25404

Ich sollte das nicht mehr tun; irgendwelche Erwartungen an den Fortgang einer Geschichte oder zukünftigen Geschehens haben oder schüren. Zuerst bin ich von mir enttäuscht, später dann auch ihr.

Dabei gibt es manchmal ja auch gute Gründe, warum Tage anders als vorhergesehen ablaufen. Heute zum Beispiel scheitert der Lebensmitteleinkauf an einem entladenen Fahrradcomputer, der jetzt am Ladekabel hängt und hoffentlich wieder lädt. Im Inneren des Teils hat sich Kondenswasser gebildet, ich vermute, weil ich nach dem Akkutausch die Dichtung nicht vernünftig eingesetzt habe. Es gäbe Details zu berichten, warum ich „hoffentlich“ schreibe. Die erspare ich Euch und lasse es dabei, dass es weitere Erkenntnisse nicht vor morgen geben wird.

Mein ideales Ich würde an einer solchen Stelle im Tagesablauf das Fahrrad ohne den elektrischen Antrieb benutzen und trotzdem einkaufen fahren. Nehmt dies, ihr Umstände, ihr widrigen, nicht mit mir, würde es sagen, mein Wille ist ungebrochen und keine Hürde hoch genug, um nicht von mir übersprungen zu werden.

Mein reales Ich würde sich lieber gekränkt ins Bett legen. Mach ich nicht, es lässt sich auch außerhalb des Bettes gut gekränkt sein. Aber, liebes Leben, wenn Du so scheiße zu mir bist, erwarte bitte nicht, dass ich heute noch auf irgendeine Weise zur Zusammenarbeit bereit bin. Nichts mach‘ mehr, nichtmal Dinge, die ich selbst für sinnvoll halte.

Soweit, so bescheuert.

Und jetzt, wo ich das aufgeschrieben sehe in all seiner selbstdestruktiven Beschränktheit …, vielleicht mach‘ ich ja doch noch was. Irgendwas.

Ein Kommentar zu „25404“

  1. Und wenn es sonst für nichts gut ist: Dieser Blogbeitrag in all seiner Konfusion und selbstdestruktiven Bedenklichkeit sagt mir doch immerhin, dass es eine gute Idee ist, heute mehr zu schaffen als nur Gekränkt-Sein. Weil: ist leichter, jedenfalls am Ende des Tages. Oder, wie der zugegebenermaßen in Depressionen wenig bewanderte Dalai Lama mal richtig bemerkte: Choose to be optimistic. It feels better. Ich versuch das jetzt mal. Danke für den Gedankengang, ich bin mitnichten enttäuscht, sondern neu motiviert, auch wenn das vielleicht unlogisch erscheint. Liebe Grüße.

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