24855 – Der Elefant im Raum

Banksy

Menschen, die hier schon länger folgen oder mich besser kennen, werden es schon geahnt haben. Tini und ich haben uns getrennt. Ihre Initiative, es ist frisch, es tut weh.

Schmutzige Wäsche und Einzelheiten solltet Ihr hier nicht erwarten, …

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Soweit war ich im Text (streng genommen war ich weiter, aber gerade für den einleitenden Satz im Text hochgesprungen), als die Antwortmail meiner früheren Therapeutin reinkam. Persönlicher formuliert, aber abgekürzt so zusammenzufassen, dass sie zur Verfügung stünde und auch einen Terminvorschlag hat. Irgendwie ließ das einen Knoten platzen und ich musste weinen, über alles und erstmals.

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Schon Samstag Abend bei meinem Besuch im Nachtlicht habe ich einen Kontakt intensiviert, von dem ich hoffe, dass er in Zeiten persönlicher Not ein Anlaufpunkt sein könnte. Montag Morgen dann, noch vor dem Trennungsgespräch am Nachmittag, Nachrichten an CL und F. rausgeschickt um meine Optionen klar zu haben. Abends dann auch kurz A. kontaktet, Freitag gehen wir frühstücken.

Ich schreibe das alles, um zu verdeutlichen, dass die Trennung nicht unerwartet kam – wir waren beide getriggert, Tini mehr als ich – und ich mich vorbereiten konnte. Also ungefähr so, wie man sich auf eine schwere Operation vorbereiten kann, der Wundschmerz und das Brennen des Katheders danach bleibt unverändert, aber ab dem dritten Tag gibt es Besuch. Ich bin nun besuchbar, Ihr seid herzlich eingeladen.

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Den vor dem Weinen geschriebenen Teil hebe ich für ein anderes Mal auf, er passt hier nicht mehr. Ich halte Euch – soweit es mich betrifft – auf dem Laufenden.

24851 – Alte Autoreifen …

… werden ja gerne mal zum Problem. Einen Reifen zu entsorgen macht Mühe und Kosten – je nach Anbieter zwischen zwei und zehn Euro, mit Felge gerne auch zwischen fünf und vierzig Euro. Da liegt es nahe, sich nach sinnvollen Wiederverwertungsmöglichkeiten auch im privaten Rahmen umzusehen. Nun ist „sinnvoll“ eine sehr subjektive Kategorie und reicht von geschmacklich grenzwertigen Tiernachbildungen bis zur Verwendung als Dachdeckung oder Schuhsohle.

Und so hatte auch im Sommer eine Idee zur Wiederverwertung, von der ich mich  mit großen Mühen verabschieden musste. Sehr verkürzt dargestellt war die Idee, unser Schwimmbecken in einen Schwimmteich umzuwandeln, indem wir ungefähr ein Drittel davon als Pflanzbereich abteilen. Profis machen das mit einer Mauer, die bis cirka  30 cm unterhalb der Wasseroberfläche reicht. Menschen wie ich würden versuchen, den gleichen Effekt mit einer Abgrenzung aus alten Autoreifen zu erreichen. Ihr ahnt es schon, das liefe darauf hinaus, viele alte Autoreifen in den Pool einzubringen.

Die ersten Reaktionen auf diese Idee waren so gemischt wie das Publikum, Tendenz ablehnend mit nur einer Ausnahme. Allerdings konnte mir niemand einen wirklichen Grund für die Ablehnung nennen, ich hielt die Ablehnung für einen Mangel an Abstraktionsvermögen. Womit ich die Neigung meine, sich an der Bezeichnung (Abfall, alt, häßlich, Schrott) zu orientieren, statt an den Eigenschaften (stabil, stapelbar, wasserbeständig). Das Gute daran: so etwas lässt sich (er)klären und Bedenken lassen sich ausräumen.

Irgendwo gab es auch ein undeutliches „umweltschädlich“ zu hören, eine Eigenschaft, die ich mir am allerwenigsten vorstellen konnte. Also abgesehen von der Feinstaub- und Mikropartikelproblematik, die der Reifenabrieb mit sich bringt. Im Pool gäbe es keinen Abrieb mehr.

Dennoch war klar, ich würde argumentieren müssen und dazu müsste ich mich vorher schlau machen. Das habe ich dann getan. Mit dem unerwarteten Ergebnis, dass die Idee vielleicht doch nicht so gut ist.

Ich mache es kurz: Autoreifen gelten als schwach gewässergefährend, dürfen seit 2003 nicht mehr deponiert werden und enthalten polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (⁠PAK⁠), die als krebserregend gelten. Ohne das alles im Detail zu verstehen ist klar, dass ich damit keine Autoreifen in den Pool argumentiere, sondern, im Gegenteil, davon abrate.

Das Umweltbundesamt schreibt:

Viele ⁠PAK⁠ sind aufgrund ihrer Eigenschaften in der Umwelt als sogenannte „PBT“-Stoffe bewertet. Dies sind Stoffe, die sowohl Persistent ( d.h. sich schlecht oder gar nicht in der Umwelt abbauend), als auch Bioakkumulierend (d.h. sich in Organismen anreichernd) und Toxisch (d.h. giftig) sind. Diese Kombination von Eigenschaften wird in der Ökotoxikologie, der Wissenschaft, die sich mit der Auswirkung von chemischen Stoffen auf die belebte Umwelt befasst, als besonders kritisch betrachtet. Einmal in die Umwelt entlassen, verbleiben solche Stoffe sehr lange, reichern sich an und können so über längere Zeit ihre giftige Wirkung entfalten. Zudem wirken zahlreiche ⁠PAK⁠ auch noch krebserregend und zählen somit auch zu den den „CMR“-Substanzen (C – cancerogen, M – mutagen, R – reproduktionstoxisch). PAK können durch verschiedene Wege in den Körper aufgenommen werden, beispielsweise durch die Atemwege über Rauch oder belastete Stäube (inhalativ), über die Nahrung (oral) oder auch durch Hautkontakt (dermal). Dass PAK in der Umwelt fast überall vorkommen, macht sie in Verbindung mit ihren Eigenschaften zu einer besonders problematischen Stoffgruppe.

Also, nicht tun!