25373 – Schreiben

Manchmal ist es gut, wenn mensch darüber spricht. Oder schreibt. Gelegentlich frage ich mich (und wurde auch schon von anderen gefragt), warum ich eigentlich blogge. Die Antwort lautet: Aus ähnlichen Gründen, warum ich auch begann, Tagebuch zu schreiben. Schreiben ist eine etwas validere Art zu denken. Schreiben ist weniger experimentel als denken, oder anders ausgedrückt, der experimentelle Teil des Denkens findet vor der Niederschrift statt. Geschriebenes ist ein Endprodukt, oft genug nur vorläufig, dennoch. Niedergeschriebenes möchte ich vertreten können, idealerweise auch noch in einem Jahr. Bei „nur Gedachtem“ bin ich oft selbt noch unklar, wohin das – zuendededacht – führen könnte.

Durch diese subjektiv höhere Validität des Geschriebenen erhöht sich auch der Druck, eventuell notwendige Konsequenzen aus dem Gedachten zu ziehen. Das ist nicht immer angenehm und ich erinnere Dinge, die aufzuschreiben ich lange gezögert habe, einfach weil ich sie nicht auf diese gültige Art und Weise „in die Welt schreiben“ wollte. Ich wollte sie nicht wahrhaben; Unaufgeschriebenes ist im besten Fall im Vorhof der (immer subjektiven) Wahrheit.

In den positiveren Fällen ist eine niedergeschriebene Erkenntnis ein Aufruf zur Aktion. Konsequenzen wollen gezogen, Vorsätze umgesetzt oder Abhilfen geschaffen werden. Weil, wenn’s doch wahr ist …, ich meine, wenn’s da sogar steht …, also irgendwas sollte doch ghen.

Wie ich drauf komme, gerade jetzt? Nun, ich habe gestern ja von der „Reibung“ berichtet, unter der gerade meine Morgenroutine und besonders der kreative Teil derselben leidet. Und dass ich dem besondere Aufmerksamkeit schenken muss. Hmm, wenn’s doch wahr ist und da sogar steht … .

Kurz, ich habe heute mit gutem Erfolg etwas an meiner Morgenroutine geändert. Eine sehr kleine Veränderung, es genügte, die Bestandteile der Routine in eine andere Reihenfolge zu bringen, was sofort eine andere Dynamik in den Tagesbeginn brachte. Der Teil am Tablet kam ans Ende (mit der Option auszufallen), stattdessen begann ich mit dem Stift-und-Journal-Teil. Einer von mehreren Vorteilen, Stift und Journal lassen sich sehr viel besser in der Sonne auf der Terasse verwenden, als es das Tablet tut. Da kommt unerwartet noch viel mehr für einen guten Tagesstart zusammen.

Und weil das jetzt niedergeschrieben ist, mithin hohe subjektive – wenn auch vorläufige – Gültigkeit besitzt, werde ich das morgen wohl wieder so tun.

25193 – Fast vergessen

In wenigen Tagen ist das Jahr vorbei, das ich mir vorgenommen hatte, täglich zu blogenn. Und obwohl ich mir vorstellen kann, mit ähnlicher Regelmässigkeit werterzumachen, bin ich doch froh, dass es (fast) vorbei ist. Heute zum Beispiel gäbe es ohne diese Selbstverpflichtung keinen Beitrag. Ich habe das Bloggen schlicht vergessen und stattdessen eine Serie gebinged.

Es ist fünf vor zwölf. Jetzt aber hurtig, wenn der Beitrag heute noch raus soll.

24963 – Frühzeit

Dass ich schon bloggen wollte, bevor es Blogs gab, ist dokumentiert.

Und irgendwann in den frühen 2000ern gab es dann, zunächst von mir unbemerkt, auch die erste Software, die so etwas ähnliches wie das heutige Bloggen möglich machte. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch Pläne für eine sehr aufgebohrte Homepage mit autobiographischem Anspruch.

2002, Screenshot der autobiografischen Homepage

Die Seite hatte unten einen Zeitstrahl, mit dem mensch zu jedem beliebigen Zeitpunkt meines Lebens hätte springen können. Das war für damalige Verhältnisse schon ziemlich ambitioniert – und funktionierte. War aber alles sehr aufwändig und nur schwer aufzubauen geschweige denn zu erweitern. Vermutlich verlor ich deshalb irgendwann das Interesse.

Statt der Homepage dachte ich jetzt an einer „Seite des Tages“ herum, die mit geringen Aufwand täglich neu zu befüllen sein sollte.

2003, Exposé der „Seite des Tages“

Zu diesem Zeitpunkt gab es schon Software, die alles konnte, was ich wollte. Das wusste ich nur nicht. Im Rückblick ganz allerliebst anzuschauen, wie nur der Klemmbügel des Klemmbretts als Fotografie ausgeführt ist, der ganze Rest aber bandbreiten- und übertragunszeitenschonend als formatierte Tabelle. Wir hatten ja nichts.

2006 fand ich dann endlich Thingamablog, eine Blog-Software, die nicht mehr benötigte, als etwas Platz auf irgendeinem Webserver. Und diesen Platz bekam mensch damals noch mit einem Email-Account von GMX. Meine ersten Versuche mit dem Buddha-Blog begannen.

2006 -2009, Screenshot des letzten Posts auf dem Buddha-Blog

Ab 2009 dann bei WordPress. Ende.

 

24842 – So soll es sein

Banksy

Einige von Euch werden es schon bemerkt haben, in den letzten Tagen hat sich hier eine gewisse Regelmässigkeit eingestellt, die es zuvor nicht gab. Das ist Absicht, zumindest ein Jahr lang soll es hier tägliche Beiträge geben. Das kann natürlich nur funktionieren, weil WordPress (das ist die Verwaltungssoftware für Blog-Beiträge) es erlaubt, die Veröffentlichung von fertigen Beiträgen vorzudatieren. Das erlaubt mir beitragsfreie Tage zu haben, an denen ich mich nicht kümmern muss. Im Moment versuche ich jeweils um 23.50 Uhr die jeweiligen Tagesbeiträge an den Start zu bringen, so dass Ihr sie am Morgen des nächsten Tages verlässlich lesen könnt.

Regelmäßige Leser, denen ich von meinen Plänen erzählt habe, fragten als erstes, ob denn dann die Monatsüberblicke wegfallen. Deswegen hier ausdrücklich bemerkt: nein, nichts wird wegfallen, alles bleibt erhalten, die Beiträge, in denen ich mehrere Tage zusammenfasse, werden vielleicht eine andere Form bekommen, inhaltlich wird sich nichts verändern.

Was ich tun möchte ist, die Lücken zwischen den bisherigen Beiträgen zu füllen. Das Neue sind also Lückenfüller. Das möchte ich nicht abwertend verstanden wissen, sondern eher als eine neue Qualität. Lückenfüller sind mit weniger Anspruch verbunden, manchmal spontaner und im Idealfall tagesaktuell. Ich will mir damit erlauben, etwas zu schludern und Euch auch mal einen unfertigen Gedanken oder Beitrag zuzumuten.

Vermutlich haben die Lückenfüller ein X-des-Tages-Format: Bild des Tages, Wort des Tages, Zitat des Tages, Fundstück des Tages , Entsorgtes des Tages. Oder beliebige Mischungen aus allem. Und – beinahe hätte ich es vergessen – die Lückenfüller sollen positiv konotiert sein. Im Zweifelsfall bekommt Ihr als Wort des Tages also nicht „Fehldiagnose“ sondern „Spontanremission“. Ich erspare Euch meine Sammlung von selbstaufgenommenen Roadkill-Bildern, stattdessen gibt es die Fast-Makro-Aufnahmen der Moose auf den Steinen vor meiner Tür.

Mir und Euch zur Erinnerung: Bleibt positiv!