25129

Ich bin gerade etwas unglücklich mit der Bloggerei. Nachdem es lange Zeit überraschend gut ging, täglich zu bloggen, fällt es mir in den letzten Tagen zunehmend schwerer. Dabei spielen die vorhandenen äußeren Faktoren eine eher untergeordnete Rolle und sind der Beschreibung zumindest heute nicht wert. Über die inneren Faktoren bin ich unsicher, aber es liegt auf einer Linie mit der Tendenz, mich etwas weniger gut zu finden als, sagen wir, vor vier Wochen. Oder zwei.

Ich habe einen ziemlich langen und ungewöhnlichen Lauf hinter mir, …, oops, und da steht es, bevor ich mich langsam genug an den Gedanken annähern konnte. Lasst es mich abschwächen. Es könnte sein, dass ich eine sehr, sehr gute Zeit hinter mir habe. So fühlt es sich an und im ersten Ansatz kann ich nur hoffen, dass ich nicht wieder dorthin zurückfalle, wo ich vor dem Lauf stand. Das ist die Angst.

Demgegenüber steht die Hoffnung, dass meine seltsamen Gefühlslagen mehr mit dem Abschluss, besser gesagt: dem Ausschleichen, des Dome-Projektes stehen. Nach plus/minus sechs Jahren Bauzeit geht da etwas zuende, über das ich mich lange definiert habe. Etwas, das mir gesagt hat, wer ich bin und was ich kann. Etwas, das allen depressiven Anteilen und Zeiten zum Trotz bestehen konnte. Etwas, das mich länger begeistert halten konnte, als irgendetwas zuvor in meinem Leben. Und dieses etwas gleitet nun so langsam in die Nebensächlichkeit, auch wenn es noch immer Aufmerksamkeit und Energieeinsatz fordert. Jetzt, mit dem Ziel in Sichtweite, kann der Weg nicht mehr das Ziel sein. Etwas verändert sich.

Ach ja, die Bloggerei …, keine Ahnung.

25128

Heute Vormittag die halbjährliche Kontrolluntersuchung der Prostata, was immer irgendwie unbefriedigend ist, obwohl das Ergebnis – keine Hinweise auf einen zurückkehrenden Krebs – doch eigendlich froh stimmen sollte. Dass ich etwas unfroh bleibe, mag damit zusammenhängen, dass es für anderen Verdruß mit der Prostata, die bei mir, wie bei der Mehrheit der Männer meines Alters, vergrößert ist, keine leichte Abhilfe gibt. Ich gehe jede Nacht dreimal pinkeln und das bleibt bis auf weiteres auch so. Denn was ich so einfach der Prostata zuschreibe, kann auch viele andere Ursachen haben. Und zumindest eine prostatabezogene Ursache, das In-die-Blase-hinein-vergrößern, können „wir“ per Ultraschall ausschließen.

Heute also habe ich lange und ausdauernd genug geklagt, um in der diagnostischen Schnitzeljagd eine Station weiter geschickt zu werden. Termin im Dezember, es werden also rund dreieinhalb Monate vergehen, in denen alles bleibt, wie es ist. Darüber kann ich echt müde werden. Und sehr unbefriedigt.

25127 – Und wieder leer

Letzte Woche habe ich die letzten Rauspunddielen verlegt und nächstes Wochenende möchte ich sie mit einer Parkettschleifmaschine glätten und ebnen, später auch die Oberfläche behandeln. Zur Vorbereitung dafür habe ich all das, was in den letzten sechs Wochen während meines provisorischen Wohnens in den Dome hineinkam, heute wieder hinausgetragen. Vieles ist wieder an seinem Platz, anderes verstellt mir erstmal den Weg. Bevor ich wohnen kann, wie ich möchte, wohne ich erstmal immer weniger, wie ich möchte.

25125 – Stadtfest Giessen

Da Stadtfest ist nicht ganz das, was  ich mir vorstelle. Zumindest tagsüber, denn noch ist es Tag und ich sitze etwas unterwältigt auf einer der Wiesen bei der Lahn. Ein DJ sorgt für elektronische Beschallung und das ist fast alles, was sich über die Veranstaltung sagen lässt. Gut, es gibt noch einen Getränkestand und ein paar Menschen. Was es nicht gibt, ist die Stimmung, die ich mit dieser Sorte Musik und vielleicht auch den damit einhergehenden Drogen verbinde.

Schon zuvor wurde ich etwas enttäuschend, der „Tag der Kulturen“ auf dem Berliner Platz findet fast ausschliesslich kulinarisch statt. Zugegeben, ich bin nicht bereit, auf die verschiedenen musikalischen und tänzerischen Darbietungen zu warten, wo auch, außer an einem der verschiedenen Essensstände. Wo bitte sind sie Kulturvereine?

Und, gerne hätte ich Euch das eine oder andere Foto präsentiert. Aber mein suchendes Auge hat nichts gefunden, das es nicht auch an jedem anderen sonnigen Tag hätte finden können. Zwei Fotos für den Beitrag eines kommenden Tagen, aber nichts Stadtfestspezifisches.

Okay, doch noch ein Foto, dann mache ich mich auf zum Nachtlicht. Und das wird dann für den Rest des Abends mein Startpunkt für weitere Exkursionen auf das Stadtfest sein.

<O>

Und so war es dann auch. Vom Nachtlich aus bin ich noch zweimal los, um irgendwelche Bands anzuschauen, die ich aber jedesmal nicht mochte. Oder zumindest nicht genug mochte, um sie komplett anzuhören. Vermutlich lag’s an mir, naja, außer das eine Mal, als „der Liedermacher“ wirklich schlecht abgemischt war und nicht nur ich, sondern auch alle anderen einfach die Lieder nicht verstanden.

Dafür konnte ich mich im Nachtlicht nett über Prostata-Operationen unterhalten. Auch schön.