25425 – #12von12 Juni 2026

Zwölf am Zwölften ist eine regelmäßige Aktion von „Draußen nur Kännchen“, dort gibt es noch mehr Menschen, die ihren Zwölften mit zwölf Bildern schildern.

Ich lese zum Einschlafen. Vom Lichtausmachen bis zum Einschlafen vergehen dann oft nur wenige Sekunden. Dass ich mich irgendwann am Morgen vorm E-Reader finde, ohne den Moment des Aufwachens oder den Entschluß zu lesen zu erinnern, ist neu. Später im Tag, ich lese noch immer, bekomme ich von der Tochter einen Veranstaltungstipp geschickt, den ich ohnehin schon auf dem Zettel habe. Ich freue mich darüber, bedacht zu werden. Was folgt ist die Morgenroutine, die sich bis in den Mittag zieht.

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Ohne Bilder muss der gesamte Nachmittag auskommen. Ich bin kurz im Gewächshaus, ich räume kurz im Wagen herum, später kommt Freundin A. und wir verplaudern den frühen Abend, bis ich zur bereits erwähnten Veranstaltung aufbreche.

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Die Galerie 23 und das Gießener Gießkannenmuseum feiern zusammen das jeweilige 15-jährige Bestehen. In der Galerie 23 bin ich regelmäßiger Besucher, das Gießkannenmuseum habe ich bis heute noch nie betreten, irgendwie fand ich ein „Museum“, das auf einem Wortspiel beruht, immer eine seltsame Idee. Heute war ich zum ersten Mal drin, und ja, kann mensch machen.Als Highlight musizieren drei Herren gekonnt auf Gießkannen, leider nicht meine bevorzugte Musikrichtung, aber ich erkenne das Potential der Vorstellung (kein Bild).

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Den späten Abend verbringe ich mit diesem Beitrag, etwas Serienkonsum und dem allabendlichen Lesen.Ein kleiner Hinweis auf das letzte Bild: Bei der nachmittäglichen Aufräumaktion habe ich den lange vermissten Notenständer wiedergefunden, der das bis dahin als „E-Reader-Halter“ verwendeten Gliederstativ (siehe erstes Bild) ersetzen wird.

25424 – Was hat mich verraten?

Ich könnte diese Geschichteauf sehr verschiedene Weise erzählen. Die Fahrradkette reißt auf dem Weg zum Impftermin. Maximales Ungemach.Oder ich fokussiere darauf, dass sich letztlich alles zum Guten gewendet hat. Der Fahrradladen, an dem ich schiebenderweise und zufällig vorbeikomme, hat täglich eine (!) Stunde geöffnet. Ich werde eine halbe Sunde vor Öffnuing hineingelassen, beraten, bekomme die Kette montiert und kann während der Montagezeit meinen Termin wahrnehmen. Alles gut!

Nur eine Frage bleibt: Wie konnte der Fahrradmensch erahnen, dass mir mit einer besonders korrosionsbeständigen Kette gedient sein könnte?

25423 – Hulk

Es gibt sie also doch, die Kinder meiner idealistischen Vorstellung, die meine Wohnumgebung als das nehmen, was sie ist: ein großer Abenteuerspielplatz. Eine Bekannte hat heute kurz mit ihrem fünfjährigen Enkel vorbeigeschaut. Und der war mit Fröschen, Molchen und anderem Teichgetier zu begeistern. Oder auch damit, im Gewächshaus die Pflanzen zu gießen, später auch die im Außenbeet.

„Die Gießkannen sind vielleicht zu schwer für Dich.“ „Nee, ich bin Hulk!“

Er hatte Spaß, der kleine Hulk. Das ist nicht selbstverständlich, ich habe schon mehrfach Kinder erlebt, die das Angebot, das meine Umgebung darstellt, nicht annehmen konnten. Aber dieser ganz und gar sympathische Hulk hat sich genau für die Dinge interessiert, die auch mich als Kind angesprochen hätten, das lebensgroße Plastikskelett im Holzschuppen, den Tisch mit den Wasserfarben oder die Walderdbeeren neben dem Dome. Und – siehe oben. Das zu sehen war auch für mich schön, ich mag es, wenn die Welt meinen Erwartungen entspricht.

25422 – Aus dem Nähkästchen geplaudert

Auch heute ein Schätzchen aus den Tiefen meiner Unordnung befreit. Ohne Beine und Griff lag dieses Nähkästchen begraben unter der Sammlung alter Netzteile und Trafos. Meint: Deckel offen und angefüllt soweit es geht, davor und daneben viele weitere Netzteile auf dem Boden, schon ist nur noch die „Wertstoffsammlung“ zu sehen und keinerlei Hinweis auf ein verborgenes Nähkästchen. Ein früheres und vorausschauendes Ich hat aber Beine und Griff zur späteren Wiederverwendung am Boden des Kästchens deponiert. Guter Mann.

Im Moment bin ich noch unsicher, wo genau das Teil endgültig zu stehen kommt. Es gibt zwei potentielle Stellen dafür, die ich aber beide ersteinmal in aufgeräumtem Zustand sehen möchte. Könnte also noch ein paar Tage dauern. Und etwas Politur braucht es auch noch. Vermutlich gibt es dann nocheinmal ein Bild.

25421 – Zahnarzt und Stadtspaziergang

Der heutige Montag brachte einen Stadtspaziergang, den es nicht wirklich hätte geben mössen. Der aber notwendig wurde, weil ich zum Zahnarzt musste. Genau eine Woche zurück war ich schon einmal dort, eine Kariesbehandlung, die etwas über das gewöhnliche Ausbohren und Auffüllen hinausging. Entsprechend waren zwei bis drei Folgetage mit leichten Beschwerden angekündigt, die dann erfreulicherweise ausblieben. Bis ich Samstag früh aufwachte und spürte, dass mit dem Zahn etwas ganz und gar nicht stimmte. Ich konnte auf der betroffenen Seite nicht mehr kauen. was auch immer dort nicht stimmte, wurde bei Druck schlimmer. Im Laufe des Tages verbesserte sich der Zustand, nur um gegen Abend wieder schlechter zu werden. Ich bereitete mich innerlich auf einen schwierigen Sonntag vor, der dann näherungsweise schmerzfrei war, der alarmierende Hier-stimmt-was-nicht-Druck war beim Kauen zwar noch da, aber aushaltbar. Unter anderen Umständen hätte ich ab hier beobachtet und den Zahnarzttermin aufgeschoben, 14 Tage vorm Urlaub war das keine Option.

Der Termin selbst war dann kein großes Ding. Ich schilderte meine Beschwerden, der Verdacht ging sehr schnell in Richtung „dann ist die Füllung etwas zu hoch“ und wurde durch die Fachkraft, deren Berufsbezeichnung ich nicht kenne, behoben. Das dauerte nur wenige Minuten und ich durfte zuversichtlich gestimmt wieder gehen.

Es folgte der Stadtspaziergang. Ich kombiniere gerne mehrere Dinge, wenn ich in die Stadt gehe. Der Lebensmitteleinkauf und der Besuch der Fast-Casual-Hähnchenbraterei müssen nicht weiter beschrieben werde. Interessant ist lediglich der Besuch des Second-Hand-Kleiderladens, weil ich eine Arbeitshose benötige. Ihr wisst schon, ein Kleidungsstück, das keinerlei Schonung mehr verdient, fleckig sein darf, sogar zerissen, solange bedeckt ist, was bedeckt bleiben soll. Habe ich nicht gefunden. Was ich stattdessen fand, war eine Levi’s 511, die mir gerade-nicht passte, aber deutlich machte, dass ich so eine wollte.

Nun ist es nur wenige Jahre her, dass ich mich von all meinen blauen Jeans getrennt habe, aus Gründen, die ich mangels eines besseren Wortes mal „modisch“ nennen möchte. Ich wollte einfach nicht mehr herumlaufen, als sei ich auf der Mode meiner Jugendjahre hängengeblieben. Stellt sich heraus: will ich doch. Zumindest zuhause und bei den Basteleien, die in meinem Alltag so vorkommen. Außer Haus wird es bei den grauen und schwarzen Jeans bleiben, für zuhause werde ich mir demnächst eine neue Levi’s anschaffen, so als wäre ich 16 und eine andere Marke käme einfach nicht in Betracht. War damals so, ist heute wieder so. Das Alter treibt mich in die Nostalgie.