Gesammelte Trivialitäten (5)

9.9.2024, Montag
Morgens, wieder alleine, mache ich die Trivia der letzten Woche fertig und stelle sie ein. Und nein, ich plane nicht die Einführung der Acht-Tage-Woche; dass in dieser zurückliegenden „Woche“ acht Tage beschrieben werden, ist meiner  Verpeiltheit geschuldet. Auch in meiner Wiegeliste gibt es eine Ungenauigkeit, die ich nicht mehr aufgelöst bekomme. Irgendwann sind mir die Wochentage und die dazugehörigen Daten verrutscht. Ist ja auch alles nicht so superwichtig, dann machen wir diesmal halt eine 6-Tage-Woche.

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Der Stadtgang ist wenig erfolgreich, die Stadtbibliothek hat montags geschlossen und der Optiker gerade niemand zum Vermessen meiner Augen frei. Ich fahre weiter nach Heuchelheim, dort bekomme ich einen neuen Wasserhahn für die Tauchpumpe, der alte hat sich gestern verabschiedet. Weil ebenfalls defekt und mehrfach geflickt auch gleich einen neuen Schlauch dafür gekauft. Beim Elektronikanbieter vor Ort besichtige ich das Tablet, über dessen Kauf ich mir klar werden möchte. Vom Formfaktor bin ich überzeugt, jetzt muss ich mir nur noch über die Ausstattung Gedanken machen.

Abends noch Hahn und Schlauch eingebaut, die Versorgung mit fließendem Wasser ist jetzt technisch wieder neuwertig. Das als Erfolg des Tages nehmen, der Entropie wurde wirksam entgegengetreten.

10.9.2024, Dienstag
Es hat erstaunlich lange gedauert, bis die Diät „angekommen“ ist. Meint: ich mich in dem Zustand befinde, in dem Essen einen übergroßen Anteil im Denken einnimmt, das Zählen der Kalorien genauer wird, Essensgerüche feiner wahrgenommen werden, Gelüste auftauchen und die Liste all der Speisen wächst, die nach der Diät unbedingt gegessen werden wollen. Heute ist es soweit.

Da ich die Wiege-Tabelle und auch die Nahrungsreduktion schon begonnen habe, als der Entschluss zur Diät noch in der Schwebe war, sind immerhin fast vierzehn Tage vergangen, bis es jetzt beginnt, dem zu ähneln, was ich aus früheren Diäterfahrungen kenne, meint: es mühsamer wird.

Es war ein sanfter Einstieg, der sicher auch durch die heißen Tage und hormonell bedingte Ablenkungen erleichtert wurde. Nun wird es kühler; der Kalender, das Internet und die Meteorologen sind sich einig, dass die heiße Zeit vorbei ist und es auf den Herbst zugeht. Mal sehen, wie das so weitergeht.

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Zur Nachmittagsvorstellung ins Kino Traumstern, der Filmtitel stellt die Frage „Was will der Lama mit dem Gewehr?“ und spätestens als in der Filmmitte die Kamera lange auf der Stupa verweilt, habe ich eine Idee. Vermutlich weil ich Stupas und tibetischen (buthanesischen) Buddhismus betreffend einen kleinen Informationsvorsprung habe, behalte ich am Ende des Films recht. Sehr befriedigend, das.

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Wieder bei Tini zuhause wird üppig gegessen. Erwähnenswert weil dort, anders als bei mir, tatsächlich etwas zubereitet wird, in diesem Fall Mais und Salatdressing. Ich mag das, auch wenn es im Alltag bei mir untergeht.

Und erwähnenswert, weil ich das unproblematisch in meinen tausend Kilokalorien unterbringen kann, da ich den Tag über sehr wenig gegessen habe. Da passt selbst eine doppelte Portion Salat.

Falls Euch das nun eigentlich gar nicht sooo erwähnenswert vorkommt, das habe ich gemeint mit „die Diät ist angekommen“; Essen wird im Denken überwertig.

11.9.2024, Mittwoch
Schlagartig ist es Herbst geworden, vormittags regnet es, ein guter Vorwand hinter dem PC zu verschwinden und …, auch sonst kaum etwas zu tun. Außer Traumstern-Logos herauszusuchen und interne Blogverlinkungen neu anzulegen.

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Ein Frühnachmittagsschlaf startet den Tag diesmal nicht neu. Was mich lose zu einem Gedanken bringt, den ich ohnehin noch irgendwo unterbringen wollte. Eine Abnehm-Aktion wie die hier beschriebene kommt mit einem Preis, und mensch sollte bereit sein, den zu zahlen. Das kann gelegentliche Energielosigkeit sein oder ständiges frieren, Konzentrationsmangel wird ebenfalls gerne genommen. Auch dass der Kopf ständig mit (keiner) Nahrung beschäftigt ist oder mensch Zwängeligkeiten um das Wiegen herum entwickelt, kann ziemlich nerven, sich selbst und andere.

Unabhängig davon, was gerade besonders nervt, wenn es auftritt müssen die Prioritäten klar sein. Nichts darf so viel innere Wichtigkeit erlangen, dass Du Dich selbst davon überzeugst, die Aktion abzubrechen. Etwa aus gesundheitlichen Gründen, weil Du dünnhäutig wirst oder weil Du die Sorge hast, schräg rüberzukommen. Bei Licht besehen – besser: mit vollem Bauch bedacht – hat nichts davon Bestand. Du musst nicht alles glauben, was Du denkst. Zahl den Preis.

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Abends den Traumstern-Beitrag, der ursprünglich Teil dieses Artikels war, erweitert und rückdatiert eingestellt. Passt besser.

12.9.2024, Donnerstag
Zu einer Zeit, zu der ich normalerweise noch schlafe, ein Tablet online bestellt. Lange gewollt, endlich gemacht.

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Stunden später ist seit Monaten, die sich möglicherweise zu Jahren aufaddieren lassen, im Schaufenster (so nenne ich den eingehängten Bereich zwischen den Wagen) die Alltagsfunktionalität wieder hergestellt. Tisch und Stühle sind frei und für Aktivitäten nutzbar. Oder auch um einfach nur dort zu sitzen und hinauszuschauen. Oder daran zu essen, nur damit das nicht vergessen geht.  🙂

Ebenfalls wieder voll nutzbar sind Holzpuppe (die heißt so, obwohl sie aus Plastik ist) und Sandsack (der heißt so, obwohl er mit Lumpen gefüllt ist). Ich assoziiere frei: die Dinge sind nicht ihr Name; der Mond ist nicht der Finger, der auf ihn zeigt. Und bin mit dem Tagesergebnis zufrieden.

Ab jetzt muss ich den Fokus bewußt auf Bewegung umstellen. Mein kleines Trainingsprogramm ist gestern komplett und vorgestern in Teilen ausgefallen. Hat davor aber täglich stattgefunden, auch das mal würdigen. Vermutlich werde ich solange lustlos zwischen PC und Sandsack hin und her wechseln, bis ich durch bin mit allen Übungen.

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Der erwähnenswerte Teil des Tages endet mit einer netten Plauderei. O. hatte sich angekündigt um zwei hier nicht näher zu erläuternde Themen anzusprechen. Beides keine Konfliktthemen, aber gut, wenn mensch mal drüber gesprochen hat. Ich gehe entspannt in den Abend.

13.9.2024, Freitag
Drei Uhr nachmittags, alles erledigt, was ich vom Tag wollte: Etwas im Dome, Zusatzbewegung und wenig gegessen. .

Es gibt diese Tage, an denen es mir schwer fällt, mich zu motivieren. Manchmal, so wie heute, hilft es dann, einen nicht zu engagierten Endpunkt zu definieren und diesen mit folgendem Gedanken zu begleiten: „Es war ein guter Tag, wenn [hier definierten Endpunkt einfügen] erledigt ist.“ Von daher, bis jetzt ist es ein guter Tag.

Abends kommt Tini.

14.9.2024, Samstag
Das Wohnprojekt hat eine Dachaktion am Start, Tag 3 davon.

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Das Tablet wird nachmittags zugestellt. Ich richte es ein und sehe mich kurz darauf um. Da wird noch viel zu entdecken sein.

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Hier geht’s weiter.

 

Gesammelte Trivialitäten (4)

1.9.2024, Sonntag
Mal wieder im Wochenformat. Dass sich, so die Hoffnung, vier Wochen lang fortsetzt. Ich nehme Euch mit durch hungrigen Zeiten, heute ist der erste von 28 Tagen, an denen ich nicht mehr als tausend (Kilo-)Kalorien zu mir nehmen werde. Früher hieß das Brigitte-Diät und so um mein 16. oder 17. Lebensjahr habe ich mich damit schon einmal zu einer recht passablen Figur hingehungert. Um ehrlich zu sein, ich wollte niemals mehr eine Diät machen. Mit den Jahren – denn im Laufe meines Lebens habe ich mehrmals ausgedehnte Diät-Phasen gehabt – fiel die Gewichtsreduktion immer schwerer. Warum also jetzt?

Die Antwort ist zweiteilig und möglicherweise habt ihr beide Teile schon gelesen. Erstens, nachzulesen im „Wannenbad in Budapest„, bin ich schon einige Zeit mit meiner Physis extrem unzufrieden. Aber es gelang mir nicht, diese Unzufriedenheit in jene Art von Energie umzuwandeln, die mich handeln lässt.

Zweitens habe ich mich Mitte letzten Monats massiv verliebt und leide seitdem an mehr als einer Sorte hormonellen Ungleichgewichts. Mit der angenehmen Nebenwirkung, dass ich gerne ein besserer Mensch wäre, ersatzweise auch einfach ein leichterer. Und, wenn wir gerade beim Wünschen sind, auch ein etwas fitterer und beweglicher. Irgendwie hat auch ein verlorener Rucksack mit allem zu tun, der Text, der das beschreiben sollte, wirkt etwas unverbunden und findet seine Tonfall nicht, er kann das Geschehen nicht so erzählen, wie es sich im nichtsprachlichen Teil meines Hirns darstellt. Ein Rucksack geht verloren, in der Folge werden Entscheidungen getroffen, irgendetwas rutscht metaphorisch an seinen Platz, unerwartet wird Unzufriedenheit zur Tatkraft und alles scheint möglich. So ungefähr.

2.9.2024, Montag
Ich starte in den Tag mit der letzten halben Stundes des Films, den ich gestern abend nicht mehr zuende schauen wollte. Ein schmales Frühstück und ab in den Dome. Für das, was anliegt, braucht es kaum Konzentration und das ist gut so. Tini und ich haben in den letzten beiden Tagen viel gesprochen, nicht nur Leichtes. Wir beginnen unsere Päckchen aufzupacken, Teile davon wabern unsortiert im Hirn, werden das wohl noch eine ganze Weile tun.

Kurz nach zwölf ziehe ich mich in den Wagen zurück, vordergründig wegen der Hitze, aber vielleicht ist es auch einfach nur das, ein Rückzugsbedürfnis. Mir fehlt Schlaf und ich fühle mich erschöpft. Nun ist es erklärtes Ziel der kommenden 28 Tage, besser mit mir umzugehen, nicht schlechter. Mein ohnehin geringes Aktivitätslevel beizubehalten ist gerade nicht das Problem, der fehlende Schlaf schon. Ich gehe ins Bett.

Eineinhalb Stunden später kommt der Tag wieder ins Rollen. Und das viel müheloser als zuvor, vieles geschieht am PC, eine kleine ToDo-Liste mit Rechercheaufgaben wird abgearbeitet, am Sandsack frische ich ein paar alte Bewegungsabläufe wieder auf, Emails werden geschrieben, alles fein. Als der Abend beginnt etwas abzukühlen, schließe ich im Dome den morgens begonnenen Arbeitsschritt ab.

3.9.2024, Dienstag
Schon lange nicht mehr so viel gefühlt. Nicht nur Schönes, meine Unsicherheit produziert ganz nebenbei mehr Ängste und Sorgen als mir gut tut. Andererseits ist da auch viel Zuversicht. Und Antrieb, von dem ich noch unsicher bin, ob er durchbricht; mir ist, als könnte ich beliebige Fähigkeiten aus meiner Vergangenheit einfach wiederbeleben.

Es fällt mir noch schwer zu differenzieren, was in dieser Herumfühlerei woher kommt. Verliebtheit, Nahrungsmangel und Eindrücke aus den Gesprächen mit Tini, da wirkt vieles zusammen, was vielleicht nicht zusammen gehört.

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12.20 Uhr, ein kritischer Arbeisschritt im Dome ist bewältigt, ich ziehe mich in den Wagen zurück, um den Rest des Tages zu strukturieren. Ungewöhnlich genug, aber der braucht das, dieser Tag. Nachmittags einen Termin beim Hausarzt, der vorbereitet sein will, davor verschiedene Gänge in der Stadt, auch solche, deren Dauer schlecht einzuschätzen ist. Der Optiker zum Beispiel, immer wieder überraschend, wieviel Zeit man dort verbringen kann. Ein Lebensmitteleinkauf steht an, okay, der muss ans Ende der Liste. Wißt Ihr was, ich geh‘ da jetzt mal dran.

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Furchtbar wie die Welt sich ständig verändert, da will man eiinmaahl in den Mediamarkt, und dann ist der schon drei Wochen vorher an einen anderen Standort umgezogen. Etwas später: Rossmann ist auch nicht mehr da (später in der Woche versichern mir Menschen meines Vertrauens glaubwürdig, Rossman sei durchaus „ungefähr dort“, wo ich ihn gesucht habe). Ansonsten alles erwartungsgemäß, gut so.

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Der Arzttermin war das eigentlich Interessante. Es handelte sich um einen Kontrolltermin wegen einer Dosiserhöhung. Unter Auslassung medizinischer Details und auftretender Nebenwirkungen: ich bin zufrieden mit der vorgenommenen Medikamentenumstellung auch eines aktuellen Medikaments.

Meine sehr aktuelle Frage, wieviel Sport ich auf welchem Leistungsniveau noch treiben sollte, blieb unbeantwortet. Dafür gab es den Hinweis auf „coronare Sportgruppen“, die es wohl auf Rezept zu besuchen gibt. Die Leiter seien Mediziner und im Fall der Fälle stünde eine Notfallversorgung bereit. Der Besuch sei aber vorher mit der Herz-Ambulanz abzuklären, das als Hausaufgabe.

4.9.2024, Mittwoch
Früh aufgestanden und zwischen neun und zehn erstmal im eigenen Blog hängengeblieben. Ich les‘ mich wirklich gerne! Selbstbespieglung; Ihr dürft mich Spiegeläffchen nennen.

Ich würde den rückdatierten autobiografischen Teil gerne ausbauen, gar nicht mal so sehr für mich (ich habe das in Tagebüchern und Bilderalben), sondern für „die Nachwelt“, vielleicht Enkel Ben, falls er sich später mal dafür interessiert. Ich gebe der digitalisierten Form der Aufzeichnungen eine größere Chance, durch die Zeit zu kommen, als der physischen. Anstatt einer großen schweren Kiste, die bei jedem Umzug lästiger wird, liegt irgendwo eine zip-Datei meines gegenwärtigen Computerinhalts herum (ja, macht das bitte), bis sich jemand dafür interessiert.

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Alles fühlt sich nach Pausentag an. Anlassbezogen ist bis Mittag gespült und aufgeräumt, dann passiert nicht mehr viel.

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Dachte ich. Wie soll denn einer Pause machen, wenn weder passende Literatur noch eine wirklich gute Lesebrille am Start ist? Also doch etwas trainiert, später aus reiner Müßigkeit eine Maschine Wäsche gewaschen und noch später stand ich schleifender- und ölenderweise wieder im Dome. Abends kommt Tini vorbei, mehr brauche ich nicht für einen angenehmen Ausklang.

5.9.2024, Donnerstag
Der Baumarktanlieferer holt mich aus dem Bett, ich bin zum Glück schon wach und halbwegs fit. Bedeutet, dass ich ab elf dabei bin, OSB-Platten von der Grundstücksgrenze zum Dome zu tragen. Das geschieht in kleinen Portionen mit mehreren kleinen und einer großen Pause dazwischen. Die letzte Platte trage ich gegen halb zehn abends in den Dome. Zu dem Zeitpunkt bin ich nur für diese Aktion 10200 Schritte gelaufen und habe dabei 933,36 Kilogramm um geschätzte 50 Meter versetzt. Mein Bewegungsprogramm gilt damit für diesen Tag als übererfüllt.

Zwischendrin musste ich noch einmal mit dem Fahrrad in die Stadt. Hauptsächlich nicht verschriebener Medikamente wegen, deren Verschreibung und Abholung nun nachgeholt werden musste. Nebenbei gehe ich nochmals zum Optiker. Dort hatte ich vorgestern viele Selfies mit den verschiedensten Brillen gemacht und gemeinsam mit Tini eine Vorauswahl getroffen, heute sind weitere Selfies zu machen, mit rahmenlosen Gestellen und Farbvarianten des gegenwärtigen Favoriten. Dies getan, geht’s zu Tinis Laden, dort schauen wir in einem ruhigen Moment die neuen Bilder an und eine Brillenentscheidung fällt. Das ist vergleichsweise spät im Geschäftstag und als ich wieder beim Optiker stehe, ist dort soviel Kundschaft, dass ich an diesem Tag nicht mehr mit einer Sehstärkenvermessung rechnen kann.

Auf dem Rückweg mache ich den seltsamsten Lebensmitteleinkauf meiner bisherigen Einkaufshistorie:

Gemüse, oder so.

6.9.2024, Freitag
Die Art und Weise, wie ich gerade meine Tage verbringe, ist bemerkenswert. Von außen betrachtet, muss das sehr unfokussiert wirken. Weil ich die zusätzliche Bewegung irgendwie im Tag unterbringen will, andererseits aber keine Lust habe, mein kleines selbstgestricktes Programm am Stück herunterzuturnen, breche ich es in mehrere kleine Einheiten, manchmal sogar nur einzelne Übungen, auf. Dazwischen mache ich dann irgendetwas anderes, mal im Dome, mal am PC oder ganz woanders. Eben noch hier bin ich im nächsten Moment schon dort. Das zusammen gedacht mit den notwendigen Stadtfahrten, oder wie heute zu Tini nachhause, fühle ich mich ungwohnt aktiv, obwohl eigentlich nicht mehr geschieht als das, was ich auch sonst mache. Plus Bewegung halt.

7.9.24, Samstag
Ein wunderbar vertrödelter Morgen bei Tini. Während sie ab acht Tini-Dinge tut, ab neun auch aushäusig, bleibt es mir überlassen, g.-Dinge zu finden, die an den Ort passen.

Solange sie noch da ist, bin ich superzufrieden damit, auf der Terasse zu sitzen, Kaffee zu trinken, ihr zuzuschauen (immer dann, wenn sie durch das überzeugend idyllische Bild läuft) und meine Gedanken und Gefühle zu sortieren. Nebenbei gibt es eine ToDo-Liste für Montag.

Später, alleine mit Haus und Grundstück, Tini auf dem Weg zum Laden, versuche ich mir eine Morgenroutine vorzustellen, die in diesen Rahmen passt. Für eine, die meiner eigenen zuhause maximal ähnlich wäre, brauche ich ein Tablett. Wie gewohnt den Tag damit beginnen, das Internet leerzulesen. Klingt gut.

Für heute nehme ich Zuflucht zu dem, was ein idealer g. täte: ich mache die Form in ihrer langsamen und konzentrierten Variante und meditiere 15 Minuten. Für dieses erste Mal ist es gut, dabei alleine zu sein. Ich kann mir im Garten in Ruhe den Ort suchen, an dem ich sitzen möchte. Von nun an kann ich dahin zurückkehren. Ein Ort im Haus wird noch zu finden sein.

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Wieder zuhause erstmal kurz in den Dome, danach einen Mittagsschlaf, der nur deshalb wichtig ist, weil ich am Abend Thekendienst im Café Nachtlicht habe.

8.9.24, Sonntag
Nachdem am Donnerstag das Material für die Innendämmung des Domes gekommen ist, beginne ich heute, den Dome umzuräumen und auf den nächsten Arbeitsschritt vorzubereiten. An der Fensterfront ist eine letzte Kleinigkeit offen, die in den nächsten Tagen noch folgen wird. Eine Zeit des Übergangs, eines noch nicht ganz fertig, ein anderes gerade noch nicht begonnen.

Ab Mittag ist Tini da, den angedachten Besuch einer nachmittägliche Open-Air-Veranstaltung lassen wir des Wetters wegen fallen. Zwischendrin bin ich noch kurz auf dem Plenum, ansonsten geht es uns gut.

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Hier geht’s chronologisch weiter.

Bennenung von Bezugspersonen, die

Seit längerem beobachte ich, wie in Blogs auf Personen des näheren Umfelds Bezug genommen wird. Allem voran die jeweiligen Lebenspartner und Kinder, weniger im Fokus die jeweiligen Nebendarsteller, Freunde, Verwandte und Bekannte. Mittlerweile gibt es eine kleine Sammlung der Bezugsnamen:

Die jeweiligen Lebenspartner
ich: Lieblingsmensch
Buddenbohm: Herzdame
Frau Brüllen: der Hübsche
Vorspeisenplatte (Kaltmamsell): Herr Kaltmamsell
hmbl: die Liebste, Frische Brise: der Liebste
es regnet: meine Frau
LandLebenBlog: der Gatte
The Diary of Kitty Koma: der Graf
Draußen nur Kännchen: der Reiseleiter (ev. einmalig)
Vergessen wer: der Mann, Herr H. (H. zugleich erster Buchstabe des Blogs),

Die Kinder
ich: H., M., LLT
Herzbruch: Realname, Spitzname oder andere Bezugnahme
Frau Brüllen: Q. (also Initiale mit Punkt)
Budddenbohn: Sohn 1, der andere Sohn
Draußen nur Kännchen: K1, K2 (durchnummeriert)
Inchs Blog: die Prinzessin

Die Eltern
kreutzberg sued-ost: der Kanzler (Vater)

Der Anlass für diese kleine Sammlung war die Unzufriedenheit mit meiner eigenen Praxis der letzten Jahre, nur noch die Initiale des Vornamens zu nennen. Mit wenigen Ausnahmen, der Lieblingsmensch war genau dies – bis die Beziehung endete. Und Tochter H. war lange LLT – bis ich aus hier nicht zu nennenden Gründen davon Abstand nahm. Kurz, ich suchte Anregung.

Die ich nicht fand. Zugleich ist meine Unzufriedenheit zurückgegangen, denn mir ist aufgefallen, dass ich es meist nicht bei der Initiale lasse, ich schreibe von Tochter H., Freund J. oder Nachbarin C.. Die etwas dürre Initiale erinnert mich im Text daran, der Person eine Funktion zuzuweisen. Das ist, gerade für Gelegenheitsleser, einsteigerfreundlich.

Und warum komme ich gerade jetzt damit um die Ecke? Weil sich diese kleine Sammlung schon viel zu lange in meinem Entwurfsordner herumtreibt und darauf wartet, dass ich irgendeinen weiterführenden Gedanken dazu entwickle. Was wohl nicht mehr geschehen wird.

Und zweitens um, was meine Praxis der Bennenungen angeht, eine Ausnahme anzukündigen. T. ist ab jetzt Tini, sie ist mit hervorgehobener Selbstverständlichkeit da, einfach da. Falls Ihr Euch wundert …, das tue ich auch.

WMDEDGT August 2024

Regelmäßige Leser des Blogs wissen es schon, anfangs des Monats war ich gegen jede Gewohnheit spontan und habe ein Festival besucht. Der Besuch des „Mind On Fire“ ist schon gut beschrieben, wenn ihr das noch nicht gelesen habt, könnt ihr es hier nachholen.

Direkt im Anschluss war Tochter H. für 10 Tage zu Besuch, zu Beginn und gegen Ende dieser Zeit auch ihr Freund M.. So kam es, dass die ersten 13 Tage des Monats mit Plaudereien vergingen. Und so sehr wie ich jeden Moment davon mochte, so anstrengend war es auch, beständig im Kontakt zu sein. Bitte nicht missverstehen, gerne mehr davon.

Wer nicht nur regelmäßig, sondern auch aufmerksam liest, dem ist im Mind-On-Fire-Text die Auslassungskennzeichnung aufgefallen, kurz nach Erwähnung einer schwer zuordenbaren, aber schon mehrfach betont beiläufig erwähnten T.. Nun ist der genaue Wortlaut der Auslassung verloren, gemeinsam mit dem Tagebuch, das sich im Rucksack befand, der verloren ging, als ich mit dem Fahrrad auf dem Weg zu nun explizit zu erwähnender T. war. Aber ich kann euch den Inhalt kurz und stark versachlicht so zusammenfassen: „Ist die ohne Zweifel vorhandene gegenseitige Sympathie und Zugewandheit schon ein Anzeichen von romantischem Interesse?“ Die Frage blieb im Buch wie im Leben unbeantwortet.

Die Gefühlslage zu diesem Zeitpunkt ist auch in der Rückschau uneindeutig, eine Art Schrödingers Interesse, dass zugleich da und nicht da ist. Erst rund zehn Tage und mehrere Plaudereien später machen wir die Kiste auf und zu beider Beglückung ist Interesse drin. Definitiv und eindeutig.

Der Rest des Monats vergeht damit, sich gegenseitig kennenzulernen. Anderweitig stattfindendes Leben kann an dieser Stelle vernachlässigt werden. Wir sind auf unangemessene Art voneinander überzeugt und wer es kennt weiß, das muss so!

Kurz und unverschwurbelt: Da ist eine neue Liebe in meinem Leben.

Vermutlich werdet ihr noch mehr davon lesen, vielleicht aber auch nicht, denn es will gut ausbalanciert sein, wieviel ich von mir erzähle, wenn es zugleich auch die persönlichste Geschichte einer anderen Person betrifft. Nicht jede Eigenheit will öffentlich betrachtet sein. Ich werde sorgsam sein.

Wie immer, wer’s tagesgenau braucht, darf hier WMDEDGT August 2024 weiterlesen

Von Silberstreifen und Rucksäcken

Ein Beitrag, der etwas mäandert, lasst Euch einfach mitnehmen.

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Zum wiederholten Male in meinem Leben möchte ich ein paar Kilo herunter machen. Genau genommen so um die vier, erstmal, immer schön realistisch bleiben. Heute, es ist ein sonniger und heißer Tag, scheint das nicht weiter schwierig. Wer will bei solcher Hitze denn essen? Aber ich erinnere mich an frühere Abnehmaktionen und regnerische Tage und weiß um die Schwierigkeiten. Ich bin erfahren und begründet zuversichtlich.

Auf eine seltsame Weise hat mein noch sehr viel weiter gehender Veränderungswunsch mit einem verlorenen Rucksack begonnen …

Hat er?

Vielleicht auch wenige Tage vorher. Ich saß hier so am Teich und froschkönigte vor mich hin, als eine Prinzessin vorbeikam und mich küsste. Nun ist die Sache mit dem Frösche küssen ja die, dass man den Prinz nur bekommt, wenn man auch mit dem Frosch zufrieden wäre. Besagte Prinzessin küsst mich also und ich bleibe ganz absichtslos Frosch, ich neige nicht zu „schplong!“, „blop“ oder „tataah“ und dann steht der Prinz da. Dennoch, ein paar Küsse später bemerke ich, wie mir die Froschhaut spannt. Da möchte sich etwas zeigen und das, was da raus will, nun, fühlt sich nicht nach Prinz an, … aber definitiv nach einem besseren Frosch.

Soweit also die allgemeine Stimmungslage als es zu bereits erwähntem Rucksackverlust kommt. Zu dem sich zunächst nur eines sagen lässt: eigene Dummheit. Mit einem Expander schlecht auf dem Gepäckträger befestigt, damit dann über teils unbefestigte, teils schottrig-holbrige Wege, im Rückblick vorhersehbar. Ich habe schon dreiviertel des Wegs hinter mir, als ich den Verlust bemerke, kehre um, aber kann den Rucksack nicht wiederfinden. Später fahren wir die Strecke noch einmal mit dem Auto ab, am Werktag darauf stelle ich bei den zwei in Frage kommenden Fundbüros eine Online-Verlustanzeige. Der Rucksack bleibt verschwunden.

Der verlorene Inhalt ist überschaubar, Schuhe, etwas Wäsche (oh, der Lieblings-Lungi aus Indien), Zahnbürste, E-Reader, Lesebrille und als größter emotionaler Verlust das Tagebuch. Samstags verloren, denke ich den ganzen Sonntag nicht daran und habe mich montags schon damit abgefunden, dass ich einige Zeit zur Ersatzbeschaffung aufwenden müsste.

Dienstag dann, vielleicht schon Montag abend, kommt mir der E-Reader in den Sinn und in der Folge einiges ins Rutschen. Erst vor kurzem hatte ich H. gegenüber geklagt, dass mein Konsum von Sachbüchern mit der Benutzung des E-Readers zurückgegangen ist. Der Zusammenhang ist nicht ganz so schlüssig herzustellen, hat aber damit zu tun, dass es, je nach Formatierung des E-Books, etwas hakelig sein kann, zwischen zwei Büchern, sagen wir einem Roman und einem Sachbuch, hin und her zu schalten. Was also wäre, wenn ich auf die Ersatzbeschaffung des E-Readers verzichten würde und stattdessen mal wieder in die Bibliothek ginge?

In der Biblothek stoße ich keineswegs zufällig auf zwei Bücher über die männlichen Wechseljahre und die darin enthaltenen Tipps kreuzen sich in der Folge mit froschköniglichen Häutungssehnsüchten und der generellen Unzufriedenheit mit meinem gegenwärtigen physischen Status.

Es ist eigentlich nicht schwer, zwar muss man zur Prinzwerdung sein ganzes Leben verändern, ein besserer Frosch wird man schon mit ein paar Kilo weniger, vernünftiger Ernährung und ausdauernder Bewegung. Mein sommerlich und hormonell überhitztes Hirn hält das für machbar. Zumal ja mal wieder alles mit allem zusammenhängt. Ich könnte ignorieren, dass von Diäten dringend abgeraten wird und mit einer Diät beginnen. Mit beidem kenne ich mich aus, der lebensgeschichtlich gewachsenen Abnehmstrategie und dem Ignorieren von guten Ratschlägen. Der Verzicht auf Nahrung in ausreichenden Mengen setzt Energien und Zeit frei; allein um sich von um Gummibärchen kreisenden Gedanken abzulenken möchte man Dinge tun, die einem sonst nicht in den Sinn kämen, etwa sich einzig der gesundenden Wirkung von Bewegung wegen zu bewegen. Weniger Gewicht und mehr Bewegung, check!

Vermutlich bleibt da immer noch Zeit und Energie übrig. Ich könnte, denke ich,  die ganze Nummer verbloggen. Ich will ja ohnehin mehr bloggen, und wenn ich gerade dabei bin, Schweres zu tun, kann ich das im Blog dokumentieren und es mir damit noch ein kleines bischen schwerer machen. Klingt gut!

Bei all dem bin ich natürlich voll der Realist. Vier Wochen traue ich mir die Nummer zu. Ein Kilo pro Woche runter, viermal mein Wochenformat „Gesammelte Trivialitäten“ zur Dokumentation und dabei immer schön in Bewegung bleiben.

Bin gespannt, wie’s klappt!

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Könnt Ihr hier nachlesen: Gesammelte Trivialitäten (4), (5), (6) und (7)