25560 – X minus 5

Noch fünf Tage, dann, also am sechsten, geht es gemeinsam mit A. für einen Kurzurlaub nach Lissabon. Und obwohl ich vermutlich mein Zeug innerhalb von einem Tag zusammengepackt hätte, bin ich schon jetzt in den Vorbereitungen. Dabei befinde ich mich in einem seltsam ambivalenten Zustand. Einerseits bin ich sicher, selbst mit hypothetisch in der letzten Stunde gepackter Reisetasche – sogar wenn ich viele Dinge ebenso hypothetisch vergessen würde – gut und mit Spaß unterwegs sein zu können. Ich brauche nicht viel und das wenige, das ich brauche, gibt es vor Ort, vor jedem Ort. Solange es mir gelingt, rechtzeitig mit Perso und Bankkarte am Flughafen zu sein, sollte einer guten Zeit nichts im Wege stehen. Okay, das Phone muss auch mit. Und vielleicht das Tablet, damit ich Euch von den weiteren Abenteuern berichten kann.

Andererseits fühle ich mich schlecht vorbereitet und auf eine unbestimmte Weise unsicher. Es ist, als hätte ich etwas Entscheidendes nicht auf dem Zettel und die Subroutinen im Hinterkopf, die solche Dinge unter normalen Umständen zuverlässig an die Oberfläche bringen, liefen in sinnlosen Schleifen und dem Bewußtsein des eigenen Versagens.

Dankenswerterweise war ich in meinem bisherigen Leben frei von unspezifischen und/oder unbegründeten Ängsten.  Jetzt aber stelle mir vor, dass es so jemandem geht, der Flugangst hat. Denn wenn ich näher in das Gefühl gehe, stelle ich fest, dass meine Besorgtheit endet, sobald ich mich in Lissabon sehe. Jede Nachlässigkeit in der Vorbereitung wird sich dort klären lassen; einmal angekommen, wird alles gut sein.

Es bleibt spannend. Und spätestens am 30. abends wissen wir mehr oder fragen uns gemeinsam, was das jetzt wieder war.

25559 – Große-Buben-Spielzeug

Mein Bruder wohnt so, dass mensch ein Paket lieber nicht zu lange unbeaufsichtigt stehen lässt. Folglich lassen wir Pakete für ihn lieber an meine Adresse gehen. Heute war dann der erste Tag, an dem wir beide gnug Zeit hatten, uns um das letzte Paket zu kümmern, einen 3D-Drucker.Mit dem haben wir dann den Rest den Tages verbracht. Der Aufbau dauerte seine Zeit, den Drucker im Heimnetz anzumelden dauerte seine Zeit, die Anmeldung bei der Herstellerfirma gelang trotz mehrfacher Versuche gar nicht, und auch die ersten zwei Drucke dauerten ihre Zeit.

Und warum dieses seltsame Boot? Nun, das ist 3D-Benchy, ein Objekt, das vermutlich jeder Besitzer eines 3D-Druckers schon einmal ausgedruckt hat. Es dient als Benchmark und Funktionstest. Wer wissen will, ob sein Drucker überhaupt tut und wie gut er tut, was er tut, druckt den Kahn. So auch wir. Tja, obwohl wir lange Zeit ernste Zweifel daran hatten sind wir sehr gewöhnlich.

25558

Ich bin gerade extrem angefressen, weil es mir nicht gelungen ist, die Dinge herauszufinden, herunterzuladen, oder ganz allgemein und überhaupt: Das digitale Leben ist blöd.

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Wenigstens war der erste Teil des Tages halbwegs angenehm, naja, zugegebenermaßen gänzlich angenehm. Eine Führung in der Galerie 23 mit der zukünftigen Malgruppe. Vor, während und danach angenehme Gespräche mit angenehmen Menschen. Bei genauerer Betrachtung ist das Glas dreiviertel voll.

25557 – aufg.räumt

Heute Besuch von Freundin und Exnachbarin F., mit dabei der vor Ort großgewordene Nachwuchs, mittlerweile zwei junge Erwachsene. Anläßlich dessen habe ich aufgeräumt – schon deswegen mag ich jede Sorte von Besuch, ich räume dann auf – und das Ergebnis zeitnah dokumentiert. Wer jemals versucht hat, einen Kohlweißling mit geöffneten Flügeln zu fotografieren, weiß, wie schwer solche Momente festzuhalten sind.

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Und etwas ganz anderes:

Wer jemals versucht hat, in einem Satz wie diesem die Kommas richtig zu setzen, weiß, wie schwer Unsicherheit auszuhalten ist.

25556 – Das Haus verliert nichts

Habe den ganzen Tag herumliegende Dinge, zumeist in irgendeinem Behältnis aufbewahrt, sortiert und im Idealfall auch neue Aufbewahrungsorte dafür gefunden. An einer Stelle bietet es sich an, den Beitrag von gestern fortzuschreiben. Ihr erinnert Euch, es ging um die Erstellung und den Ausdruck eines Passfotos für ein neues Krankenkassenkärtchen.

In all den zu sortierenden Papieren bin ich nämlich auf die Anforderung des Passfotos gestoßen. Wovon ich zunächst überrascht war, weil ich dachte, ich hätte die Anforderungen weggeworfen. Weggeworfen nicht aus Ignoranz, sondern weil ich, wenn ich das Foto hätte, direkt bei der Krankenkasse vorbeigehen würde.

Und meine Erinnerung war richtig, denn die Anforderung des Fotos war von 2012, zweite Erinnerung. Interessanterweise mit Rückumschlag an das „Servicecenter Bildanforderung“ in Oldenburg. Das lässt mich ein wenig daran zweifeln, dass ich damals das Kärtchen gleich ausgestellt bekam.

Vorteil an der Geschichte: ich werfe das Formular mit der Bitte um Bearbeitung oder Weiterleitung beim nächsten Stadtgang in den Briefkasten der Krankenkasse und kann mich zurücklehnen. Wenn alles gutgeht, kommt dann auch irgendwann ein neues Kärtchen. Passt.