Schon wieder ein Neunzehnter, der Tag des Monats, der der Fallout-Berichterstattung vorbehalten ist.
Die im Vormonat erwähnte Langeweile mit dem Spiel ist wieder einem entspannten Umgang damit gewichen. Oder vielleicht auch einem entspannteren Umgang mit der darin enthaltenen Langeweile. Gar einer Annahme davon? Nun, wir müssen ja nicht gleich übertreiben … .
Was ich immer wieder bemerkenswert finde ist, wie sich Entwicklungen im realen Erleben auch im Spiel·erleben wiederfinden lassen. Den Webteppich nach einer langen Verzögerung dann innerhalb einer knappen Woche fertigzumachen ist nicht sehr viel anders, als eine lange ignorierte Quest aus den ersten Tagen des Spiels wiederaufzunehmen und abzuschließen. Und kann, einmal begonnen, auch wieder richtig Spass machen. Beides erlebt letzte Woche.
Oder – und an dieser Stelle suche ich noch nach der richtig konnotierten Formulierung – mein Umgang mit Zeit. Bei mir dauern die meisten Dinge länger, als sie das müssten. Bedeutet weder, dass ich langsam bin (im Sinne einer verzögerten Auffassungs- oder Tätigkeitsgeschwindigkeit), noch dass ich langfristig plane (was zumindest für den Planungsteil etwas überambitioniert klänge). Es ist vermutlich so, dass ich den Dingen mehr Zeit gebe, sich zu entwickeln.
Vor zwei Monaten habe ich hier im Rahmen der Fallout-Berichterstattung erwähnt, dass mir ein virtuelles Powerrüstungsmuseum im Kopf herumgeht. Dann ist erstmal über einen Monat nichts geschehen. Danach hatte ich zumindest eine Idee davon, wie das Gebäude aussehen müsste. Der Rest ergab sich beim Bauen und dem Umgang mit den Bauteilen. Es gab manche Überraschung, das kann bei einem Erstlingswerk gar nicht anders sein, aber nach ein oder zwei Abenden stand das Gebäude. Und dann erstmal Pause.
Tage später erst den Eingangsbereich des Museums gestaltet (nicht verraten, man kann dort auch Waffen kaufen und verkaufen). Für die Podeste, auf denen die Exponate zu stehen kommen sollten, musste ich auf die richtige Idee warten. Und weil die Idee aus Gründen nicht in der Galerie des Museums funktioniert, warte ich gerade noch auf die Idee für die Podeste dort. Dementsprechend stehen über die Hälfte der Powerrüstungen noch am alten, suboptimalen Ort, gelegentlich ziehe ich mal eine um, aber einen Ruck wird es an dieser Stelle erst tun, wenn das Podest-Problem seine Lösung gefunden hat. Und für die Suche nach dieser Lösung warte ich auf den richtigen Abend. Ich werde wissen, wenn er es ist.
Kurz, wo andere schon lange eröffnet hätten, lebe ich mit einem Museumsprovisorium, dass durchaus schon einige Schauwerte besitzt, aber weit entfernt ist von dem, was in meiner Vorstellung dort einmal sein wird. Noch gibt es dort keinen Strom, mithin kein Licht. Und genauso undeutlich wie vor zwei Monaten die Museumsidee formt sich gerade die Idee für einen angeschlossenen Außenbereich mit Cafeteria. Von der hört hier dann vielleicht in zwei Monaten (oder nie wieder).
Und wenn Ihr bis hierher mitgelesen habt, dann habt Ihr jetzt auch eine Vorstellung davon, warum ich am Dome sechs Jahre gebaut habe, bevor ich ihn provisorisch bewohnen konnte und im dem ich immer noch einige Provisorien aufrecht erhalte. Da ist noch Raum für Entwicklung.

