25501

Der erste Wieder-zuhause-Tag. Es geschieht, was an solchen Tagen geschieht, Wäsche kommt wahlweise in den Wäschekorb oder zurück in den Kleiderschrank, ein größerer Lebensmitteleinkauf findet statt und abends werden die während der Woche versäumten Serienepisoden nachgeholt. Während all dem läuft im Hinterkopf die gar nicht mal so kleine Bemühung, wieder in die Vorhaben hineinzufinden, die vor der durchaus willkommenen Unterbrechung wichtig schienen.

Was mich am meisten überrascht, ist der Spass daran, wieder genau die Dinge zu essen, die ich essen möchte. Meint: meinen Gelüsten nachzugehen, anstatt unter geschmacklich guten, aber niemals wirklich gesunden Alternativen auszuwählen. Das sollte nicht missverstanden werden, ich mag gezuckertes Müsli und die Pommes mit Mayo, erlaube sie mir auch gerne als Ausnahme, aber wenn ich die Wahl habe, ersetze ich sie durch zuckerfreies Müsli und Bratkartoffeln mit Kräutern.

Und so komme ich zu der etwas seltsamen Erkenntnis, dass ich beides genießen kann, sowohl eine (Fast-)Woche voll kulinarischer Ausnahmen, als auch die Rückkehr zu meiner eingeschränkten, aber gesunden Lebensmittelauswahl. Sozusagen eine Intra-Win-Win-Situation, sehr schön, das.

25495 bis 25500 – Hamburg, 21. bis 26.8.2026

25495 – Freitag, Anreisetag

Früh aufgestanden und via Fernbus auf den Weg nach Hamburg gemacht. In Dortmund hatte ich etwas über drei Stunden Aufenthalt und nicht weit vom Busbahnhof entfernt ist der Dortmunder U-Turm. Das wußte ich vorher auch nicht, aber der Bahnhof macht an seinen Wänden für ein paar der Dortmunder Sehenswürdigkeiten Reklame. Kunst und Kultur hätten als Stichworte gereicht, als die Suchmachine noch umsonst hinzufügt, mache ich mich auf den kurzen Weg dorthin.

Dort angekommen habe ich dann auch viel Spass, den ich leider kaum in Bildern festgehalten habe. Es gab Bilder und Objekte von jungen Künstlern, einen ganzen Raum voller Mitmach-Kunst und einen Dome in dem sehr, sehr bunte Filme zu Musik von Pink Floyd gezeigt wurden. Da wäre ich gerne in der Entwicklungsphhase des Projekts dabei gewesen.

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Ankunft in der Wohnung meines Sohnes gegen 21.00 Uhr, eineinhalb Stunden später ziehe ich in die Gartenhütte um, in der ich auch schon bei meinen letzten Besuchen übernachtet habe. Kurz die Luftmatraze aufgeblasen , die Elektronik an die Ladegeräte gehängt und diese Zeilen geschrieben und schon ist Schlafenszeit. Gute Nacht.

25496 – Samstag

Das erst Mal seit mehr als einem Jahr, dass ich während des Tages nicht zum bloggen komme. Ich werde hier mehr schreiben, nachträglich, aber nicht jetzt.

25497 – Sonntag

Im Journal steht, ich habe zwischen zwölf und viertel vor zwei auf der Terasse gessesen und Gedanken geordnet oder – in Klammern – sie vielleicht nur gehabt. Und tatsächlich bin ich zu Beginn des Tages in einer Stimmung, die  – obwohl wirklich alles ganz und gar und vollkommen anders ist  – der ähnelt, wie ich sie früher, also vor rund einem halben Jahrhundert, sehr mochte. Das verkaterte Aufwachen nach einem Fest in irgendeiner WG (wahlweise Land-WG), sich aus dem Schlafsack schälen, Kaffee suchen oder vielleicht auch das erste Bier, anderen beim Aufwachen zusehen, ins Gespräch und in den Tag kommen, langsam. Zwei/drei Stunden später dann gemeinsam aufräumen und den Vor-Fest-Zustand wieder herstellen.

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Der gestrige Tag und das folgende Fest waren sehr, nun, schön. Ich bemerke, dass mir für angenehme Zustände das Vokubular weniger gut abrufbar ist. Tagsüber habe ich gemeinsam mit der Schwiegertochter den Garten für das Fest vorbereitet, irgendwann am frühen Nachmittag kam auch der Sohn dazu, noch etwas später die Schwiegerfamilie. Irgendwann gegen sechs Uhr abends, dem Zeitpunkt, zu dem die ersten Gäste erwartet wurden, waren wir auch näherungsweise fertig. Und das überraschend erfolgreich, allerlei Buschwerk war zurückgeschnitten, die Wiese in Teilen gemäht, Wege erkenn- und begehbar, der Pavillon gestellt und die neue St.Pauli-Fahne gehisst [die Ösen, schreib was über diese fucking Ösen, …, ach egal]. Das Fest konnte beginnen.

Eingeladen waren Familie, Wahl-Familie, Freunde, ehemalige Kollegen sowie Ausbilder und sogar Kita-Freunde des Enkels, meint: die Altersspanne ging von fünf bis achtundsiebzieg, entsprechend ging es sehr erwachsen und jugendfrei zu. Und ausgesprochen gut gelaunt, viele verschiedenen Menschen, die sich zum Teil mehrere Jahre nicht gesehen hatten, es gab viel zu erzählen. Richtig viel, bei steigender Stimmung im Laufe des Abends, gekrönt von extensivem Singen aller bekannten Geburtstagslieder aus Ost und West um Mitternacht. Anschließend rituelles Geburtstagsgeschenke-Auspacken und Ausklang. Denn das Fest war in einer Länge durch den öffentlichen Nahverkehr limitiert, der letzte Bus fuhr gegen zwanzig vor zwei. Ensprechend machte sich gegen irgendwas nach eins die letzte größere Gästegruppe gemeinsam auf den Weg.

Schnell noch aufgeräumt, in weniger als einer Stunde sind die Festreste auf Spüle, Kühlschrank, Mülleimer und diverse Kisten verteilt. Festende, alle gehen, ich schlafe gegen kurz vor drei.

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Nachdem ich also Gedanken mehr gehabt als geordnet habe, setze ich mich an die obigen Zeilen.

[15.00 – 16.30 Uhr:  Weiter gemeinsam aufgeräumt]

[16.30 – 18.00 Uhr: R. aus dem Hotel abgeholt und eine Runde in Bergedorf gegangen]

[18.00 -19.30 Uhr: Essen gegangen]

[19.30 – 22.00 Uhr: Familie nachhause, ich in den Garten, schlafe vor einem Video ein, erwache, schreibe diese Zeilen und gehe ins Bett.]

Wird später ausformuliert oder gelassen.

25498 – Montag

Sonderausstellung im Museum der Arbeit:

Franki Raffles
Photography, Activism, Campaign Works

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GUT GEMACHT! – Das Beste aus 70 Jahren ADK

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Am Abend noch bei der Familie hereingeschaut und mich verabschiedet. Ich bin zwar den morgigen Tag noch da, werde aber nicht nocheinmal in der Wohnung vorbeigehen, sondern von meiner Hamburg-Exkursion direkt in die Gartenhütte zurückkehren. Und übermorgen wird dann der Rückreisetag sein.

25499 – Dienstag

Ungefähr so wie dieser Affe fühle ich mich beim Anschauen der Bilder des Tages. Denn ich habe sehr viel und sehr Vielfältiges gesehen und fotografiert. Um ehrlich zu sein: zu viel. Ich bin übervoll mit Eindrücken, die ich noch nicht sortieren konnte. Weswegen ich für diesen Beitrag auf absolute Reduktion setze und Bilder nur von genau einem Fotografen zeigen werde.

Also außer dem Affen, zu dem ich mir einen kleinen Exkurs erlauben möchte. Er hängt am Fußende meines Bettes in der Gartenlaube und ist das Erste, was ich morgens nach der Uhr anschaue. Dabei lässt sich wunderbar ersten Gedanken nachgehen, nur um doch wieder beim Affen anzukommen, sich zu fragen, ob es bei den farbigen Feldern eine Regelmäßigkeit gibt oder sie kompletter Zufall sind. Oder, falls Zufälligkeit beabsichtigt war, sich nicht doch irgendeine Regel eingeschlichen. Denn echte Regellosigkeit können Menschen und Künstler gar nicht so gut. Ich könnte fragen, denn der Künstler, der eine Kaufhaus-Affen-Leinwand mit Farbfeldern angereichert hat, ist mein Sohn. Das war vor plus-minus zwanzig Jahren und ich bilde mir ein, bei der Entstehung in der Nähe gewesen zu sein. Heute morgen werde ich über dem Affen etwas melancholisch, denn er regt mich zu Gedanken darüber an, was wir als junge Menschen alles können oder wollen und wie wenig davon wir ins Erwachsenenalter retten können. Affiger Exkurs Ende.

Ich war im Museum für Kunst und Gewerbe und habe dort Foto: Hans Hanser angeschaut. Zunächst hatte ich mir nicht allzuviel von der Ausstellung erwartet, ich sah sie als Teil eines Bundles von drei Sonderausstellungen, die gemeinsam dann den Besuch rechtfertigen würden.

Und wurde sehr überrascht. Schon im Eingangsbereich des Museums eine kleine Einstimmung ins Thema, eine Fotokabine.Die eigentliche Ausstellung befand sich ein Stockwerk höher in den Räumen die für die Sonderaustellungen reserviert sind. Schon im Treppenaufgang wurde es sehr groß und sehr farbig. Später erfahren die Ausstellungsbesucher, dass es sich um die letzte Fotoserie handelte, die Hans Hanser anfertigte, bevor er im Februar dieses Jahres sein Studio schloss.Aber es geht auch kleinteiliger, das Foto mit den vielen nicht immer ganz so alltäglichen Gegenständen, ist einer meiner Favoriten, obwohl es nicht „schön“ ist. Ich habe so intensiv darin herumgeschaut, dass mich andere Besucher baten, doch mal kurz zur Seite zu gehen, weil sie ein Foto machen wollten.Ein Film, der in der Ausstellung zu sehen ist, zeigt u.a. wie Hans Hanser Teile der Exponate zusammenstellt und arrangiert. Es wird nicht angesprochen, aber ich finde es bemerkenswert, wie er die immergleiche Aufgabe, eine Fotoserie zu zeigen, variiert. Jeder der Ausstellungsräume hat eine etwas anderen Charakter.

Es gäbe noch so viel mehr. Trotzdem mache an dieser Stelle – etwas willkürlich – Schluß, denn …

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… es ist kurz nach zehn am Abend und ich muss noch alles so vorbereiten, dass ich morgen in der Frühe mit möglichst wenig gedanklichem Aufwand in den Tag finde. Meint: Frühstück so weit wie möglich vorbereiten, Abfahrtszeit des Buses herausfinden und ganz allgemein einen Zeitplan für die Abreise festlegen. Mit diesen Vorbereitungen so spät zu starten, war nicht ganz der Plan. Ich habe mich etwas in den Bildern und dem Bloggen verloren. Sei’s drum, wenn ich morgen um zehn vor acht im richtigen Zug sitze, habe ich alles richtig gemacht.

25500 – Mittwoch, Abreisetag

Alles sehr bequem heute. Zum ersten Mal starte ich von der Bushaltestelle aus, die nur sieben Minuten zu Fuß von der Gartenhütte entfernt ist. Direkt zum Bahnhof und dort, ebenfalls zum ersten Mal, direkt in Bergedorf in den Flixtrain, in dem ich bis Erfurt sitzenbleiben kann.

Während des ausgedehnten Aufenthalts in Erfurt verbinde ich die Suche nach einem Cache mit einem ebenso ausgedehnten Stadtspaziergang. Erfurt gibt das her.Den Rest der Heimfahrt wie gewohnt im Bus. Diesmal mit bester Aussicht, die Sitzplatzlotterie hat mir einen Platz in der ersten Reihe zugeteilt. Kurz nach sechs am Abend öffne ich die Tür des Domes.

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Ein voller Tag. Nach einem langsamen Start in den Tag geht es vom Mittag ab los. Zunächst Therapie, danach Besuch von der Tochter, abends dann packen für die morgen viel zu früh beginnende Fahrt nach Hamburg. Wobei ich dabei die große Neigung verspüre (und ihr auch nachgehe), einen ganzen Teil der Packerei in die frühen Morgenstunden des folgenden Tages zu verlegen. Denn eigentlich bin ich müde von einer zuvor schlecht geschlafenen Nacht und einem Tag voller Gespräch. Und mehr gibt es für heute nicht zu berichten.

 

 

25493 – #hdnazt

Die monatliche Fallout 4 Berichterstattung. Immerhin habe ich zwischendrin ein paar Notizen gemacht, ansonsten hätte ich das Gefühl, dass eigentlich nichts Berichtenswertes geschehen ist.

Am Interessantesten sind meine Erfahrungen damit, mir von Künstlicher Intelligenz helfen zu lassen. Was dort am Erfolgreichsten ist, wo es schon Quellen gibt, zu denen mensch dann geht, seien es Videos oder Texte. Sobald ich versuchte, nur mit den Angaben aus der KI selbst zu arbeiten, sagen wir für eine Wegbeschreibung oder eine bestimmte Vorgehensweise, ging das immer nur sehr eingeschränkt. Niemals waren die Tipps wirklich falsch, aber es schien mir, als ob so eine KI nur unvollkommene Ideen davon hat, woran sich Menschen orientieren, wenn sie von A nach B wollen. Die ganze Nummer war immer sehr anfällig für Mißverständnisse.

Dann überraschte mich ein Abend sehr, indem er zur tiefsten Nacht wurde (4.00 Uhr) während ich mich darin verlor, eine neue Unterkunft für meinen Charakter zu bauen. So mit Bildern an der Wand und einer Leseecke, alles sehr gemütlich für ein Leben in der Apokalypse. Aber das Was finde ich gar nicht so wichtig, sondern dass das überhaupt geschehen ist, dass ich tatsächlich über der Aufgabe die Zeit vergessen habe. Denn ganz oft habe ich einen maulenden Pubertierenden im Hinterkopf, der halt mitkommt, weil er muss,  und dann bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit „Laaangweilig!“ sagt. Niemals laut, aber mit großer Beständigkeit. Und der war einfach mal still. Sehr schön.

Aber auch an langweiligen Spieleabenden kann gelegentlich Unerwartetes geschehen. So geschehen während einer Sidequest in irgendwelchen Tunneln, in denen ich zuvor schon einmal eine Hauptquest nicht abschließen konnte, weil …, naja, weil ich eben nicht fand, worüber ich jetzt unerwarteterweise fiel. Und schon hat das virtuelle Leben wieder Sinn!

Kurz, mein Leben in der Apokalypse ist gerade etwas unausgeglichen, mal läuft’s ganz gut und zu anderen Zeiten habe ich das deutliche Gefühl, jetzt eigentlich alles erlebt zu haben, was es dort zu erleben gibt. Aufhören und sich einer anderen Spielewelt zuwenden wird zu einer Option.

25492 & 25493 – Plastikpuppe, mal anders

25492

Jahre zurück habe ich aus einem alten, schwarzen Wasserrohr einmal eine Holzpuppe improvisiert. Streng genommen und weil das Wasserrohr aus Kunststoff ist, ist es eine Plastikpuppe. Was aber aus mehr als einem Grund falsch klingt.

Für die, die Holzpuppen nicht kennen, sie sind ein Trainingsgerät, das in verschiedenen Kampfkünsten anstelle eines menschlichen Widerparts verwendet wird. Abhängig von Verständnis und Geschmacksrichtung der jeweiligen Schule variieren diese Verwendungen sehr. Meine Puppe war bis gestern im blauen Wagen auf eine Art und Weise angebracht, die auch kraftvollere Verwendungen zulies, obwohl in meiner Schule der Fokus eher auf  „weichen“ (die Druckrichtungen und Winkelverhältnisse betonenden) Trainingsweisen lag. Ich hatte sie viele Jahre im Gebrauch, nach meinem Achillessehnenriss dann gar nicht mehr.

Gestern also ist die Holzpuppe vom Wagen in den Dome umgezogen und sucht dort jetzt ihren Platz. Ganz egal, wo sie letztendlich zu stehen kommt, zwei Probleme-wäre-zuviel-gesagt muss ich lösen. Für das erste, die Anbringung (in diesem Fall die elastische Verankerung im Boden) glaube ich schon eine Lösung zu haben. Die aber – und das nur nebenbei erwähnt für die, die wissen, wie das Trainig an einer Holzpuppe aussehen kann – keine wirklich kraftvolle Verwendung zulassen wird. Positiv formuliert wird eine alters- und typentsprechende Verwendung möglich sein.

Die zweite Fragestellung ist die interessantere, nämlich: Wie kann das Ding aussehen? Denn bei schwarz soll es nicht bleiben, wie also kann die Puppe bunt werden? Ich bin dran, habe auch schon erste Ideen, aber warum ich mir die Mühe mache, das hier lang und breit zu erklären, ist, dass ich auch Euch um Input bitten möchte. Also dann, wenn Ihr damit klar kommt, dass ich Eure Ideen nicht kommentieren werde und im Endeffekt ja doch mache, was ich will. Wir könnten es als gemeinsames Brainstorming mit mir als endgültigem Entscheider verstehen. Also, was würdet Ihr tun? Was würde Euer abgefahrener Nachbar unter Drogeneinfluss tun? Was würden Eure Eltern oder Kinder tun? Oder Euer Schimpanse, was weiß ich denn, denkt Euch was aus. Soweit es mich betrifft werde ich jeden Beitrag, auch das lapidarste „Einfach hellgrün streichen!“, abfeiern, kommentarlos.

25493

Ohne dass es geplant war am Fuß der Holzpuppe gewerkelt. Ihr müsst jetzt etwas Geduld haben, sobald der nächste Atbeitsschritt getan werden kann, ergibt das bisher zu sehende mehr Sinn.