Wider die Hartz-Mythen

Frédéric von spreeblick.de hat sich schlau gemacht. Stimmt es eigentlich, dass

  • Arbeit sich nicht lohnt,
  • Hartz-Empfänger faul sind,
  • die Hartz-Sätze höher sind als die alte Sozialhilfe,
  • die Einführung von Mindestlöhnen Arbeitsplätze vernichtet,
  • es zu wenig Anreiz gibt, arbeiten zu gehen,
  • es keinen besseren Schutz vor Armut gibt, als eine gute Ausbildung?

Nicht wirklich überraschend: Arbeit lohnt doch

„Wer in Deutschland Vollzeit arbeitet, hat mehr als der, der nicht arbeitet“, sagt der Hauptgeschäftsführer des [Paritätischen Wohlfahrts-]Verbands, Ulrich Schneider. Dass derzeit so viele falsche Zahlen im Umlauf seien, habe vor allem damit zu tun, dass bei den Vergleichen ignoriert werde, dass Niedrigverdiener auch Anspruch auf staatliches Wohngeld und den Kinderzuschlag hätten. Dies müsse aber einbezogen werden, schließlich gehe es um den Vergleich von Haushaltseinkommen. „Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier mit falschen, weil unvollständigen Berechnungen Politik gemacht werden soll“, kritisiert Schneider.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat 196 Beispiele aus den immer wieder genannten gering verdienenden Berufsgruppen nachgerechnet. Dabei kommt er, abhängig von Familienstand und -größe,  zu einem Lohnabstand von 280,– bis 900,– Euro.

Den ganzen Artikel gibt es auf ZEIT ONLINE zu lesen.

Update (4.3.2010): Vielleicht habt ihr Euch gefragt, warum dann trotzdem dauernd und überall  das Gegenteil von dem zu lesen ist, was die Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverband behauptet. Dem geht ein Artikel des Bildblog nach.

Und leider enthält auch der oben verlinkte Artikel einen kleinen Fehler, der in diesem Fall allerdings nicht dem Journalisten zuzuschreiben ist. Der zitierte Herr Schneider weist auf „äußerst dubiose Berechnungen“ hin und nennt in diesem Zusammenhang das Karl-Bräuer-Institut. Das aber scheint schuldlos:

Weiterhin distanzierte sich das Karl-Bräuer-Institut auf Anfrage von den Ergebnissen der „FAZ“. Das Institut habe keine Vergleichsstudie angefertigt, sondern lediglich die Brutto- und Nettolöhne ausgesuchter Branchen im Niedriglohnsektor berechnet. Den Vergleich mit Hartz-IV-Empfängern und insbesondere die Unterschlagung der Freibeträge hatte demnach allein die „FAZ“ zu verantworten.

In den folgenden Tagen verbreiteten zahlreiche Medien die Zahlen der „FAZ“.

Den ganzen Artikel gibt es auf bildblog.de zu lesen.

Wo bitte geht’s zum Blog?

Lieber A.,

(…)

Vermutlich bist Du der einzige regelmäßige Leser des Blogs. Umso schlimmer, dass ich Dich Mitte November versehentlich „abgehängt“ habe. Ich habe die Blogsoftware gewechselt und – schlechter Stil, ich weiß – keine Umleitung auf die neue Adresse eingerichtet. Bleibt die Frage, ob Du viel versäumt hast. Ich denke nicht. Das ganze Ding ist noch nicht ausgereift: es sieht nicht aus, wie ich es möchte, es hat nur einen Teil der Funktionen, die ich mir wünsche, und über die Inhalte verwirre ich mich immer wieder selbst.

Aussehen und Funktionen könnte ich vermutlich fixen, wenn ich denn bereit wäre, den Aufwand zu treiben. Aber ich werde schon müde, wenn ich nur dran denke, würde sofort lieber an den Inhalten arbeiten und lasse im Anschluss an diesen Gedanken bevorzugt die Arbeit an beidem. Helfen könnte in einer solchen Situation  eine Prise der Verspieltheit und Leckt-mich-Attitude früherer Jahre. Hier mal eine Farbe wechseln, da mal eine Schriftart, und wenn es nicht passt, passt es nicht und bleibt trotzdem so. Und irgendwann kommt es schon hin.

Während es für Aussehen und Funktion also durchaus Hoffnung gibt, bleibt die Verwirrung über die Inhalte konstant. Wobei all die Konfusion auf die verschiedenen Blickwinkel zurückführen ist, von denen aus gesehen man auf diese eine Frage antworten kann: „Wieviel will ich von mir preisgeben?“.

Unter Datenschutzaspekten gesehen am liebsten gar nichts. Der große Bruder drängt zur politische Vorsicht (Und gib niemals deine größte Angst preis!). Der kleine Bruder Werbung soll nicht angefüttert werden (Und gib niemals deine wirklichen Daten an!). Manchmal ist es eng im Konsens-Korridor. Gefallsucht und Ehrlichkeit ringen um die Dominanz über den Wunsch nach Vollständigkeit (nebenbei: dessen Alles-oder-Nichts-Mentalität wirft ganz eigene Probleme auf). Dem inneren Zwerg ist nichts gut genug, neben ihm sieht jede noch so notwendige Größenphantasie mickrig aus. Reales und eingebildetes Unvermögen verbünden sich im Wunsch, nicht preisgegeben zu werden. Der Wunsch nach Vollständigkeit meldet sich von der Meta-Meta-Ebene (Schreiben über das Über-das-Bloggen-schreiben) und mäkelt, die Liste der bedenkenswerten Standpunkte sei weder vollständig noch semantisch sauber von selbstreflexiver Hobbypsychologie abgegrenzt …

Genug, ich hoffe, Du verstehst.

(…)

Terry Pratchett talks about Alzheimer’s disease and assisted suicide

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My name is Terry Pratchett and I am the author of a very large number of inexplicably popular fantasy novels.

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I intend tonight to talk about Alzheimer’s disease, which I am glad to say is no longer in the twilight, but also about another once taboo subject, the nature of our relationship with death.

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You see, the disease moves slowly, but you know it’s there. Imagine that you’re in a very, very slow motion car crash. Nothing much seems to be happening. There’s an occasional little bang, a crunch, a screw pops out and spins across the dashboard as if we’re in Apollo 13. But the radio is still playing, the heater is on and it doesn’t seem all that bad, except for the certain knowledge that sooner or later you will be definitely going headfirst through the windscreen.

(…)

I have made my position publicly clear; this seems to me quite a reasonable and sensible decision for someone with a serious, incurable and debilitating disease to elect for a medically assisted death by appointment.

(…)

Let us consider me as a test case.

(…)

Zum Vortrag springen
[via]

Update (03.01.2010): Deutsche Übersetzung des Vortrags im Freitag. Zum Teil ausführlicher als die englische Veröffentlichung, dadür an anderen Stellen gekürzt.

Freibier!

Nach Software, Musik und Filmen gibt es nun auch [intlink id=“577″ type=“post“]Design[/intlink] und Bier unter einer freien Lizenz.

Wie sag ich’s meinen Eltern? – Freebeer from Blogpiloten on Vimeo.

Nachtrag: Und freies Cola gibt es auch, nachzulesen auf dem Gemeingüter-Blog.

Und weil wir gerade bei Cola sind, zwar nicht lizenzfrei , aber von einem Kollektiv produziert und vertrieben wird Premium-Cola. Aufmerksam wurde ich darauf  durch  einen Focus-Verriss bei print-wuergt.de, in dessen Rahmen man auch viel über die konsensdemokratische Produktion von Premium-Cola innerhalb einer „arschlochfreien Kette“ erfährt.

Update (20.2.2010): Auch die taz hat Premium-Cola entdeckt (zum Artikel).