25360 – Nicht halbtot, nur sehr erschöpft

Das Pferd, das ich gestern noch für halbtot hielt, war nur sehr erschöpft und hat mich heute doch noch ins Ziel getragen.Der Tag beginnt trödelig, ziellos und auch ein wenig gedrückt, eine kleine Zeichenübung und das Journal halten mich eine Zeit lang beschäftigt. Dabei sitze ich auf der Terasse in der Sonne und unter besseren inneren Zuständen könnte alles gut sein.

Es muss früher Nachmittag werden bis ich spontan beschließe, mich der Lichtleisten-Misere von gestern zuzuwenden. Von da ab dauert es cirka eine halbe Stunde bis alles so ist, wie ich mir das schon für gestern wünschte. Das kleine Netzteil war defekt, mein Verdacht, das hinge mit der Lichtleiste zusammen, falsch. Jetzt hängt die Lichtleiste an der 12-V-Quelle, die mich bestimmt schon fünfzehn Jahre zuverlässig begleitet. Und funktioniert – ich bemerke, wie ich langsam wieder entspanne.

25359 – Halbtote Pferde weiterreiten?

Manchmal gehen Pläne einfach nicht auf. Heute sollte der Tag sein, an dem endlich die Lichtleiste über die Spüle und unter das Schwebebrett kommen sollte. Soweit ist das auch geschehen und trotz mehrfacher Funktionsprüfungen vor und während der Montage funktioniert sie am Ende der Aktion nicht.

Das kleine Netzteil, das sie betreibt, ist ausgefallen, soviel lässt eine Sichtprüfung als Aussage zu (weniger geschwollen ausgedrückt: die funktionsanzeigende LED leuchtet nicht mehr). Damit könnte ich leben, der 12V-Trafo, der die Wasserpumpe antreibt, ist ganz in der Nähe und mithin nutzbar. Soweit war ich versöhnt, bis ich kurz darüber nachdachte, warum das Netzteil eigentlich gerade jetzt den Dienst aufgibt. Ohne es überprüft zu haben tippe ich auf einen Kurzschluss in der LED-Leiste. Das ist aus den Erfahrungen während des Aufbaus abgeleitet plausibel. Und bedeutet mehr an Aufwand, als ich in meinem rundum frustrieten Zustand heute noch zu leisten bereit bin.

Ich lasse es bei dieser Kurzversion der Leidensgeschichte, die diese Lichtleiste mit sich bringt und eigentlich bei jedem Bauschritt mit sich brachte. Nichts daran ist wirklich schwierig und dennoch stoße ich bei jedem zweiten Handgriff auf Widerstand. Was es für mich gerade schwierig macht ist, dass ich zwei gleichschlechte Optionen für den Umgang mit der Leiste sehe. Option Eins: ich beiße mich mit sehr viel Gegrummel uns schlechter Laune durch den Reparaturprozess und die Unsicherheit, ob er überhaupt gelingt und dann auch die erneute Montage übersteht. Option Zwei: Ich schraube das Teil ab und werfe es in die Tonne. Danach werde ich allerdings den Rest meiner Tage die Frage mit mir herumtragen, ob ich nicht eine gute Sache zu kurz vor einem doch noch guten Ende aufgegeben habe. Und selbstverständlich werde ich mit jeder Kauflösung unzufrieden sein.

Besser wird’s heute nicht.

25356

Samstag. Die Garderobe ist jetzt so, wie ich sie mir ungefähr vorgestellt habe.

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Und abends Karaoke im Nachtlicht. Leider fangen die Bilder die Atmosphere dort nicht ein. Den Menschen geht es richtig gut und die Singerei macht so viel Spass, wie sie ohne alkoholbedingte Ausfälle machen kann. Also viel, vielleicht sogar viel mehr.

25355 – Ein Meilenstein

Heute ist die linke Kammerwand „fertig“ geworden und damit ist ein Meilenstein erreicht, der größer kaum sein könnte. Mit dieser Kammer ist der letzte Stauraum erstellt, es kann nun ans Einräumen gehen. Denn – auch wenn ich nun schon über fünf Monate im Dome wohne – noch immer sind die Vitrine, die Kommode, die Apotherkerschränke, selbst der Küchenschrank noch nicht eingeräumt. Es gibt vorsichtige Anfänge, dort, wo es eindeutig ist. Oder dort, wo es für den Alltagsvollzug unabdingbar ist. Aber zu drei Viertel sind die Schränke und Stauräume noch leer.

Was ein beachtenswerter Fakt ist, denn es bedeutet, dass ich alles, was nun in die Schränke kommen wird, für einen beachtlichen Zeitraum nicht für mein tägliches Leben und nicht für meine Zufriedenheit gebraucht habe. Meint mehr als die Hälfte der Dinge, die ich besitze (oder besitzen werde, nach dem Einräumen) sind Vorräte oder anderes Zeug, das auf die Gelegenheit wartet, benutzt zu werden.

Und natürlich all die Dinge mit „emotionalem Wert“, ich bin eine Schlange, die ihre alten Häute sammelt. Keine Frage, ich werde das fortsetzen, mit Glück und Bemühung wird es gelingen, den Umfang der Dinge zu reduzieren.

Die Vorbereitungen für „das große Einräumen“ werden noch einige Tage in Anspruch nehmen. Ersteinmal will aufgeräumt werden und auch die erste Grundreinigung ist dran (mit Fenster putzen und Staub wischen und ganz viel anderen sauberkeitsbezogenen Tätigkeiten, die mir im Alltagsvollzug niemals einfallen), nennen wir es Frühjahrsputz.

So ist das mit den Meilensteinen, kurz drauf sitzen und rasten, schon das nächste Stück Wegstrecke im Kopf, und weiter geht’s.