25262 – #widgtsm Dezember 2025

Wer den Kreativkalender dieses Monats (das Bild oben) genauer anschaut kann sehen, dass …, ja, was eigentlich? Erstens vielleicht, dass ich mich voll im winterlich-depressiven Sumpf befinde und zunehmend (Tages-)Struktur verliere. Es wird häßlicher und unkonkret. Zweitens (vielleicht), ja, es wird unkonkret. Ich bin gerade etwas von meinen gegenständlichen Zeichnungen abgekommen und versuche mich an Mixed-Media-Techniken. Was zumindest in Teilen eine Herausforderung darstellt, die dem des Aquarellierens ähnlich ist, denn auch hier geht es im Prozeß immer mal wieder darum, die Kontrolle aufzugeben, zum Üben ganz, zum Erzielen gewünschter Effekte zumindest teilweise. Kontrollierter Konrollverlust, das hat Zen-Qualitäten.

Im echten Leben fühlt sich der Kontrollverlust gerade weniger gut an. Es geht sehr, sehr wenig. Und das wenige, das geht, darf, um auch beendet zu werden, auf keinerlei Widerstand stoßen. Nun reibt es immer mal wieder, folglich gibt es keine großen – oder wenigstens kleinen – Durchbrüche in der Dome-Besiedlungsgeschichte zu vermelden. Positiv formuliert könnte mensch sagen, dass meine Provisorien hervorragend funktionieren. Warm, satt und (halbwegs) sauber, alles darüber hinaus ist Luxus, den ich mir im Moment nicht gebe(n kann).

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25231 – #widgtsm November 2025

Das große Ding des Monats war ohne Zweifel die Herzklappen-OP, die komplikationslos verlief. Und mich auch stimmungsmäßig wieder deutlich ins Plus brachte. Anschließend musste ich noch einige Tage zur Beobachtung auf Station bleiben, einzusehen, aber subjektiv unnötig, ich fühlte mich direkt ab OP gut und gesund. Erst 14 Tage später bemerke ich ein gelegentliches Schwächeln des Kreislaufs, deutlich genug, dass es mich, der eher zum Wegignorieren neigt, dazu bringt, regelmäßig den Blutdruck zu messen. Das ist Premiere und von daher bemerkenswert.

Und zugleich auch Klagen auf hohem Niveau. Mir geht es gut. Unmittelbar nach der OP kann ich mit meinem Umzug in den Dome wie geplant weitermachen. Jetzt, knapp drei Wochen später, lebe ich in einem halbwegs bewohnbaren Provisorium und der Umzugsdruck ist deutlich abgeflacht. Bevor es hier einen weiteren qualitativ spürbaren Unterschied geben wird, sind noch einige Kleinigkeiten zu erledigen, die aber großen inneren (und zum Teil auch äußeren) Widerständen begegnen müssen und sich daher sehr hinziehen. Kurz, alles geht sehr langsam, manchmal bin ich unzufrieden damit, manchmal denke ich, dass das genau so sein muss.

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25201 – #widgtsm Oktober 2025

Dies ist der letzte Beitrag, der unter dem Tag #tagtäglich erscheint, denn heute ist das Jahr zuende, das ich jeden Tag einen Blogbeitrag schreiben wollte. Das ist gelungen und war als Experiment wertvoll. Die Artikel sind mit der Zeit kürzer und auch laxer geworden, manches war einfach nur Füllstoff, anderes Füllstoff, der für mich dann interessanter wurde, als ich ursprünglich dachte. Eine Erwartung hat sich nicht bestätigt, ich dachte über die Regelmäßigkeit würden sich mehr Dauerleser einstellen. Das war nicht so, mein Publikum ist seit Jahren im niedrigen zweistelligen Bereich und auch dort geblieben. Es sind wohl überwiegend Menschen, die mich persönlich kennen (Danke für Euer Interesse).

Wie’s weitergeht ist noch unklar, vermutlich ähnlich wie bisher, vielleicht fällt tageweise mal ein Artikel aus, vielleicht wechsele ich auf regelmäßige wöchentliche Artikel, die dann die ganze Woche abdecken, aufgelockert durch gelegentliche Themenbeiträge. Solange ich noch nicht weiß, wo die Reise hingeht, werde ich aber hier wie gewohnt weitermachen, erstmal also mehr oder weniger täglich.

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Diesen Monat begann die „endgültige“ Besiedlung des Domes. Gerne hätte ich den Boden besser gehabt, aber es war abzusehen, dass sich damit der Einzug noch viel länger hinausziehen würde, weshalb ich beschloss, weniger perfekt und mehr im Dome zu sein. Wenn ich mich so umschaue, ist in den vier Wochen erstaunlich wenig passiert. Manche der wenigen Dinge, die ich eingeräumt habe, musste ich mehrfach verschieben, bis sie langsam ihren Platz fanden. Alles ist noch sehr provisorisch und wird es auch die nächsten zwei Wochen noch bleiben, danach – so sagt es der Monatsplan – wird das Bett gebaut und der Keiderschrank in den Dome geholt.

Dass es einen Plan gibt, ist Symptom einer zurückkehrenden depressiv gefärbten Stimmungslage. In einzelnen Beiträgen habe ich es schon erwähnt, mein wirklich, wirklich guter und aktiver Sommer hat sich spätestens Anfang Oktober verabschiedet und einer sehr bekannten Begeisterungslosigkeit Platz gemacht. In solchen Zeiten funktioniere ich am besten mit Plan. Kurz, ich arbeite mit gebremstem Schaum und die Dinge entwickeln sich nur sehr langsam.

Möglicherweise bekommt Ihr ein Gefühl für die Veränderung, wenn Ihr Euch den Kreativ-Kalender für Oktober (das Bid) anschaut und ihn mit denen der Vormonate vergleicht. Ich versuche darin, für jeden Tag ein Thumbnail anzufertigen, das entweder eine Verkleinerung einer größeren Arbeit ist oder zumindest eine Erinnerungshilfe womit ich mich mich im weitesten Sinn kreativ beschäftigt habe. Es gibt deutlich mehr Leerstellen und die Farbe geht mir metaphorisch aus. Gefällt mir nicht, ist aber so.

Zwei erwähnenswerte Ereignise gab es dennoch, eines der weniger schönen Sorte, eine Herzkatheder-Untersuchung, die letztlich mit bestmöglichen Ergebnis endete, und eine erfreuliche Vater-Sohn-Tour nach Dublin. Beides ausführlich genug schon beschrieben.

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25140 – WIDGTSM August 2025

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Die ersten drei Tage des Monats bin ich noch zu Besuch bei meinem Sohn in Hamburg. Ich wohne in der Gartenhütte und besuche im Wechsel die Familie, Kunstausstellungen oder abschließend den CSD.

Wieder zuhause ist – nicht ganz überraschend, dennoch sehr erfreulich – der erste Teilbetrag für die verkaufte Wohnung meiner verstorbenen Mutter auf dem Konto, die Restzahlung kommt Ende des Monats und ich schließe das Kapitel Erben vorläufig ab. Oder fast, es gibt einen Abend, an dem ich gemeinsam mit meinem Bruder all die Rechnungen bezahle, die mittlerweile für die Betreuung und Bestattung meiner Mutter aufgelaufen sind. Noch stehen größere Rechnungen aus, aber gefühlt ist die Geschichte beendet.

Ab Mitte des Monats sind endlich auch die letzten Rauhspunddielen da (zuvor hatte ich zu knapp bestellt und musste deshalb Ende des letzten Monats die Arbeit am Boden aussetzen). Verbaut sind die dann schnell. Ich beginne die Schleifaktion. Im ersten Schritt muss ich alles wieder aus den Dome räumen, was ich über die letzten Wochen hineingeräumt habe. Ich kann das gemütlich angehen, da ich für den nächsten Arbeitsgang eine Schleifmaschine zum Wochenendtarif buchen möchte, das unmittelbar folgende Wochenende aber bereits mit dem Gießener Stadtfest verplant ist. So vergehen noch einmal zehn Tage, bis der Boden mit der Leihmaschine geschliffen ist. Es fehlen noch die Ränder, cirka zwanzig Zentimeter rund um die Fläche. Eine Arbeit für nächsten Monat, denn …

… ich mache in der letzten Woche spontan Urlaub am Steinhuder Meer. A. hat dort gemeinsam mit Schwester und Mama für eine Woche ein Feienhaus gemietet und ein Bett frei. Die Idee meiner Teilnahme fällt im Gespräch vom Baum und wird erfreut aufgehoben. Auf diese Weise baut mensch zwar keinen Dome in Rekordzeit, aber lebt auf’s Angenehmste vor sich hin.

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25105 – WIDGTSM Juli 2025

Heute gibt es einen verfrühten Monatsüberblick. Ab dieser Nacht bin ich mit dem Bus nach Hamburg unterwegs und dort dann auch bis über den Monatswechsel. Wie immer gibt es einen Reisebericht, der über mehrere Tage geht, und damit alles hier schön ordentlich bleibt, ist das so schöner.

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Wie angekündigt bin ich zu Monatsbeginn in den Dome eingezogen, nur mit dem Nötigsten und was ich dafür halte. Die ersten Nächte waren gewöhnungsbedürftig, der Dome ist lauter als der Wagen. Der Tiefkühlschrank macht ziemlichen Lärm, wenn er anspringt, mittelfristig wird er deswegen in den Materialwagen kommen. Auch in Zukunft nicht zu verhindern ist wohl, dass immer mal wieder Dinge aus den Bäumen hörbar auf das Dach fallen. Was genau das ist, kann ich nicht sagen, und selten ist es wirklich laut oder störend. Aber ungewohnt. Andere Geräusche kann ich mir gar nicht erklären, es ist wie früher in den Mietwohnungen, wenn der Nachbar von obendrüber unerklärliche Dinge tut, ihm etwas umfällt oder die Schranktür zu dynamisch schließt.

Nach vier Wochen bin ich das Meiste gewohnt und wirklich irritierrend sind nur die Eicheln, die richtig knallen, wenn sie auf Dach oder Vordach fallen. Ich tröste mich damit, dass die Anzahl der Eicheln in einer Eiche endlich ist, irgendwann sind alle unten.

Während ich in der einen Hälfte des Domes wohne, lege ich in der anderen den Boden. Zumindest solange, bis mir das Material ausgeht, ich habe nicht genug Verschnitt bedacht. Rauspund in der benötigten Stärke nachzubestellen ist dann schwieriger als gedacht und seit drei Tagen mache ich eine Zwangspause, weil ich auf die Lieferung warten muss. Immerhin, ich bin kurz davor fertig zu werden.

Neben der Baustelle ist mittlerweile das Zeichnen, Collagieren oder sonstwie kreativ Unterwegs-sein ein fester Bestandteil des Tages. Manchmal nur wenige Minuten, manchmal eine Stunde und länger. Oft morgens nach dem Aufstehen, wenn ich mit dem ersten Kaffee an meinem Tisch sitze und auf das Chaos darauf schaue, überwiegend Stifte, Papierschnipsel, Sketchbooks, angefangene Scrap-Zines und Klebestifte. Unversehens habe ich irgendetwas erst im Kopf und dann in der Hand, „es“ werkt und ich mache mit. Ich bin sehr zufrieden mit dieser Entwicklung.

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