25474 – #widgtsm Juli 2026

Kurz nach elf, so spät war ich selten für den Monatsabschluss dran. Gestern keine Lust, heute Kino, ich kann nicht sagen, dass ich es nicht gewußt hätte.

Am Anfang dessen, was den Monat prägte, stand es, dass ich meiner depressiven Faxen wirklich überdrüssig war und beschloß, dem nicht-depressiven Zustand wieder möglichst Nahe zu kommen, äußerlich wie innerlich. Gute Ernährung und Gewichtskontrolle stehen da seit letztem Jahr ganz oben auf der Maßnahmenliste. Folglich startete ich erstmal eine kleine und erfolgreiche Abnehmaktion und habe innerhalb von drei Wochen rund dreieinhalb Kilo abgenommen. Gewichtsmäßig bin ich jetzt also wieder knapp unter Normalgewicht und werde das auch wieder einige Zeit halten können.

Mit dem Abschluß der kalorienarmen Zeit gibt es auch wieder große Mengen an Gemüse und ganz allgemein wieder Ideen aus dem Umkreis gesunder Ernährung. Ich bin an diesen Stellen immer wieder selbst von mir überrascht und auch etwas amüsiert. Auf welch schmale Bretter mensch im Alter noch kommen kann.

In die Mitte der Abnehmaktion fiel die Fertigstellung des Webprojektes, das mich wegen großer Unterbrechungen bestimmt über ein Jahr immer mal wieder beschäftigt hat. Und das dann innerhalb von fünf intensiven Tagen seinen Abschluss fand. Nur, um mich erschöpft aber zufrieden zurückzulassen.

Es folgten Wochen allgemeiner Antriebslosigkeit, die gelegentlich durch Aktivitätsansätze unterbrochen war. Wer es mag, darf einen leichten Stimmungsaufschwung vermuten, aber gesichert ist an dieser Vermutung nichts.

Unterm Strich bin ich mit dem Monat zufrieden, an Gewicht und Ernährung kann ein Haken und wenigstens ein Projekt hat seinen Abschluss gefunden. Für den nächsten Monat ist der Kopf frei, um andere gesundheitsbezogen Vorhaben umzusetzen.

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25443 – #widgtsm Juni 2026

Heute, am letzten Tag des Monats, ich bin gerade erst aus Wien nachhause gekommen und schon soll ich mich an den Monat erinnern. Naturgemäß dominiert die Erinnerung an Wien, durchaus berechtigt und als Highlight. Was es da zu erinnern gibt lest Ihr im Beitrag nach.

Der Monat davor verläuft in gewöhnlichen Bahnen, ich gebe mein Bestes, was manchmal nicht reicht. Zufrieden macht die Tapezieraktion bei A. am Monatsanfang, ich kann’s noch, meint: gut. Auch dafür, einen winzigen Schritt an der Kücheninsel weitergearbeitet zu haben, will ich mich loben. Das Beet ist umgegraben, bepflanzt und alle Pflanzen leben noch, auch gut.

Soweit es das Tun betrifft ist darüberhinaus wenig bemerkenswert. Im Denken taucht ein Thema an mehreren Stellen auf und beschäftigt mich. Ich lebe meinen Alltag ziemlich bewußt (im Rahmen dessen, was möglich ist) und versuche mit dem, was ich tue, auf der stimmungsaufhellenden Seite zu bleiben. Das gelingt mittelmäßig und ist bis hierher als Erfolg zu lesen. Aber, langgezogen, das ist unglaublich mühsam und mehr und mehr werde ich ich über dieser Mühe unzufrieden. Ich erinnere den letzten Sommer, während dem ich die gleichen Dinge, die ich jetzt tue, tat, weil ich sie tun wollte, weil sie mir wichtig (oder wenigstens des Getanwerdens wert) schienen. Wie gesagt, die gleichen Dinge, zu denen ich mich jetzt streng anhalten (um nicht zwingen zu schreiben) muss. Mit mäßigem Erfolg in Bezug auf die Stimmungsaufhellung. Es ist der Unterschied zwischen Leben leben und Leben führen. Ich habe einfach keinen Bock mehr, die kleinsten Kleinigkeiten machen zu müssen, ich will wieder dahin, wo ich sie geschehen lassen kann, mühelos. Ich bin des Machens müde.

Und, abschließend, für einen Sommermonat ist diese Stimmungslage untypisch, sehr untypisch.

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25413 – #widgtsm Mai 2026

Ein „schwieriger“ Monat (um die überwiegend depressive Stimmungslage etwas schönzufärben), aus genau keinerlei äußeren Gründen gelingt es mir nicht, ins Tun zu kommen. Ich sehe, was ich tun könnte, gefühlt auch müsste, aber es fehlt dieser letzte Impuls jetzt, genau jetzt, aufzustehen und zu beginnen. Draußen scheint die Sonne, ich sehe ihr dabei durch die große Fensterfront zu und bin zufirieden auf eine sehr unzufriedene Weise.

Immerhin, die meiste Zeit gelingt es mir, mein Notprogramm aufrecht zu erhalten. Ich male fast täglich ein Bildchen und für ein Foto im Blog – und manchmal etwas Text – reicht es an allen Tagen. Aber: ich mache das aus „medizinischen“ Gründen, nicht weil es mir ein Bedürfnis ist. Ganz so, wie ich viele Jahre aus medizinischen Gründen jeden zweiten Tag zehn Kilometer gelaufen bin.

Aber: ich bemerke, wie ich gedanklich beginne, dieses Notprogramm zu demontieren. Und auch alles andere, was ich als vermeintlich wohltuend versuche aufrecht zu erhalten, gesunde Ernährung zum Beispiel, oder Ehrenamt. Ich bin es einfach leid, dass so viel Energie einfach nur dafür draufgeht, mein Leben zu führen, statt es einfach geschehen zu lassen. All die Dinge, die ich tue, nur um nicht komplett abzustürzen, ermüden mich sehr.

Solcherlei Rumgedenke begleitet mich durch den Monat, in der allgmeinsten Formulierung weiß ich nicht mehr, ob ich mich lassen oder kontrolieren soll.

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Das Beitragsbild heute ist zum zwölften Mal der Kreativkalender. Es gibt ihn nun also ein Jahr, den Versuch jeden Tag eine kreative Kleinigkeit zu tun und diese festzuhalten. Das war und ist nicht immer leicht, auf der handwerklichen  Ebene passt nicht alles Große in das kleine Format und oft genug müssen Platzhalter her (alles gut damit). Auf dokumentatorischer Ebene sieht mensch die Leerstellen, die metaphorisch und im Wortsinn unausgefüllten Tage (Tendenz: zunehmend). Es scheint mir ein guter Moment, mit den Kreatvkalendern in der vorliegenden Form aufzuhören, nicht nur ist ein Jahr durchgehalten, auch das Notizbuch ist voll, das die formale Gleichförmigkeit überhaupt erst ermöglichte. Irgendetwas anderes wird den Platz des Kreativkalenders einnehmen, Ihr dürft mit mir gespannt sein.

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25382 – #widgtsm April 2026

Schon wieder Monatsende. Anders als in den Wintermonaten habe ich noch nichts vorbereitet, sogar mit Thumbnails für den Kreativkalender bin ich im Verzug. Das ist ungewöhnlich.

Ebenfalls ungewöhnlich, für alle Tage im April gilt: ich musste nicht heizen. Gewiß, einen heizfreien April gab es immer mal wieder, für die letzten Jahre erinnere ich das aber nicht.  Nun ist es so, dass ich heizen sowieso nicht mehr als heizen empfinde, seit ich im Dome wohne und mir der Elektro-Radiator die Temperatur durchgängig bei +/- 20 Grad hält. Die Beobachtung ist also ausschließlich in Bezug auf die Kosten relevant.

Mit Strom zu heizen gilt als teuer, deswegen habe ich gerade mal die jährliche Heizkostenabrechnung dazwischengeschoben und komme – auf das Jahr umgelegt – auf knapp 60 Euro pro Monat (maximal fünf Euro mehr, hätte ich im April heizen müssen). Das finde ich akzeptabel, so akzeptabel, dass ich überlege, ob ich überhaupt noch eine andere Lösung (Luft-Luft-Wärmepumpe) anstreben soll. Und ich bin sehr froh, dass sich so im nachhinein auch die vergleichsweise hohen Kosten und die schwierigen Einbauarbeiten rechtfertigen.

Wie ich auch ganz allgemein mit der Entscheidung, im Dome zu wohnen, nach diesem ersten Winter sehr zufrieden bin. Es geht mit gut damit. Anfang des Monats sind, soweit es den Dome betrifft, die letzten (naja, fast) Innenarbeiten geschehen, die Kammerwände und die Bogenverkleidung. Ende des Monats habe ich die Stoffe für die Vorhänge der Fensterfront gekauft. Kurz, es geht in gewohnt kleinen Schritten voran.

Wirklich bemerkenswert ist aber vor allem eins, die Nierenkolik, die mich Mitte des Monats überraschte. Okay, eigentlich nicht ganz so überraschend, mein Vater hatte Nierensteine. Dennoch, ich bin ohne Nierenstein alt geworden und hatte nicht mehr damit gerechnet. Zudem, was ich in meiner Kindheit bei meinem Vater als Symptom wahrnahm, war ungewöhnlich schlechte Laune. Von Schmerzen hat mir niemand etwas erzählt, er schon gar nicht. Ein schweigsamer Aushalter.

Ich hatte also vier Tage teils heftige Schmerzen, dann war der Stein in der Blase und ich wieder schmerzfrei. Seitdem denke ich nur selten daran, warum auch. Ich denke sogar so selten daran, dass ich den heutigen Termin beim Urologen vergessen habe. Irgendwas wollte der nocheinmal nachschauen, aber heh, alles ist gut.

Eine interessante Aus- und Nachwirkung der Kolik war, dass für begrenzte Zeit meine ganzen Routinen „vergessen“ waren. Und mit den Routinen auch mein – im Vergleich zu früheren Jahren – vergnügtes und selbstgenügsames Vor-mich-hin-werkeln. Das kommt erst in den letzten Tagen wieder langsam zurück. Warten wir’s ab.

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25321 – #widgtsm Februar 2026

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Es ist der Letzte des Monats, solche Tage haben Struktur. Rückblick ist angesagt. Was also war los? Am stärksten beschäftigt hat mich das Brett über der Kücheninsel. Strenggenommen ist es immer noch nicht fertig, aber es ist funktionsfähig, meint: bestückbar, was fehlt ist nur noch Feinschliff.

Gegen Ende des Monats ergibt es sich aus genau keinen nachvollziehbaren Gründen, dass jetzt die Beleuchtung der Vitrine dran ist. Bei der Sichtung der vorhandenen LED-Leisten zeigt sich ein kleiner Überschuss, der auch für eine Lichtleiste unterhalb des Bretts über der Kücheninsel ausreicht.

Den ganzen Monat über gelingt es mir, ausreichend Kreativanteile in die Tage einzubauen. Nichts anderes hält mich zufrieden. Ich kopiere Warhol, spiele mit Klemmbausteinen, webe mal wieder, blogge und beginne eine anfängerfreundliche Einführung in Fallout zu schreiben (weil ich eine brauche, alles muss mensch selbst tun).

Die Dinge, die getan werden müssen, geschehen nur aus Pflichtgefühl und manchmal auch nur widerwillig. Mit den ersten etwas wärmeren und sonnigeren Tagen scheint sich auch das zu ändern. Ich spüre den sanften Drang, das Laub von der Wiese zu rechen. Das ist dann demnächst dran.

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