Was machst du eigentlich den ganzen Tag?
Pause!
Was machst du eigentlich den ganzen Tag?
Pause!
| Jeden Monat am Fünften fragt Frau Brüllen ihre Blogger-KollegInnen, was sie denn eigentlich so den ganzen Tag machen. Hier geht’s zu ihr und all den anderen Bloggenden. |
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Spät aufgestanden, lange gefrühstückt, gegen Mittag beginne ich, meine kleinen Projekte zu verfolgen. Samstag Abend hatten wir es gesprächsweise davon, dass mensch ja mal einen Tag der Fertigstellung liegengebliebener Projekt widmen könnte. Oft fehlt ja nur noch wenig.
Eines solcher Projekte ist die „Aufhübschung“ des gefundenen Vierfach-Bilderrahmens. Da – und auch bei der Zigarrenkistenrenovierung – bin ich zumindest einen Schritt weitergekommen.
Mit einigen Tagen Verspätung heute dann auch das Raster für den Kreativkalender angelegt und die letzten 4 Tage nachgetragen, Farben müssen später kommen. Das, und auch die Kopie des „Hundertwasser-Hutes“ wird StammleserInnen mehr sagen.
Um es kurz zu erklären: Ich habe festgestellt, dass es mir gut tut, jeden Tag eine kleine kreative Idee umzusetzen, und sei es nur zwei Minute lang. Wenn das getan ist male mir ich dazu ein Bildchen in das Raster und nenne es einen erfolgreichen Tag. Wer genau hinschaut sieht, das ich dabei den Begriff „kreative Idee“ gelegentlich stark aufweite. Mal-wieder-HTML zählt da ebenso als kreativ, wie der Besuch im Museum. Ich könnte das vertreten.
Weil aber jeden Tag kreativ sein gar nicht so einfach ist – bloß kein Druck – habe ich die letzten Monate neben der Kür (die ganz eigenen Unsinns-Ideen) auch immer ein Pflichtprogramm für einfallslose Tage. Ich kopiere die Großen mit minimalsten Mitteln und Materialien. Das schult den Blick und deckt die eigenen Schwächen auf. Gelegentlich gibt’s auch ein paar Fakten für die Sammlung unnützen Wissens aus den Begleittexten. Im März war Andy Warhol angesagt, im April Otto Müller und diesen Monat wird es Hundertwasser sein. Heute entschieden.
Und für so eine Entscheidung kann schonmal ein ganzer Tag draufgehen.
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Strenggenommen werde ich heute die Frage nach dem Was nicht im Detail beantworten, obwohl Ihr natürlich trotzdem einen Eindruck vom Tag bekommen werdet. Und das liegt daran, dass ich den ganzen Tag über im 12von12-Modus verbracht habe. Meint: ich habe brav rund jede Stunde ein Foto aufgenommen und grob notiert, wobei ich gerade so war. Das soll nicht umsonst gewesen sein, am 12. wird es also die heutigen Doku vom 5. zu sehen geben. Auch hier, strenggenommen ist das an der Vorgabe vorbei. Aber Ihr werdet es gemerkt haben, ich nehme es eher selten streng.
Der Tag beginnt für meine Verhältnisse ungewöhnlich früh, ich bin gegen halb neun wach und habe schon im Bett die Idee, die den ganzen Tag ins Rollen bringen wird. Gestern habe ich auf der Suche nach einer Ablagemöglichkeit für gerade ungenutztes Werkzeug einen alten, aber gut erhaltenen Einkaufswagen auf der Terasse geparkt. Einen Tag später und im Licht der Morgensonne betrachtet erweist sich das als ästhetische Fehlentscheidung. Aber: der Wagen könnte mir im Dome in Küchennähe als Aufbewahrungsmöglichkeit für all die Lebensmittel dienen, die nicht in den Kühlschrank müssen. Die moderne Vorratshaltung mal anders gedacht.
Noch vor neun steht der Einkaufswagen im Dome und ist auf der Ästhetik-Skala von geht-gar-nicht zu grenzwertig-und-erprobenswert aufgestiegen. Weil aber durch diese Lösung Platz im Küchenschrank frei geworden ist, ist es sinnvoll, weiteres Küchenzubehör in den Dome zu holen (Ich fürchte, das ist nur für StammleserInnen, verständlich. Stellt Euch eine kleine Umzugsaktion vor, wobei Ort eins nur cirka neun Meter von Ort zwei entfernt ist.) Dieses Mal-eben-Zeug-aus-der-alten-Küche-holen führt assoziativ dazu, die Elektro-Kochplatten vom etwas weiter entfernten Lagerort zu holen, sie zu entrosten und mit den Resten der Platte, in der sie eingebaut waren, eine andere Reparatur an der zukünftigen Kücheninsel zu beginnen. All das verläuft nicht gradlinig, zwischendrin bringe ich fast den Kompressor an den Start, um die Metallwerkzeugkästen auszublasen, eine Aktion, die – auch wenn das hier unerläutert bleiben soll – ebenfalls mit dem Einkaufswagen und der Kücheneinrichtung zusammenhängt. Mehrere Male geschieht auch für kurze Zeit gänzlich anderes, ich bin leicht ablenkbar.
Bisher unerwähnt, irgendwann in diesem Tag wurde auch zweimal gekocht – naja, Lebensmittel wurden erhitzt – und gegessen. Gegen halb sieben am Abend bin ich müde und das Werkzeug ist wieder an seinem Ort. Um mich herum gibt es mindestens drei Baustellen, die ich morgen hoffentlich abschließen kann. Denn eine jede war heute nicht abzuschließen, weil vorher sinnigerweise noch etwas anderes zu tun ist.
Kurz: der Tag war voll bis zum Anschlag. Das ist maximal entfernt von meinem sonstigen In-der-Welt-sein. Ich erkläre es mit dem Frühjahr und den drei Sonnentagen am Stück. Ich sehr dankbar für solche Tage und hoffe auf mehr davon.
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Das Foto oben habe ich 2 Tage später nachgeschoben. Es ist etwas beschönigend, weil es die Umgebung ignoriert. So wie im Bild würde ich es jederzeit lassen, was den optischen Gesamteindruck betrifft, bin ich noch unsicher.
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Kurz vor elf erwache ich aus schwierigen Träumen, koche mir einen Kaffee und setze mich vor Tablet und Tageslichtlampe. Eine Kombi, die sprachlastige Inhalte nahelegt, weil die Lampe den Bildschirm stark überstrahlt. Deswegen Nachrichten- oder Kommentarformate, die in diesen Tagen ganz anders als die Lampe, keineswegs zur Stimmungsaufhellung beitragen.
Entsprechend geframed bemerke ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung und erlebe kurz darauf eine „Katastrophe“ live. Die Welt eines Regenwurmes wird erschüttert, ein Monster gräbt sich direkt neben ihm an die Erdoberfläche, er entkommt mit knapper Not.
Gegen eins kopiere ich kurz eine Warhol-Zeichnung in mein Sketchbook, schnell und dreckig, ich will das diesen Monat jeden Tag machen und dabei auf jeden Anspruch verzichten. Der Bildband liegt in Griffnähe, ich muss es nur tun.
Danach mache ich mich an die Arbeit oder das, was in meinem Leben dem am nächsten kommt. Wer hier regelmäßig mitliest weiß, dass ich seit einiger Zeit an einem Ablagebrett herumtüfftele, das über der noch unfertigen Kücheninsel „schweben“ (meint: unauffällig mit Stahlseilchen angebracht werden) soll. Dieses Brett bekommt einen Winkelschnitt verpasst, damit es …, egal, bekommt es. Im Laufe des Nachmittags eerledige ich noch einige andere und hier nicht näher zu beschreibende Arbeitsschritte, um dem Tagesziel nahezukommen: Das Brett soll provisorisch dort sein, wo es mittelfristig fest angebracht wird, damit ich die Optik überprüfen kann. Also schauen, ob das alles so aussieht, wie ich es mir vorgestellt habe, ob die Höhe stimmt oder vielleicht doch alles eine blöde Idee war.
Gegen halb fünf kann ich mir alles anschauen und bin zufrieden. Selbst wenn das Brett mit allerlei Zeug beladen sein wird, wird es mir den Raum nicht zustellen. Alles bleibt offen, so, wie ich mir das gewünscht habe.
Ich koche mir eine Kleinigkeit und schaue beim Essen die erste Episode der dritten Staffel „Shrinking“. Auch damit bin ich zufrieden.
Neben allem gab es noch ein paar andere Tätigkeiten, die nicht unmittelbar mit dem Brett zu tun hatten, aber dennoch zu einem insgesamt aufgeräumteren Eindruck des Domes beitragen. Zumindest dann, wenn ich weggeräumt habe, was im Moment noch bei der Garderobe herumliegt. Bedeutet, dass der Rest des Tages recht vorhersehbar ist. Noch etwas aufräumen, danach die zweite Episode „Shrinking“, danach „“Starfleet Academie“ und danach wird es auch noch andere Bewegtbildinhalte geben. Kurz, ich stelle noch schnell den Artikel ein, danach geschieht heute nichts Erwähnenswertes mehr.
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Hmm, die Rechnung ohne Frau Brüllen gemacht, dort geht noch nichts. Ich probiers dann später nochmal.