Im Journal steht, ich habe zwischen zwölf und viertel vor zwei auf der Terasse gessesen und Gedanken geordnet oder – in Klammern – sie vielleicht nur gehabt. Und tatsächlich bin ich zu Beginn des Tages in einer Stimmung, die – obwohl wirklich alles ganz und gar und vollkommen anders ist – der ähnelt, wie ich sie früher, also vor rund einem halben Jahrhundert, sehr mochte. Das verkaterte Aufwachen nach einem Fest in irgendeiner WG (wahlweise Land-WG), sich aus dem Schlafsack schälen, Kaffee suchen oder vielleicht auch das erste Bier, anderen beim Aufwachen zusehen, ins Gespräch und in den Tag kommen, langsam. Zwei/drei Stunden später dann gemeinsam aufräumen und den Vor-Fest-Zustand wieder herstellen.
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Der gestrige Tag und das folgende Fest waren sehr, nun, schön. Ich bemerke, dass mir für angenehme Zustände das Vokubular weniger gut abrufbar ist. Tagsüber habe ich gemeinsam mit der Schwiegertochter den Garten für das Fest vorbereitet, irgendwann am frühen Nachmittag kam auch der Sohn dazu, noch etwas später die Schwiegerfamilie. Irgendwann gegen sechs Uhr abends, dem Zeitpunkt, zu dem die ersten Gäste erwartet wurden, waren wir auch näherungsweise fertig. Und das überraschend erfolgreich, allerlei Buschwerk war zurückgeschnitten, die Wiese in Teilen gemäht, Wege erkenn- und begehbar, der Pavillon gestellt und die neue St.Pauli-Fahne gehisst [die Ösen, schreib was über diese fucking Ösen, …, ach egal]. Das Fest konnte beginnen.
Eingeladen waren Familie, Wahl-Familie, Freunde, ehemalige Kollegen sowie Ausbilder und sogar Kita-Freunde des Enkels, meint: die Altersspanne ging von fünf bis achtundsiebzieg, entsprechend ging es sehr erwachsen und jugendfrei zu. Und ausgesprochen gut gelaunt, viele verschiedenen Menschen, die sich zum Teil mehrere Jahre nicht gesehen hatten, es gab viel zu erzählen. Richtig viel, bei steigender Stimmung im Laufe des Abends, gekrönt von extensivem Singen aller bekannten Geburtstagslieder aus Ost und West um Mitternacht. Anschließend rituelles Geburtstagsgeschenke-Auspacken und Ausklang. Denn das Fest war in einer Länge durch den öffentlichen Nahverkehr limitiert, der letzte Bus fuhr gegen zwanzig vor zwei. Ensprechend machte sich gegen irgendwas nach eins die letzte größere Gästegruppe gemeinsam auf den Weg.
Schnell noch aufgeräumt, in weniger als einer Stunde sind die Festreste auf Spüle, Kühlschrank, Mülleimer und diverse Kisten verteilt. Festende, alle gehen, ich schlafe gegen kurz vor drei.
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Nachdem ich also Gedanken mehr gehabt als geordnet habe, setze ich mich an die obigen Zeilen.
[15.00 – 16.30 Uhr: Weiter gemeinsam aufgeräumt]
[16.30 – 18.00 Uhr: R. aus dem Hotel abgeholt und eine Runde in Bergedorf gegangen]
[18.00 -19.30 Uhr: Essen gegangen]
[19.30 – 22.00 Uhr: Familie nachhause, ich in den Garten, schlafe vor einem Video ein, erwache, schreibe diese Zeilen und gehe ins Bett.]
Wird später ausformuliert oder gelassen.
