25360 – Nicht halbtot, nur sehr erschöpft

Das Pferd, das ich gestern noch für halbtot hielt, war nur sehr erschöpft und hat mich heute doch noch ins Ziel getragen.Der Tag beginnt trödelig, ziellos und auch ein wenig gedrückt, eine kleine Zeichenübung und das Journal halten mich eine Zeit lang beschäftigt. Dabei sitze ich auf der Terasse in der Sonne und unter besseren inneren Zuständen könnte alles gut sein.

Es muss früher Nachmittag werden bis ich spontan beschließe, mich der Lichtleisten-Misere von gestern zuzuwenden. Von da ab dauert es cirka eine halbe Stunde bis alles so ist, wie ich mir das schon für gestern wünschte. Das kleine Netzteil war defekt, mein Verdacht, das hinge mit der Lichtleiste zusammen, falsch. Jetzt hängt die Lichtleiste an der 12-V-Quelle, die mich bestimmt schon fünfzehn Jahre zuverlässig begleitet. Und funktioniert – ich bemerke, wie ich langsam wieder entspanne.

25338 – Bosch Intuvia-Fahrradcomputer repariert (Akku-Austausch)

Fünf Tage zurück ist mir der Fahrradcomputer ausgefallen und mit einem erfolglosen Aufladeversuch wurde klar, dass der Akku am Ende ist. Ein direkt bestellter Ersatzakku ist heute angekommen und abends habe ich ihn eingelötet.Die Bilder sollten für sich sprechen. Dennoch sei auf eines hingewiesen, während des Öffnens stoßt Ihr auf ein Problem mit den mittleren Schrauben. Die sind versiegelt, damit Ihr nicht während der Garantiezeit Dinge tut, die Ihr ohnehin lieber nicht tun würdet. Die Versieglung lässt sich mit einem spitzen Gegenstand herauskratzen, danach sollte es kein Problem mehr sein, das Teil zu öffnen.Eigentlich selbstverständlich, alter Akku raus, neuer Akku rein, dabei auf die Polarität achten, alles wieder zusammenschrauben (unter besonderer Beachtung der Gummidichtung), fertig. Probefahrt, funzt.

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Interessehalber habe ich gerade einmal nachgeschaut, was der Fahrradcomputer neu kostet. Er ist, Stand März 2026, nicht unter 53,– Euro (einschließlich Versandkosten) zu bekommen. Der Akku hat mich 5,99 Euro (einschließlich Versand als Brief) gekostet. Auch das könnte ein Argument für einen Reparaturversuch sein. Weitere Argumente? Auch für (umsichtige) Ungeübte machbar, Elektroschrott vermeiden und Selbstwirksamkeit erfahren. Aber für mich am Wichtigsten, ich muss nicht mit dem Bus in die Stadt fahren und dort die verschiedenen Händler abklappern. Stattdessen bestelle ich im Internet und innerhalb einer Stunde ist das Teil eingelötet. Das nenne ich stressfrei. Und so soll das sein.

25323 – Lichtleiste

Heute mit Nachbarin M. zwei Stunden gelötet, unter anderem auch an einen alten Walkman, der aus emotionalen Gründen erhalten werden soll. Er gehörte ihrer Mutter. Für die Jüngsten unter uns: ein Walkman spielte Musikcasetten ab, aber unterwegs, so wie heute jedes Phone Musik unterwegs wiedergeben kann. Den Reparaturversuch mußten wir dann abbrechen, weil wir auf eine Unsicherheit stießen, die es erst mit der Reparaturanleitung im Internet auszuräumen gilt.

Wieder allein habe ich mich dann der Lichtleiste für das Brett über der Kücheninsel gewidmet. Es lag so unglaublich nahe mit all dem Equipment griffbereit auf der Kommode aka Kücheninsel.Wie so oft ist alles aus meinen Beständen, ein altes Netzteil von einem lange vergessenen Gerät und die LED-Leisten, die übrigblieben, als wir im Mai 2019 die Lampe über A.s Esstisch bastelten.

Es gibt noch weitere Reste, die sollen die Vitrine beleuchten. Aber das ist nichts für mal eben so.

25319 & 25320 – Lange nicht gewebt

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Während des heutigen Stadtgangs im Seccond-Hand-Laden zwei rote Bettbezüge zur Weiterverarbeitung im Rahmen des Webteppich-Projekts gefunden. Wie mensch sieht, war mir heute nach starken Farben. Das Blau gab es leider nur als einzelnen Kissenbezug. Dementsprechend ist es auch schon komplett verwebt.

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Gestern abend noch ein paar Dinge am Werkstück gesehen, die ich nicht mochte. Heute versucht, diese Dinge zu korrigieren, mit wechselndem Erfolg. Dennoch, es ist besser als zuvor. Im Bild immer vorher und nachher nebeneinander.Und eigendlich wollte ich danach aufhören, aber als es dann soweit war, wollte ich auch sehen, ob der geplante Fortgang in etwa so aussehen würde, wie ich das dachte. Ja, sah es.Und so ging es mir auch mit dem nächsten Schritt. Jetzt wird erstmal wieder für einige Zeit Pause sein. Mir fehlt Material, schon wieder, und ich muss mit dem bisherigen Ergebnis Zeit verbringen, um zu entscheiden, wie es weitergehen soll.

25318 – Altered Books

Vor kurzem ist hier in einem Nebensatz schon einmal der Begriff „Altered Book“ aufgetaucht. Mit Altered Books versucht der umtriebige Kreativmensch, ein Problem zu lösen, das er unweigerlich bekommt, wenn er in seinem Sketchbook oder Art Journal zuviel collagiert oder Dinge einklebt, die stark auftragen. Das Buch beginnt zu sperren, es steht auf. Das ist nicht nur häßlich, das Phänomen macht es auch schwerer, darin zu schreiben, zu zeichnen, zu aquarellieren, oder was mensch sonst noch so darin zu tun gedenkt.

Ein „Altered Book“ ist – der Name lässt es vermuten – ein geändertes, ein abgeändertes, kurz: ein irgendwie modifiziertes Buch. Manche KreativkünstlerInnen machen da noch sehr viel mehr, als ich Euch hier zeige. Ich beginne mit der Grundlage. Damit das Buch später – nach ausschließlich mehrlagigem Gebrauch, für den es gedacht ist – nicht sperrt, müssen so cirka zwei Drittel bis drei Viertel der darin enthaltenen Seiten heraus. Damit das auf die gewünschte Weise zu machen ist, benötigt mensch ein Buch mit Fadenheftung. Wer in der Schule jemals eine Seite aus einem Heft gerissen hat weiß, dass sich dann immer irgendwo eine zweite Seite löst. Sobald die auch draußen ist, macht das Heft wieder einen guten Eindruck, ist aber zwei Seiten dünner. Stellt Euch ein normals Buch so vor, als hätte der Buchbinder einfach mehrere Hefte mit dem Faden an einen Streifen Stoff genäht. Wenn Ihr nun von oben genau auf die Bindung schaut, seht Ihr die einzelnen Hefte und könnt die Seiten im Buch identifizieren, wo die Fäden zu sehen sind. Hier könnt Ihr beginnen, Seiten herauszulösen. Um die Fäden nicht auszuleiern empfehle ich behutsames Ausreißen zu den Seiten hin. Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl und ein bisschen Zählen bekommt Ihr das schon hin.

Fertig, schon habt Ihr Euer erstes Altered Book, in dem Ihr nun vollkommen unbefangen Eure mehrlagigen Mixed-Media-Experimente beginnen könnt. Und weil Ihr (hoffentlich) ein altes Buch benutzt habt, könnt Ihr doppelt unbefangen sein. Manchmal entsteht dann aus altem Abklebeband noch etwas, das möglicherweise netter anzusehen ist, als das Werk, zu dessen Entstehung es ursprünglich diente.