25443 – #widgtsm Juni 2026

Heute, am letzten Tag des Monats, ich bin gerade erst aus Wien nachhause gekommen und schon soll ich mich an den Monat erinnern. Naturgemäß dominiert die Erinnerung an Wien, durchaus berechtigt und als Highlight. Was es da zu erinnern gibt lest Ihr im Beitrag nach.

Der Monat davor verläuft in gewöhnlichen Bahnen, ich gebe mein Bestes, was manchmal nicht reicht. Zufrieden macht die Tapezieraktion bei A. am Monatsanfang, ich kann’s noch, meint: gut. Auch dafür, einen winzigen Schritt an der Kücheninsel weitergearbeitet zu haben, will ich mich loben. Das Beet ist umgegraben, bepflanzt und alle Pflanzen leben noch, auch gut.

Soweit es das Tun betrifft ist darüberhinaus wenig bemerkenswert. Im Denken taucht ein Thema an mehreren Stellen auf und beschäftigt mich. Ich lebe meinen Alltag ziemlich bewußt (im Rahmen dessen, was möglich ist) und versuche mit dem, was ich tue, auf der stimmungsaufhellenden Seite zu bleiben. Das gelingt mittelmäßig und ist bis hierher als Erfolg zu lesen. Aber, langgezogen, das ist unglaublich mühsam und mehr und mehr werde ich ich über dieser Mühe unzufrieden. Ich erinnere den letzten Sommer, während dem ich die gleichen Dinge, die ich jetzt tue, tat, weil ich sie tun wollte, weil sie mir wichtig (oder wenigstens des Getanwerdens wert) schienen. Wie gesagt, die gleichen Dinge, zu denen ich mich jetzt streng anhalten (um nicht zwingen zu schreiben) muss. Mit mäßigem Erfolg in Bezug auf die Stimmungsaufhellung. Es ist der Unterschied zwischen Leben leben und Leben führen. Ich habe einfach keinen Bock mehr, die kleinsten Kleinigkeiten machen zu müssen, ich will wieder dahin, wo ich sie geschehen lassen kann, mühelos. Ich bin des Machens müde.

Und, abschließend, für einen Sommermonat ist diese Stimmungslage untypisch, sehr untypisch.

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25413 – #widgtsm Mai 2026

Ein „schwieriger“ Monat (um die überwiegend depressive Stimmungslage etwas schönzufärben), aus genau keinerlei äußeren Gründen gelingt es mir nicht, ins Tun zu kommen. Ich sehe, was ich tun könnte, gefühlt auch müsste, aber es fehlt dieser letzte Impuls jetzt, genau jetzt, aufzustehen und zu beginnen. Draußen scheint die Sonne, ich sehe ihr dabei durch die große Fensterfront zu und bin zufirieden auf eine sehr unzufriedene Weise.

Immerhin, die meiste Zeit gelingt es mir, mein Notprogramm aufrecht zu erhalten. Ich male fast täglich ein Bildchen und für ein Foto im Blog – und manchmal etwas Text – reicht es an allen Tagen. Aber: ich mache das aus „medizinischen“ Gründen, nicht weil es mir ein Bedürfnis ist. Ganz so, wie ich viele Jahre aus medizinischen Gründen jeden zweiten Tag zehn Kilometer gelaufen bin.

Aber: ich bemerke, wie ich gedanklich beginne, dieses Notprogramm zu demontieren. Und auch alles andere, was ich als vermeintlich wohltuend versuche aufrecht zu erhalten, gesunde Ernährung zum Beispiel, oder Ehrenamt. Ich bin es einfach leid, dass so viel Energie einfach nur dafür draufgeht, mein Leben zu führen, statt es einfach geschehen zu lassen. All die Dinge, die ich tue, nur um nicht komplett abzustürzen, ermüden mich sehr.

Solcherlei Rumgedenke begleitet mich durch den Monat, in der allgmeinsten Formulierung weiß ich nicht mehr, ob ich mich lassen oder kontrolieren soll.

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Das Beitragsbild heute ist zum zwölften Mal der Kreativkalender. Es gibt ihn nun also ein Jahr, den Versuch jeden Tag eine kreative Kleinigkeit zu tun und diese festzuhalten. Das war und ist nicht immer leicht, auf der handwerklichen  Ebene passt nicht alles Große in das kleine Format und oft genug müssen Platzhalter her (alles gut damit). Auf dokumentatorischer Ebene sieht mensch die Leerstellen, die metaphorisch und im Wortsinn unausgefüllten Tage (Tendenz: zunehmend). Es scheint mir ein guter Moment, mit den Kreatvkalendern in der vorliegenden Form aufzuhören, nicht nur ist ein Jahr durchgehalten, auch das Notizbuch ist voll, das die formale Gleichförmigkeit überhaupt erst ermöglichte. Irgendetwas anderes wird den Platz des Kreativkalenders einnehmen, Ihr dürft mit mir gespannt sein.

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25382 – #widgtsm April 2026

Schon wieder Monatsende. Anders als in den Wintermonaten habe ich noch nichts vorbereitet, sogar mit Thumbnails für den Kreativkalender bin ich im Verzug. Das ist ungewöhnlich.

Ebenfalls ungewöhnlich, für alle Tage im April gilt: ich musste nicht heizen. Gewiß, einen heizfreien April gab es immer mal wieder, für die letzten Jahre erinnere ich das aber nicht.  Nun ist es so, dass ich heizen sowieso nicht mehr als heizen empfinde, seit ich im Dome wohne und mir der Elektro-Radiator die Temperatur durchgängig bei +/- 20 Grad hält. Die Beobachtung ist also ausschließlich in Bezug auf die Kosten relevant.

Mit Strom zu heizen gilt als teuer, deswegen habe ich gerade mal die jährliche Heizkostenabrechnung dazwischengeschoben und komme – auf das Jahr umgelegt – auf knapp 60 Euro pro Monat (maximal fünf Euro mehr, hätte ich im April heizen müssen). Das finde ich akzeptabel, so akzeptabel, dass ich überlege, ob ich überhaupt noch eine andere Lösung (Luft-Luft-Wärmepumpe) anstreben soll. Und ich bin sehr froh, dass sich so im nachhinein auch die vergleichsweise hohen Kosten und die schwierigen Einbauarbeiten rechtfertigen.

Wie ich auch ganz allgemein mit der Entscheidung, im Dome zu wohnen, nach diesem ersten Winter sehr zufrieden bin. Es geht mit gut damit. Anfang des Monats sind, soweit es den Dome betrifft, die letzten (naja, fast) Innenarbeiten geschehen, die Kammerwände und die Bogenverkleidung. Ende des Monats habe ich die Stoffe für die Vorhänge der Fensterfront gekauft. Kurz, es geht in gewohnt kleinen Schritten voran.

Wirklich bemerkenswert ist aber vor allem eins, die Nierenkolik, die mich Mitte des Monats überraschte. Okay, eigentlich nicht ganz so überraschend, mein Vater hatte Nierensteine. Dennoch, ich bin ohne Nierenstein alt geworden und hatte nicht mehr damit gerechnet. Zudem, was ich in meiner Kindheit bei meinem Vater als Symptom wahrnahm, war ungewöhnlich schlechte Laune. Von Schmerzen hat mir niemand etwas erzählt, er schon gar nicht. Ein schweigsamer Aushalter.

Ich hatte also vier Tage teils heftige Schmerzen, dann war der Stein in der Blase und ich wieder schmerzfrei. Seitdem denke ich nur selten daran, warum auch. Ich denke sogar so selten daran, dass ich den heutigen Termin beim Urologen vergessen habe. Irgendwas wollte der nocheinmal nachschauen, aber heh, alles ist gut.

Eine interessante Aus- und Nachwirkung der Kolik war, dass für begrenzte Zeit meine ganzen Routinen „vergessen“ waren. Und mit den Routinen auch mein – im Vergleich zu früheren Jahren – vergnügtes und selbstgenügsames Vor-mich-hin-werkeln. Das kommt erst in den letzten Tagen wieder langsam zurück. Warten wir’s ab.

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25321 – #widgtsm Februar 2026

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Es ist der Letzte des Monats, solche Tage haben Struktur. Rückblick ist angesagt. Was also war los? Am stärksten beschäftigt hat mich das Brett über der Kücheninsel. Strenggenommen ist es immer noch nicht fertig, aber es ist funktionsfähig, meint: bestückbar, was fehlt ist nur noch Feinschliff.

Gegen Ende des Monats ergibt es sich aus genau keinen nachvollziehbaren Gründen, dass jetzt die Beleuchtung der Vitrine dran ist. Bei der Sichtung der vorhandenen LED-Leisten zeigt sich ein kleiner Überschuss, der auch für eine Lichtleiste unterhalb des Bretts über der Kücheninsel ausreicht.

Den ganzen Monat über gelingt es mir, ausreichend Kreativanteile in die Tage einzubauen. Nichts anderes hält mich zufrieden. Ich kopiere Warhol, spiele mit Klemmbausteinen, webe mal wieder, blogge und beginne eine anfängerfreundliche Einführung in Fallout zu schreiben (weil ich eine brauche, alles muss mensch selbst tun).

Die Dinge, die getan werden müssen, geschehen nur aus Pflichtgefühl und manchmal auch nur widerwillig. Mit den ersten etwas wärmeren und sonnigeren Tagen scheint sich auch das zu ändern. Ich spüre den sanften Drang, das Laub von der Wiese zu rechen. Das ist dann demnächst dran.

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25293 – #widgtsm Januar 2026

Es ist der Letzte des Monats, solche Tage haben Struktur, zumindest wenn ich – wie heute – noch nichts getan habe, um den endenden Monat abzuschließen und den neuen zu beginnen. Denn das ist ja nicht wenig, gehen wir es einmal durch:

  • Es beginnt damit, diese Monatszusammenfassung zu schreiben.
  • Spätestens wenn das fertig ist, geht es an das Beitragsbild, seit vielen Monaten schon der Kreativkalender. Das bzw. der will fotografiert, manchmal bearbeitet und immer eingestellt werden.
  • Allerdings bedeutet das regelmäßig, denn letzen Kreativbeitrag des Monats zu zeichnen, malen oder kleben und ganz allgemein das Teil noch etwas aufzupolieren.
  • Fehlt noch der Weiterlesen-Link, die rote Schrift für die Wochenenden im tagesgenauen Bereich und die horizontalen Linien zur Abgrenzung des Medienteils.

Jetzt könnte eigentlich alles fertig sein. Ist es aber nicht, denn der monatliche #widgtsm-Beitrag ist einer meiner ständig offenen Tabs im Browser und ich habe mir angewöhnt, darin auch meine Termine und Notizen zu verwalten. Die müssen noch herausgelöscht werden, zuvor aber auch in den neuen Monat übertragen werden. Abschluss und Neubeginn überlappen, es ist wie im Leben.

  • Folglich lege ich den #widgtsm-Beitrag des Folgemonats an und übertrage alles, was ich noch brauchen werde. Erst jetzt kann der Monatsabschluss eingestellt werden.
  • Die analoge Entsprechung dazu ist es, das Raster für den Kreativkalender des Folgemonats anzulegen.
  • Das geschieht im Sketch- oder Notebook. Falls noch nicht geschehen wird spätestens jetzt auch der analoge Monatsplaner aktualisiert, was allermeistens bedeutet, nicht erfüllte Aufgaben in den Folgemonat zu übertragen.

Fertig. Darüber kann schon mal ein Tag vergehen.

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Wie war denn nun der Januar? Nun, er war genau das: Januar. Er war. Ich hätte ihn auch überspringen können, vielleicht sogar, ohne es zu bemerken. Möglicherweise wäre es mir besser gegangen.

Obwohl, wenn ich nach diesem übersprungenen Januar im Februar aufgeschlagen wäre, hätte ich vermutlich sehr schnell erfahren, dass die Welt sich verändert hat. Und spätestens dann wäre es mir nicht mehr gut gegangen.

Wenn ich diesen Monat für mich persönlich charakterisieren muss, dann ist es ein Monat des überdurchschnittlichen Konsums amerikanisch-demokratischer Medien. Ich bin in einem Frankfurter Stadtteil aufgewachsen, in dem US-amerikanische Truppen stationiert waren. Als Jugendliche standen wir in direkter Konkurrenz zu den nur unwesentlich älteren US-Soldaten um den weiblichen Anteil unserer Alterskohorde. Mehr braucht es nicht für einen lebenslangen (und erst sehr viel später auch politisch begründeten) Anti-Amerikanismus. In diesem Fall hasse ich es, recht zu behalten.

Während ich also selbstvergessen-depressiv die Lebensteilnahme verweigerte, verwandelte sich Amerika innerhalb eines Monats von einem rechtskonservativ regierten Land in irgendetwas Grenzfaschistisches, das ich nur deswegen nicht Diktatur nennen möchte, weil auf dem Ettiket noch Demokratie steht. Für die Leser späterer Jahre: Im Rahmen einer Militäroperation wird der Präsident Venezuelas aus seinem Land entführt, die USA bedrohen Grönland (Dänemark) mit Annektion, bei Protesten gegen eine unangemessen hart auftretende Bundes- Einwanderungsbehörde (ICE) werden zwei Menschen durch genau diese Behörden getötet. Bei allem wird der laut Verfassung zuständige Kongreß und vorhandene Rechtsprechung übergangen.

All das ist zu groß, um es zu ignorieren. Zugleich zu groß und zu weit entfernt, um irgendwie darauf Einfluß nehmen zu können. Ich wünsche mir sehr, dass ich nächsten Monat wieder einfach nur bei mir bleiben kann.

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