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Noch acht Stunden bis zur Veröffentlichung dieses Textes, später habe ich noch nie mit dem Monatsrückblick begonnen. Nehmen wir es als einen ersten Hinweis darauf, dass es mir gerade zunehmend schwerer fällt, ins Tun zu kommen.
Dennoch, lasst uns diesen Monat von zunächst der positiven Seite her angehen. Es ist der Monat, in dem der Dome „fertig“ wurde. Seit einer Woche räume ich ihn ein, seit vier Tagen schlafe ich darin. Falls Euch das irgendwie bekannt vorkommt, ja, ich habe auch im Vormonat und einem Teil dieses Monats schon darin gelebt. Aber um den Boden endgültig zu schleifen und einzulassen, musste ich ein letztes Mal alles herausnehmen. Und nun eines nach dem anderen wieder hineintragen. Was keine kleine Aufgabe ist, da nun die Dinge, die heineinkommen auch darin bleiben sollen. Entscheidungen sind zu treffen. Es ist nicht einfach.
Die Anführungszeichen um das obige „fertig“ herum erklären sich damit, dass es natürlich immer noch Dinge gibt, die zu tun sind, am Dome und nun auch in Bezug auf zukünftige Einrichtungsggenstände. Mein Ideal-Ich wollte all diese Dinge vor dem Einzug erledigt haben, aber dann wurde es im Verlauf des Monats immer klarer, dass meine gute Zeit vorbei ist. Und dass es mit dem Einzug vor dem Winter nichts würde, wenn ich darauf warten wollte, dass ich wieder auf die unbeschwerte Art ins Tun käme, wie das den ganzen Sommer über möglich war. Also übernimmt mein Real-Ich, findet sich mit einigen Unfertigkeiten ab und tut ab jetzt, was es tun kann, zu Zeiten, in denen das gelingt.
Wer sich die Mühe machen würde nachzuschauen, was ich im Sommer getan habe, käme vermutlich schnell zum Schluß, dass das auch nicht so viel mehr war, als ich jetzt bei verminderter Leistungsfähigkeit mache. Der Unterschied liegt in der emotionalen Färbung, von der die Arbeiten begleitet sind – denn nun sind es Arbeiten und nicht mehr eine großartige Art und Weise, den Lebensabend tätig zu gestalten – und dem inneren Aufwand, den ich leisten muss, um überhaupt ins Tun zu kommen. Dort, wo sich mein Leben vorher ohne große Planung von selbst auf’s Beste lebte, muss ich jetzt wieder ran und es planen und leben. Mit deutlich weniger Spass dabei.
Seit diesem Monat führe ich wieder einen Kalender und habe verschiedene ToDo-Listen, ab nächsten Monat werde ich mit Bulletjournaling experimentieren. Dagegen ist prinzipiell nichts zu sagen, viele Menschen tun das mit großem Gewinn. Allerdings ist bei denen dann auch richtig was los. Während es bei mir doch überschaubar bleibt, in der Regel genügt mir eine Textdatei oder ein Blatt im Tagebuch, um an meinen Terminen dranzubleiben. Ein mehr an Struktur brauche ich nur in schwierigen Zeiten.
„There will be dragons!“
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Wie immer, wer’s hoch aufgelöst braucht, darf hier 25170 – WIDGTSM September 2025 weiterlesen




