25264 – Tageslichtlampe

Seit Silvester besitze ich eine Tageslichtlampe, mit deren Hilfe ich etwas gegen die winterlich-depressive Verstimmung unternehme. Diese Lampe ist ebenso groß wie sie teuer war. Und leider ist beides unvermeidbar, wenn das Teil wirksam sein soll. Hinter dieser Aussage steht eine Menge Mathematik, die irgendwie die abgestrahlte Lichtmenge, den Abstand von der Lampe und auch deren Fläche, sowie die Zeit, die mensch davor verbringen sollte, miteinander ins Verhältnis setzt.

Im Bild ist mein Frühstückssetting. Das funktioniert, weil mensch ohnehin nicht in die Lampe schauen soll, sondern daran vorbei, aber so, dass das Licht der Lampe dennoch auf die Netzhaut trifft. Abstand von der Lampe cirka 60 cm für 30 bis 45 Minuten während der morgendlichen Informationsaufnahme. Und ja, vorher wirkte das gemütlicher.

Aber – und das finde ich erstaunlich – ich weiß jetzt schon, also nach nur drei Tagen, dass ich das Licht mag und gut aushalten kann auch über die empfohlene Zeit hinaus. Am Design kann’s nicht liegen, ich vermute, dass ich auf irgendetwas anspreche, das ich nicht benennen, sondern nur intuitiv wahrnehmen kann. Mir soll’s recht sein.

25257 & 25258 – Kurz gekränkelt

Heute den ganzen Tag fiebrig im Bett gelegen, die meiste Zeit davon geschlafen. Gar keinen Appetit, es fühlt sich an wie ein sehr leichter Verlauf von Irgendwas-mit-Magen-und-Darm.

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Einen Tag später geht es schon deutlich besser. Ich schlafe lange, am frühen Nachmittag mag ich nicht mehr liegen, stehe auf und schaue drei Episoden der Serie, die ich gestern nicht geschaut habe, was ich hier nur erwähne, weil das eine ziemlich gute Einschätzung erlaubt, wie schlecht es mir ging. Ich wage die Progose, dass es mir morgen wieder gut gehen wird.

25249

Alles ist wie meistens um diese Jahreszeit. Fühllos gestimmt und Schlafstörungen mit langen Wachphasen mitten in der Nacht, die machen, dass mein Schlaf zwischen sieben und dreizehn Uhr am tiefsten und erholsamsten ist. Ich schlafe nicht mehr als gewöhnlich, aber zu anderen Zeiten. Bei einem solcherart verschobenen Tag-Nacht.Rhythmus ist dann ein Termin um 13.15 Uhr ein „früher“, für den ich mir den Wecker stellen muss. Um trotzdem gut in Tag zu kommen mindestens eineinhalb Stunden früher.

Heute hatte ich einen solchen frühen Termin, anschließend noch ein Zug durch die Stadt für verschiedene Besorgungen und schon ist es zu spät für einen kleinen Nachmittagsschlaf. Folglich beginne ich jetzt, es ist 21.00 Uhr, abzubauen, wohlwissend, dass es keinerlei Sinn ergibt, jetzt ins Bett zu gehen, weil ich ohnehin eine Stunde später wieder wach wäre, und das dann bis drei Uhr in der Nacht, mindestens. Schlechte Voraussetzungen für morgen, ein Tag, an dem ich ebenfalls früh aufstehen muss, um pünktlich zu einer Verabredung zu sein (von der Ihr dann morgen lest).

Und jetzt einen guten schlechten Film mit unsinnigen Explosionen und exotisch-gewaltsamen Todesarten, was mensch eben so braucht, um zur Ruhe zu kommen.

25211 – Long story short (25204 bis 25210)

Ich war fünfeinhalb Tage im Krankenhaus. Mir wurde durch die Leiste eine künstliche Herzklappe eingebaut. Ich hatte vorher keine Beschwerden und fühle mich nun genau wie vorher,  nur ohne die Angst vor dem Eingriff und einer etwas höheren Lebenserwartung. Alles ist gut (genug).

25210 – Sprich-mit-g.-Tag

Das Stationsleben beginnt heute früher als gestern. Viertel nach sieben wird mir zum ersten mal der Blutdruck gemessen. Der Eindruck einer Wellness Station wird bröckelig. Bis zur letzten Nacht hier liegen sechzehn komplikationslose Stunden vor mir. Bis zum Frühstück eine. Es ist bemerkenswert, wie schnell mensch in Institutionen beginnt, die Zeit vom Mahlzeit zu Mahlzeit zu messen.

Der Bettnachbar, den ich gestern nach einen ersten Plausch für einen seltsamen Vogel hielt, ist verwirrt (das genaue medizinische Etikett kenne ich nicht). Dass er dabei über weite Strecken recht konsistent erzählt, macht es nicht einfach, das zu erkennen. Ihr erinnert euch, gestern sprangen wir von Thema zu Thema, ich hielt das für einen ungewöhnlichen Gesprächsstil.

Gestern Abend, nach einem ausgedehnten Nachmittagsschlaf, muss er sich neu auf die Krankenhaussituation einstellen. Erneut fragt er sich, was hier noch geschehen wird, besichtigt die Toilette und würdigt, so wie ich vorgestern, den Zuschnitt der Patientenzimmer. Heute Morgen erzählt er den Pflegerinnen, gestern hätte ihn die Nachricht erreicht, seine Katze sei überfahren worden. Ich habe gehört, wie er im Schlaf mit ihr gesprochen hat. Ich vermute, der Tod der Katze ist schon länger her. Bei allem ist es nicht schwierig, neben ihm zu leben. Er respektiert meine Schweigsamkeit, mein Verschwinden hinter Büchern oder elektronischem Gerät. Zumindest die meiste Zeit, am Abend setzt er sich für eine Stunde zu mir und wir reden über … vieles.

Heute scheint so ein Tag zu sein, an dem Menschen mit mir sprechen wollen. Schon mittags spricht mich einer der Patienten aus dem Nebenzimmer an, bleibt lange hängen und erzählt mir seine Krankengeschichte. Und auch einen Teil der Lebensgeschichte. Das alles ist nicht uninteressant, nur etwas überraschend und von jedem Kontext befreit.

Später am Abend biete ich einer mild-dementen Mitpatientin an, ihr das Wasser vom Automaten zu ihrem Zimmer zu tragen, zuvor aber meinen Bettnachbarn zurück in unser Zimmer zu bringen (sicher ist sicher). Als das erledigt ist, stehen auch zwei Pflegerinnen bei ihr und mein Angebot ist strenggenommen nicht mehr notwendig. Dennoch, die Mitpatientin möchte sich und ihr Wasser von mir „ins Bett“ gebracht bekommen. Die Pflegerinnen haben viel Spaß und verbergen nur mit Mühe ihr Lachen.

Zwischendrin auch ein eingeschobener Besuch von H., ich freue mich sehr. Nebenbei besprechen wir kurz, wie wir uns morgen verständigen, sie wird mich nach meiner Entlassung zum Platz begleiten. Das ist notwendig (die Verständigung, nicht das Begleiten), weil es verschiedene Aussagen hinsichtlich dessen gibt, ob vor der Entlassung noch eine Ultraschalluntersuchung stattfinden soll oder nicht.

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Ich sage voraus, dass ich morgen im Laufe des frühen Vormittags ohne Ultraschall entlassen werde, nachdem die Pflegerinnen mich viel zu früh geweckt und mir den Blutdruck gemessen haben. Ein letztes Frühstück hier, Übergabe des Arztbriefes und Abgang. Mehr wird zu diesem Krankenhausaufenthalt vermutlich nicht mehr zu sagen sein.

H. wird mich zum Platz begleiten, ein Arrangement, das wir vor der OP für den Fall getroffen haben, dass es mir schlecht ginge. Nun geht es mir gut und wir werden eine kurze gute Zeit miteinander haben.

Und ab morgen werden wir uns hier wieder unbeschwerteren Themen widmen können.