Die monatliche Fallout-4-Berichterstattung.
Ich habe es letzten Monat schon angedeutet, das Spiel wird dem echten Leben immer ähnlicher. Nicht auf der Ebene der Geschehnisse, noch immer neige ich im Konfliktfall eher dazu, Menschen zuzuhören, als auf irgendeine Weise ihren Tod zu verursachen. Aber auf der Ebene dessen, wie ich diese Geschehnisse erlebe, wird es ähnlich. Es langweilt mich.
Das ist in den „todesverursachenden“ Aufgaben schwächer ausgeprägt, bisweilen kann es da auch mal richtig spannend werden, aber Fallout 4 ist weitaus mehr als „Gegner umballern“. Der Spielcharakter will ernährt werden, braucht Schlaf und allerlei Rohstoffe für den Siedlungsbau, nicht zuletzt Bottlecaps (Geld) um zu kaufen, was fehlt. Kurz, es ist der Alltag, der langweilt.
Beispiel: Mensch kommt nach einer riesigen Ballerei in der XY-Fabrik nachhause, im Gepäck Rüstungsteile und Waffen der Gegner, vielleicht auch ein paar interessante Kleidungsstücke, die mehr Glück, Ausdauer oder Beweglichkeit versprechen (was – Gegensatz zum echten Leben – tatsächlich funktioniert), darüberhinaus noch jede Menge Rohstoffe und, falls es wirklich gut gelaufen ist, auch ein paar Sammlerstücke, seien es alte Comics oder Robotermodelle. All das will jetzt abgelegt sein und wer auch nur einen Hauch von Ordnungssinn besitzt, hat schon lange vielzuviele Behältnisse und Rüstungsständer gebaut, in denen er die verschiedensten Kategorien von Dingen zum späteren Gebrauch sammelt. Allein die Aufgabe, das Mitgebrachte einzusortieren, dauert nun unangemessen lange, vom Spass-per-Zeiteinheit-Faktor her betrachtet. Außerdem müssen Entscheidungen getroffen werden. Was werde ich behalten, was werde ich verkaufen. Das ist nicht immer einfach. Wer in seinem Hauptquartier keinen Händler hat, muss jetzt nochmal los, das überfüssige Zeug verticken. Manchmal hat mensch soviel Zeug zum Verkauf, dass die Händler zuwenig Bottlecaps haben, also muss mensch zu einem zweiten oder dritten. Kurz: die Routineaufgaben verbrauchen viel Zeit und wer sich temperamentsbedingt nicht in diese hinein entspannen kann (ich hörte von Menschen, die es genießen zu spülen oder staubzusaugen) oder wenig Befriedigung aus dem Entwerfen von Ordnungssystemen oder Entscheidungsbäumen zieht, wird beginnen, sich zu langweilen.
Und dieses Beispiel zeigt in sich schon, was es zugleich beschreibt. Es ist viel länger als erwartet. Fast bin ich von der Beschreibung gelangweilt.
Und weil ich Langeweile gerade nicht so gut ertrage, weiche ich aus. Ich spiele weniger und breche auch einen Text mal eher unvermittelt ab.
