Ich lasse mich immer mal wieder von Videos einfangen, die zum Beispiel Verhaltensänderung in 78 leicht zu merkenden Schritten heißen. Oder auch nur fünf, die angeblich bei Toyota zur Produktivitätssteigerung entwickelt wurden. Und wenn ich da etwas plausibel finde, schreibe ich auch mal mit.
Eines der von mir notierten Prinzipien heißt Gemba (und ich will hier gar nicht fragen, wie valide die Übersetzung ist): Geh‘ an den Ort des Geschehens und beobachte.
Das ist für einen Manager, der es gewohnt ist, vom Schreibtisch aus zu entscheiden, vielleicht überraschend, wenn er plötzlich in die Fabrikhalle soll. Für mich, der ich ja in, auf, oder neben meiner Baustelle wohne, ist das eigentlich Alltag, sollte mensch meinen. Ist aber nicht so.
Von meinem Schreibtisch bis zur metaphorischen Fabrikhalle sind es geschätzt zwölf Meter. Dazwischen zwei Türen und die Witterung des Tages. Und der Ortswechsel macht einen Riesenunterschied. Ich muss nichteinmal viel beobachten, sobald ich vor Ort bin sehe ich sehr schnell, was ich tun kann. Die ersten Handgriffe tun sich fast von alleine. Und ruckzuck ist der Tag vergangen und ich habe richtig was gerockt.
So geschehen heute, nachdem ich mich an Gemba erinnerte und der Idee eine Chance geben wollte. Ich merke mir das: erstmal hingehen, ganz freibleibend, wenn’s sich seltsam anfühlt, gehe ich einfach wieder. Und falls ich ins Tun komme, lasse ich es – also mich – laufen.
