25473 – Einfach? Nöh!

Beim Abschluss meines letzten Webprojektes war ich etwas enttäuscht. Nicht über das Ergebnis – auch wenn es da deutlich Raum für Optimierungen gibt -, aber über die Zeit, die ich dafür gebraucht hatte. Nach ein paar Erholungstagen war ich bereit mich neuen Ideen zuzuwenden und die erste war, einfach etwas weniger ambitioniert zu sein. Mal schauen, was ginge, wenn ich einfach nur eine Technik verwenden würde und die stumpf abarbeite, bis der Flickenteppich fertig ist. Muster egal, Farben egal, Übergänge und Wiederholungen egal. Einfach alles egal, nur machen.

Aber heh, so bin ich nicht. Abermals ein paar Tage später erwischte ich mich, wie ich in Gedanken schon deutlich komplexere Konzepte ausprobierte. Oder an unorthodoxen Lösungen tüftelte, wie ich den Abschluss des Teppichs besser gestalten könnte. Aber …, bei allem die Frage, warum ich soviel Mühe in eine bessere Fußmatte investieren sollte.

Das ist noch immer unbeantwortet, aber manche Dinge lösen sich dadurch, dass die Frage weggeht. Und das muss irgendwann in den letzten Tagen geschehen sein, keine Ahnung, wo sie hin ist, die Frage. Ich bemerke ihr Fehlen auch nur, weil ich heute mit einem neuen Projekt begonnen habe, das an gleich zwei Stellen spürbar, nun, experimentell ist. Es wird einen weiteren runden Flickenteppich geben. In dessen Mitte soll es ein Hahnentrittmuster geben, in dem Kett- und Schussfäden ununterschieden sind. Und dort, wo sonst der Abschluss notwendig wird, wird der schon von Anfang an mitgedacht und gewebt. Was gegen Ende der Arbeit dann nochmals mehr Mühe machen wird, als es der Abschluss ohnehin wäre, um sich den Abschluss zu ersparen. Es ist wie im Leben.

Wie auch immer, für diesen experimentellen Abschluss habe ich heute erste Vorbereitungen getroffen. Im Bild zu sehen ist ein Teil des runden Rahmens und der gelbe „Schuss“faden, der bei normalem Vorgehen der letzte des Teppichs wäre, sowie die rote Befestigung, die nur dazu dient, ihn am Platz zu halten. Diese Befestigung zu lösen und zu entfernen ist dann der letzte Arbeitsgang – irgendwann in ferner Zukunft.

 

25468 – „Ein Schritt …, er hat einen Schritt gemacht.“

Alles beginnt mit ein paar Klötzen, die die Kommode in eine Höhe mit dem Rest der Küchenzeile bringen sollen. Die haben zuerst gar nicht und später nicht ganz die richtige Farbe.

Drunter kommen sie trotzdem und sind nicht weiter auffällig.

Vorher-nachher, letztlich ist alles gut genug und das genügt.

25456 bis 25460 – Abschluss des runden Flickenteppichs

Ursprünglich an fünf aufeinanderfolgenden Tagen veröffentlicht. Aber weil genau ein Thema behandelt wird und auch einen Abschluss findet, habe ich die Artikel zusammengefasst.

25456
Zwei bis drei Tage noch, dann ist der Teppich fertig. Jetzt aber muss ich mich ersteinmal entscheiden, wie ich damit umgehe, dass mir möglicherweise das Wunschmaterial ausgeht. Einfach schauen, ob es langt, oder besser auf ausreichend Material oder eine vollkommen andere Idee warten.

25457 – Übergänge, so wichtig
Menschen mit entsprechendem Vorstellungsvermögen können sich jetzt schon grob vorstellen, wie das Endprodukt aussehen wird. Was selbst noch außerhalb meiner Vorstellung ist, ist, wie ich den Abschluss mache.Um ein wenig Manöverkritik einzufügen, es gibt einen sich wiederholenden  Bereich, in dem ich hinter meinen Ansprüchen zurückbleibe. Immer dort, wo rot-gelb-gestreift an die anderfarbigen Bereiche anschließt, wird es unordentlich. Ich weiß warum das so ist, könnte es vermutlich bei einem neuen Werkstück vermeiden, aber eben nicht mehr bei diesem. Ich habe schon Ideen, wie ich das optisch auch nachträglich noch etwas verbessern kann. Dennoch, es wird sichtbar bleiben.

Und es ist einmal mehr, dass sich bewahrheitet, was ich für eine grundlegende Handwerker- und Lebensweisheit halte: Die Gestaltung der Übergänge bedarf besonderer Aufmerksamkeit.

25458 – Sich regen bringt weben. Oder so.
Weiter gewebt. Ich will jetzt fertig werden. Das kann morgen gelingen und wird davon abhängen. wie ich fertig definiere. Und auf wieviel Widerstand ich stoße. Oder ob ich die groben Häkelnaden wiederfinde. Wie-auch-immer, ich hoffe morgen gibt es an dieser Stelle ein Bild des näherungsweise fertigen Teppichs. Auf dem Boden liegend in einer halbwegs aufgeräumten Bude. Ziele, so wichtig.

Aber jetzt erstmal Pause. Ich bin um den Nacken herum etwas verspannt, den ganzen Tag vorm Rahmen zu sitzen fordert seinen Tribut. Morgen wird’s wieder gehen.

25459
Eigentlich wollte ich heute mit dem runden Flickenteppich fertig werden. Ist nicht gelungen und das lag nicht daran, dass ich es nicht versucht hätte. Abgesehen von ein paar Pausen zum Essen war ich den ganzen Tag dran.

Morgen dann.

Wer das Bild genau anschaut sieht, dass sich die Ränder des Teppichs hochwölben. Im Moment will noch glauben …, ach, sagen wir, das könnte ein Problem werden. Und …,  es wird das Problem eines anderen Tages sein.

25460 – Fertig
Der Teppich ist fertig.  Ich denke, das wird Euch genauso freuen wie mich, endlich wird hier wieder über anderes zu lesen sein.

An einer Stelle bin ich überrascht, der Teppich wirkt etwas kleiner, als ich das erwartet habe. Und er ist etwas weniger perfekt, als ich das erhoffte. Sei’s drum.Alles in allem hat es jetzt statt der anfangs geschätzten zwei bis drei Tage doch fünf bis zur Fertigstellung gedauert, wobei gerade heute der Abschlusstag ein Kraftakt war. Auf den oberen beiden Bildern ist die Unterseite zu sehen, vor und nach dem Verwahren der losen Enden. Dieses Verwahren hat den größten Teil des Tages in Anspruch genommen.

Sehr vielleicht liefere ich ein paar Detailaufnahmen und die „Learnings“ daraus nach, denn natürlich würde der nächste Teppich sehr viel besser sein, als es dieser ist. Vorab kann ich sagen, dass jede Vorgehensweise, die ich an einem Probestück getestet habe, dann auch funktioniert hat. Nur die Dinge, von denen ich dachte, dass „die schon klappen werden“, haben mit dann unerwartete Schwierigkeiten gemacht. Dies ist die erste Lektion.

Auf einer allgemeineren Ebene – und aus der über fünf Tage aufgebauten Erschöpfung heraus – überlege ich gerade, ob ich so ein Projekt nocheinmal angehen werde. Ist es den Aufwand wert beziehungsweise ist es für den Aufwand nicht einfach zu klein. Der nächstgrößere Rahmen hängt ja nun schon seit fast zwei Jahren an der Dome-Wand, gefühlt in der genau richtigen Größe. Was, wenn der darin zu webende Teppich dann auch optisch schrumpft und zu klein ist?

Keine Sorge, die Kritelei wird nicht anhalten, ich habe mich nur einfach noch nicht von der Abschluss-Anstrengung erholt. Denn eines kann ich ja jetzt schon sehen: die beiden hier in den letzten Tagen geäußerten Sorgen waren beide unberechtigt. Weder ist mir das Material ausgegangen noch stehen die Ränder des Teppichs hoch. Schwierig ist immer nur der Kopf.