25409 – (K)eine Aussage

Ich möchte Euch einen Satz aus einem ungeschriebenen Blogbeitrag zum Draufherumdenken geben:

„Was ich nicht tat, bevor sie es mir unterstellte.“

Ist es nicht bemerkenswert, wie verschieden die Geschichten sein könnten, die diesem Satz vorausgehen. In Abhängigkeit davon, wie wir dieses „es“ ausfüllen, könnte sie, diese Geschichte, die gesamte Skala der Wertschätzung abdecken, von der Vermutung, ich sei in sie verliebt, bis hin zur Unterstellung, ich hielte sie für eine zutiefst verachtenswerte Person. Denn macht diese Vermutung sie nicht etwas liebenswerter und die Unterstellung etwas verach…, nein, ich neige nicht zu extremen Gefühlslagen, ersetzen wir verachtenswert durch „deutlich unsympathischer“.

Eine Geschichte aus dem wahren Leben wäre vermutlich weniger schwarz-weiß und in ihrer Herleitung etwas komplexer. Und käme dennoch zu einem ähnlichem Schluß: Unsere (auch unausgesprochenen) Annahmen bestimmen die Welt um uns herum.

<O>

PS
Ob die Welt dann so „ist“ oder wir sie nur (?) „so erleben“, wäre Stoff für die nächste Herumdenkerei.

PPS
Oder auch, ob die Vermutung/Unterstellung zuvor nicht Wahrgenommenes aus dem Nicht-Wahrgenommen-sein befreit und sichtbar macht? Käme vermutlich auf die Geschichte an.

PPPS Womit wir die getroffene Kernaussage (Annahme gestaltet Welt) schwächen oder aufheben. ich bleibe unbefriedigt-unentschieden zurück.

<O>

Wie meine Mutter schon sagte: „Bub, Du denkst zu viel!“

 

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