25462 – #hdnazt Juli 2026 – Aufgaben abschließen

Schon wieder ein Neunzehnter, der Tag des Monats, der der Fallout-Berichterstattung vorbehalten ist.

Die im Vormonat erwähnte Langeweile mit dem Spiel ist wieder einem entspannten Umgang damit gewichen. Oder vielleicht auch einem entspannteren Umgang mit der darin enthaltenen Langeweile. Gar einer Annahme davon? Nun, wir müssen ja nicht gleich übertreiben … .

Was ich immer wieder bemerkenswert finde ist, wie sich Entwicklungen im realen Erleben auch im Spiel·erleben wiederfinden lassen. Den Webteppich nach einer langen Verzögerung dann innerhalb einer knappen Woche fertigzumachen ist nicht sehr viel anders, als eine lange ignorierte Quest aus den ersten Tagen des Spiels wiederaufzunehmen und abzuschließen. Und kann, einmal begonnen, auch wieder richtig Spass machen. Beides erlebt letzte Woche.

Oder – und an dieser Stelle suche ich noch nach der richtig konnotierten Formulierung – mein Umgang mit Zeit. Bei mir dauern die meisten Dinge länger, als sie das müssten. Bedeutet weder, dass ich langsam bin (im Sinne einer verzögerten Auffassungs- oder Tätigkeitsgeschwindigkeit), noch dass ich langfristig plane (was zumindest für den Planungsteil etwas überambitioniert klänge). Es ist vermutlich so, dass ich den Dingen mehr Zeit gebe, sich zu entwickeln.

Vor zwei Monaten habe ich hier im Rahmen der Fallout-Berichterstattung erwähnt, dass mir  ein virtuelles Powerrüstungsmuseum im Kopf herumgeht. Dann ist erstmal über einen Monat nichts geschehen. Danach hatte ich zumindest eine Idee davon, wie das Gebäude aussehen müsste. Der Rest ergab sich beim Bauen und dem Umgang mit den Bauteilen. Es gab manche Überraschung, das kann bei einem Erstlingswerk gar nicht anders sein, aber nach ein oder zwei Abenden stand das Gebäude. Und dann erstmal Pause.

Tage später erst den Eingangsbereich des Museums gestaltet (nicht verraten, man kann dort auch Waffen kaufen und verkaufen). Für die Podeste, auf denen die Exponate zu stehen kommen sollten, musste ich auf die richtige Idee warten. Und weil die Idee aus Gründen nicht in der Galerie des Museums funktioniert, warte ich gerade noch auf die Idee für die Podeste dort. Dementsprechend stehen über die Hälfte der Powerrüstungen noch am alten, suboptimalen Ort, gelegentlich ziehe ich mal eine um, aber einen Ruck wird es an dieser Stelle erst tun, wenn das Podest-Problem seine Lösung gefunden hat. Und für die Suche nach dieser Lösung warte ich auf den richtigen Abend. Ich werde wissen, wenn er es ist.

Kurz, wo andere schon lange eröffnet hätten, lebe ich mit einem Museumsprovisorium, dass durchaus schon einige Schauwerte besitzt, aber weit entfernt ist von dem, was in meiner Vorstellung dort einmal sein wird. Noch gibt es dort keinen Strom, mithin kein Licht. Und genauso  undeutlich wie vor zwei Monaten die Museumsidee formt sich gerade die Idee für einen angeschlossenen Außenbereich mit Cafeteria. Von der hört hier dann vielleicht in zwei Monaten (oder nie wieder).

Und wenn Ihr bis hierher mitgelesen habt, dann habt Ihr jetzt auch eine Vorstellung davon, warum ich am Dome sechs Jahre gebaut habe, bevor ich ihn provisorisch bewohnen konnte und im dem ich immer noch einige Provisorien aufrecht erhalte. Da ist noch Raum für Entwicklung.

25461 – Feigenblatt

Nach sechs sehr einseitigen Webtagen tut es gut, heute mal wieder einfach in den Tag hinein zu werkeln. Einfach mal was auszuprobieren, zum Beispiel den Abrieb des abgefallenen Feigenblattes.

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Und abends ruft dann das Ehrenamt. Thekendienst im Nachtlicht, zum ersten Mal überhaupt in der Frühschicht, denn dort ist heute zum wiederholten Male Karaoke angesagt. Die Erfahrung mit den vorherigen Veranstaltungen hat gezeigt, dass an solchen Abenden besonders viel los ist. Wir sind zu dritt im Dienst, trotzdem bin ich gespannt, wie es gehen wird. Meine Erfahrung mit den deutlich weniger gut besuchten Spätschichten hat mir gezeigt, dass ich mit drei gleichzeitig aufgegebenen Bestellungen schon am Limit arbeite.

25460 – Fertig

Der Teppich ist fertig.  Ich denke, das wird Euch genauso freuen wie mich, endlich wird hier wieder über anderes zu lesen sein.

An einer Stelle bin ich überrascht, der Teppich wirkt etwas kleiner, als ich das erwartet habe. Und er ist etwas weniger perfekt, als ich das erhoffte. Sei’s drum.Alles in allem hat es jetzt statt der anfangs geschätzten zwei bis drei Tage doch fünf bis zur Fertigstellung gedauert, wobei gerade heute der Abschlusstag ein Kraftakt war. Auf den oberen beiden Bildern ist die Unterseite zu sehen, vor und nach dem Verwahren der losen Enden. Dieses Verwahren hat den größten Teil des Tages in Anspruch genommen.

Sehr vielleicht liefere ich ein paar Detailaufnahmen und die „Learnings“ daraus nach, denn natürlich würde der nächste Teppich sehr viel besser sein, als es dieser ist. Vorab kann ich sagen, dass jede Vorgehensweise, die ich an einem Probestück getestet habe, dann auch funktioniert hat. Nur die Dinge, von denen ich dachte, dass „die schon klappen werden“, haben mit dann unerwartete Schwierigkeiten gemacht. Dies ist die erste Lektion.

Auf einer allgemeineren Ebene – und aus der über fünf Tage aufgebauten Erschöpfung heraus – überlege ich gerade, ob ich so ein Projekt nocheinmal angehen werde. Ist es den Aufwand wert beziehungsweise ist es für den Aufwand nicht einfach zu klein. Der nächstgrößere Rahmen hängt ja nun schon seit fast zwei Jahren an der Dome-Wand, gefühlt in der genau richtigen Größe. Was, wenn der darin zu webende Teppich dann auch optisch schrumpft und zu klein ist?

Keine Sorge, die Kritelei wird nicht anhalten, ich habe mich nur einfach noch nicht von der Abschluss-Anstrengung erholt. Denn eines kann ich ja jetzt schon sehen: die beiden hier in den letzten Tagen geäußerten Sorgen waren beide unberechtigt. Weder ist mir das Material ausgegangen noch stehen die Ränder des Teppichs hoch. Schwierig ist immer nur der Kopf.

25459

Eigentlich wollte ich heute mit dem runden Flickenteppich fertig werden. Ist nicht gelungen und das lag nicht daran, dass ich es nicht versucht hätte. Abgesehen von ein paar Pausen zum Essen war ich den ganzen Tag dran.

Morgen dann.

Wer das Bild genau anschaut sieht, dass sich die Ränder des Teppichs hochwölben. Im Moment will noch glauben …, ach, sagen wir, das könnte ein Problem werden. Und …,  es wird das Problem eines anderen Tages sein.

25458 – Sich regen bringt weben. Oder so.

Weiter gewebt. Ich will jetzt fertig werden. Das kann morgen gelingen und wird davon abhängen. wie ich fertig definiere. Und auf wieviel Widerstand ich stoße. Oder ob ich die groben Häkelnaden wiederfinde. Wie-auch-immer, ich hoffe morgen gibt es an dieser Stelle ein Bild des näherungsweise fertigen Teppichs. Auf dem Boden liegend in einer halbwegs aufgeräumten Bude. Ziele, so wichtig.

Aber jetzt erstmal Pause. Ich bin um den Nacken herum etwas verspannt, den ganzen Tag vorm Rahmen zu sitzen fordert seinen Tribut. Morgen wird’s wieder gehen.