25565 bis 25575 – Lissabon, 30.10. bis 9.11.2026

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25565 – Anreisetag

Gegen 7.30 Uhr holt mich A. ab und unbestimmte Zeit später stehen wir am Bahnhof Linden, wo wir auf die Regionalbahn nach Frankfurt warten. Weiter zum Flughafen …, ach, da kommt nichts wirklich überraschendes, wir fliegen nach Lissabon und fahren dort mit der Metro bis zu unserer Unterkunft. Dem Vorschlag des künstlich-intelligenten Reiseplaners folgend, haben wir bei der Ankunft sogar schon eine Kleinigkeit zum Frühstück eingekauft. Stichwort „künstlich-intelligent“, in den Reisebeschreibungen der letzten Jahre habe ich immer darauf hingewiesen, dass ich nichts zu den erwähnten Sehenswürdigkeiten oder besuchten Orten schreibe, da das alles nachzulesen ist, sei es im Internet oder irgendwelchen Reiseführern. Daran hat sich nichts geändert und das wird auch so bleiben. Aber dank künstlich intelligenter Hilfe ist es jetzt mit wenig Aufwand möglich, kleine Info-Boxen zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten einzuarbeiten, die Euch dann die Wahl lassen, einfach nur meinen Text zu lesen oder die Boxen aufzuklappen und zusätzliche KI-generierte Infos zu bekommen. Das eine bleibt vom anderen streng getrennt, ihr habt die Wahl. Während der Bloggerei aus Wien hat es sich bewährt, für die einzelnen Tage nicht jeweils eigene Beiträge anzulegen, die ich dann am Ende doch wieder zusammenführen würde – der Übersicht und der Chronologie wegen -, sondern direkt in einen Beitrag zu schreiben. Diese Reise ist der eine Beitrag dazu sogar schon vorstrukturiert, er muss nur noch geschrieben werden. Regelmäßige Leser springen mit dem Link rechts oben zum tagesaktuellen Beitrag, Laufkundschaft fängt einfach oben an und endet unten, wann auch immer das dann sein wird. Vielleicht habt Ihr es geahnt, bis hierher ist der Text vorgeschrieben. Das nächste Kapitel kommt aus Lissabon.

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Bei 24° Grad in Lissabon angekommen. Keine besonderen Vorkommnisse. Das Schwierigste an der Reise war, die portugiesischen Fahrschein-Automaten zu verstehen. Oder nein, noch etwas schwieriger war der Aufstieg zu unserer Unterkunft, eigentlich nur 15 Minuten zu Fuß, die aber einige steile Treppenaufstiege beinhalteten. Während wir aufstiegen dämmerte es schon und als wir die Unterkunft erreichten war es gerade noch nicht dunkel. Wir richteten uns ein, gingen die Stufen zum Essen nocheinmal herunter und sehr viel später wieder hinauf. Wir sind gut angekommen.  

25566 – Samstag

Am Morgen sitzen wir auf der Stufe vor der Tür und kommen langsam in den Tag. Unsere Unterkunft liegt in Alfama, einem touristisch gut erschlossenen und historischen Viertel mit vielen kleinen labyrinthisch verschlungenen Gässchen, in denen es gefühlt immer bergauf geht.Weil wir gestern nicht auf den künstlich-intelligenten Reiseführer gehört haben, ist ein kleiner Lebensmitteleinkauf der erste Punkt auf der inneren ToDo-Liste. Aus dem gleichen Grund gehen wir aber, als wir dann unterwegs sind, ersteinmal ausgiebig frühstücken. Schon auf dem Weg stehen wir länger an irgendwelchen Stellen herum, als wir wirklich unterwegs sind. Das sind nicht die ausgewiesenen Sehenswürdigkeiten, sondern Dinge, die wir des Sehens für würdig halten.Nur so bleibt die Zeit und die Muse, briefmarkengroße Sticker an Laternenmasten  und anderen, wenig attraktiven Stellen zu entdecken, die bereits bekannte Motive wiederholen.Und so geht es den Tag über weiter. Das umso mehr, weil wir das Viertel über das Suchen von Geo-Caches erkunden. Das führt uns auch in unmittelbare Nähe echter sakraler Sehenswürdigkeiten, die wir von außen würdigen, aber uns nicht von innen ansehen. Es kommt der Tag, da hat der Mensch genug Kirchen gesehen.Zumal es genug anderes zu bestaunen gibt, zum Beispiel gut getarnte Streetart.Oder auch solche, die unerwartete Einblicke gewährt.Erst spät im Tag erinnern wir uns an den Lebensmitteleinkauf und an einen Supermercado in der Nähe der Unterkunft. Dort kaufen wir die benötigten Lebensmittel. Wir sind vom Laufen und der Sonne müde, machen „zuhause“ eine Pause, gehen am Abend nocheinmal essen, kommen gar nicht mal so spät zurück und brauchen trotzdem bis kurz vor zwölf um ins Bett zu kommen.

25567 – Sonntag

Alter Soldaten- und Touristenbrauch: den höchsten Ort der Stadt erklimmen! Wir machen da keine Ausnahme, erfüllen unsere Touristenpflicht und besuchen das Castelo de São Jorge. Was von außen einen ziemlich überlaufenen Eindruck macht, ist von innen eine ziemlich entspannte Angelegenheit, weil alles sehr weiträumig angelegt ist. Auf dem Weg vom und zum Castelo erleben wir uns in bester touristischer Gemeinschaft, meint: es kommen zu keinem Zeitpunkt Zweifel auf, dass mensch gemeinsam vielen anderen auf dem richtigen Weg (dem zum Castilo) ist. Und während einerseits von Seiten der Stadt viel für den Tourismus getan wird, erleben viele der in ihr Wohnenden das als weniger wünschenswert und hätten ihre Stadt gerne für sich. Wir kennen das auch aus anderen touristisch überlaufenen Städten. Im Foto rechts sind die gelben Aushänge leider nicht mehr lesbar, sie lauten: Menos turismo, mais bairro. Übersetzt etwa: Weniger Tourismus, mehr Kiez.Zweites Ziel des Tages ist der Praça do Comércio, einst einer der größten Plätze der Welt, heute nichts, worüber mensch sich wundern würde.Auf dem Weg dorthin, eigentlich auf jedem Weg, fotografiere ich sehr, sehr viele Kacheln und gelegentlich auch Pflasterungen und, ja, auch Streetart jeglicher Qualität. Da gibt es sicher irgendwann ganze Sammlungen zu sehen, aber halt nicht heute. Denn ich bin von der ganzen Lauferei sehr viel müder, als ich erwartet hätte.

25568 -Montag

Erstmal nur ein paar Bilder. Mehr für mich, um den Tagesablauf im Kopf zu behalten. Vielleicht schon morgen trage ich das genauer nach. Halt nur nicht heute, denn ich bin von der ganzen Lauferei sehr viel müder, als ich erwartet hätte. Ja, ich weiß, ich wiederhole mich.

Das MACAM ist ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, das auf der privaten Sammlung von Armando Martins beruht. Die Sammlung umfasst portugiesische und internationale Kunst vom 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Besonders interessant ist die Verbindung des historischen Palácio Condes da Ribeira Grande mit moderner Museumsarchitektur. Dadurch wird nicht nur Kunst ausgestellt, sondern auch das Verhältnis zwischen historischem Baubestand und zeitgenössischer Gestaltung erfahrbar.

[LX Factory, ggf. Popup-Box]

[Túnel de Alcantara]

25569 – Dienstag

Wir starten mit einem sehr losen Plan in den Tag. Bisher ist es uns nicht gelungen, vom Meer aus unsere Unterkunft zu sehen. Oder wenigstens die Kirche in unmittelbarer Nähe zu identifizieren, der in unserer Vorstellung  der Glockenturm fehlt. Heute soll das anders werden. Unmittelbar unterhalb der Kirche  und sehr nah bei unserer Unterkunft liegt ein Aussichtspunkt, von diesem aus suchen wir einen Standort nahe des Meeres, zu dem wir dann laufen. Jetzt können wir uns wenigstens sicher sein, dass wir eine Sichtachse zum Aussichtspunkt haben und finden ihn dann auch. Erstaunlicherweise hat die Kirche dahinter einen Glockenturm. Denn hat sie auch noch, als wir am späten Nachmittag wieder am Aussichtspunkt vorbeigehen. Wie mit vielen Dingen, so auch hier, wenn mensch weiß dass sie da sind, sieht mensch sie auch. 

Schuss und Gegenschuss, der Pfeil im oberen Bild zeigt auf die obere Etage/Ecke eines gelben Hauses, in dessen Erdgeschoss wir wohnen, der Kreis zeigt die LAge des Aussichtspunktes. Im unteren Bild der Blick zum Meer, das Kreuzfahrtsschiff wird alle zwei Tage ausgewechselt, dann ist sehr viel mehr vom Meer zu sehen.Im Folgenden gehen wir nochmal zum Praça do Comércio, von dort aus wollen wir zunächst das Geschäftsviertel erbummeln, ein Plan, von dem wir schnell abkommen. Es ist unglaublich voll, überlaufen voll, und so verschieden von anderen Einkaufsstraßen in Großstädten ist diese auch nicht.

Die Rua Augusta ist die zentrale Fußgängerstraße der Baixa. Sie verbindet die Praça do Comércio mit dem Rossio und zeigt die regelmäßige Straßenstruktur des nach 1755 neu errichteten Stadtzentrums.

Der monumentale Triumphbogen am südlichen Ende erinnert an den Wiederaufbau der Stadt. Von seiner Aussichtsplattform bietet sich ein Blick auf die geometrische Stadtanlage und den Tejo.

Ersatzweise biegen wir in Richtung auf die Kathedrale von Lissabon ab und kommen so zur ersten Innenbesichtung eines Sakralbaus während dieses Urlaubs. Kein Bild.

Wir suchen einen Cache und schlendern Richtung eines Supermarktes in der Nähe unseres Zuhause. Der ist sehr viel „superer“ als alles, was wir bisher zum Thema gesehen haben. Was vermutlich daran liegt, dass er in einem Keller liegt, der sehr viel größer ist, als alles was sich innerhalb der Oberflächenbebauung verwirklichen lässt. 

Anschließend eine ausgedehnte Pause in der Unterkunft, die wir dazu nutzen (müssen), einen Kaffeefilter und eine Kanne zu improvisieren (bisher nur im Entwurf), weil wir versehentlich die falschen Kapseln für die Maschine gekauft haben. Vermutlich werdet Ihr noch einmal davon lesen.

Abends noch einmal zum Essen raus. Und Ausklang.

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25575 – Abreisetag

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25564 – X minus 1 – #widgtsm Oktober 2026

X minus 1

Der letzte Tag vor der Reise, wenn Ihr das lest sind wir vermutlich schon unterwegs. Heute die wirklich allerletzten Vorbereitungen. Meint: solche, die auch hätten ausfallen können, Recherche zu Unternehmungen und Sehenswürdigkeiten, Duschen, die Hütte in einen Zustand versetzen, in den mensch gern zurückkehrt, so Zeug halt.

Zwischendrin letztes administratives Gedöns, solches, das nicht ausfallen darf. A. kämpft sich durch das Online-Check-in des Fluges, ich bekomme die Check-in-Instruktionen der Unterkunft und bestätige. Ganz am Ende des Abends doch noch kurz eines der vielen Hobbies gepflegt und die Reisetasche skizziert.

#widgtsm


Mein Lieblingslama begann Antworten auf schwierige Fragen oft mit: „Ja, was soll man sagen …?“ Mir geht es so mit diesem Monat und der zugehörigen Befindlichkeit. Nicht wirklich schlecht, aber auch niemals uneingeschränkt gut, alles in diesem gedämpften Zustand des Leben-geschehen-lassens, der nur weh tut, wenn mensch darüber nachdenkt.

Dabei hat der Monat durchaus einige Begebenheiten zu bieten, die ihn über andere Monate hinausheben. Es gab in diesem Monat eine Häufung zwischenmenschlicher, gelegentlich auch freundschaftlicher Kontakte, die durchgängig viel Freude machten. Was immer auch stimmungsmäßig für Entlastung sorgt und Leben-geschehen-lassen tageweise erscheinen lässt, als sei es irgendwie auch okay.

Ja, was soll man sagen?

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Es wird Euch aufgefallen sein, dass der Monatsabschluß etwas verfrüht kommt. Das hat mit der Reise nach Lissabon zu tun und damit, dass ich keine Lust hatte, mich im Urlaub mit dem Format Monatsabschluss zu beschäftigen.

Wie immer, wer es tagesgenau braucht, darf hier 25564 – X minus 1 – #widgtsm Oktober 2026 weiterlesen

25560 – X minus 5

Noch fünf Tage, dann, also am sechsten, geht es gemeinsam mit A. für einen Kurzurlaub nach Lissabon. Und obwohl ich vermutlich mein Zeug innerhalb von einem Tag zusammengepackt hätte, bin ich schon jetzt in den Vorbereitungen. Dabei befinde ich mich in einem seltsam ambivalenten Zustand. Einerseits bin ich sicher, selbst mit hypothetisch in der letzten Stunde gepackter Reisetasche – sogar wenn ich viele Dinge ebenso hypothetisch vergessen würde – gut und mit Spaß unterwegs sein zu können. Ich brauche nicht viel und das wenige, das ich brauche, gibt es vor Ort, vor jedem Ort. Solange es mir gelingt, rechtzeitig mit Perso und Bankkarte am Flughafen zu sein, sollte einer guten Zeit nichts im Wege stehen. Okay, das Phone muss auch mit. Und vielleicht das Tablet, damit ich Euch von den weiteren Abenteuern berichten kann.

Andererseits fühle ich mich schlecht vorbereitet und auf eine unbestimmte Weise unsicher. Es ist, als hätte ich etwas Entscheidendes nicht auf dem Zettel und die Subroutinen im Hinterkopf, die solche Dinge unter normalen Umständen zuverlässig an die Oberfläche bringen, liefen in sinnlosen Schleifen und dem Bewußtsein des eigenen Versagens.

Dankenswerterweise war ich in meinem bisherigen Leben frei von unspezifischen und/oder unbegründeten Ängsten.  Jetzt aber stelle mir vor, dass es so jemandem geht, der Flugangst hat. Denn wenn ich näher in das Gefühl gehe, stelle ich fest, dass meine Besorgtheit endet, sobald ich mich in Lissabon sehe. Jede Nachlässigkeit in der Vorbereitung wird sich dort klären lassen; einmal angekommen, wird alles gut sein.

Es bleibt spannend. Und spätestens am 30. abends wissen wir mehr oder fragen uns gemeinsam, was das jetzt wieder war.

25453

Im Moment gibt es wenig in meinem Leben, das ich für berichtenswert halte. Wer hier schon länger mitliest, hat das auch zweifellos bemerkt. Das ist nicht ganz so schlimm, wie es sich anhört, denn letztlich werden es die weniger wichtigen Dinge sein, die irgendwann im Rückblick interessant erscheinen. Mensch,  werden die Menschen sagen, verrückt  wie die damals …, hmm, sagen wir Kaffee konsumiert haben. Anscheinend schon morgens, verrückt.

Aber, auch das will beschrieben werden. Und genau an der Lust, etwas zu beschreiben, mangelt es gerade.

Dennoch kurz ins Tagebuch: Gemeinsam mit A. frühstücken, dann ein Stadtbummel und anschließend die Unterkunft für den gemeinsamen Lissabon-Urlaub, den wir Ende des Jahres planen, gebucht. Der ist fast zwei Jahre im Gespräch, war zwischendrin fast schon einmal abgesagt, und wird nun umgesetzt. Sehr schön das.