25332 – Dachschaden

Heute morgen bemerke ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung in der spiegelnden Scheibe des gegenüberstehenden Bauwagens. Und wie das so ist, wenn wir etwas gespiegelt bekommen, wir sind nicht immer froh damit. So auch in diesem Fall. Ein Teil der Plane, die das Dome-Dach bildet, flattert im Wind. Dass sie locker ist, weiß ich schon lange. Ich habe sie sogar schon einmal provisorisch mit ein paar Klebebandpunkten am Flattern gehindert, damit ich entsprechendes Reparaturmaterial besorgen und die Reparatur zu einem späteren, besseren Zeitpunkt ausführen könnte. Wir wissen, es gibt kaum etwas Beständigeres als Provisorien.

Die Verschleppung dieser notwendigen Reparatur ist eine Mischung aus Vergesslichkeit und Verdrängung. Seit dem ich vom Dach gefallen bin (mit allen unerfreulichen Konsequenzen daraus), gehe ich nicht mehr gerne darauf. Die Stellen, die jetzt aufgehen, sind genau die, die ich nach meinem Unfall noch aufführen musste, um dass angefangene Dach fertigzustellen. Mir war nicht wohl auf dem Dach, die Verarbeitungstemperatur des Klebers war gerade so eingehalten und vermutlich arbeitete ich einfach schlecht.

Heute muss ich bemerken, dass nicht etwa eine wundersame Selbstheilung stattgefunden hat, sondern alles noch schlimmer geworden ist. Vor allem aber: es besteht dringender Handlungsbedarf, so einer von der unaufschiebbaren Sorte. Ich muss auf’s Dach und das Ganze wenigstens provisorisch (siehe oben) mit ein paar Klebepunkten  fixieren, bis ich es richtig machen kann.Von der Dome-Spitze hängt noch immer und absichtlich das Sicherungsseil herunter – vermutlich lebt darauf und darin noch viel mehr als nur das sichtbare Laubmoos -, das dennoch funktionstüchtig ist. Ich ziehe mir also das Sicherungsgeschirr an und steige ungefrühstückt aufs Dach. Die gute Nachricht ist: ich fühle mich sicher, anscheinend habe ich meine Ängste in Bezug auf die Dacharbeiten verloren. Es gibt sie also doch, die wundersame Selbstheilung. Die schlechte Nachricht: bei nahem betrachtet sieht alles noch viel schlechter aus und die Reparatur wird aufwändiger, als ich mir das wünsche. Und vor allem: un-aus-weich-lich!

Aber heute wird daran und dafür nichts mehr geschehen. Im Zusammenhang mit der Reparatur gilt es, einen Zielkonflikt aufzulösen oder irgendwie damit umzugehen. Neben der schlechten Arbeit gibt es einen zweiten, physikalischen Faktor, der das Aufreißen begünstigt. Die Plane zieht sich im Winter wegen der Kälte zusammen und gibt Spannung auf die Klebenähte. Im Idealfall halten auch die schwächsten davon dieser Spannung stand, andernfalls reißen sie auf. Folglich, Ziel Eins, würde ich gerne im Winter kleben, wenn die Plane maximal zusammengezogen ist, damit Spannung gar nicht erst entstehen kann (und mit den Falten, die es dann bei sommerlicher Ausdehnung gäbe, könnte ich leben). Andererseits, Ziel Zwei, würde ich gerne im Sommer arbeiten, weil der Kleber eine Mindestverarbeitungstemperatur von fünf Grad hat, alles darüber aber deutlich hilft (die anderen, guten Nähte beweisen das auch, sie wurden bei sommerlichen Temperaturen und Sonnenschein ausgeführt). Der Kompromis liegt irgendwo dazwischen. Vermutlich irgendwo im Frühsommer, also schon ganz bald. Hmm …

 

25331 – Achterbahn

Ich bin gerade sehr frustriert. Und das nachdem im ersten Teil des Tages alles sehr schön lief. Ohne weitere Planung beschließe ich am Morgen, dass heute der Tag sein würde, an dem der große Bildschirm seinen Platz bekäme. Eine zunächst angedachte, boden- beziehungweise regalständige Ausführung neben dem Bett verwarf ich früh im Prozeß als zu statisch. Letztlich kam ich wieder bei Aufhängen heraus; ich mache das gerne, Bildschirme aufhängen.Die ersten Funktionsprüfungen mit dem Chromecast gelingen alle und ich sehe einen gemütlichen Fernsehabend auf mich zukommen.

Der gewählte Ort für den Bildschirm mag ungewöhnlich erscheinen, die Wahl ist der Versuch, das großformatige Teil möglichst wenig im Sichtbereich zu haben, es – wenn auch unvollkommen – etwas unauffälliger zu machen. Ich denke, das ist gelungen.Ich war also ganz zufrieden mit mir, nur noch schnell …

Großer Fehler, nur noch schnell … . Den PC dazu überreden, den Chromecast zu bespielen, kann ja eigentlich nicht so schwer sein. Anfangs kann ich wenigstens aus dem VLC-Player Filme abspielen, mehr will ich eigentlich nicht, zumindest nicht für diesen Abend. Wenn es einfach ginge fände ich es auch schön, den ganzen Bildschirm zu streamen, aber das ist eigentlich nur optional. Mittelfristig kommt der PC unterhalb des Bildschirms zu stehen und wird direkt als Monitor verwendet, dann ist die Streaming-Variante ohnehin nicht mehr notwendig.

Ich mache es kurz, nur-noch-schnell wuchs sich zu einer mehrstündigen Aktion aus, an deren Ende steht, das keiner der schon funktionierenden Wege, einen Inhalt von PC, Phone oder Tablet zum Bildschirm zu streamen funktioniert, keiner – nothing, nada, niente -, alles zerschossen. Jetzt bin ich am Ende meiner Konzentrationsfähigkeit angelangt, will auch nicht mehr und mache für heute Schluß mit (un)lustig. Kann keiner sagen, ich hätte es nicht versucht.

25330

Wenig überraschend habe ich mit der Ordner-Aktion weitergemacht. Und das Foto zeigt, dass der Plan, alle Ordner in diesem Eck unterzubringen, nun, so fast aufgeht.Andererseits, die Ordner auf dem Boden sind gar keine Ordner, es sind Bücher. Also eigentlich Ordner, die die Kopien von Büchern enthalten. Und damit aus der Kategorie Ordner auszuschließen. Und klar, wenn es noch Platz gäbe, kämen die dahin. Da es keinen Platz gibt, werde ich eine andere Lösung finden. Ein Ordner wird vermutlich ganz einfach im Müll landen. Bei einem anderen ist vorstellbar, dass ich irgendwo im Internet eine elektronische Version davon finde und ihn danach wegwerfe. Die Textsammlung aus dem Studium zu Theorien der Kreativität werde ich vermutlich in eine Sammlung von pdf-Dateien umwandeln (der Drucker/Scanner sollte das können, ich muss nur noch herausfinden, wie ich es ihm sage). Und sobald all das geschehen ist, ist der Plan ganz aufgegangen.

Aber noch nicht umgesetzt, denn wie auf dem Bild leicht zu erkennen ist, fehlt noch das Regal. So, wie die Ordner da ihren Raum einnehmen ist das nur proof of concept. Stört mich so erstmal nicht, das Regal ist an einem Nachmittag entspannt gesägt und geschraubt. Und genau dafür, für einen entspannten Nachmittag, werde ich mir die Aktion aufbewahren.

25329 – Ganztägig Ordner gesichtet

Im Moment finden viele Dinge ihren Platz. Das Bild oben links zeigt den Ort, an dem ein Regal entstehen wird, in dem dann die Ordner stehen werden.Das Aussortieren war und ist immer noch eine schwierige Aufgabe. Am Abend ist zumindest soweit Ordnung geschaffen, dass ich weiß, welche Ordner genau so bleiben, wie sie sind, welche ich nocheinmal anschauen muss, und was von all dem anderen herumliegenden Papierkram in bereits bestehenden Ordner einsortiert gehört. Klingt übersichtlich, ist in den Details aber hirnverzwirnend.

Schwierig zu beurteilen sind nicht die Bescheide, Verträge, Handbücher und Kaufbelege. Wie immer sind es die emotionalen Altlasten und -freuden, die für langes und gedankenschweres Herumsitzen sorgen. Briefwechsel mit Ex-Freundinnen, Studienkollegen und ausgewanderten Freunden, daneben Zeichnungen meiner Kinder, eigene Skizzen und Ideen für den Dome-Bau, für Webseiten und Navigationselemente, all das wurde ja absichtsvoll lange Jahre aufbewahrt, es jetzt wegzuwerfen …

Und so verging der Sonntag. Montag, also dann wenn Ihr das (frühestens) lest, sitze ich vermutlich schon wieder dran.