25059 – Grauwerte

Bezüglich der Zeichenübungen ist immer noch alles fein. Nicht mehr ganz so strukturiert wie anfangs und immer wieder unterbrochen von anderen Kreativitätsausbrüchen, dennoch,  von den Ergebnissen her betrachtet bin ich sehr zufrieden. Immer noch keine Meisterwerke, aber ich bin jetzt so weit, wie ich Jahre zurück schon einmal war. Ab jetzt wird gesteigert.

In der selbstkritischen Betrachtung fällt auf, dass meine Zeichnungen und ganz besonders die Aquarellversuche generell zu flach sind, es fehlen die Tiefen, die Schatten, die dunklen Bereiche. Das geht wohl vielen so, jede Handreichung für Anfänger geht darauf ein, meistens früher als später.

Nebenstehend habe ich eine meiner Zeichnungen mal digital auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt. Das erlaubt das Ausprobieren verschiedener Kombinationen, ist aber eher unterwältigend. Insbesondere die Idee, das digital zu machen, war eine blöde, die mich am Erkenntnisgewinn gemessen viel zu viel Zeit gekostet hat. In Zukunft lasse ich das oder gehe digitales Zeichnen mit Lehrbuch und Übungen an. Aktuell wird es bei der Konzentration aufs Analoge bleiben.

25058 – Auf Holz geklopft

<O>

Heute endlich die Unterschriften zum Wohnungsverkauf der geerbten mütterlichen Wohnung geleistet. Dazu einen gar nicht mal so vergnüglichen Ausflug nach Höchst gemacht, naja, machen müssen, weil dort der beauftragte Notar sitzt. Jetzt ist alles klar und wir müssen nur noch warten, bis alle Amts- und Formalschimmel ihre Zustimmung gewiehert haben, um in kleinem Maßstab unverdienten Wohlstand zu genießen. Wobei es wichtiger ist, sich endlich nicht mehr um den Verkauf kümmern zu müssen, was trotz der finanziellen Vorteile eine Belastung war. Aber jetzt – knock, knock, knock – ist das Ding durch.

25056 – Die X Leben des g.

Dies ist ein Überblicksartikel, er leitet ein in die folgenden autobiografischen Beiträge:

    • Das erste Leben – Kindheit bis zum 15. Lebensjahr (noch nachzuliefern)
    • Das zweite Leben – 16. bis 30. Lebensjahr, 1973 bis 1985
    • Das dritte Leben – 31. bis 42. Lebensjahr, 1986 bis 1997 und darüber hinaus
    • Das vierte Leben – 43. bis 49. Lebensjahr, 1998 bis 2005, aber auch früher
    • Das fünfte Leben – 50. bis 65. Lebensjahr (noch zu ergänzen)
    • Das sechste Leben – 66. Lebensjahr bis auf weiteres, dieser Blog

Im Jahr 2008 begann ich einen Briefwechsel mit einem ehemaligen Freund, den ich schon vor dem zwanzigsten Geburtstag aus den Augen verloren hatte. Dieser Briefwechsel enthält den gleichzeitig konzentriertesten und umfassendsten Bericht über die verschiedenen Stationen meines Lebens vor dem 52. Lebensjahr.

F² und ich haben uns auf der Hauptschule kennengelernt und angefreundet, weil wir beide gut und gerne schrieben, damals Aufsätze. In Erinnerung daran bemühte ich mich sehr um eine präzise Ausdrucksweise und glaube, dass ich niemals besser geschrieben habe. Acht Jahre später, 2016, begann ich eine Therapie und erinnerte mich an diesen Briefwechsel, als ich einen kurzen Lebenslauf schreiben sollte. Jugend, Beruf, Familie, Beziehungen, es stand alles darin. Und vieles mehr.

Allerdings hätte es viel Aufwand bedeutet, das Dialogische eines Briefwechsels aufzulösen und in einen neuen monologischen Text zu überführen. Also fragte ich F² an, ob ich seinen Teil des Briefwechsels einfach mit an meine Therapeutin übergeben dürfte und bekam in diesem Zusammenhang zugleich die Erlaubnis von ihm, den Briefwechsel – auch im Volltext mit seinen Anteilen – im Blog aufzuarbeiten. Damit möchte ich heute beginnen.

Weil ich mir wünsche, dass die geneigte Leserin und der geneigte Leser den Blog vom chronologisch frühesten Eintrag aus wie eine Autobiografie lesen kann, werde ich von hier aus zu den jeweiligen Textteilen hin verlinken, die ich näherungsweise unter dem frühesten Datum des Zeitraums einstelle, auf den sie sich beziehen.

<O>

g.:
Hallo F²,
ich bin’s, g., von mehr als einem halben Leben zurück. […]

F²:
Hi g.,
was schreibst Du da? Es sind mindestens drei gefühlte Leben zurück.
Aber es hat mich umgehauen, was von Dir zu hören. […]

g.:
Hallo F²,
[…]
Dein Einstieg mit den „mindestens drei gefühlten Leben“ hat mich überlegen lassen, wie viele Leben – im Sinne von deutlich voneinander abgrenzbaren Abschnitten – ich wohl gelebt habe.

Einschließlich der Kindheit [in etwa bis zum 15. Lebensjahr, 1972] komme ich auf vier „Leben“,

das zweite hast Du zu einem Teil begleitet. Ich lasse es beginnen zu der Zeit, als wir mit Mofas und Kleinkrafträdern durch Natur- und Vogelschutzgebiete heizten. Zum Zeitpunkt als es endet, mit Abschluss meines Sozialpädagogikstudiums, hatten wir uns schon aus den Augen verloren [16. bis 30. Lebensjahr, 1973 bis 1985].

Nummer drei ist das „Familien-und-Berufsleben“ [31. bis 42. Lebensjahr, 1986 bis 1997 und darüber hinaus] und

für Nummer vier fehlt mir ein gängiger Überbegriff, aber es enthält alles, was gemeinhin der Midlife-Crisis zugeordnet wird: die späte Verwirklichung von Jugendträumen, Fernreisen mit Sinnsuche und die gescheiterte Beziehung zu einer wesentlich jüngeren Frau [43. bis 50. Lebensjahr, 1998 bis 2005, aber auch früher]. […]

[Gegen Ende des Mailwechsels werde ich noch ein fünftes Leben benennen, das dann aber noch weit über den abgebildeten Zeitraum hinaus reichte (51. bis 65. Lebensjahr). Ich charakterisiere es als das Leben eines alternden aber gesunden Menschen, der sich trotz einsetzendem körperlichen Verfall noch jung fühlt.]

<O>

Gegenwärtig sehe ich mich im  sechsten und vermutlich letzten Leben(sabschnitt), gekennzeichnet durch Alter, Krankheit und Tod sowie einem klaren Bewusstsein der eigenen Betroffenheit davon.

Beginnend mit dem Prostatakrebs (bestrahlt und gegangen), gefolgt von weiteren schwierigen Diagnosen (unter Beobachtung) und dem Tod von Helen, einer langjährigen Lebensbegleiterin und Mutter meiner Kinder, bin ich auch geistig in dem Alter angekommen, das der fremde Mann im Spiegel zu haben scheint. Dazu gibt es keine Verlinkung, Ihr verfolgt das live im Blog.

Ebenfalls im Blog findet Ihr schon einen längeren themenbezogenen Auszug aus den Mails, den zu Zielvorstellungen, weitere Auszüge werden folgen. Im Moment weiß ich noch nicht genau, wie und wo ich sie sammeln werde, weswegen ich das provisorisch genau hier tun werde:

24906 – Zielvorstellungen

25055 – Wenn Du nur …

Heute nur schwer in die Gänge gekommen. Irgendwann dann auf einen meiner bestfunktionierenden Tricks zur Selbstmotivation und -verarsche zurückgegriffen. Ich zu mir: „Wenn Du nur [hier eine wenig ambitionierte und zu bewältigende Aufgabe einsetzen], dann war das heute ein guter Tag!“ Und so habe ich genau die eine Rauspund-Diele verlegt, die mir schon vor dem Urlaub viel Unlust verursachte. Danach war es ein guter Tag.

Ein guter Tag, nur nebenbei, den ich nur vor dem PC verbrachte, um eine Beitragsserie fertigzustellen, die morgen an den Start geht. Sehr aufwändig, nur Text, mehrfach miteinander verlinkt, autobiografisch und nur für Menschen, die das wirklich interessiert.