25564 – X minus 1 – #widgtsm Oktober 2026

X minus 1

Der letzte Tag vor der Reise, wenn Ihr das lest sind wir vermutlich schon unterwegs. Heute die wirklich allerletzten Vorbereitungen. Meint: solche, die auch hätten ausfallen können, Recherche zu Unternehmungen und Sehenswürdigkeiten, Duschen, die Hütte in einen Zustand versetzen, in den mensch gern zurückkehrt, so Zeug halt.

Zwischendrin letztes administratives Gedöns, solches, das nicht ausfallen darf. A. kämpft sich durch das Online-Check-in des Fluges, ich bekomme die Check-in-Instruktionen der Unterkunft und bestätige. Ganz am Ende des Abends doch noch kurz eines der vielen Hobbies gepflegt und die Reisetasche skizziert.

#widgtsm


Mein Lieblingslama begann Antworten auf schwierige Fragen oft mit: „Ja, was soll man sagen …?“ Mir geht es so mit diesem Monat und der zugehörigen Befindlichkeit. Nicht wirklich schlecht, aber auch niemals uneingeschränkt gut, alles in diesem gedämpften Zustand des Leben-geschehen-lassens, der nur weh tut, wenn mensch darüber nachdenkt.

Dabei hat der Monat durchaus einige Begebenheiten zu bieten, die ihn über andere Monate hinausheben. Es gab in diesem Monat eine Häufung zwischenmenschlicher, gelegentlich auch freundschaftlicher Kontakte, die durchgängig viel Freude machten. Was immer auch stimmungsmäßig für Entlastung sorgt und Leben-geschehen-lassen tageweise erscheinen lässt, als sei es irgendwie auch okay.

Ja, was soll man sagen?

<O>

Es wird Euch aufgefallen sein, dass der Monatsabschluß etwas verfrüht kommt. Das hat mit der Reise nach Lissabon zu tun und damit, dass ich keine Lust hatte, mich im Urlaub mit dem Format Monatsabschluss zu beschäftigen.

Wie immer, wer es tagesgenau braucht, darf hier 25564 – X minus 1 – #widgtsm Oktober 2026 weiterlesen

25563 – X minus 2

Heute in Vorbereitung der Reise die Tasche gepackt. Wenn ich meine Gedanken zusammen hatte, muss ich da nicht mehr dran. Anders mit dem Daypack, in den dann ja noch all das Zeug muss, dass erst nach dem letzten Aufstehen zuhause eingepackt wird.

Die Idee dahinter, heute schon zu packen, war eine einfache. Fiele mir auf, noch etwas zu benötigen oder vergessen zu haben, hätte ich noch einen ganzen Tag Zeit, mich darum zu kümmern. Was selbst für mich genug Zeit wäre, das ohne Stress zu tun.

25562 – X minus 3

Gestern dreimal mit dem Fahrrad nach Gießen hinein und wieder hinaus gefahren zu sein, hat mich doch sehr müde gemacht. Deswegen heute lange ausgeschlafen, etwas, das immer seltener geschieht. Ich trödele mich in den Tag und das erste, das entfernt den Eindruck von Produktivität  erwecken könnte, ist der Versuch, ein fehlerhaftes 3D-Objekt meines Bruders zu fixen (Ihr wisst schon, 3D-Druck und so). Leider komme ich nicht darüber hinaus, den Fehler zu identifizieren. Ihn zu beheben würde mich mehr Zeit kosten, als ich bereit bin zu investieren.

Gerade als ich mich hinsetze, um ihm kurz über meine Erkenntnisse zu berichten, beginnt eine Reihe von eingehenden Nachrichten, mich nachhaltig abzulenken. Drei davon erwarten eine Rückantwort, zwei erfordern zusätlich einen Eintrag im Kalender. Für kurze Zeit halte ich fünf metaphorische Bälle in der Luft, während ich gleichzeitig versuche, einen unerwartetet dazwischenkommenden Anruf angemessen aufmerksam zu führen.

Bezogen auf die bevorstehende Reise ist davon nur eine Nachricht. Die Vermieterin der Unterkunft fragt die Informationen aus irgendeinem zwingend auszufüllenden Formulat an, weil … . Auch egal, ich schreibe zurück, dass ich das Formular bereits ausgefüllt habe und eineinhalb Stunden später entschuldigt sie sich, ihr Fehler und sorry. Kann passieren, aber dennoch war ich eineinhalb Stunden lang unruhig.

Während dieser eineinhalb Stunden habe ich alle Bälle wieder sicher in der Hand und schon einen Teil der Reisekleidung zur Reisetasche gelegt.  Es folgt etwas, das ebensosehr Reisevorbereitung und Aufräumen ist, wie es das auch nicht ist. Ich klebe Schnipsel, aufgehobene A5-Seiten, und Briefmarken mehr oder weniger willkürlich in ein Altered Book, das ich mit nach Lissabon nehmen möchte, um auch dort damit zu werken.

Ich notiere kurz, was heute war und – schwups – ist es draußen dunkel. Seltsames Phänomen. Vielleicht ein Zeitloch.

25561 – X minus 4

Ein letzter „angefüllter“ Tag zuhause, meint: drei Termine außerhalb, über einen vierten denke ich noch nach. Das alles war nicht so geplant, geplant war der jährliche Kontrolltermin beim Zahnarzt, Ende. Dann kam eine Einladung zum Essen hinzu und jetzt Part 3 der Kärtchen-Trilogie.

Alles kein Problem soweit es die Reisevorbereitungen betrifft. Gestern bin ich mit allen nicht-reisebezogenen Dingen fertiggeworden, die ich vorher noch erledigt haben wollte. Und sogar mit  dem Waschen ein paar ausgesuchter Kleidungsstücke, die ins Urlaubsgepäck gehören.

Die Kärtchen-Trilogie, Part 3

Was bisher geschah:
Part 1
Part 2

Drei Tage zurück wollte ich endlich die Medikamente aus der Apotheke abholen, die schon länger „auf meinem Kärtchen“ sind. Also eigentlich sind sie in der Apotheke, noch eigentlicher in irgendeiner Apotheke, andernfalls hätte ich sie ja und müsste sie nicht abholen, die Medikamente.

Kurz, ich bekomme die Medikamente nicht, weil mein Kärtchen versagt. Das ist deswegen lästig, weil zumindest eines der Medikamente voraussehbar während des Urlaubs ausgehen wird. Abhilfe könne ein Papierrezept schaffen. Dazu aber müsste ich nochmal zum Doc, worauf ich genau keine Lust habe. Oder ich gehe zur Krankenkasse, dort warte ich weniger lang, und bekomme mit etwas Glück gleich ein neues Kärtchen.

Zeigt sich heute: Nöh! Was ich bekomme ist einen Behandlungsschein. Der würde mir beim Arzt helfen, wenn ich einen bräuchte, eventuell auch in der Apotheke. Darüber hinaus sieht der Krankenkassenmensch, dass die Karte seit 13.10.26 stillgelegt ist, warum das vorm aufgedruckten Ablaufdatum, 12/26, geschieht kann er auch nicht erklären, „Hat vielleicht was mit dem Bild zu tun.“

Etwas später in der Apotheke, Karte und Behandlungsschein reichen nicht aus, ich brauche das Papierrezept. Also doch zum Doc, nachmittags bin ich ohnehin für den Zahnarzttermin in der Stadt.

Pause
zuhause

Die Sache mit dem Papierrezept geht dann rasend schnell. Ich komme sofort dran und kaum habe ich zuende erklärt, fällt das Rezept schon aus dem Drucker. Als dann bei der Apotheke alle Medis auch vorrätig sind, wähne ich mich ein Glückskind.

Ende der Kärtchen-Trilogie, ab jetzt kann ich in Ruhe darauf warten, dass mir ein neues zugesandt wird.

<O>

Ich vertrödle die Zeit bis zum Zahnarzt auf der Suche nach einem grünen Füller, also außen. Da soll dann auch grüne Tinte rein, logisch. Und wenn mensch sonst nichts zu tun hat … .

Beim Zahnarzt verebbt im Laufe der Wartezeit dann das Glücksgefühl, eine Stunde nach meinem Termin lasse ich mir einen neuen geben und gehe. Denn ich habe noch eine Verabredung für den Abend und muss/will zwischendrin nochmal nachhause.

Abends gehe ich mit Freund J. essen und plaudern. Keine besonderen Vorkommnisse, essen und plaudern halt, sehr angenehm.

Wieder zuhause beende ich diesen Beitrag und bin sehr zufrieden mit dem Tag, aber auch der Tatsache, dass ich die nächsten drei Tage mein Gehäus‘ nicht mehr verlassen muss, wenn ich das nicht will. Und ich hab‘ das starke Gefühl, dass ich nicht wollen werde!

25560 – X minus 5

Noch fünf Tage, dann, also am sechsten, geht es gemeinsam mit A. für einen Kurzurlaub nach Lissabon. Und obwohl ich vermutlich mein Zeug innerhalb von einem Tag zusammengepackt hätte, bin ich schon jetzt in den Vorbereitungen. Dabei befinde ich mich in einem seltsam ambivalenten Zustand. Einerseits bin ich sicher, selbst mit hypothetisch in der letzten Stunde gepackter Reisetasche – sogar wenn ich viele Dinge ebenso hypothetisch vergessen würde – gut und mit Spaß unterwegs sein zu können. Ich brauche nicht viel und das wenige, das ich brauche, gibt es vor Ort, vor jedem Ort. Solange es mir gelingt, rechtzeitig mit Perso und Bankkarte am Flughafen zu sein, sollte einer guten Zeit nichts im Wege stehen. Okay, das Phone muss auch mit. Und vielleicht das Tablet, damit ich Euch von den weiteren Abenteuern berichten kann.

Andererseits fühle ich mich schlecht vorbereitet und auf eine unbestimmte Weise unsicher. Es ist, als hätte ich etwas Entscheidendes nicht auf dem Zettel und die Subroutinen im Hinterkopf, die solche Dinge unter normalen Umständen zuverlässig an die Oberfläche bringen, liefen in sinnlosen Schleifen und dem Bewußtsein des eigenen Versagens.

Dankenswerterweise war ich in meinem bisherigen Leben frei von unspezifischen und/oder unbegründeten Ängsten.  Jetzt aber stelle mir vor, dass es so jemandem geht, der Flugangst hat. Denn wenn ich näher in das Gefühl gehe, stelle ich fest, dass meine Besorgtheit endet, sobald ich mich in Lissabon sehe. Jede Nachlässigkeit in der Vorbereitung wird sich dort klären lassen; einmal angekommen, wird alles gut sein.

Es bleibt spannend. Und spätestens am 30. abends wissen wir mehr oder fragen uns gemeinsam, was das jetzt wieder war.