abkrippeln. Besser wird es erst nach der Behandlung, wenn der Heilungsprozess ungehindert ablaufen kann. Ich freu‘  mich schon drauf.

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Nach einigen Selbstversuchen bin ich zur optimalen Blasenfüllung bei Folgendem angelangt: 65 Minuten vor dem Bestrahlungstermin 0,8 Liter Flüssigkeit, bevorzugt ein Gemisch von langezogenem Schwarztee und Orangensaft im Verhältnis 3:1.

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Heute endlich der letzte Tag der Bestrahlung, zum Schluß nochmal 10 Minuten mit dem Doc. Wie es scheint, bin ich mit wenigen Nebenwirkungen aus der Geschichte herausgekommen. Insbesondere der Darm scheint gut mitgemacht zu haben, die abgefragten Symptome (sehr weicher Stuhl, teils schleimig, Blähungen und Durchfall) hatte ich an zwei Tagen, einmal sehr früh in der Behandlung, und einmal gegen Ende hin. Der gewohnte Rhythmus ist leicht gestört, ich muss öfter auf die Toilette als gewohnt, und die Rosette ist gereizt, weswegen auch immer.

Alle oben beschriebenen Lästigkeiten mit der Blase haben sich in den letzten Behandlungstagen noch verstärkt. Nachts muss ich alle zweienhalb Stunden pinkeln, tagsüber stellt sich oft unerwartet, etwa wenn ich aufstehe, Harndrang ein (betone Drang, wie in dringend), der dann aber in Milliliter gemessen eher enttäuschend ist. Auch ist dieser Drang nicht mit physikalischem Druck zu verwechseln, da drückt gar nichts! Gefühlt funktioniert meine Blase über Entspannung und Schwerkraft, sie läuft halt aus, wenn ich geeignete innere und äußere Voraussetzungen schaffe. Das alles könnte laut Doc die nächsten Tage noch etwas schlimmer werden, sollte dann aber über zwei bis drei Wochen hin ausheilen.  Ein Nachsorgetermin in 4 Wochen ist vereinbart.

Europa Level 75

Ich mag solche Übersichten, obwohl sie in ihrer Vollständigkeit fast schon irreführend sind. Österreich ist nur drin, weil dorthin die Abschlussfahrt der Berufsfachschule ging. Ist fast fünfzig Jahre her. Aktueller, aber ebenso schwierig in der Einordnung, ist die Woche in einem Tagungshaus, das nur zufällig in Luxemburg lag.Auch die Abgrenzung zwischen „stayed here“ und „visited here“ ist für englische Muttersprachler vermutlich einfacher. Das Internet gab bei oberflächlicher Recherche nicht allzuviel dazu her. Ich habe das dann für mich in aller Unschärfe entschieden: „to stay“ ist plus/minus eine Woche.

WMDEDGT – Oktober 2022

Im Monatsüberblick stechen zwei Dinge hervor. Erstens ist das Wintergartendach fertig geworden, auch wenn bei dem Begriff „fertig“ vielleicht Vorsicht angebracht ist, weil es vielleicht noch kleiner Nachbesserungen bedarf. Zweitens, und das ist eine Lebens-Premiere, habe ich eine Autoreparatur von A bis Z alleine durchgeführt, der nächste Monat wird zeigen, ob mit Erfolg.

Ansonsten, Ihr kennt das schon, hier WMDEDGT – Oktober 2022 weiterlesen

Google Fonts deaktiviert

Fällt Euch irgendetwas an der Seite auf? Könnte sein, dass die Schrift nicht so schick ist. Bis jetzt bekamt Ihr die von Google, seit heute nimmt die Seite eine Schrift, die sie irgendwo bei Euch findet. Wäre nicht notwendig gewesen, gäbe es nicht die Gier in dieser Welt, nicht die DSGVO und nicht Google. Wenn Euch an dem Thema irgendwas interessiert, „Abmahnwelle wegen Google Fonts“ ist ein guter Anfang.

Update (21.12.22): Die Nasen, die mir und etlichen anderen Arbeit und Kosten verursacht haben, sind nicht „einfach so“ davon gekommen. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft in einer Pressemeldung:

In einem Verfahren […] wurden heute wegen des Verdachts des (teils) versuchten Abmahnbetruges und der (versuchten) Erpressung in mindestens 2.418 Fällen durch die Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin Durchsuchungsbeschlüsse in Berlin, Hannover, Ratzeburg und Baden-Baden sowie zwei Arrestbeschlüsse mit einer Gesamtsumme vom 346.000 Euro vollstreckt.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, bundesweit Privatpersonen und Kleingewerbetreibende, die auf Ihren Homepages sog. „Google Fonts“ – ein interaktives Verzeichnis mit über 1.400 Schriftarten, die das Schriftbild einer Webseite bestimmen – eingesetzt haben, per Anwaltsschreiben abgemahnt zu haben. Zugleich wurde diesen angeboten, ein Zivilverfahren gegen Zahlung einer Vergleichssumme in Höhe von jeweils 170 Euro vermeiden zu können. Dass die behaupteten Schmerzensgeldforderungen wegen Verletzung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung nicht bestanden, soll den Beschuldigten dabei bewusst gewesen sein. Entsprechend sollen sie auch gewusst haben, dass für die Angeschriebenen kein Anlass für einen entsprechenden Vergleich bestand, da sie die angeblichen Forderungen gerichtlich nicht hätten durchsetzen können. Die Androhung eines Gerichtsverfahrens soll daher tatsächlich nur mit dem Ziel erfolgt sein, die Vergleichsbereitschaft zu wecken.

Es gibt Dinge, …

…, die ich in diesem Leben nicht mehr erwartet hätte. Zum Beispiel, dass ich eine vergleichsweise aufwändige Reparatur an meinem Auto selbst durchführe. Ist jetzt geschehen, mehr so den schwierigen Umständen geschuldet, aber was erzähle ich, wer mich kennt, weiß um meine Abneigung gegen Autoreparaturen.

Der Schaden ist schnell beschrieben, mir war der Auspuff nahe des Motorblocks abgerissen, er musste wieder dran. Eigentlich eine Sache für den Schweißer, der aber eher nicht so interessiert an schneller Hilfeleistung war. Der zweite Schweißkundige im Bekanntenkreis war gerade in Urlaub. Und hätte keine Hebebühne zur Verfügung gehabt.

Wie auch immer, kümmern musste ich mich und es erschien mir eine gute Idee, damit zu beginnen, den Auspuff auszubauen und für das Schweißen vorzubereiten, egal wer das dann übernehmen würde.Das klappte dann auch so, wie diese fucking Autoreparaturen immer klappen, nämlich gut, bis auf diese eine festgerostete und rundgedrehte Schraube, die dann eine halbstündige Sonderbehandlung wünscht, bevor sie sich löst, also schlecht. Egal, die Sonne schien und letztlich habe ich’s gepackt.

Und wie die Brocken da so vor mir liegen, fällt mir der Rest Flüssigmetall von der Kompressor-Reparatur ein. Ich sehe die Möglichkeit, wie ich mir damit helfen könnte, unter Verzicht auf irgendwelche Schweißarbeiten. Nach etwas überlegen bin ich bereit, es zu versuchen. Mein Hauptargument dafür ist, dass ich kaum noch etwas kaputtmachen kann und bereit bin, das Teil zu verschrotten, wenn ich scheitere. Spätestens in einem halben Jahr, wenn der TÜV abläuft, wird das ohnehin geschehen.  Im Folgende klebe ich ein Stück Wasserleitungsrohr in den Auspuff.Das Graue ist der Klebstoff.

Vor der eigentlichen Klebeaktion waren zwei Dinge wichtig. Erstens die Klebestellen zu reinigen (Drahtbürsten, Feilen, Schleifpapier, Flex, alles was hilft ist gut) und zweitens die Position zu markieren, in der die zu verbindenden Teile zueinander stehen sollen (was mir nicht gut, aber gut genug gelang).

Am nächsten Tag mache ich noch eine kleine „Blechbinde“ um die Klebestelle und verbrauche den Rest des Restes Flüssigmetall vollständig. Vermutlich eine unnötige Aktion, die kaum Festigkeit hinzufügt, aber mir war nach „alles-was-geht“. Danach den Auspuff wieder drangeschraubt, fertig.

Und dann stand das Autochen noch fünf Tage auf den Rampen, weil ich nicht aus dem Haus musste. Heute war’s dann soweit und es scheint, als wäre ich erfolgreich gewesen. Eine erste Fahrt zum Dicounter und zurück hat geklappt, der Auspuff ist noch dran und wird es wohl auch noch länger sein.

Update (25.10.2022): Nun, leider doch nicht. Der Auspuff hielt noch genau eine Fahrt nach Gießen und zurück, dann fiel er wieder ab. Dankenswerterweise auch diesmal so, dass ich schnell und ohne große Probleme zurückkehren konnte.

Schon um zu schauen, was denn nun eigentlich nicht gehalten hat, habe ich den Auspuff abermals ausgebaut. Meine Vermutung ist, dass ich an einer Seite, das eingesetzte Rohr hätte länger lassen sollen, vielleicht auch einen etwas kleineren Durchmesser wählen, sodass mehr Klebstoff die Teile hätte verbinden können. Es sind nämlich kaum Klebstoffreste an der Verbindungsstelle zu sehen, ich denke der Klebstoff wurde beim Einschlagen des Rohres einfach nach hinten herausgedrückt.

Da ich gestern schon wußte, dass ich den Auspuff der Neugier wegen ausbauen würde, ahnte ich auch schon, dass ein weiterer Reparaturversuch folgen würde. Als mir dann zufällig der einzige Mensh über den Weg lief, von dem ich weiß, dass er ein Elektro-Schweißgerät besitzt, habe ich mir das Teil kurzentschlossen ausgeliehen. Für das Schweißen vorbereitet war der Auspuff heute dann recht schnell.Jetzt muss ich nur noch schweißen lernen.

Update (30.10.2022): Zwei YouTube-Videos und fünf Tage später finde ich mich mit allgemeinsten und ausschließlich theoretischen E-Schweißkenntnissen in unserer Metall-Werkstatt wieder, schweißend. Dass das so schnell ging, liegt daran, dass W. seinen Schweißerhelm – mit automatischer Verdunklung, wichtig – in der Werkstatt hat liegen lassen, wo ich ihn dann zufällig fand. Ich hatte bei einer meiner letzten Stadtfahrten schon im Baumarkt so ein Teil angeschaut, aber vor der Investition zurückgeschreckt. Nur zum Ausprobieren, möglicherweise nur für eine einzige Nutzung, schien er mir zu teuer. Hier war meine Chance.

Um ehrlich zu sein, ich habe mir, mit Ausnahme einer fünf Zentimeter langen Schweißnaht auf einem Stück Wasserrohr, jede der in den Videos empfohlenen Übungen gespart. Mir geht es nicht um das Schweißen, mir geht es um den Auspuff, aussehen darf das, wie es will. Folglich habe ich ebenso angespannt wie fröhlich drauflosgebrutzelt. Und so sah das im Ergebnis aus.Das wird auch so bleiben, die Schlacke bleibt drauf und schickes silbernes Anti-Rost-Spray kommt auch nicht drüber. Ich vermute, jeder Schweißkundige findet das, naja, schwierig zu kommentieren. Egal, wenn der Auspuff ab heute noch ein halbes Jahr hält, ist alles erreicht, was ich erreichen wollte.