Noch gibt es kein Verb für ein Buch auf dem E-Reader lesen. Aber wenn es das gäbe, dann hätte ich genau das. Und zwar fast den ganzen Tag.
Die Unlust, irgendetwas anderes mit dem Tag anzufangen, schiebe ich auf das gestrige Übermaß (für meine Verhältnisse) an Aktivität und Kommunikation. Denn nach einem übervollen Tag bin ich abends spät, meint kurz vor 22.00 Uhr, nochmal nach Gießen ins Café Nachtlicht gefahren. Dort saß ich dann bis zur Schließung um Mitternacht in kleiner Runde mit einigen der Stammgäste. Das Gespräch mäanderte von Krankheiten (Demenz, Krebs und Krätze), Kleidung (Hüte, Farben, Schwarzvarianten, Gerüchen (Parfüm, unterschwellige Wahrnehmung, Balz) bis hin zum allgemein getragenen Eingeständnis (cirka 80 % der Beteiligten), dass es trotz lebenslanger Erfahrung sehr schwer ist, sich beim Essen nicht zu bekleckern. Auch AI-Slop und Achtsamkeit wurden thematisch gestreift, kurz: Tief- und Flachsinn wechselten im Gespräch sehr angenehm und schlossen den Tag gut ab.
War halt viel, deswegen heute der etwas ruhigere Angang.
