25467 – Gewerkel

Seit Wochen mal wieder etwas um die Außenanlage gekümmert. Wenig nur, Bambus und Distel zurückgeschnitten. Und auch den Wildwuchs rund um den Kompost.

Darüberhinaus viel Gewerkel, meint: Zeug, von dem noch unklar ist, wo es hinführt, aber irgendwann irgendetwas draus werden wird. Das alles kann ich hier gar nicht genug würdigen, denn es sind diese kleinen Anfänge, diese etwas besseren Tage, die mich zwischendrin mal durchatmen lassen und Hoffnung geben, dass ich diesen Sommer doch nocheinmal eine gute Zeit haben werde. Und diese Hoffnung, die ist ganz wichtig.

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Kein schlechter Tag. Auch kein guter. So einer, der entlang der wenigen Notwendigkeiten läuft und darüberhinaus wenig bietet. Nun gibt es ja Menschen, die behaupten, mensch müsse nur genau genug hinschauen, um irgendetwas Erfreuliches zu finden. Also speziell an diesem Tag; ganz allgemein ein weißer, männlicher Europäer zu sein, zählt nicht.

Ich also in mich, tief. Das Einzige heute, das mir positiv genug – und auch für ein Foto – auffiel, war die aufgefüllte Obst- und Gemüseecke. Das isses für heute. Ob das im Sinne der Stimmungsaufhellung ausreicht, müsst Ihr entscheiden.

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Kurz angehängt, weil es mir beim Anschauen des Fotos auffiel. Seht Ihr, dass bei der Laterne der Boden sichtbar heller ist? Sie wurde lange im Freien vergessen und dieser Boden war weggemodert. Irgendwann in der vergangenheit habe ich ihn dann ersetzt und solche kleinen Reparaturarbeiten sind etwas, wofür ich mich mag und feiere. Gerne auch zweimal.

Geht doch, das mit der Stimmungsaufhellung.

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Die Idee mit den Kacheln nach mehr als einem halben Jahr Pause wiederaufgenommen. Sechs von sieben hier im Bild.
Und nochmal die von heute. Ich bin recht zufrieden damit.Wer sich nicht erinnert, was es damit auf sich hat, schaut hier.

PS Es fragt sich ja keiner, aber wenn sich jemand fragen würde, warum da über Monate die seltsamen Klebeband-Schnipsel auf meinem Kreativtisch rumliegen,  dann hätte er jetzt eine Antwort.

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DAS ist die Sorte Kneipenschild, bei dem ich neugierig werde. Werde ich wohl demnächst mal testen.

Muss Euch das interessieren? Nein. Ich schreib’s nur hier mal hin, damit ich es nicht vergesse. Wortspiel über Notizblock/Notizblog bitte selbst ausdenken und einfügen.

25463 – In einem Journalblatt …

… wie dem oben links gezeigten spiegelt sich mehr, als auf den ersten Blick zu vermuten ist. Ganz links die gezählten Kalorien verweisen auf eine möglicherweise unnötige Gewichtskontrolle. Eines meiner Themen, das auch Horst Evers im König von Berlin zitatwürdig aufgreift.Und dann das Ginkgo-Blatt. Wo kam diese frühe Leseerinnerung her? Und warum gerade jetzt? Das Buch erschien 1970, ich muss es schon kurz nach erscheinen gelesen haben. Seit meinem elften Lebenjahr lese ich regelmäßig. Ich begann mit Drei-Groschen-Romanen, die ersten etwas gehaltvolleren Romane waren die von Simmel, damals recht bekannt und von mir vermutlich weitgehend unverstanden. Hat mich damals nicht gestört, denn bei allem bemerkte ich doch, dass diese Lektüre auf ebenfalls unverstandene Weise befriedigender als Jerry Cotton war.

Aber ich wollte nicht von meiner Lesegeschichte schreiben, sondern von den unscheinbaren Einträgen im Journal, die unerwartet viel Erinnerung tragen. Hier die Erinnerung an etwas Unverstandenes, das doch irgendwie eindrücklich genug war, um weit über fünfzig Jahre später wieder aufzutauchen.

Ich finde das bemerkenswert genug, um dann auch nachzuforschen, was ich denn damals nicht verstanden habe. Der künstlich-intelligente Deutschlehrer hilft mir, mein Unverständnis zu verstehen (rechts). Und ich verstehe: Als Vierzehn- bis Sechzehnjähriger fehlt zum Verständnis der Metapher vielleicht einfach ein gelebtes Leben. Das will ich mir nicht vorwerfen.

Den Bogen zurück zum Journal bekomme ich heute verrmutlich nicht mehr. Nur soviel, nach einigen mehr formalisierten Versuchen, das eigene Leben schriftlich zu dokumentieren bin ich jetzt bei einem gänzlich unformalisierten Ansatz gelandet. Einfach jeden Tag eine Seite füllen, egal mit was. Sobald ich den Stift in der Hand habe, kommt früher oder später auch ein Gedanke, ein Bild oder – siehe das Feigenblatt von vor zwei Tagen – wenigstens eine fragwürdige Idee, wie ich dieses fucking, weiße Blatt mit wenig Inhalt doch voll bekomme.  Mehr braucht es nicht. Ich experimentiere mit dieser „Technik“ seit cirka sieben Wochen und herausgekommen ist Sammelsurium von Ideen, Einkaufslisten, Aphorismen, Skizzen, Terminen, Reimen und allerlei anderen stiftgestützten Verlegenheitslösungen. Darin herumzublättern ist, wie im eigenen Hirn spazierenzugehen. Ich mag das.