25514 bis 25516

Nach dem Bild beginnt der Artikel von gestern und vorgestern, den ich heute forgesetzt habe. Wer gestern schon dabei war, springt HIER zur tagesaktuellen Fortsetzung.

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Vermutlich seid Ihr von Baustellengeschichten schon so gelangweilt wie ich. Lassen wir es also dabei: der gestern unterbrochene Elekrorückbau (einschließlich der Identifizierung der Stromzuleitung) wurde heute erfolgreich abgeschlossen.

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Wenden wir uns also Spannenderem zu, Künstlicher Intelligenz und Doctor Who. Was daran spannend sein kann, ist nicht selbsterklärend. Für beide Themen gilt, dass Menschen, die darauf zumindest aufmerksam sind, schon genug Inhalte dazu in die Timeline gespült bekommen – meistens ziemlich unentschiedenes oder oberflächliches Zeug – und vor diesem Hintergrund eher übersättigt als gespannt sind. Und die anderen, naja, die fanden beide Themen vorher schon nicht spannend.

Okay, unentschieden und oberflächlich kann ich auch. Aber um alle abzuholen braucht es etwas Hintergrund. Die Sache mit der KI ist schnell erklärt, sie kann stündlich mehr und wird alles verändern, möglicherweise schafft sie die Menschheit ab, möglicherweise nur den Kapitalismus, mit Sicherheit Jobs. Je nach Temperament und politischer Überzeugung hält mensch das für eine Katastrophe oder ein Heilsversprechen.

Doctor Who braucht etwas länger: Die Serie über einen Zeitreisenden, der immer mal wieder „regeneriert“ (meint: den Körper beziehungsweise den Hauptdarsteller wechselt), läuft seit 1963 in Großbritannien, später auch weltweit. Zwischendrin gab es mal 16 Jahre Pause, ab 2005 wurde die Serie fortgesetzt. Ab 2022 kommt Disney als Cooperationspartner dazu und produziert 2024/25 zwei anerkannt schlechte Staffeln. Danach steigt der Hauptdarteller aus der Rolle und Disney aus der Cooperation aus. Seitdem gibt es keine neuen Produktionen und Fans in aller Welt hoffen, dass irgendwann  – lieber gestern als heute – die Frage nach einem neuen Produzenten geklärt ist.

Um den Bezug zu mir herzustellen, bisher mochte ich KI-generierte Videoinhalte nicht und Doctor Who sehr. KI-Videos weil sie schlecht waren, Doctor Who obwohl es schlecht war (gelegentlich sehr hoher Trash-Faktor).

Ende der langen und leider notwendigen Vorrede.

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Vor drei Tagen stieß ich während des Frühstücks auf einen 55-minütigen Doctor-Who-Fanfilm. Das war unmittelbar nach Veröffentlichung. Ein Kanal namens The Unmade Season warb mit einem Doctor Who Reboot. Aus Neugier klickte ich darauf und blieb bis zum Ende davor sitzen.  So wie mir muss es auch vielen anderen gegangen sein, heute, also nur drei Tage später, hat der Film schon mehr als eine halbe Million Aufrufe. Über sein Entstehen ist im Begleittext folgendes mitgeteilt:

511.248 Aufrufe · Premiere am 06.09.2026
#DoctorWho #DoctorWhoFanFilm #DavidTennant
EPISODE 1 | Der Fluch von Kilmorag
[…]
Inoffizielles Fanprojekt, mit KI erstellt. Nicht von der BBC produziert oder von ihr unterstützt. Alle Figuren und Marken von Doctor Who gehören der BBC.
Erstellt als Parodie und Pastiche (siehe §30A des britischen Copyright, Designs and Patents Act 1988).
Diese Episode wurde von Thomas Vittlowe, einem Drehbuchautor, vollständig selbst geschrieben und in den vergangenen zwei Monaten produziert und geschnitten.
Ein großer Teil des Filmmaterials wurde mithilfe lokal ausgeführter Versionen der Modelle LTX 2.5 und MiniMax erzeugt. Dabei wurden nur minimale Ressourcen externer Rechenzentren verwendet.

Was ich, abseits jeder Detailkenntnis über TV-Serien-Produktion, für sehr, sehr überraschend halte. Denn ich fühlte mich gut unterhalten, der Geist der Vor-Disney-Ära war getroffen und alles sah gut aus. Ohne die gegebenen Vorinformationen wäre ich zu täuschen gewesen, denn alles, was billig aussah, hätte bei einer BBC-produzierten Folge genauso billig ausgesehen. Ich wiederhole, Doctor Who war mit seinen Spezialeffekten schon immer beängstigend nah am Trash. Soweit es mich betrifft, freue ich mich schon auf die angekündigte zweite Folge.

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Nun solltet Ihr diesen Beitrag nicht als Serienempfehlung missverstehen (obwohl ich das Video durchaus empfehlen würde, sowohl als vollgültige Doctor-Who-Folge, als auch als Machbarkeitsbeleg). Mir geht es mit diesem Beitrag darum, für mich den Zeitpunkt zu markieren, zu dem es für einen Autor möglich war, mit überschaubarem finanziellen und zeitlichen Aufwand einen Film zu produzieren, der meinen vermutlich überaus durchschnittlichen Qualitätskriterien gerecht wird.

Zum Zwecke der folgenden Diskussion müsst Ihr mir jetzt einfach glauben, dass der Film mit mancher der von Disney produzierten Folgen gleichziehen kann (oder ihn halt anschauen), denn natürlich löste der Film auch im Netz eine Vielzahl von Diskussionen aus und das sind die spannendereren Dinge, mit denen ich eingeleitet habe.

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Kommen wir also zu den spannenderen Dingen um die Unmade Season, den Einsatz künstlicher Intelligenz und Urheberrechten. Eigentlich müsste mensch beide Themen nochmal nach allgemeinen und speziell auf den Fanfilm bezogenen Aspekten unterteilen, aber wir sind hier nicht bei Akademikern, sondern …, naja, bei mir. Beides also nur genau soweit, wie es mich interessiert.

Meine Position in Bezug auf KI: sie ist ein Verstärker, der alles Schlechte schlechter und alles Gute besser machen kann. Weil sie sich in den Händen von Superschurken befindet, stehen uns in einer von multiplen Krisen geschüttelten Gesellschaft schwierige Zeiten bevor. Bei verantwortungsvollem Einsatz …, kurz, das Problem ist nicht die KI, es sind die Superschurken und deren Streben nach Dominanz.

Ein Fanfilm, der sich auch Dank Künstlischer Intelligenz sehen lassen kann, ist ein Krümel vom Tisch der Superschurken. Die Entwicklung geht weiter, warum nicht auch bei Fanfilmen? Wenn ich Fan-Fiction lese, interessiert mich weniger, welche Schreibmaschine der Hobby-Autor verwendet, sondern ob er gut schreibt. So auch bei Fanfilmen, wenn sie gut gemacht sind.

Aber ist The Curse of Kilmorag denn gut? Ja, weil er gut genug ist! Die Geschichte ist gut genug und falls sie mit Hilfe von KI geschrieben wurde, merkt mensch ihr das nicht an. Irgendwer hat auch ein Storyboard entwickelt (oder aus verschiedenen Vorschlägen der KI zusammengestellt). Und letztlich hat auch irgendwer all die anderen Entscheidungen bei Regie und Schnitt getroffen, die es halt zu treffen gilt. Und all das gut genug! Ich halte das für eine künstlerische Leistung, die nicht kleiner wird, weil KI zum Einsatz kam.

Nun wird von einigen kritisiert, an manchen Stellen und im Detail betrachtet sei der Einsatz von KI doch zu bemerken. Ich stimme zu, obwohl mich nichts davon im ersten Durchgang gestört hat. Der Fanfilm profitiert an dieser Stelle davon, dass seine professionellen Vorbilder, BBC und Disney, so schlecht vorgelegt haben. BBC hätte keine besseren Kulissen gebaut und Disney keine bessere Geschichte geschrieben, wir wissen das aus Erfahrung. Vor allem aber: Nichts von dem, was KI gegenwärtig noch erkennbar macht, wird erhalten bleiben. KI wird noch sehr viel besser werden, nicht zuletzt weil auch die großen Studios Interesse daran haben.

Aber, eigentlich geht es mir gar nicht darum, ob dieser Fanfilm gut oder schlecht ist, sondern darum, dass er möglich ist, und wie sich diese Möglichkeit zukünftig fortschreibt. Es geht mir darum, dass ein entschlossener Autor innerhalb von zwei Monaten ein Projekt umsetzen kann, das andere Menschen ansehen möchten, das halbwegs an profesionelle Produktionen mit großem Budget heranreicht und das … hey Leute, wenn das möglich ist, ist noch viel mehr möglich. Dazu später mehr. Nur müssen wir vorher noch kurz über Urheberrechte reden und das machen wir dann morgen.

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Denn natürlich hat es gar nicht lange gedauert, bis der erste Nicht-Fan des Fanfilms fragte: „Dürfen die das?“ Mich interessiert in diesem Zusammenhang eigenlich nur, wie es Herrn Tennant damit geht. Das hat mit meiner generellen Einstellung zum Urheberrecht zu tun. Ich bin bereit, das individuelle Urheberrecht eines Autoren oder sonstwie bildenden Künstlers zu respektieren, nicht aber das einer Firma (es sei denn, sie würde ihren Gewinn zu gleichen oder gemeinsam ausgehandelten Teilen an alle Beschäftigen ausschütten). Ja, das ist diskussionswürdig, soll für heute aber genügen und andeuten, dass mein Rechtsverständnis in bezug auf das Urheberrecht möglicherweise etwas unterwickelt ist.

Nach meinem Verständnis ist Herr Tennant hier der einzig geschädigte (und zugleich auch der Einzige, dessen Name als #Hashtag genannt wird). Am Schwerwiegendsten erscheint mir der Kontrollverlust über sein Abbild. Es ist nicht okay, anderer Menschen Abbild ohne deren Zustimmung zu verwenden. Sogar wenn sie Schauspieler sind und diese Kontrolle in einem anderen Rahmen schon sehr weitgehend abgegeben haben. Diesen Rahmen haben sie gewählt, für jeden neuen Rahmen sollten sie gefragt werden. Hinzu kommt ein imaginär-realer Einkommensverlust (Wieviel hätte er verdient, wenn er die Szene real gespielt hätte?) und ein abstrakter Einkommensverlust, er dadurch entsteht, das reales Schauspiel entwertet wird, wenn es durch künstlich geschaffene Darsteller ersetzt werden kann.

Die Macher des Fanfilms beziehen sich auf §30A des britischen Copyright, Designs and Patents Act 1988. Der Film sei erstellt als Parodie und Pastische (ein Pastiche ist ein Werk, das bewusst den Stil, die typischen Merkmale und die Figuren eines bestehenden Werkes nachahmt, ohne unbedingt eine Parodie zu sein; ich musste das nachschauen). Die Verwendung von Herrn Tennants Abbild sei „Fair Dealing“, was in etwa dem amerikanischen „Fair use“ entspricht. Und an der Stelle würde ich mitgehen. Ich habe gerade mal die Zeit gestoppt, Herr Tennant erscheint exakt 25 Sekunden zu Beginn des Films, solange dauert die Regeneration von ihm als 14. Doctor zu einem komplett KI-generierten 15. Doctor. Danach gibt es keine Abbildungen realer Schauspieler mehr.

Bleibt die Sache mit dem Pastiche und der angekündigte zweiten Folge. Und einer möglichen dritten und vierten, denn warum sonst sollte der Kanal The Unmade Season heißen? Ich vermute, je mehr Episoden erscheinen, umso weniger kann dann noch von einem Pastiche gesprochen werden. Und spätestens wenn ein erkennbares Einkommen mit den Episoden erzielt wird oder auch nur theoretisch möglich wäre, wird die Frage, „ob die das dürfen“ neu gestellt werden. Nicht nur von den (Nicht-)Fans.

Gerade nachgeschaut, Stand jetzt, rund fünf Tage nach Erscheinen und rund 650.000 Aufrufen des Films, gibt es noch keine Reaktion seitens des BBC oder von Herrn Tennant. Dafür wird in den Fan-Foren wild diskutiert.

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Unglaublich. Ich habe jetzt drei Tage lang nur Grundlagen geschaffen (vielleicht zuviele, vielleicht sogar unnötige), nur damit Ihr mir morgen halbwegs informiert folgen könnt und schonmal der Rahmen geschaffen ist, innerhalb dessen ich fröhlich vor mich hin spekulieren möchte.

25513 – Elektrorückbau

Ein anderer Tag, aber das gleiche Ergebnis: ich bin sehr müde. Gedacht war das anders, denn den Rückbau der Elektrik stellte ich mir sehr entspannt vor. Und auch schnell. Also schnell genug, um einen notwendigen Lebensmitteleinkauf locker davor zu legen.

Der Lebensmitteleinkauf war dann auch schnell und früh im Tag erledigt. Der folgende Elektrorückbau dann meistenteils langweilig und freudlos, dabei in den Details gelegentlich überraschend. Ich mag das nicht genau ausführen, auch weil ich noch nicht fertig bin mit allem, aber bis jetzt weiß ich nicht, wie der Strom in den blauen Wagen kam. Das ist so seltsam, wie es klingt.

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Es ist gut, über Probleme zu berichten. Denn mit den letzten Zeilen kam mir eine wage Erinnerung, der nachzugehen die Lösung beinhalten könnte. Und schon hat der (morgige) Tag Struktur.

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Das war mehr Arbeit, als die Bilder vermuten lassen. In der einfachsten Formulierung ist nun der Boden des ehemaligen Zwischenbaus herausgenommen.

Aber natürlich diente der Raum unter dem Boden als Lager für allerlei Wertstoffe, unter anderem eine Sammlung von Spiegeln diverser Größe und einiger Bauhölzer in Übergröße. Für die nun ein neuer Platz gefunden werden musste.

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Wisst Ihr was, für heute unterbreche ich die Berichterstattung. Morgen mache ich dann ein paar aussagekräftigere Bilder und setze hier fort. Denn gerade bin ich einfach nur noch müde, es werden heute so um die sieben Arbeitsstunden gewesen sein.

<O> Einen Tag später <O>

Denn letztlich sind es die Kleinigkeiten, die aufhalten.

Dass, bevor es überhaupt losgeht, die Stufe ausgebaut wird und später jedes anfallende Stück Altholz oder Isolationsmaterial aus dem Boden ein Zwischenlager finden muss. Oder dass jede  Schraube im Boden mindestens einmal gelöst werden muss, wenn er eine Wand werden soll. Und-und-und…, ich denke, Ihr habt’s verstanden, trotzdem wiederholt: viel Arbeit, nur um zu sehen, dass mensch nichts sieht.

25511

Sonntag. Nach drei Tagen intensiver Aktivität heute ein ruhiger Tag. Etwas unfokusiert weiter rückgebaut, aber früh damit aufgehört; weil lustlos.  Danach noch versucht, eine lokale KI auf das Tablet zu bringen, damit aber im ersten Ansatz gescheitert. Gegenwärtig läuft noch zweiter Download, vielleicht klappt’s ja dann. Und in der Wartezeit gibt’s einen lustlosen Blogbeitrag.