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Ich bin gerade etwas formulierungsfaul. Ungünstig wenn die Dinge, die ich erzählen könnte (z.B. die Zigarrenkistenrenovierung, ich mag sie sehr, diese alten hölzernen Zigarrenkisten), etwas Überlegung und sehr viel Möglichkeitsform erfordern.

Von daher muss es für heute bei dem Hinweis bleiben, dass dieser Monatsübergang schlecht vorbereitet und etwas unentschieden ist. Das Raster für den Kreativkalender ist noch nicht gezeichnet, auch fehlt es mir noch an einer Idee für ein zeichnerisches Monatsprojekt.

Stichwort Monatsprojekt, mein Otto-Mueller-Projekt ragt zwei Tage in den Mai hinein, weil erst nach diesen zwei Tagen das alte Vokabelheft, das ich dafür benutze, voll ist. Ich mag so etwas, ein Projekt in genau einem Vokaelheft, fertig.(Kurze Erläuterung für neu Hinzugekommene: Die obere Skizze entsteht unter Zeitdruck – zwei Minuten mit dem Timer gestoppt -, danach kommt der Rahmen, die Farbe und alles, was bei mir unter „retten, was zu retten ist“ läuft , keine Limitierung.)

25382 – #widgtsm April 2026

Schon wieder Monatsende. Anders als in den Wintermonaten habe ich noch nichts vorbereitet, sogar mit Thumbnails für den Kreativkalender bin ich im Verzug. Das ist ungewöhnlich.

Ebenfalls ungewöhnlich, für alle Tage im April gilt: ich musste nicht heizen. Gewiß, einen heizfreien April gab es immer mal wieder, für die letzten Jahre erinnere ich das aber nicht.  Nun ist es so, dass ich heizen sowieso nicht mehr als heizen empfinde, seit ich im Dome wohne und mir der Elektro-Radiator die Temperatur durchgängig bei +/- 20 Grad hält. Die Beobachtung ist also ausschließlich in Bezug auf die Kosten relevant.

Mit Strom zu heizen gilt als teuer, deswegen habe ich gerade mal die jährliche Heizkostenabrechnung dazwischengeschoben und komme – auf das Jahr umgelegt – auf knapp 60 Euro pro Monat (maximal fünf Euro mehr, hätte ich im April heizen müssen). Das finde ich akzeptabel, so akzeptabel, dass ich überlege, ob ich überhaupt noch eine andere Lösung (Luft-Luft-Wärmepumpe) anstreben soll. Und ich bin sehr froh, dass sich so im nachhinein auch die vergleichsweise hohen Kosten und die schwierigen Einbauarbeiten rechtfertigen.

Wie ich auch ganz allgemein mit der Entscheidung, im Dome zu wohnen, nach diesem ersten Winter sehr zufrieden bin. Es geht mit gut damit. Anfang des Monats sind, soweit es den Dome betrifft, die letzten (naja, fast) Innenarbeiten geschehen, die Kammerwände und die Bogenverkleidung. Ende des Monats habe ich die Stoffe für die Vorhänge der Fensterfront gekauft. Kurz, es geht in gewohnt kleinen Schritten voran.

Wirklich bemerkenswert ist aber vor allem eins, die Nierenkolik, die mich Mitte des Monats überraschte. Okay, eigentlich nicht ganz so überraschend, mein Vater hatte Nierensteine. Dennoch, ich bin ohne Nierenstein alt geworden und hatte nicht mehr damit gerechnet. Zudem, was ich in meiner Kindheit bei meinem Vater als Symptom wahrnahm, war ungewöhnlich schlechte Laune. Von Schmerzen hat mir niemand etwas erzählt, er schon gar nicht. Ein schweigsamer Aushalter.

Ich hatte also vier Tage teils heftige Schmerzen, dann war der Stein in der Blase und ich wieder schmerzfrei. Seitdem denke ich nur selten daran, warum auch. Ich denke sogar so selten daran, dass ich den heutigen Termin beim Urologen vergessen habe. Irgendwas wollte der nocheinmal nachschauen, aber heh, alles ist gut.

Eine interessante Aus- und Nachwirkung der Kolik war, dass für begrenzte Zeit meine ganzen Routinen „vergessen“ waren. Und mit den Routinen auch mein – im Vergleich zu früheren Jahren – vergnügtes und selbstgenügsames Vor-mich-hin-werkeln. Das kommt erst in den letzten Tagen wieder langsam zurück. Warten wir’s ab.

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Wie immer, wer es tagesgenau will, darf hier 25382 – #widgtsm April 2026 weiterlesen

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Heute dann, nachdem ich mich gestern den ganzen Tag erfolgreich davor gedrückt habe, der notwendige Lebensmitteleinkauf. Ich denke auch unter dekorativen Aspekten betrachtet, ist es wichtig, immer genug frisches Obst und Gemüse vorrätig zu haben. Sieht einfach gut aus.

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Es gibt Bücher, bei denen ist die Geschichte zweitrangig. Ich komme drauf, weil ich heute seit langer Zeit wiedereinmal tagsüber gelesen habe. Ich lese regelmäßig vor den Einschlafen und bin bei der Auswahl meines Lesestoffs nicht allzu anspruchsvoll. Umso mehr genieße ich dann die Zufallsfunde, die mich wirklich gefangen nehmen.

Heute also auch tafgsüber Rückzug in die Welt eines solchen Zufallsfundes. Vielleicht ist er das, was andere einen Gesellschaftsroman nennen (ich habe gerade keine Lust, das zu recherchieren), die Handlung ist in der amerikanischen Oberschicht der 50er, 60er und 70er Jahre angesiedelt. Nichts, was mich weniger interessieren könnte, wenn mir jemand das mit diesen Worten empfehlen würde. Vielleicht würde ich etwas aufmerksamer sein, wenn mir erzählt werden würde, dass im Kern der Geschichte das Verschwinden von zwei Kindern stünde. Nur, das stimmt nicht wirklich. Das, wovon die Geschichte lebt, ist die Figurenzeichnung.

Denn, wenn ich, wie schon erwähnt, tagsüber lese, bedeutet das, dass mich die Figuren interessieren. Mir geht es nicht darum, wie die Handlung voranschreitet, wer als nächstes was tut, sondern ich möchte die beschriebenen Charaktere weiter kennenlernen. Ich bin im besten Sinn an den beschriebenen Menschen interessiert.

Vielleicht denkt sich jetzt der eine oder die andere „Ja, und …?“ Sorry, da kommt nichts mehr. Ich bin zum wiederholten Mal über einen Autor/ eine Autorin gestolpert, dessen Schreibstil macht, dass mir jede Synopsis egal ist. Vermutlich würde ich von denen alles lesen. Vielleicht ist das für buchaffine Menschen eine Banalität. Aber heh, je älter ich werde, desto mehr neige ich dazu, auch Banalitäten zu bestaunen.

Liz Moore: Der Gott des Waldes

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