25069 – Sonniger Samstag

Schon gestern habe ich eine Schüssel Sauerkirschen gepflückt, zwei kleine Bäume stehen direkt bei meinem Schuppen. Heute habe ich die Kirschen dann in etwas Heiß-Flüssiges ohne Zucker verwandelt und in Gläser gefüllt. Unnötig zu erwähnen, dass alle der Arbeitsschritte von gewissen vorhersehbaren und unvorhersehbaren Komplikationen begleitet waren. Dennoch keine schlechte Stimmung, dafür ist es zu warm und ich habe heute die Lungi-Saison eröffnet.

[Drei Tage später habe ich die Aktion wiederholt, das Zeug ist unglaublich gut. Die geheimen Zutaten: ein halber geriebener Apfel und ein Teelöffel Stevia (das echte pulverisierte Kraut, nicht die Süßstoffvarianten, die nur den Namen benutzen).]

Davor, danach und währenddessen immer mal wieder am Skizzenbuch gesessen und dazugelernt.Gegen halb neun werde ich mal wieder ins Nachtlicht fahren, ich war dort schon eine ganze Weile nicht mehr. Die Besuche dort sind immer spannend, weil ich nie vorhersagen kann, wie es mir dort gehen wird. Ich lasse mich überraschen.

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Einen sehr angenehmen Abend verlebt, mehrere Gespräche zu verschiedensten Themen geführt, teils mit Menschen, die ich bis dahin nur vom Sehen kannte. Bis zum Schluß geblieben und einen Teil des Rückwegs gemeinsam mit K. gefahren, die auf halber Strecke wohnt. Ein angenehmer Abschluss.

25068 – Eine Idee

Das Mandala gestern war nicht ganz so zufällig, wie ich das zunächst dachte. Ich schiebe da seit ein paar Tagen eine Idee in meinem Schädel hin und her, von der ich nicht so genau weiß, was ich von ihr halten soll. Und diese Idee hat sich durch das Mandala mal kurz in den Vordergrund gebracht.


Hinter dem Dome liegt eine große Rolle eines Plastikgitters, wie es Straßenbauer und Landschaftsgärtner zum Befestigen von Hängen einsetzen. Das liegt dann einige Zentimeter unterhalb der Erdschicht und gibt der Bepflanzung (und damit dem gesamten Hang) zusätzlichen Halt. Sieht auf dem Bild wenig aus, ist aber riesig, vier mal zehn Meter. Groß genug, dass ich schon seit Jahren nicht weiß, welche Sorte abgefahrenes Projekt ich damit verwirklichen soll.

Das Gitter ist groß und steif genug, dass ich damit die Stellwand ausführen könnte, die den Dome in zwei bzw. drei Untereinheiten aufteilen soll. Geplant war ursprünglich eine cirka sechs Meter breite und an der höchsten Stelle zwei Meter zehn hohe, in sich und an der oberen Kante geschwungene Stellwand, die den Schlaf- und Küchenbereich vom gut einsehbaren Rest des Domes abtrennt. Das würde, mit Plattenmaterial ausgeführt, gut aussehen, [Ich liefere morgen ein Bild des Models nach, das die Vorstellung etwas leichter macht.]

Eine Stellwand aus dem gezeigten Plastikgitter lässt sich auf keine Weise als „schön“ vorstellen. Auch nicht als wohnlich oder sonstwie positiv konotiert. Zumindest wenn mensch es – und das ist nicht beabsichtigt – so lässt, wie es ist.

Und hier kommt das Mandala und die Idee, die sich darin schon im Ansatz zeigt, ins Spiel. Das Gitter ist ein nahezu ideales Trägermaterial für jede Sorte von textiler Gestaltung, Stoffe und Stoffstreifen lassen sich in beliebiger Weise einflechten , einknüpfen oder einweben. Größere und auftragende Strukturen könnten darauf gebunden werden, Flächen ließen sich (und sei es nur als Entwurf) mit Stoffen abgespannen. In meiner Vorstellung verschwindet das Gitter komplett unter einem bunten und vielfältig strukturierten Was-auch-immer, das irgendwo zwischen Wandteppich und textiler Skulptur angesiedelt wäre.

Lust hätte ich auf ein solches Projekt. Zugleich bin ich sehr unsicher, ob ich mit und in einem solchen Projekt leben möchte. Mir fehlen da die Zwischentöne, ein Ding dieser Größe wird entweder sehr gut oder sehr schlecht. Und mal eben davon trennen ist auch nicht ganz so einfach.

Auf der praktischen Ebene fürchte ich, das Teil könnte ein riesiger Staubfänger werden. Wobei mir auch nicht einfällt, wie sich das verhindern ließe. Das Objekt meiner wagen Vorstellung verträgt sich nicht mit Teppichklopfer und Staubsauger. Es ist viel zu bedenken.

Genug, schön, dass Ihr mir bis hierher gefolgt seid. Ich beschließe mit einem Zitat von André Heller (den Zusammenhang müsst Ihr Euch selbst herstellen):

Die wahren Abenteuer sind im Kopf,
und wenn sie dort nicht sind,
dann sind sie nirgenwo.

25066 – Zecken

Wer so wohnt wie ich, sollte mit Geziefer besser wenig Schwierigkeiten haben. Folglich halte ich mich für wenig empfindlich, was Belästigungen durch solches angeht. Aaaber …

… diese Jahr nerven die Zecken echt! In früheren Jahre hatte ich pro Saison drei bis vier Stück, die pflückte mensch bei Entdeckung ab und gut war es. Manchmal saßen die recht fest oder an wirklich blöden Stellen. Dann brauchte mensch Hilfe vom Mitmensch oder musste solche geben. Die Sache bekam Eventcharakter und alle außer den Zecken hatten Spaß daran (okay, nicht alle, aber alle hätten Spaß daran haben können).

Dieses Jahr ist alles anders. Es fehlt das besondere eines Zeckenbisses, sobald mensch durch hohes Gras geht, ist der Zeckenbefall vorprogrammiert. Es fehlt jede Überraschung. Zudem ist die diesjährige Art kleiner und hält weniger fest, die Entfernung ist – ja, auch mit Kopf – oft genug mit den Fingernägeln möglich.

Erleichtert wird das auch durch die Wahllosigkeit, mit der diese Zeckenart einfach irgendwo zubeißt. Allein und mitten auf einem Oberschenkel zum Beispiel, keinerlei Versteckspiel in schweißigen oder schwer zugänglichen Körperregionen. Es ist als hätte die pure Quantität des Auftretens bei den Tieren jeden Ehrgeiz getilgt, mit ihrem Ding irgendwie durchzukommen.

Auch ist für zügige Entdeckung gesorgt, anders als ihre Verwandten aus den Vorjahren, die oft unentdeckt blieben, bis sie prall mit Blut vollgesaugt waren, juckt diese Zeckenart schon früh nach dem Biss. Und auch so charakteristisch, dass mensch schon nach kurzer Zeit den Juckreiz von anderen Berührungsreizen unterscheiden und tätig werden kann. Mensch fühlt sich nicht ernstgenommen, so nachlässig gehen die an den einzigen Job, den sie haben.

Kurz, die diesjährigen Zecken sind häufig, aber als Gegner zu vernachlässigen. Einfach nur lästig, die Viecher.