… wie dem oben links gezeigten spiegelt sich mehr, als auf den ersten Blick zu vermuten ist. Ganz links die gezählten Kalorien verweisen auf eine möglicherweise unnötige Gewichtskontrolle. Eines meiner Themen, das auch Horst Evers im König von Berlin zitatwürdig aufgreift.
Und dann das Ginkgo-Blatt. Wo kam diese frühe Leseerinnerung her? Und warum gerade jetzt? Das Buch erschien 1970, ich muss es schon kurz nach erscheinen gelesen haben. Seit meinem elften Lebenjahr lese ich regelmäßig. Ich begann mit Drei-Groschen-Romanen, die ersten etwas gehaltvolleren Romane waren die von Simmel, damals recht bekannt und von mir vermutlich weitgehend unverstanden. Hat mich damals nicht gestört, denn bei allem bemerkte ich doch, dass diese Lektüre auf ebenfalls unverstandene Weise befriedigender als Jerry Cotton war.
Aber ich wollte nicht von meiner Lesegeschichte schreiben, sondern von den unscheinbaren Einträgen im Journal, die unerwartet viel Erinnerung tragen. Hier die Erinnerung an etwas Unverstandenes, das doch irgendwie eindrücklich genug war, um weit über fünfzig Jahre später wieder aufzutauchen.
Ich finde das bemerkenswert genug, um dann auch nachzuforschen, was ich denn damals nicht verstanden habe. Der künstlich-intelligente Deutschlehrer hilft mir, mein Unverständnis zu verstehen (rechts). Und ich verstehe: Als Vierzehn- bis Sechzehnjähriger fehlt zum Verständnis der Metapher vielleicht einfach ein gelebtes Leben. Das will ich mir nicht vorwerfen.
Den Bogen zurück zum Journal bekomme ich heute verrmutlich nicht mehr. Nur soviel, nach einigen mehr formalisierten Versuchen, das eigene Leben schriftlich zu dokumentieren bin ich jetzt bei einem gänzlich unformalisierten Ansatz gelandet. Einfach jeden Tag eine Seite füllen, egal mit was. Sobald ich den Stift in der Hand habe, kommt früher oder später auch ein Gedanke, ein Bild oder – siehe das Feigenblatt von vor zwei Tagen – wenigstens eine fragwürdige Idee, wie ich dieses fucking, weiße Blatt mit wenig Inhalt doch voll bekomme. Mehr braucht es nicht. Ich experimentiere mit dieser „Technik“ seit cirka sieben Wochen und herausgekommen ist Sammelsurium von Ideen, Einkaufslisten, Aphorismen, Skizzen, Terminen, Reimen und allerlei anderen stiftgestützten Verlegenheitslösungen. Darin herumzublättern ist, wie im eigenen Hirn spazierenzugehen. Ich mag das.