25473 – Einfach? Nöh!

Beim Abschluss meines letzten Webprojektes war ich etwas enttäuscht. Nicht über das Ergebnis – auch wenn es da deutlich Raum für Optimierungen gibt -, aber über die Zeit, die ich dafür gebraucht hatte. Nach ein paar Erholungstagen war ich bereit mich neuen Ideen zuzuwenden und die erste war, einfach etwas weniger ambitioniert zu sein. Mal schauen, was ginge, wenn ich einfach nur eine Technik verwenden würde und die stumpf abarbeite, bis der Flickenteppich fertig ist. Muster egal, Farben egal, Übergänge und Wiederholungen egal. Einfach alles egal, nur machen.

Aber heh, so bin ich nicht. Abermals ein paar Tage später erwischte ich mich, wie ich in Gedanken schon deutlich komplexere Konzepte ausprobierte. Oder an unorthodoxen Lösungen tüftelte, wie ich den Abschluss des Teppichs besser gestalten könnte. Aber …, bei allem die Frage, warum ich soviel Mühe in eine bessere Fußmatte investieren sollte.

Das ist noch immer unbeantwortet, aber manche Dinge lösen sich dadurch, dass die Frage weggeht. Und das muss irgendwann in den letzten Tagen geschehen sein, keine Ahnung, wo sie hin ist, die Frage. Ich bemerke ihr Fehlen auch nur, weil ich heute mit einem neuen Projekt begonnen habe, das an gleich zwei Stellen spürbar, nun, experimentell ist. Es wird einen weiteren runden Flickenteppich geben. In dessen Mitte soll es ein Hahnentrittmuster geben, in dem Kett- und Schussfäden ununterschieden sind. Und dort, wo sonst der Abschluss notwendig wird, wird der schon von Anfang an mitgedacht und gewebt. Was gegen Ende der Arbeit dann nochmals mehr Mühe machen wird, als es der Abschluss ohnehin wäre, um sich den Abschluss zu ersparen. Es ist wie im Leben.

Wie auch immer, für diesen experimentellen Abschluss habe ich heute erste Vorbereitungen getroffen. Im Bild zu sehen ist ein Teil des runden Rahmens und der gelbe „Schuss“faden, der bei normalem Vorgehen der letzte des Teppichs wäre, sowie die rote Befestigung, die nur dazu dient, ihn am Platz zu halten. Diese Befestigung zu lösen und zu entfernen ist dann der letzte Arbeitsgang – irgendwann in ferner Zukunft.

 

25456 bis 25460 – Abschluss des runden Flickenteppichs

Ursprünglich an fünf aufeinanderfolgenden Tagen veröffentlicht. Aber weil genau ein Thema behandelt wird und auch einen Abschluss findet, habe ich die Artikel zusammengefasst.

25456
Zwei bis drei Tage noch, dann ist der Teppich fertig. Jetzt aber muss ich mich ersteinmal entscheiden, wie ich damit umgehe, dass mir möglicherweise das Wunschmaterial ausgeht. Einfach schauen, ob es langt, oder besser auf ausreichend Material oder eine vollkommen andere Idee warten.

25457 – Übergänge, so wichtig
Menschen mit entsprechendem Vorstellungsvermögen können sich jetzt schon grob vorstellen, wie das Endprodukt aussehen wird. Was selbst noch außerhalb meiner Vorstellung ist, ist, wie ich den Abschluss mache.Um ein wenig Manöverkritik einzufügen, es gibt einen sich wiederholenden  Bereich, in dem ich hinter meinen Ansprüchen zurückbleibe. Immer dort, wo rot-gelb-gestreift an die anderfarbigen Bereiche anschließt, wird es unordentlich. Ich weiß warum das so ist, könnte es vermutlich bei einem neuen Werkstück vermeiden, aber eben nicht mehr bei diesem. Ich habe schon Ideen, wie ich das optisch auch nachträglich noch etwas verbessern kann. Dennoch, es wird sichtbar bleiben.

Und es ist einmal mehr, dass sich bewahrheitet, was ich für eine grundlegende Handwerker- und Lebensweisheit halte: Die Gestaltung der Übergänge bedarf besonderer Aufmerksamkeit.

25458 – Sich regen bringt weben. Oder so.
Weiter gewebt. Ich will jetzt fertig werden. Das kann morgen gelingen und wird davon abhängen. wie ich fertig definiere. Und auf wieviel Widerstand ich stoße. Oder ob ich die groben Häkelnaden wiederfinde. Wie-auch-immer, ich hoffe morgen gibt es an dieser Stelle ein Bild des näherungsweise fertigen Teppichs. Auf dem Boden liegend in einer halbwegs aufgeräumten Bude. Ziele, so wichtig.

Aber jetzt erstmal Pause. Ich bin um den Nacken herum etwas verspannt, den ganzen Tag vorm Rahmen zu sitzen fordert seinen Tribut. Morgen wird’s wieder gehen.

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Eigentlich wollte ich heute mit dem runden Flickenteppich fertig werden. Ist nicht gelungen und das lag nicht daran, dass ich es nicht versucht hätte. Abgesehen von ein paar Pausen zum Essen war ich den ganzen Tag dran.

Morgen dann.

Wer das Bild genau anschaut sieht, dass sich die Ränder des Teppichs hochwölben. Im Moment will noch glauben …, ach, sagen wir, das könnte ein Problem werden. Und …,  es wird das Problem eines anderen Tages sein.

25460 – Fertig
Der Teppich ist fertig.  Ich denke, das wird Euch genauso freuen wie mich, endlich wird hier wieder über anderes zu lesen sein.

An einer Stelle bin ich überrascht, der Teppich wirkt etwas kleiner, als ich das erwartet habe. Und er ist etwas weniger perfekt, als ich das erhoffte. Sei’s drum.Alles in allem hat es jetzt statt der anfangs geschätzten zwei bis drei Tage doch fünf bis zur Fertigstellung gedauert, wobei gerade heute der Abschlusstag ein Kraftakt war. Auf den oberen beiden Bildern ist die Unterseite zu sehen, vor und nach dem Verwahren der losen Enden. Dieses Verwahren hat den größten Teil des Tages in Anspruch genommen.

Sehr vielleicht liefere ich ein paar Detailaufnahmen und die „Learnings“ daraus nach, denn natürlich würde der nächste Teppich sehr viel besser sein, als es dieser ist. Vorab kann ich sagen, dass jede Vorgehensweise, die ich an einem Probestück getestet habe, dann auch funktioniert hat. Nur die Dinge, von denen ich dachte, dass „die schon klappen werden“, haben mit dann unerwartete Schwierigkeiten gemacht. Dies ist die erste Lektion.

Auf einer allgemeineren Ebene – und aus der über fünf Tage aufgebauten Erschöpfung heraus – überlege ich gerade, ob ich so ein Projekt nocheinmal angehen werde. Ist es den Aufwand wert beziehungsweise ist es für den Aufwand nicht einfach zu klein. Der nächstgrößere Rahmen hängt ja nun schon seit fast zwei Jahren an der Dome-Wand, gefühlt in der genau richtigen Größe. Was, wenn der darin zu webende Teppich dann auch optisch schrumpft und zu klein ist?

Keine Sorge, die Kritelei wird nicht anhalten, ich habe mich nur einfach noch nicht von der Abschluss-Anstrengung erholt. Denn eines kann ich ja jetzt schon sehen: die beiden hier in den letzten Tagen geäußerten Sorgen waren beide unberechtigt. Weder ist mir das Material ausgegangen noch stehen die Ränder des Teppichs hoch. Schwierig ist immer nur der Kopf.

25319 & 25320 – Lange nicht gewebt

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Während des heutigen Stadtgangs im Seccond-Hand-Laden zwei rote Bettbezüge zur Weiterverarbeitung im Rahmen des Webteppich-Projekts gefunden. Wie mensch sieht, war mir heute nach starken Farben. Das Blau gab es leider nur als einzelnen Kissenbezug. Dementsprechend ist es auch schon komplett verwebt.

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Gestern abend noch ein paar Dinge am Werkstück gesehen, die ich nicht mochte. Heute versucht, diese Dinge zu korrigieren, mit wechselndem Erfolg. Dennoch, es ist besser als zuvor. Im Bild immer vorher und nachher nebeneinander.Und eigendlich wollte ich danach aufhören, aber als es dann soweit war, wollte ich auch sehen, ob der geplante Fortgang in etwa so aussehen würde, wie ich das dachte. Ja, sah es.Und so ging es mir auch mit dem nächsten Schritt. Jetzt wird erstmal wieder für einige Zeit Pause sein. Mir fehlt Material, schon wieder, und ich muss mit dem bisherigen Ergebnis Zeit verbringen, um zu entscheiden, wie es weitergehen soll.

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Auch heute hat es die Pläne verregnet. Das Gute daran: ich konnte mit dem Teppich weitermachen. Das Schlechte daran: auch damit hatte ich Schwierigkeiten. Die ganze Geschichte sieht nun etwas unordentlich aus und das war nicht die Anmutung, die mir vorschwebte. Aber – um ehrlich zu sein – die Anmutung ist nicht nur am mehr oder minder ordentlichem Handwerk gescheitert, sondern auch daran, dass ich mir Muster vorgestellt habe, die mit dieser Anordnung der Kettfäden nicht herzustellen sind. Was ich zu spät, nämlich heute, bemerkte.

Das Gute im Schlechten: Weil die ganze Sache ein großes Experiment ist und außer mir ohnehin niemand weiß, wie ein ideales Endergebnis ausgesehen hätte, ist das alles ziemlich egal. Jugend forscht!

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Um direkt an den gestrigen Blogbeitrag anzuschließen, ich stehe heute mit dem Wecker auf und bin früh genug mit meiner Morgenroutine durch, nur um zur geplanten Abfahrtszeit festzustellen, dass es regnet und ich nicht bereit bin, mich beregnen zu lassen. Ich melde mich also bei Gi. um meine Verspätung anzukündigen. Alles nicht so schlimm, sie müsse oder könne ohnehin nocheinmal in die Stadt und …, kurz gesagt, jetzt warte ich darauf, dass sie sich meldet, wenn sie wieder zuhause ist. Mittlerweile hat der Regen aufgehört und in einer Welt, wie ich sie mir wünsche, würde ich jetzt aufbrechen und der Tag könnte seinen zuvor geplanten Ablauf nehmen. Stattdessen bin ich nun der, der wartet. Und sehr davon überzeugt ist, dass es regnen wird, sobald Gi. wieder zuhause ist.

In ausgeglicheneren Zeiten ist so etwas kein Problem, im Moment finde ich es schwierig. Ich denke es genügt, wenn einer von zwei Menschen flexiblen Umgang mit Verabredungen praktiziert. Vor allem wenn ich dieser Mensch bin, alles daüber hinaus macht die Welt nur unnötig kompliziert. Und mich grummelig.

Aber letztlich passt der Grummel gut in Bild. Die Verabredung wurde im Sommer getroffen, unter günstigsten inneren Umständen, ich dachte, ich könnte die von mir angebotene Hilfestellung gut leisten. Kann ich auch, auch jetzt noch, nur sind die inneren Umstände andere, solche, die jede Form von Reibung sehr, sehr mißbilligen. Und im Zweifelsfall etwas gar nicht erst verabreden, was Reibung nur entfernt provoziert. In diesem Fall eine kleine einstündige Fahrradtour mit fixierter Ankunftszeit. Im Winter ist so etwas nicht vernünftig zu planen, das reibt schon beim Drandenken.

Wer jetzt denkt, das sei alles nicht so schlimm …, ja, genau. Aber hey, die wahren Abenteuer sind im Kopf.

<O>

Stunden später, meine Überzeugung wird wahr, es regnet als Gi. ihren Stadtgang beendet. Wir texten ein bisschen hin und her und kommen überein, das Treffen auf morgen zu verschieben. Das passt, denn ich habe spontan begonnen, den großen Rattanring (Ø 90 cm) zu bespannen. Ich möchte mir einen kleinen, runden Teppich weben, wie so oft ist das Vorgehen dabei experimentell und ich würde die Aktion nur ungern unterbrechen. Und abends ist dann auch der Grummel weg.