25401 – #hdnazt

Mal wieder der 19., was so gar nichts bedeutet, da ich den 12. ausgelassen habe und auch der 5 …, ich weiß schon gar nicht mehr. Egal, der 19. ist für die Fallout-Sachstandsmeldung reserviert.


Mittlerweile weiß ich sehr zu schätzen, wie sehr mensch sich mit der Computerspielerei aus der Welt nehmen kann, und finde daran eigentlich nur eines bedenklich: wie sehr mensch sich damit aus der Welt nehmen kann.

Geschätzt spiele ich jeden dritten Abend (etwas mehr, als ich auf der systematischen Jagd nach den Wackelpuppen war) und halte das für vertretbar. Zumal mich die Beschäftigungen an den anderen Abenden ja nicht weniger, sondern nur anders, aus der Welt nehmen.

Ich tappere also regelmäßig durch diese andere Welt und bemerke so langsam, dass ich sie mir letztendlich einrichte wie die Welt, die ich kenne. Ich habe zuviel Zeug an zu vielen Stellen, aufräumen ist angedacht, aber letztlich gehe ich lieber leichteren Vergnügungen nach. Positiv formuliert habe ich große, ungenutzte Reserven.

Oder die Sache mit den Power-Rüstungen. Mittlerweile habe ich bestimmt zehn davon herumstehen, alle in Topzustand, einmal die gesamte Entwicklungslinie (okay, nur fast) und ein paar Sondereditionen. Power-Rüstungen sind in Bits gegossene Allmachtsphantasien, sie geben im Kampf einen entscheidenden Vorteil und manche Gegner werden dadurch, nun, vernachlässigbar. Der Träger einer Power-Rüstung ist in vielen Fällen „overpowered“, übermächtig. Bei mir stehen die Teile im virtuellen Zuhause herum und ich überlege, wie eine virtuelle Ausstellungshalle dafür aussehen könnte.

Ich bin an einen Kurs während meines Studiums erinnert, ich nenne ihn mal „Einführung in die Musik für Unmusikalische und alle, die sich dafür halten“. Nach einer Improvisationsübung, für die sich alle ein Instrument im großen Angebot des Musikraums heraussuchen durften, nahm mich die Musiklehrerin zur Seite. Sie halte es für bemerkenswert, sagte sie, dass ich mir das mächtigste Instrument im Raum heraussuchen würde – ich hatte die Tubular Bells ausgewählt -, um dann nur leise Töne damit zu spielen. Und ja, es ist wohl so. Ich mag es nicht zu dominieren, selbst wenn ich es könnte. Was zugleich bedeutet, dass ich hinter meinen Möglichkeiten zurückbleibe.

Das Spiel hat mich dafür bis jetzt nicht bestraft. Ich komme auch so mit den meisten Gegnern zurecht. Dort, wo nicht, bleibt es „spannend“. Im Spiel! Im wahren Leben bedeutet spannend ja gerne auch „die Nummer würde ich mir jetzt gerne ersparen, aber hey, so ist das Leben“. Um ehrlich zu sein, ich mag „spannend“ nicht.

Aber ich wollte ja die Übereinstimmungen mit dem wahren Leben beleuchten, nicht die Abweichungen. Dazu eine letzte und zugleich die aktuellste Beobachtung. Gestern Abend habe ich die letzte Voraussetzung dafür freigeschaltet, mir eine Power-Rüstung mit einem Jet-Pack auszustatten. Der Traum vom Fliegen könnte wahr werden. Okay, vielleicht nicht fliegen, aber sehr weit und hoch springen. Es kommt mir vor, als könnte das eine angemessene Verwendung für all die angesammelte Power sein. Mal rumkommen, an Orte springen, die sonst unzugänglich sind. Und sei es nur der Neugier wegen. Die Umgebung von einem höher gelegenen Standpunkt aus sehen. Distanzen leichter überwinden, neue Positionen einfacher einnehmen. Das alles kann doch Grund zur (Vor-)Freude sein.

Und kaum werden mir diese vorfreudigen Erwartungen bewusst, denke ich: „Naja, vermutlich wird Fliegen überbewertet!“ Scheiß Depression.

25372 – Nebenwirkungen

Montag. Neben wenig anderem ein Lebensmitteleinkauf und etwas Schreibtischarbeit. Ich versuche. nach der Nierenkolik wieder ins Alltagsleben zurückzukehren. Was erstaunlich schwierig ist. Schon vor der Kolik gab es ein paar Tage mit deutlicher „Reibung“ bei den Morgenroutinen, die Kolik hat sie dann ganz gestoppt. Und nun gibt es einen Teil in mir, der es am liebsten dabei lassen würde.

Nun sind diese verspielten, vertrödelten ersten Stunden des Tages diejenigen, die mich mit den mehr produktiven oder an Notwendigkeiten ausgerichteten Tätigkeiten des restlichen Tages versöhnen. Meistens beginnt diese Routine mit der „Zeitung“, den Neuigkeiten im Internet, gefolgt von irgendwas mit Stiften und  Notizbüchern, parallel dazu oft so etwas wie eine grobe Tagesplanung. Nach eineinhalb bis zwei Stunden kann ich dann beginnen, mich Dingen zuzuwenden, die auch nach konventionellen Maßstäben sinnvoll sind.

Im Moment bleibt es bei der „Zeitung“ und das gerne für den Rest des Tages. Der Zustand erinnert mich etwas an den, den ich während der Krebsbestrahlung als Fatique kennengelernt habe. Ich bin vollkommen zufrieden damit, dazusitzen und den Tag vorüberziehen zu lassen. Ähm, falsch! Ich bin gerade nicht damit zufrieden, aber zugleich auch nicht so richtig fähig, zu irgendwas in die Gänge zu kommen.

Das ist alles noch nicht wirklich tragisch und vielleicht viel zu früh, sich zu beklagen. Der Tag heute beweist, dass ich organisatorisch alles geregelt bekomme und funktioniere, wenn ich das muss (was, nur nebenbei, für meinen gesamten Umgang mit der Kolik und deren Behandlung gilt). Was fehlt, ist der Überschuss, das mit den Farben, der Freude und der Selbstzufriedenheit.

Nun muss ich temperamentsbedingt vorsichtig sein bei solchen Entwicklungen. Genau hinschauen ist angesagt. Das Feiern kleinster Schritte in die richtige Richtung bei maximaler Nachsichtigkeit mit sich selbst.

Meine große Hoffnung aber ist, dass es sich bei meinem gegenwärtigen Befinden um eine Neben- oder Auswirkung des Nierensteingeschehens handelt und alles sich von selbst und anstrengungslos wieder gesund einpegelt. Bin gespannt.

25264 – Tageslichtlampe

Seit Silvester besitze ich eine Tageslichtlampe, mit deren Hilfe ich etwas gegen die winterlich-depressive Verstimmung unternehme. Diese Lampe ist ebenso groß wie sie teuer war. Und leider ist beides unvermeidbar, wenn das Teil wirksam sein soll. Hinter dieser Aussage steht eine Menge Mathematik, die irgendwie die abgestrahlte Lichtmenge, den Abstand von der Lampe und auch deren Fläche, sowie die Zeit, die mensch davor verbringen sollte, miteinander ins Verhältnis setzt.

Im Bild ist mein Frühstückssetting. Das funktioniert, weil mensch ohnehin nicht in die Lampe schauen soll, sondern daran vorbei, aber so, dass das Licht der Lampe dennoch auf die Netzhaut trifft. Abstand von der Lampe cirka 60 cm für 30 bis 45 Minuten während der morgendlichen Informationsaufnahme. Und ja, vorher wirkte das gemütlicher.

Aber – und das finde ich erstaunlich – ich weiß jetzt schon, also nach nur drei Tagen, dass ich das Licht mag und gut aushalten kann auch über die empfohlene Zeit hinaus. Am Design kann’s nicht liegen, ich vermute, dass ich auf irgendetwas anspreche, das ich nicht benennen, sondern nur intuitiv wahrnehmen kann. Mir soll’s recht sein.

25249

Alles ist wie meistens um diese Jahreszeit. Fühllos gestimmt und Schlafstörungen mit langen Wachphasen mitten in der Nacht, die machen, dass mein Schlaf zwischen sieben und dreizehn Uhr am tiefsten und erholsamsten ist. Ich schlafe nicht mehr als gewöhnlich, aber zu anderen Zeiten. Bei einem solcherart verschobenen Tag-Nacht.Rhythmus ist dann ein Termin um 13.15 Uhr ein „früher“, für den ich mir den Wecker stellen muss. Um trotzdem gut in Tag zu kommen mindestens eineinhalb Stunden früher.

Heute hatte ich einen solchen frühen Termin, anschließend noch ein Zug durch die Stadt für verschiedene Besorgungen und schon ist es zu spät für einen kleinen Nachmittagsschlaf. Folglich beginne ich jetzt, es ist 21.00 Uhr, abzubauen, wohlwissend, dass es keinerlei Sinn ergibt, jetzt ins Bett zu gehen, weil ich ohnehin eine Stunde später wieder wach wäre, und das dann bis drei Uhr in der Nacht, mindestens. Schlechte Voraussetzungen für morgen, ein Tag, an dem ich ebenfalls früh aufstehen muss, um pünktlich zu einer Verabredung zu sein (von der Ihr dann morgen lest).

Und jetzt einen guten schlechten Film mit unsinnigen Explosionen und exotisch-gewaltsamen Todesarten, was mensch eben so braucht, um zur Ruhe zu kommen.

25177 – Allzeit bemüht

Nicht viel geschehen heute. Ein Stadtgang in gedämpfter Stimmung. Wollte ich dem irgendetwas Positives abgewinnen, würde ich sagen, jede meiner Besorgungen trägt das Potenzial zu künftiger Freude in sich. Das sieht mensch der Dose Sprühkleber nicht zwingend an, auch die Stifte wirken auf den ersten Blick nicht lebensverändernd, am ehesten traut mensch es vielleicht den ausgeliehenen Reiseführern zu, auf freudvollere Umstände hinzuweisen.

Ich werde davon berichten, was die Teile so leisten.