Brennt wie Zunder?

Weil es so schön ist, gelegentlich ein Projekt zu beenden, habe ich mir wirklich Mühe gegeben, den in Urin eingelegten Rohrkolbensamen noch in diesem Jahr trocken zu bekommen. Dabei habe ich alle Kosten und keinerlei Mühe gescheut. Im Wesentlichen kamen nacheinander die drei abgebildeten Trockenorte zum Einsatz.

2013-12-17-trocknen-Gewaechshaus

2013-12-23-trocknen-Ofen

2013-12-28-trocknen-Blechdose

Die gute Nachricht: Das Zeug ist trocken!

Die schlechte Nachricht: Es glimmt nicht einmal dann, wenn man es anzündet.

Fortsetzung folgt (dann mit Salpeter)

Wochenschau (8)

Heute gibt es nur wenige Links und die sind auf eine Weise „uninteressant“, die mir weh tut. Deswegen mache ich sie interessant, indem ich sie nicht in ganz viel Drumherum untergehen lasse. Außerdem, das ist die letzte Wochenschau in diesem Jahr, gab es Wichtigeres?

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Irgendwann in der Vorweihnachtszeit fiel ich über einen Artikel, der Chelsea Manning zum Geburtstag gratulierte. Und während ich darüber nachdachte, ihn in die Wochenschau aufzunehmen, spürte ich, wie unangemessen das wäre. Und wie unfähig ich war, dieses Gefühl der Unangemessenheit auszudrücken.

Chelsea Manning hat mit ihrer mutigen Tat mehr für eine gesellschaftliche Diskussion über Sinn, Zweck und  Moral von Kriegen getan, als irgendjemand sonst, an den ich mich erinnere. Sie wird dafür viele Jahre ihres Lebens im Gefängnis verbringen. Als Gesellschaft und als Einzelne haben wir ihren Beitrag zur Kenntnis genommen, bedauern – im günstigsten Fall – ihren Verbleib in Haft und gratulieren zum Geburtstag.

Das ist auf jämmerliche Weise zu wenig und lässt sich nur aushalten, wenn wir es als Thema nicht mehr denken. Wir opfern unsere Helden und Heldinnen für … ein wenig inneren Frieden im Kampf mit unserer realen und gefühlten Hilflosigkeit. Draußen ist Krieg.

Wir machen weiter. Auch ich. Aber ich werde Chelsea nicht mit Geburtstagsgrüßen belästigen, die nur zeigen, dass wir sie und ihre Botschaft den Rest des Jahres ignorieren.

Was ich fühle ist Trauer, denn wenn Chelsea in frühestens zehn Jahren das Gefängnis verlässt, wird sie nicht mehr die sein, die sie war. Eine Heldin wird im Gefängnis gestorben sein, auch wenn sie lebt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bradley_Manning

Bradley Manning ist zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Wenn er ein Drittel seiner Haftstrafe verbüßt hat, kann er auf Bewährung entlassen werden. Seine bisherige Haftzeit wird ihm mit dreieinhalb Jahren angerechnet. Außerdem wird er unehrenhaft entlassen. Damit verliert er auch alle Pensionsansprüche und sonstige Zahlungen. http://www.golem.de/news/whistleblower-prozess-bradley-manning-muss-35-jahre-ins-gefaengnis-1308-101122.html

Chelsea Manning hat die geheimen US-Dokumente mehr aus Gründen der Transparenz als aus pazifistischen Beweggründen veröffentlicht. Das schreibt sie in einer Stellungnahme zu einem Friedenspreis, der der Wikileaks-Informantin kürzlich verliehen wurde.
[Sie schreibt, es] möge pazifistische Folgerungen in den Handlungen geben. Diese beruhten aber auf der Interpretation anderer. Ebenso gut könne die Veröffentlichung der Dokumente als das Gegenteil ausgelegt werden: Sie könnten als Rechtfertigung für den Krieg angesehen werden. Genau da habe 2010 ihre Motivation gelegen, geheime Dokumente über die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie diplomatische Depeschen an Wikileaks weiterzugeben. „Ich glaube, dass die Öffentlichkeit nicht entscheiden kann, welche Handlungen oder politische Maßnahmen gerechtfertigt sind, wenn sie nicht einmal ansatzweise Details darüber und über die Auswirkungen kennt“ […].
http://www.golem.de/news/chelsea-manning-es-ging-um-transparenz-nicht-um-pazifismus-1310-102061.html

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Wir wollen von Kriegsgräueln nichts wissen, warum sollten wir uns mit den schädlichen Auswirkungen des Verlusts der Privatsphäre auseinandersetzen. Was ist der Verlust einer Idee gegen den Verlust eines Körperteils.

Edward Snowden ist – noch – frei. Und er mischt sich ein. Hoffen wir, dass es so bleibt. Seine Weihnachtsansprache hier als Abschrift:

Hi. And Merry Christmas. I am honored to have a chance to speak with you and your family this year. Recently we learned that our governments, working in concert, have created system of worldwide mass surveillance watching everything we do.

Great Britain’s George Orwell warned us of the danger of this kind of information. The types of collection in the book, microphones, video cameras, TVs that watch us, are nothing compared to what we have available today. We have sensors in our pockets that track us everywhere we go. Think about what this means for the privacy of the average person. A child born today will grow up with no conception of privacy at all.

They’ll never know what it means to have a private moment to themselves, an unrecorded, unanalyzed thought. And that’s a problem. Because privacy matters. Privacy is what allows us to determine who we are and who we want to be.

The conversation occurring today will determine the amount of trust we can place both in the technology that surrounds us and the government that regulates it. Together we can find a better balance, end mass surveillance and remind the government that if it really wants to know how we feel, asking is always cheaper than spying.

For everyone out there listening, thank you and Merry Christmas.

Informationen und Hintergründe regelmäßig hier:

Anders als Manning hat sich Snowden auch entschieden, von Anfang an seine Identität als Whistleblower preiszugeben. […] „Ich habe keine Absicht, meine Identität zu verbergen, denn ich weiß, dass ich nichts Falsches getan habe.“ Dennoch wollte Snowden nicht das Risiko eingehen, in die Mühlen der US-Justiz zu geraten.
http://www.golem.de/news/edward-snowden-ein-held-des-digitalen-zeitalters-1312-103498.html

Für weitere Hintergründe zur NSA-Affäre aktualisiert Golem.de fortlaufend diese beiden Artikel:
Chronologie der Enthüllungen
Glossar zur NSA-Affäre

Petromax HK 500

Im Sommer war mir eine Petromax HK 500 zugefallen, für die ich im Herbst bei meinem Hamburg-Besuch auch Ersatz-Glühstrümpfe und das von Petromax angebotene Lampenöl mitgebracht hatte. Der erste Startversuch vor ein paar Tagen verlief dann eher enttäuschend.

2013-12-25-Petromax-01

Der neue Glühstrumpf sollte beim ersten Start nur kurz angezündet werden um dann langsam durchzuglühen. Das Bild zeigt einen Glühstrumpf, der nur teilweise durchgeglüht ist und auch nicht weiter durchglühte. Auch erneutes Anbrennen mit dem Rapidstarter brachte nichts. Diesen ersten Glühstrumpf haben wir dann mit einem Versuch ruiniert, das Glas …, ach, egal. Den zweiten neuen Glühstrumpf haben wir zum Durchglühen gebracht, indem wir ihn durch das Loch zum Anzünden des Vorwärmwännchens (wird nur beim Gebrauch von Spiritus benötigt) mit einem Kaminstreichholz angezündet haben (wovon wir leider keine Bilder haben). Danach hätte alles klappen können, wenn wir uns an die Bedienungsanleitung gehalten hätten. Haben wir aber nicht, deswegen hier der Hinweis: Bedienungsanleitung beachten! Was ich im ersten Anlauf einfach nicht wagte, war den Rapidzünder lange genug am Brennen zu halten.

Einer der Hauptfehler beim Starten der Petromax-Lampe ist eine zu kurze Vorheizzeit.

Bedienungsanleitung

Beim heutigen, zweiten und erfolgreichen Startversuch haben wir dann alles richtig – oder wenigstens richtiger – gemacht. Das mit den oben herausschlagenden Flammen ist, nun, gewöhnungsbedürftig. Vielleicht kann der Petromax-Profi es auch vermeiden. Bei uns trat es auf, während wir den Rapidstarter volle Kanne den Glühstrupf heizen ließen (die Bedienungsanleitung spricht von 90 Sekunden), meine Vermutung geht dahin, dass der Glühstrumpf in dieser Zeit tatsächlich schon überall so weiß glühen soll, wie das im späteren Betrieb auch der Fall ist, nur nicht so hell.

2013-12-25-Petromax-02

Sobald der Glühstrumpf weiß glüht kann der Rapidstarter geschlossen und gleichzeitig mit etwas Fingerspitzengefühl das Regulierrad für Was-auch-immer-da-brennt geöffnet werden. Wenn die ganze Geschichte schon heiss genug ist, beginnt die Lampe so zu brennen, wie sie das im Dauerbetrieb soll.

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Nebenbei: Es gibt Autoren, die sich auf das Schreiben von Betriebsanleitungen spezialisiert haben. Während des Schreibens der wenigen Zeilen oben habe ich gelernt, wie sinnvoll und notwendig diese Spezialisierung ist.

Wochenschau (7)

30 Jahre Volkszählungsurteil

Nach Eingang mehrerer Verfassungsbeschwerden wurde der Antrag zweier Anwältinnen Maja Stadler-Euler und Gisela Wild angenommen und die Durchführung in der vorgesehenen Form am 13. April 1983 mit einer einstweiligen Anordnung vom Bundesverfassungsgericht gestoppt. Das endgültige Urteil wurde am 15. Dezember des Jahres verkündet. Es etabliert das „Recht auf informationelle Selbstbestimmung“ als abgeleitetes Grundrecht, das aus der Menschenwürde und dem Recht auf  Unverletzlichkeit der Wohnung und dem Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis entspringt.
https://netzpolitik.org/2013/alles-gute-zum-30-geburtstag-des-volkszaehlungsurteils/

Cyborgs e.V, Enno Park beschreibt die Fragestellungen, mit denen sich der neu gegründete Verein beschäftigen wird.

Wie ich zum Cyborg wurde

[…] Über 20 Jahre, nachdem ich bis auf Reste mein Gehör verlor, ließ ich mir Cochlea-Implantate einpflanzen. […] Nach einigen Monaten der Eingewöhnung erziele ich in Sprachverständnistests wieder 100% – zumindest im Labor. Abgesehen davon, dass die Operation drei Stunden pro Seite dauert, ist das no big deal. […]

[Aber] zum Cyborg-Sein reicht es nicht, irgendwo ein wenig Elektronik in den Körper zu stopfen. Die Technologie soll die Fähigkeiten und Sinne des Menschen erweitern. Da kratze ich mit dem großen Zeh an der roten Linie zum Cyborg. Einerseits ist mein Gehör alles andere als perfekt, zumindest verglichen mit dem natürlichen. Andererseits habe ich durchaus ein paar Fähigkeiten, die andere Menschen nicht haben: […]
http://www.carta.info/68129/wie-ich-zum-cyborg-wurde/

Und wer jetzt glaubt, das betrifft ihn nicht, geht einfach mal einen Link weiter und stellt sich vor, er bekommt einen Herzschrittmacher. Mit wenig Aufwand „gespritzt“, und in der EKG-Variante mit Smartphone-App zur Überwachung. Schon bist Du ein Cyborg und kannst dich sorgen, wer – außer dir – dein Handy hackt.

Medtronic hat außerdem einen winzigen Elektrokardiographen entwickelt, der etwa den Herzschlag von Patienten mit Herzrhythmusstörungen überwacht. […] Die Ärzte injizieren das winzige Gerät mit Hilfe einer Art Spritze [ins Herz]. Langfristig sollen die Messdaten auch auf einem Smartphone abrufbar sein, sagt  […].
http://www.heise.de/tr/artikel/Herzschrittmacher-ohne-Chirurgie-2066089.html

Und noch ein „Magazin“ zum Thema. Wie Magazine halt so sind: bunt, meistens gut aufgemacht, dabei keineswegs trennscharf und definitionsgenau. Trotzdem interessant bis unterhaltend.

EGO ist ein Magazin über Selbstoptimierung. Der Drang, aus dem Leben das Beste machen zu wollen, ist nicht neu. Die Gefahr, zu übertreiben, war noch nie so groß wie heute. Die Möglichkeiten sind schier grenzenlos. Aber ist das Mögliche auch wünschenswert?

Das Cyborg-Web-Dossier ist ein Projekt der Lehrredaktion 51B der Deutschen Journalistenschule
http://dossier-cyb.org/#home

 

Georg Schramm hört auf, schade!

„Ach, hören Sie doch auf mit dem albernen Händchenpatschen.“
http://www.magda.de/76/artikel/der-zornige-wortarbeiter/

 

Zum Betrieb von Kaminöfen wird zukünftig eine Beratung über den Umgang damit verpflichtend. Und die Schornsteinfeger prüfen vor Ort Lagerung und Feuchtigkeit des Holzes. Ehrlich!

Für Bestandsöfen gilt, dass bis Ende des Jahres alle Feuerstätten besichtigt und eingestuft werden. Je nachdem wie die Einstufung ausfällt, müssen dann Kamin- und Kachelöfen der Baujahre 1950-1974 bis Ende 2014 ausgetauscht oder nachgerüstet werden. Neuere Feuerstellen haben längere Fristen (Baujahr bis 1984: Umrüstung bis 2017, Bj. bis 1994: 2020, Bj. 1995-2010: 2024). Ausgenommen von der Regelung sind nur „historische Feuerstätten“ von vor 1950 und solche, die vor Ort gemauert wurden.
http://www.heise.de/tp/blogs/2/155527

 

Wochenschau (6)

Wenn ich die Zeit hätte – und die Ruhe – würde ich das Original von Greenwald lesen. Aber die Zusammenfassung auf  netzpolitik.org ist auch ganz gut.

Der Enthüllungsjournlaist Glenn Greenwald wird gerade vor allem von US-Journalisten unter Beschuss genommen, um seine Reputation zu beschädigen. In einem umfangreichen Blogpost geht Greenwald auf diverse Vorwürfe ein und erläutert nochmal detailliert seine Strategie von Laura Poitras und ihm, wie sie nach und nach Artikel über die Snowden-Dokumente veröffentlichen.
https://netzpolitik.org/2013/die-mediale-veroeffentlichungs-strategie-hinter-den-snowden-dokumenten/

 

What´s up, WhatsApp?

Eine Smartphone-Nutzung ohne WhatsApp scheint fast unmöglich zu sein. Die Firmenadresse gehört zu einem Sushi-Laden. Auch 2 andere Firmensitze sind unauffindbar. […] Nicht das, was man weiß, ist bei WhatsApp bedenklich, sondern vielmehr das, was man nicht weiß.
http://pinksliberal.wordpress.com/2013/12/07/gehort-whatsapp-zu-einem-sushi-laden/

 

Ein Bildband zum „Commonismus“ – bzw. dessen zweiteilige Besprechung im CommonsBlog – bietet eine schöne Zusammenfassung der Ideen innerhalb der DoItYourself-Bewegung. Passagenweise wird der Text theoretisch, fängt sich aber immer schnell genug, um den „unpolitischen“ Leser nicht zu langweilen.

Vor allem wird die protestantische Vorstellung auf den Kopf gestellt, dass der Einzelne der Welt mühsam und „im Schweiße seines Angesichts“ knappe Ressourcen abtrotzen muss, um (möglicherweise) Gottes Gnade zu erfahren. Statt zu „arbeiten“, wird heute in erster Linie „gefunden“, geerntet, kreiert, eingegriffen und frei genutzt. Das bedeutet jedoch nicht, dass in den Projekten nicht viel gearbeitet würde oder dass es keine Mühe machte, sie zu initiieren und am Laufen zu halten. Das Gegenteil ist der Fall. Die Projekte beschäftigen ihre GründerInnen oft rund um die Uhr, und gerade weil die neuen Kollektive die mit ihnen verbundene Komplexität nicht über die herkömmlichen Verfahren (Besitz, Autorität, Charisma) reduzieren können und wollen, ist mit ihrer Aufrechterhaltung ein riesiger Aufwand hinsichtlich Abstimmung und Partizipation verbunden.
http://commonsblog.wordpress.com/2013/12/04/commonistische-lebensstile-12/
http://commonsblog.wordpress.com/2013/12/06/commonistische-lebenstile-22/

 

Eher was zum Stöbern und wenn man etwas Zeit zuviel hat. Außerdem: phantastische Ankündigung und verlässliche Quelle.

Multimedia-Storytelling im journalistischen Bereich wird immer beliebter. Wir haben für euch 25 journalistische Projekte rausgesucht, die mit multimedialen Inhalten, tollem Webdesign und hoher Qualität punkten.
http://t3n.de/news/journalismus-multimedia-storytelling-513995/

 

Das könnte interessant werden:  Edward Snowden gibt Statement im Europäischen Parlament ab

Die zuständigen Abgeordneten im Innen- und Justizausschuss wollen den NSA-Whistleblower Edward Snowden per Videoaufzeichnung in einer der kommenden Sitzungen der Untersuchung zur Massenüberwachung anhören. Edward Snowden wird darin auf Fragen der Mitglieder des Innen- und Justizausschusses antworten. Die Sitzung könnte frühestens am 18. Dezember vormittags stattfinden.

Den Link zur Live-Übertragung der Sitzung gibt es vor der Sitzung hier: http://www.europarl.europa.eu/committees/de/libe/home.html

http://www.janalbrecht.eu/themen/datenschutz-und-netzpolitik/edward-snowden-gibt-statement-im-europaeischen-parlament-ab.html

 

Die Konservativen finden die Idee nicht so gut.

[…] Doch konservative Abgeordnete versuchen den Auftritt zu blockieren: Sie fürchten den Zorn der USA.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/eu-parlament-konservative-wollen-edward-snowden-ausladen-a-938558.html

 

Der letzte Tweet ist umsonst bei Perpeto, alle anderen Dienste kosten.

Leave a Final Tweet – say goodbye from heaven!
Download Tweets – to prevent them from perishing.
Delete all your tweets – if you wish to bury them altogether.
Download Direct Messages – those little messages you want to keep.
Delete Direct Messages – leaving them online may not be safe.
https://perpetu.co/

 

Wenn 560 Schriftsteller aus 83 Ländern in einem Appell eine verbindliche Internationale Konvention der digitalen Rechte fordern, dann muss ich dazu eigentlich nichts mehr schreiben. Aber natürlich bin ich sehr zufrieden, dass das von mir hochverehrte Autorenpaar Zeh/Trojanow den Stein ins Rollen gebracht hat. Wie und warum sie das getan haben steht in dem Artikel unten.

Überhaupt liegt der Protest quer zu allen Lagern und Nationalitäten. Die Konfliktlinie ist trotzdem völlig klar: Bürger gegen Institutionen. Und nicht nur Bürger gegen Staat, es geht auch um Konzerne. Es geht um den Konflikt zwischen dem Einzelnen und der absoluten Macht unter den neuen Bedingungen des Informationszeitalters. Alles andere – links, rechts, deutsch, amerikanisch – spielt keine Rolle.

[…]

Alles Wichtige wurde schon gedacht, gesagt, essayistisch analysiert. Jetzt muss gehandelt werden.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/themen/autoren-gegen-ueberwachung/juli-zeh-und-ilija-trojanow-im-gespraech-alles-ist-gesagt-jetzt-muessen-wir-handeln-12702943.html

 

Und kaum ist der Appell draußen gibt es Widerstand „aus den eigenen Reihen“. Lorenz Matzat schreibt auf netzpolitik.org etwas, das er selbst Polemik nennt und wird in den Kommentaren dafür gleich selbst – und wie ich finde zu Recht –  abgewatscht. Den Namen sollte man sich merken, sobald er auftaucht einfach nicht mehr zuhören oder weiterlesen, lohnt vermutlich nicht. Ich bin so unverblümt, weil ich denke, wer einen Artikel „Einfach mal die Klappe halten“ überschreibt, sollte das aushalten können.

Nach dem Gesagtem könntet ihr Euch fragen, warum ich diesen Lorenz dann überhaupt hier vorstelle. Abstrakt der Diskussion und der Kommentare wegen, konkret, weil es solche Menschen wie der Lorenz sind, die mich von jedem weiteren politischen Engagement fernhalten. Ab und zu muss ich mir so etwas geben, zur Erinnerung, dass politisches Engagement immer in einem Umfeld stattfindet, das für Sensibelchen wie mich zu rauh ist. Ich brauche „geschlossene Reihen“, dann könnt ihr mit mir rechnen.

Wie es wohl gelungen war, mit den über die Welt verstreuten 550+ Unterzeichnern verborgen vor den Augen von NSA & Co heimlich zu kommunizieren? Hatte man sie per Brieftauben und berittenen Kurieren kontaktiert? Ihnen so mit unsichtbarer Tinte geschriebenen Depeschen zukommen lassen? Oder hatte man per klandestinen Cryptoparties allen PGP beigebracht, die Häscher durch vermeintlich harmlose Goetheinstitut-Lesereisen getäuscht?
https://netzpolitik.org/2013/ueberwachung-einfach-mal-die-luft-anhalten/

 

Dass kritisieren auch anders geht, zeigt RA Kompa und spricht von „terminologisch und juristisch misslungen“. Hier zwei von drei Punkten:

  • Überwachung ist nicht “Diebstahl”. (Dieser Vergleich ist ähnlich sinnlos wie der Begriff “Raubkopie”, da er Sachenrecht mit Informationsrecht vermengt.)
  • […]
  • Auch die Unschuldsvermutung, an welche die Schriftsteller “erinnern”, kann Geheimdienste schwerlich vom Datensammeln abhalten. (Im Gegensatz zu Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichten prüfen Geheimdienste keine (Un-)Schuld.)

http://www.kanzleikompa.de/2013/12/11/fachliche-kritik-am-aufruf-der-schriftsteller/

 

Moment, was? Der Flash-Player möchte P2P-Verbindungen aufbauen? OK, die Voreinstellung ist „Immer nachfragen“, aber wie oft habt ihr schön Zeug bestätigt, von dem ihr nicht wusstet, was es bedeutet? Genau, vermutlich zu oft. Eure Einstellungen könnt ihr mit dem Link unten überprüfen und direkt verändern, mein Tip: Haken bei“ P2P-Uplink für alle deaktivieren“.

Disable P2P uplink for all
To never share your bandwidth, select Disable P2P uplink for all. This setting affects sites you have already visited and sites you haven’t yet visited. If you deselect this option, your previous settings for individual websites (if any) are restored.
http://www.macromedia.com/support/documentation/en/flashplayer/help/settings_manager09.html