g.spült

Zunächst ging es eigentlich nur um den Glasdeckel der gusseisernen Pfanne, der sich mal einen Spülgang verdient hatte. Die Pfanne selbst eigentlich auch, aber da Gusseisenpfannen nicht mit Spülmittel in Berührung kommen sollen, ist deren Reinigung eine lange und gerne vernachlässigte Aufgabe. Die Außenreinigung mit der Drahtbürste wurde immer mal wieder angedacht und auf einen anderen Tag  verschoben. Niemand, nicht einmal ich, hätte ahnen können, dass das heute geschieht!

Wie sollte eine gußeiserne Pfanne gepflegt werden? Ich habe ChatGPT gefragt, wer sich dafür interessiert (und wirklich nur dafür, von mir gibt es nichts mehr), kann hier g.spült weiterlesen

One of these days


Heute ist einer der Tage, an denen ich schon während des Aufstehens merke, dass, sollte es mir am Ende des Tages gelungen sein, einkaufen zu gehen, viel geschehen ist.

Es beginnt mit einer Aufwachphase, die sich etwas hinzieht. Gegen sieben schaue ich zum ersten Mal auf die Uhr, gegen kurz vor neun stehe ich auf. Dazwischen liegt eine Zeit, in der ich zum Teil gelesen habe, um müde genug zu werden, wieder einzuschlafen, dann in der Absicht, wieder einzuschlafen, wach gelegen habe, letztlich beim Blick auf die Uhr bemerke, dass eigentlich zuviel Zeit vergangen ist, um wirklich durchgängig wach gewesen zu sein. Aber geschlafen habe ich gefühlt auch nicht, meint: vermutlich schon.

Ich könnte versuchen, einen solchen Tag zu protokollieren, was aber aufgrund des dazu erforderlichen Aktivitätslevels fast schon ein Widerspruch in sich wäre. Wenn es gelingt, einen solchen Tag zu protokollieren, ist es dann überhaupt ein solcher Tag gewesen?

Ich starte meine Morgenroutine, bedeutet: koche Kaffee und beginne, mich durch verschiedene Nachrichtenseiten und Blogs zu lesen.

Eine der „Schwierigkeiten“, die mein Rentner-Dasein mit sich bringt, ist das Fehlen von Wochenenden. Tendenziell sind alle Tage gleich, wenn man die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten an Sonn- und Feiertagen außen vor lässt. Was dazu führt, dass ich gerne mal an Wochenenden „durcharbeite“. Oder was ich so nenne, ich halte mich nach Möglichkeit beschäftigt, zumindest beschäftigt genug, um …, was weiß ich denn, mich irgendwie im Gleichgewicht zu halten zwischen …, also im Gleichgewicht, ne? Es geht darum, nicht nur mit sich selbst, sondern auch mit anderem beschäftigt zu sein. Aufmerksamkeit von sich selbst abzuziehen und anderem zuzuwenden. Aber bei sich bleiben, zuviel im Außen ist ebenfalls schädlich. Pausen sind notwendig, manchmal von sich, manchmal von anderem. Und, um zur Einleitung dieses kleinen Exkurses zurückzukommen, das Fehlen von Wochenenden macht das nicht einfacher. In den letzten vier Tagen habe ich drei gearbeitet und einen mit angenehmem Sozialkontakt verbracht, ein ehrenamtlicher Spätdienst hat mich ins Schlafdefizit geführt, kurz, ich brauche ein Wochenende, gerne auch am Dienstag. Denn, so deute ich mir Tage wie den heutigen, ich habe mich etwas mit den verfügbaren Energien verausgabt.

Kurz nach zwei beginnt der Medienkonsum mich zu langweilen und es geschieht, was ohnehin heute geschehen sollte, der Wocheneinkauf. Ich beabsichtige eine langfristige Ernährungsumstellung und bin kurzfristig immer noch kalorienreduziert unterwegs. In einer dystopisch-überwachten Welt würde irgendein Algorithmus mich zur Überprüfung vorschlagen, so sehr verändert ist die Warenzusammenstellung in meinem Einkaufswagen.

Der Rest des Tages ist so schnell erzählt, wie er problematisch ist. Ich binge die letzte Hälfte einer begonnenen Spionage-Serie. Und das begonnene Anime. Zwischendrin noch die vorrätigen Episoden zwei anderer Serien. Währenddessen bin ich sehr unzufrieden mit mir, ich kann es nur schwer annehmen, „so“ zu sein. Ich gönne mir meine Pause nicht und bin unzufrieden damit, wie ich sie fülle. In mir turnt das Anspruchs-Äffchen und verlangt, dass ich aus meinem Leben mehr machen sollte. Als alles weggeguckt ist, gehe ich ins Bett.

Dennoch, es ist viel geschehen.

Berlin-Hamburg-Tour ~ 2. bis 7.10.2024

1.10.2024, Dienstag
Reisevorbereitung wie Ihr sie von mir kennt, alles erstmal auf dem Bett ausbreiten, dann in den Rucksack, fertig. Diesmal ist der Rucksack besonders klein, ich habe den Ehrgeiz, mit Handgepäck auszukommen. Das klappt natürlich nur, weil ich vor Ort fast alles vorfinden werde und nur einen Satz Wäsche zum wechseln mitnehme. Außerdem: Zahnbürste, Brillen, Buch und Tagebuch, Tablet. Und fertig.

Mein Programm ist extrem reduziert und gruppiert sich um die Friedensdemo am 3. Oktober herum. Die auch den Ausschlag gegeben hat, dass diese Reise geschieht. Wenige Tage zurück hatte ich den Gedanken, es könnte eine gute Sache sein, daran teilzunehmen. Fast könnte man von einer spontanen Idee sprechen, die dann ein Eigenleben entwickelte. Davor und danach bei H. unterkommen und wenn ich schon einmal „in der Gegend“ bin, auf dem Rückweg für einen Abend und eine Nacht in Hamburg vorbeischauen. Könnte für alle Beteiligten machbar und mühelos genug sein.

Erstmals seit langem beginnt eine Reise nicht mit einem unbequemen Fußmarsch entlang der Bundestraße und durch den Wald zur nächsten Busstation. Ich kann mit dem Fahrrad nach Gießen hinein fahren und es für die Zeit meiner Abwesenheit in der Webkante abstellen. Ich bin sehr dankbar für diese Möglichkeit.

Gießen bei Nacht

2.10.2024, Mittwoch
Die Busfahrt startet planmäßig in der Nacht um zwanzig vor eins, gefühlt noch Dienstag. Und dann kommt alles anders. Der Bus fällt aus unbekannten Gründen aus. Zwei Mitwartende beweisen schon nach einer Stunde mangelnde Impulskontrolle und beschimpfen den Kundenservice in fließendem Englisch (deutsch spricht der Kundenservice nur während der Geschäftszeiten von neun bis siebzehn Uhr). Allerdings vollkommen ohne ein Ergebnis, sie – und folglich wir als Gemeinschaft der Wartenden – wissen nach diesen Anrufen nicht mehr als vorher. Der Bus sollte da sein, ist es aber nicht. Beide Anrufer verlassen empört die Haltestelle.

Als ich nach zwei Stunden Wartezeit beim Kundenservice anrufe, habe ich unbeabsichtigt alles richtig gemacht. Zwei Stunden sind die Schwelle, ab der die Mitarbeiter Ersatzoptionen anbieten dürfen, erklärt mir mein Gesprächspartner. Erstens Storno und Rückerstattung des Kaufpreises, zweitens Umbuchung, drittens Fahrt mit einem anderen Anbieter bei voller Kostenerstattung (2. Klasse). Ich wähle Option Zwei, mittlerweile ist es fast drei und der nächste Bus in die richtige Richtung fährt schon fünfundzwanzig Minuten später. Die Umbuchung findet live am Telefon statt, das neue Ticket kommt via Email und, weil mir das nicht schnell genug geht, mit der zuvor genannten Buchungsnummer auch über die Ticket-Suche in der App. Als ich mich von meinem Freund im Kundenservice verabschiede, haben wir beide das Gefühl, etwas geleistet zu haben. Wenig später kommt der Bus zum Ticket und alles läuft rund, wenn man davon absieht, dass ich mehr als sechs Stunden später in Berlin ankomme als beabsichtigt. Zwischendrin habe ich sogar etwas schlafen können und jetzt ist wirklich Mittwoch.

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Ich steige am Alexanderplatz aus und fahre von dort zu einer sehr besonderen Warhol-Ausstellung, Andy Warhol: Velvet Rage And Beauty, von der ich zunächst etwas enttäuscht bin. Um dann, während ich versuche, die gemachten Bilder für Euch zuzuschneiden und aufzubereiten, merke, dass …, ja was? Ich mindestens ambivalent bin!

Für heute lasse ich es dabei, weil ich weiterschreiben möchte. Aber bei passender Gelegenheit gibt es hier einen Nachtrag.

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Nach der Ausstellung dann zu H., es gibt Kürbissuppe und Gespräch. Ab neun/halbzehn bin ich mit Hund Erna allein zuhaus‘ und H. mit einem Freund unterwegs. Das gibt mir Gelegenheit, den Blogbeitrag zu beginnen

3.10.2024, Donnerstag, Tag der deutschen Einheit

Die Demo ist wie Demos seit Jahrzehnten sind, die Sprecher der Auftaktkundgebungen erzählen uns, warum wir hier sind (in der Regel wissen wir das selbst, wenn auch nicht so detailiert), und auch warum es notwendig ist, so zahlreich hier zu sein und letztlich, dass es schön ist, die Bewegung so wachsen zu sehen. Wobei das mit dem Wachstum gerne auch mal ein Wunschgedanke ist.

[Hier wird’s ein paar Infos und Verlinkungen mehr zur Demo geben, aber erst, wenn ich wieder zuhause bin]

Die Teilnehmer um mich herum haben in der Mehrheit graue Haare. Muss mensch ein gewisses Alter erreicht haben, um für Kompromisse und Verhandlungslösungen zu sein? Fast scheint es so, das Fehlen der mittleren Altersgruppe auf Demos habe ich seit vielen Jahren immer mal wieder bemerkt, aber hier fehlen auch die ganz Jungen.

Die Abschusskundgebung verlasse ich frühzeitig, was angesichts der zu erwartenden Verkehrssituation schlau erscheint. Und wirklich wird die nahe Bushaltestelle nur noch von einer der vier gewöhnlich verfügbaren Linien angefahren und ist entsprechend ausgelastet. Wenigstens ist es genau die Linie, die ich brauche.

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Ich bin gegen fünf wieder bei H., werde mit Spinatsuppe verköstigt und gegen acht laufen wir ins nahe gelegene Kino. Wir schauen „Joker: Folie à deux“, der die Kritikerschelte nicht verdient, die er bekam. Berechtigt allerdings: er wird der Figur des Jokers, wie Comic- und Filmfans sie bisher schätzten, nicht gerecht. Gesehen haben wir einen tragischen Musical-Film mit sehr schönen Bildern und hervorragenden Darstellern, nur keinen Joker, nirgends, außer vielleicht in der letzten Einstellung.

4.10.2024, Freitag
Der Tag beginnt etwas lust- und planlos. Ich habe noch nichts vor, browse durch diverse Kultur-in-Berlin-Seiten, sehe aber, dass mich nichts so richtig fängt. Weil ich aber vor die Tür möchte, schaue ich „Sehenswürdigkeiten in der Nähe“ nach und auch, ob es denn igendwelche Caches (häh?) in der Nähe gibt.

Danach hat der Tag Struktur und als Bonus muss ich auch nicht alleine los, sondern H. und Erna schließen sich an, Hunderunde und Einkauf werden in meine Pläne integriert. Auch daran erkennt mensch, dass es wirklich sehr, sehr kleine Pläne waren. Am weitesten von der Tochter-Wohnung entfernt ist der Lebensmittelmarkt, der ausgesucht wurde, weil er direkt neben meinem ersten Ziel liegt, einem „Holzsessel“ auf einem Spielplatz. Fragt nicht. Ich hatte browsenderweise ein Bild davon gesehen und wollte ihn be-sitzen. Am Ziel angekommen finde ich sogar eine ganze Sitzgarnitur vor. Ich bin sehr leicht zufriedenzustellen.

Auf dem Weg zum Spielplatz sind wir schon an zwei der wohnungsnahen Caches vorbeigekommen, einen davon haben wir auch gesucht und nicht gefunden. Grund genug, es nocheinmal zu probieren. Also gibt es auf dem Rückweg am angegebenen Ort noch einmal einen längeren Aufenthalt, diesmal erfolgreich.

Auf dem Weg nachhause findet H. dann auch den zweiten Cache, für sie der Erste; aber ehrlich , so stillos muss man selbst in Berlin nicht sein. Dokumentiert wird er natürlich trotzdem.

Etwas unerbetene Lebenhilfe gefällig? Etwas lust- und planlos starten ist gar nicht schlimm, fangt einfach etwas beliebiges an und danach regelt der Tag das selbst! So auch diesmal.

Ich schicke ein Bild der Caches an die einzige Person, von der ich annehme, dass sie daran Interesse haben könnte, A.. Und nun muss ich etwas abschweifen. Selbige A. nämlich wollte für mich beim bevorzugten Seifenhersteller Duschgel mitbestellen, eine Bestellung, die ausfallen musste, weil ihr Lieblingsgel dort nicht mehr vorrätig war. Aber eben jener Seifenhersteller, erfahre ich in der durch die Caches angestoßenen Kommunikation, hätte in Berlin fünf Niederlassungen und ich könne mir vielleicht in einer davon mein Duschgel besorgen, möglicherweise auch ihres.

Nun habe ich eine Aufgabe, die mich dazu bewegt, die zuvor sehr minimalistisch gehaltenen Pläne für den Abend etwas zu erweitern. Seit zwanzig Jahren gibt es in Berlin das „Festival of Lights“, während dem die verschiedensten Lichtinstallationen gezeigt werden, meisten im Zusammenhang mit den zahlreich vorhandenen  sehenswerten Gebäuden. Ich hatte mir am heutigen Eröffnungsabend des Festivals das vermutlich am wenigsten spektakuläre Event der über das ganze Stadtgebiet verstreuten Veranstaltungen herausgesucht. Einfach weil es nah war, ich hatte am Morgen – Ihr erinnert Euch: lust- und planlos – keine Lust auf die lange Fahrt in die Stadtmitte. Nun aber gibt es mehr zu tun, als aufwändig dem Vergnügen nachzujagen.

Ich lege die Fahrt zum Seifenshop in der Stadtmitte so, dass ich pünktlich zum Eröffnungsevent  um neunzehn Uhr am Alexanderplatz bin. Von dort aus muss ich kaum noch etwas selbst entscheiden, es genügt, sich von und in den Menschenmassen treiben zu lassen. Und Berlin wäre nicht Berlin, wenn das Ganze nicht irgendwie am Brandenburger Tor enden würde.

 

Ich komme irgendwann gegen halb zwölf müde, fußlahm und sehr befriedigt nachhause.

5.10.2024, Samstag
Die erste Hälfte des Tages vergeht mit dem Wechsel von Berlin nach Hamburg.

Ankunft in Hamburg-Bergedorf gegen halb drei.

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Den Nachmittag und Abend verbringe ich mit Sohn, Schwiegertochter und Enkel in wechselnden Zusammensetzungen. Wie zu erwarten gibt es viel Gespräch und Enkel B. ist redenden Erwachsenen gegenüber sehr viel toleranter als noch im letzten Jahr. Ich bin zufrieden.

 

6.10.2024, Sonntag
Morgens Familienleben mit gemeinsamen Frühstück, danach sind wir eine kleine Weile mit den Fotoalben aus He.s Nachlass beschäftigt. Da die Alben erst nach unserer Trennung zu ihr gekommen sind, sich überwiegend mit ihrem Zweig der Familie beschäftigen und es auch sonst keinen Anlass gab, sie mir zu zeigen, kenne ich sie mehrheitlich nicht.

Ein Album ist aktueller, es stammt aus 2011 und ist thematisch den „Menschen, Tiere[n], Sensationen“ des Wagenplatzes gewidmet, auf dem sie zu diesem Zeitpunkt regelmäßig zu Gast war. Ich kopiere das Album komplett.

Aus He.s Fotoalbum: das geodätische Pflanzgerüst 2011

Danach bin ich den Rest des Vormittags mit Enkel B. vor der Lego-Kiste.

Gegen Mittag muss M. ein paar Fahrdienste für die Familie erledigen und ich habe Zeit für mich, die ich für dies Eintragungen nutze. Nebenbei, ich sitze auf dem Balkon in der Sonne und es geht mir gut.

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Wieder eine kleine Freizeit, Schwiegertochter und Stiefenkelin werden dort abgeholt, wo sie zuvor hingebracht wurden.

Zwischendrin war ich mit M. und B. auf einem kleinen Jahrmarkt. Eine semi-erfolgreiche Aktion, da es dem Enkel noch an Impulskontrolle und Frustrationstoleranz fehlt. Nach fünf großzügigen Karussellfahrten war ihm nach mehr und als das aus zeitlichen und finanziellen Gründen nicht ging wurde die Situation mit Geschrei, Gestrampel und allerlei anderen Unmutsbekundungen sehr schnell sehr häßlich.

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Die Stimmung bleibt den Rest des Abends gedrückt. B. ist im Auto aus Erschöpfung eingeschlafen und auch als er später geweckt wird bleibt er auf Krawall gebürstet. Die Familie – und ich beziehe mich hier ein –  ist an ihren Grenzen.

Als B. im Bett ist geht nur noch TV, ich breche gegen neun Uhr auf und bin wie immer viel zu früh an der Bushaltestelle. Beginn der Heimreise, keine besonderen Vorkommnisse.

7.10.2024, Montag
Ein langer nächtlicher Aufenthalt in Essen. Zwei der vier „freien“ Stunden verbringe ich damit, drei Caches anzulaufen, zwei davon finde ich auch.

Während der Fahrt keine besonderen Vorkommnisse. Ich bin fahrplangemäß gegen halb eins zurück in Gießen, hole mein Fahrrad aus der Webkante und fahre nachhause. Dabei kaufe ich nebenbei noch ein paar Lebensmittel ein, nicht genug, wie ich später finde und noch einmal einen Monster-Lebensmitteleinkauf mache. Darüber hinaus passiert an diesem Tag nichts mehr.

WMDEDGT September 2024

Was den September besonders macht, ist eine Diät, die ich fast den ganzen Monat mit gutem Ergebnis durchgezogen habe. Die ist aber während der letzten vier Wochen gut genug beschrieben [Gesammelte Trivialitäten (4), (5), (6) und (7)].

Interessanter vielleicht die Sache mit den Sachbüchern. Seitdem ich wieder in die Stadtbibliothek gehe und physische Bücher ausleihe, treiben sich vermehrt Sachbücher auf meinem Nachttisch herum. Im Moment stark gesundheits- und ernährungslastig, was bislang wirklich nicht mein bevorzugtes Interessengebiet war.

Seit ich schon im letzten Monat Lesebrille und E-Reader verloren habe, versuche ich herauszufinden, wie sich die Rückkehr zu physischen Büchern auf mein Leseverhalten auswirkt. Nun, ich lese weniger und ich werde schneller müde davon. Das könnte natürlich auch an den Themen liegen und daran, dass die Lesehilfe einfach nicht punktgenau meine Sehstärke trifft. Und sich in Bücher, anders als in E-Readern, die Schriftstärke und -größe nicht verändern lässt. In Bezug auf den E-Reader lasse ich das Experiment noch etwas weiter laufen, auch wenn ich vermute, dass es doch auf eine Ersatzbeschaffung hinauslaufen wird. Mir fehlt die Möglichkeit, nachts ein paar Zeilen zu lesen, ohne das Licht anmachen zu müssen.

Abschweif: Ob Bücher mit fluorizierenden Seiten eine gute Geschäftsidee sind? Bei schlechten Büchern könnte man die Seiten herausreißen und als Party-Dekoration verwenden. Oder Papierflieger basteln, die man nachts von Hochhäusern herunterwerfen könnte. Oder …, ach, Euch fällt bestimmt auch selbst etwas ein.

Die Lesebrille betreffend läuft das Experiement morgen aus, eine neue liegt beim Optiker bereit und muss nur noch abgeholt werden. Ich bin sehr dankbar darum. Im letzten Monat stand ich mehr als einmal im Discounter und schaute mir die Nährwerttabellen auf den Lebensmitteln durch die Kamera des Handys an, um sie lesen können. Und mit den gleichen Lebensmitteln dann oft genug auch nochmal zuhause, gerne auch mehrmals am Tag. Mensch kann sich nicht alles merken.

Abschließend noch kurz zurück- und vorausgeschaut: In den letzten beiden Monaten habt ihr anteilig viel von Tini gelesen, besser: habt Ihr sie sehr oft erwähnt gefunden, ich habe Euch dabei gerne am Überschwang einer neuen Liebe teilnehmen lassen (und die damit verbundenen Unsicherheiten nur angedeutet). Jetzt möchte ich „normalisieren“, zumindest hier im Blog, im wahren Leben darf der Überschwang gerne noch etwas anhalten.

Die Erwähnungen werden abnehmen, einfach weil ich die Ortswechsel unerwähnt lassen werde. Ich werde es egal werden lassen, zumindest für Euch, ob wir bei ihr oder bei mir sind. Ihr werdet weiter erfahren, womit ich mich beschäftige, vermutlich auf den Fotos auch erkennen, wo ich mich damit beschäftige, aber Tini oder ihr zuhause wird nur noch dann benannt, wenn es „etwas zur Geschichte beiträgt“.

Am Beispiel: Eine Filztasche nähen kann ich im problemlosen Idealfall bei ihr oder bei mir. Wo das geschieht ist maximal egal und mithin einer besonderen Erwähnung nicht wert. Erwähnenswert wird das erst, wenn – wie im vorletzten Absatz der „Trivia 7“ – ein Problem vorliegt, das ich nur mit Tinis Knowhow und Handwerkszeug gelöst bekomme. Das erzähle ich dann gerne und das ist die Form von Normalisierung, die ich anstrebe.

Und ja, Ihr dürft das als Metapher nehmen. Auch im wahren Leben soll der Ort, an dem wir uns gerade befinden, weniger wichtig werden.

<O>

Wie immer, wer es tagesgenau will, darf hier WMDEDGT September 2024 weiterlesen

Gesammelte Trivialitäten (7)

22.9.2024, Sonntag
Am frühen Abend verblogge ich die letzte Woche, es ist das erste, was ich nach dem Fest mache. Danach geschieht nicht mehr viel, es war ja schon viel: rund 24 Stunden mit vielen zumeist nur oberflächlich bekannten Menschen um mich herum, das muss jetzt erstmal sacken.

23.9.2024, Montag
Mittags einen ungewöhnlich gemüselastigen Lebensmitteleinkauf hinter mich gebracht, danach kurz D. beim Bau der Duschkabine geholfen. Direkt von dieser Baustelle zum Dach gewechselt und begonnen, es zu schließen.
Gegen sieben war dann Feierabend für mich und keine weitere Aktivität zu melden. Zeit für etwas Innenschau.

<O>

„… und immer gewisser!“

Etwas hat sich verändert und ich bin sehr froh darüber. Heute morgen und im Laufe des Tages bei den wenigen Gelegenheiten, diesem Gefühl nachzuspüren, dann deutlicher. Ich bin zur Ruhe gekommen in dem, was Tini und ich miteinander haben. Andere nennen es Beziehung oder Partnerschaft, verfrüht und berechtigt zugleich.  Vielleicht ähnlich der Raupe, die schon auf den Schmetterling  verweist, diesen einen, nicht irgendeinen. Eindeutig, dies ist eine Partnerschafts-Raupe.

Wichtiger aber – nochmals – ist das zur Ruhe kommen – erstmals. Es ist eine andere Qualität der Verliebtheit, eine in die ich mich hinein entspannen kann. Nicht diese anfängliche vibrierend-unsichere Form, die sich jederzeit in einem blöden Missverständnis, unerwarteten Vorlieben oder schwierigen Lebensumständen auflösen könnte. Das, was ich da fühle, ist gekommen, um zu bleiben. Und ich fühle mich sicher genug zu behaupten, dass das auf Gegenseitigkeit beruht. Wir werden dieser Schmetterling sein.

Mit etwas mehr Bodenhaftung formuliert, ich glaube, es hat mir sehr gut getan, auf dem Fest vorgestern und gestern als Paar aufzutreten und auch von anderen als Paar wahrgenommen und akzeptiert zu werden. Es macht UNS wirklicher.

24.9.2024, Dienstag
Suppe gekocht, ja wirklich. Und meine Übungen gemacht im Wechsel mit YouTube-Videos. So verging der Vormittag.

<O>

Wiese gemäht, aufgeräumt, Email wegen Eigentümerversammlung, Herzsportgruppen recherchiert – ziemlich genau drei Wochen nachdem ich das als Hausaufgabe vom Doc mitbekommen habe -, wenig bemerkenswerter Kleinkram eben. So verging der Nachmittag. Aus gegebenem Anlass möchte ich auf den Titel dieses Formats verweisen.

<O>

Und dann noch einen schönen Abend mit Tini verbracht.

25.9.2024, Mittwoch
Ab zwei lädt Gi. zum Kreativnachmittag. Sie wohnt dörflich in einem kleinen Haus, das neben vielen anderen Dingen eine große Anzahl ihrer Bilder enthält. Ob sie sich als Künstlerin versteht, weiß ich nicht.

Als ich dort ankomme wird schon gewerkelt, neben Gi. sitzt M., von der ich weiß, dass sie in früheren Jahren Yogalehrerin war. Ich kenne sie aus zurückliegenden buddhistischen Zusammenhängen und folglich geht es im Gespräch erstmal um die Sangha der bevorzugten Geschmacksrichtung Buddhismus. Später kommt An. mit ihrer Enkelin dazu und das Gespräch wechselt zu ihrer laufenden Ausbildung als Fastenbegleiterin und ihrem Mini-Seminarhaus, für das sie ein Logo entwerfen möchte.

Damit ist die Besetzung des Nachmittags vollständig. Ob und wie ich in diese Gesellschaft passe, ist mir nicht ganz klar, obwohl ich Vorstellungen davon habe, wie mensch auf diese Idee kommen kann. Denn auch wenn ich den ganzen Nachmittag über immer mal wieder leichte Im-falschen-Film-Vibes verspüre, kann ich doch zu den meisten der hier nur angedeuteten Themen etwas beitragen. Wenn wir denn reden, es gibt auch diese Momente, in denen alle still vor sich hinwerkeln.

Als wir unsere kleine Gesellschaft am Abend auflösen, haben wir eine angenehme Zeit miteinander verbracht. Fast bin ich darüber überrascht und ermahne mich selbst, das nicht gering zu schätzen. Eine angenehme Zeit, was will mensch mehr.

26.9.2024, Donnerstag
Einer der Tage,  an denen nicht viel geschieht. Ein wenig Gartenarbeit, ein wenig Vorbereitung einer Bastelarbeit, die morgen anstehen könnte. Aus Pflichtbewußtsein noch die Leibesübungen heruntergeturnt, mehr war es dann auch nicht. Den Abend mit Tini im Gespräch verbracht.

27.9.2024, Freitag
Der vorletzte Diättag, es lässt sich schon ein Resümee ziehen. Ich habe in den letzten 4 Wochen (genau genommen werden es morgen Abend 32 Tage sein) etwas mehr als sechs Kilo abgenommen und den Taillenumfang um 4 Zentimeter verringert. Die taillierten Hemden passen wieder und ich bin sehr zufrieden damit.

Ich habe es schon beschrieben; dass das Gewicht so schnell fiel, habe ich der Tatsache zu verdanken, dass ich an den meisten Tagen deutlich unter den 1000 kcal blieb, die ich mir als Obergrenze gesetzt hatte. Das war so nicht vorherzusehen und könnte auch kritisch betrachtet werden. Aber zumindest in den ersten drei Wochen fiel es mir ausgesprochen leicht, auf das essen zu verzichten. Erst mit dem Herbsteinbruch und den kühlen Tagen fiel der Verzicht schwerer. Gegenwärtig bin ich froh, wenn in zwei Tagen alle Einschränkungen fallen und ich wieder „normal“ essen kann.

Was ich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht tun werde. Ich bin mir der Tatsache bewußt, dass die eigentlich Herausforderung jetzt erst beginnt. Es gilt das erreichte Gewicht zu halten und wer das Gewichtsdiagramm genau anschaut, kann erkennen, dass die Kurve gegen Ende schon deutlich abflacht, meint: die Gewichtsabnahme sich verlangsamt, meint: ich die Plateauphase einer jeden Diät erreicht habe, in der der Körper beginnt, den Grundumsatz zu senken. Vor diesem Hintergrund heißt „normal“ nicht „wie vorher“ (mal davon abgesehen, dass das Vorher ganz ohne Grundumsatzsenkung schon zur Gewichtszunahme geführt hat), es wird Veränderungen geben müssen.

Da ich im Moment noch nicht genau weiß, an welchen Stellschrauben ich drehen möchte, werde ich im ersten Schritt weiter Kalorien zählen, zumindest überschlagsweise, und auch weiter regelmäßig auf die Waage steigen, aber nur wöchentlich. Das hält mich in der Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung und führt hoffentlich auch zu einer langfristigen Umstellung meiner Einkaufs- und Essgewohnheiten. Ohne mich allzusehr festlegen zu wollen, zwei weitere Kilo über die nächsten zwei Monate schonend abzunehmen halte ich für möglich. Danach würde ich gerne für den Rest meines Lebens bei gesunder Ernährung fröhlich um die siebzig Kilo herumpendeln.

Bis hierher seht Ihr mich ungewohnt optimistisch. Keine Sorge, dieser Optimismus bleibt nicht ungebrochen. Probleme sehe ich in Bezug auf die allseits angeratene Bewegung. Mir genug und auch freudvoll genug Bewegung zu verschaffen, gelingt nicht ohne Willensanstrengung. Kommt erschwerend hinzu, dass mir ärztlicherseits von vielem abgeraten wird, was mir möglich erscheint, andererseits vieles, was sinnvoll wäre, an der gerissenen Achillessehne scheitert. Oder auch einfach an meinen Widerständen.

Zunächst werde ich versuchen, mein kleines und nun über vier Wochen eingeübtes Win-Chun-Erhaltungstrainig beizubehalten und vielleicht noch etwas auszubauen. Paralell dazu denke ich gerade darüber nach, zur ersten Grundübung, den Niederwerfungen, zurückzukehren, die mensch durchaus als Ausdauersport betreiben kann. Und das bei nur moderater Belastung des Herzens und der Sehne. Im Moment fehlt mir noch der Ort dazu, aber der müsste sich schaffen lassen. Ihr werdet davon hören.

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Ein Tag, der nicht beschrieben, sondern vergessen werden will.

28.9.2024, Samstag
Gestern habe ich schon alles zur heute endenden Diät gesagt, aber natürlich muss ein letztes Diagramm sein.

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Ich habe zwei Basteleien am Start, eine Tablet-Tasche aus Filz und …, ach, ich glaube, das verrate ich noch nicht. Nur soviel, in einem ersten Schritt brauche ich einen wirklich großen Holzring, den ich mir leimen möchte. Ihr kennt das Vorgehen von Euren Schwingsesseln, viele dünne Leisten, die in Form gebogen und miteinander verklebt werden. Heute also ein erster Versuch, der mir gezeigt hat, dass die geschätzte Leistenstärke biegbar genug ist, um sie in den gewünschten Durchmesser zu zwingen.

<O>

Es ist kurz vor fünf und ich warte auf einen regenfreien Moment um mich auf das Fahrrad zu schwingen und zu Tini zu fahren. Den Abend werden wir bei ihr verbringen, vermutlich auch damit, den Filz irgendwie unter ihre Nähmaschine zu quetschen, was bei meiner Maschine nicht gelingt [Spoiler: bei ihrer Maschine gelingt es und mit Hilfe eines speziellen Füßchens wird der Filz auch gefördert]. Oder ich nähe mit der Hand, in diesem Fall sehe ich mich mit hochgelegten Füßen vorm Kamin sitzen. Mir ist beides recht.

Und damit beende ich vier durchgehende Wochen der etwas ausführlicheren Berichterstattung. Letztlich war es müheloser als ich dachte und ich bin mit dem Ergebnis  zufrieden. „Mehr Bilder!“ wäre ein Wunsch an mich selbst. Irgendwas ist ja immer.