32c3 in Hamburg

Eintrittsbändchen zur Gated Community

Die nächsten Tage findet man mich auf dem 32c3 in Hamburg. Heise erklärt, was das ist und was es dort gibt. Ich darf mich bei meinen Sohn einquartieren, der einen Teil dieser Tage selbst in der Republik unterwegs ist.

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Tag 1

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Gemeinsam mit vielen, vielen anderen pünktlich zur Keynote eingetroffen. Bis ich dann drin war und den Saal gefunden hatte, war der Vortrag am Laufen und ich hatte die Vorstellung verpasst. Dennoch kein Problem. Schnell wird klar, dass das Motto des diesjährigen C3 – Gated Communities – in Bezug zur Flüchtlingsproblematik gesetzt wird.

Gated Communities sind zugangsbeschränkte Gruppen, Plattformen oder Foren jeglicher Art. Im Internet finden sich viele davon, wobei die Zugangsbeschränkung technischer Art sein kann, etwa wenn eine Anmeldung auf einer Internetseite nötig ist; genauso kann es aber auch das Know-How sein, das den Zugang zu bestimmten Themen erst ermöglicht. Das Internet ist aber auch selbst eine Gated Community, schließlich ist ein Internetzugang sowie eine gewisse Medienkompetenz Grundvoraussetzung, um das Internet nutzen zu können und so Teil der Community zu werden. Problematisch können Gated Communities nicht nur für die Ausgeschlossenen, sondern auch für die Mitglieder sein. Dies ist dann der Fall, wenn zum Beispiel Filterblasen die Wahrnehmung verzerren, weil die Zugangsbeschränkung nur Ähnliche oder Ähnliches durchlässt.

via https://netzpolitik.org/2016/32c3-zum-nachschauen-gated-communities/

Auf die Keynote und die folgenden Vorträge werde ich hier wenig eingehen, sie werden in den nächsten Tagen ohnehin veröffentlicht und wer mag, kann sie hier nachhören. Dennoch will ich jeden Tag wenigstens meinen Tagesfavoriten benennen und die Auswahl kurz begründen. [Okay, soweit der Vorsatz, aus den Begründungen  ist dann  nichts geworden. Wenigstens gibt´s zu den Favoriten jeweils den Link.]

Das Programm ist über den Tag verteilt in drei Blöcke aufgeteilt, in denen man jeweils drei Vorträge hören kann (sag ich mal so als Sehr-Dicke-Daumen-Regel). an diesen Blöcken orientiert sich in den folgenden Tagen mein Kongress-Leben. Mein erster Block sag so aus:

Keynote von Fatuma Musa Afrah(en)
Der NSA-Untersuchungsausschuss (de)
Internet Landscapes (en

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Danach habe ich erstmal eine Pause gebraucht. Es ist ja sehr viel schwieriger Muttersprachlern in englisch zu folgen, als einen das mit Menschen gelingt, die selbst englisch nur als Zweitsprache haben. Es folgte ein ausgiebiger Spaziergang durch die Foyers.

Datenkrake

Es gibt unglaublich viel zu sehen und es ist jetzt schon klar, dass es nicht gelingen kann, allem die Aufmerksamkeit zu schenken, die es (vielleicht) verdient – information overflow.

Die nächsten Vorträge:
Public Library/Memory of the World

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Tag 2

Vielleicht wird die Berichterstattung in den nächsten Tagen etwas ruckelig, vielleicht findet sie auch gar nicht mehr statt. Gestern hat das Phänomen aus dem vorherigen Beitrag abermals zugeschlagen und plötzlich geht nichts mehr. Zwei Plugins aktualisiert, Ende.
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Der leere Saal hätte mir einen ersten Hinweis geben können, trotzdem dauert es bis zum ersten zufälligen Blick auf die Uhr, bis ich es bemerke: ich bin eine Stunde zu früh. Beim Frühstück dachte ich noch, ich hätte mich mit der Weckzeit vertan. Das gibt mir Zeit, diesen Beitrag etwas voranzutreiben und die Freundin auf dem Laufenden zu halten (sicher habt ihr es immer schon geahnt, es gibt ein Leben neben dem Blog).

Heute beginne ich mit dem Jahresrückblick des CCC. Der dauert etwas länger als die gewöhnlichen Vorträge und danach gehe ich Kaffee in einer Kaffeerösterei kaufen.

Das Nachmittagsprogramm:
Ein Abgrund an Landesverrat
Freifunk für Geflüchtete
Wie Jugendschutzprogramme nicht helfen

Fotografieren ...

Gebummelt, leider ist der 32c3 nicht sehr fotofreundlich, zum einen wird jeder, der nicht von selbst drauf kommt gerne und oft daran erinnert, die menschlichen „Motive“ doch um ihre Zustimmung zu bitten, zum anderen ist der größte Teil der Räumlichkeiten kaum beleuchtet. Lumenmäßig geht´s hier kaum über die Lichterkette des Weihnachtsbaums hinaus.

Und am Abend dann:
Let’s encrypt – What launching a free CA looks like
Das Zahnrad aus Fleisch
Quantenphysik und Kosmologie

Tag 3

Ich beginne den Tag mit einem aushäusigen Frühstück in einer nahegelegenen Bäckerei, zum Einkaufen bin ich bis jetzt nicht gekommen und meine aus Giessen mitgenommenen Lebensmittel haben erstaunlich lange gehalten.

Heute werde ich denn ganzen Tag in Halle 1 verbringen. Ein Zufall will, dass alle Vorträge, die mich interessieren, dort gehalten werden.

Nach bestem Wissen und Gewissen – Floskeln in der Politik
The onion services: more useful than you think
State of the onion

Pause, gebummelt

DOME

Im Inneren des Domes

Die Nachmittagsvorträge:
Say hi to your new boss: how algorithm might soon control our lives.
Safe harbor
Ten years after “We lost the war“

Pause, gebummelt

QRtistry
Intelexit
Crypto ist Abwehr, IFG ist Angriff

22.45 Uhr, natürlich geht es hier weiter. Aber nicht für mich, drei mal drei je eine dreiviertel Stunde Vortrag sind genug. Sollen die jungen Menschen mal Party machen.

Tag 4

Unverblogbar, aber angedeutet: interessante psychologische Zustände, auf dem “vertrauten“ Weg zum Kongresszentrum einmal verlaufen und einmal zu früh ausgestiegen. Gefühle des Ungenügens. Was hat getriggert?

Immerhin war Zeit genug, ein paar „Blümchen“ am Wegesrand zu pflücken. Hier hat jemand eine Palette „gehackt“, gefällt mir.

Analog gehackt

Letztendlich doch angekommen und gehört:
“I feel like a criminal and have to be good at the same time.“
Crypto Wars Part II
When algorithm fail in our personal lives

Pause (Bausatz Uhr)

Wie man einen Blackout verursacht
Predicting crime in a big data world
Security nightmares
Closing event

Auf dem Rückweg die gleiche Verpeiltheit wie am Morgen und erstmal die S-Bahn in die falsche Richtung genommen. Unterm Strich hätten mir zwei Tage Kongress gereicht, heute bin ich in zwei Vorträgen fast eingeschlafen.

Am Abend gibt es ein spätes Mahl und Gespräch.

Big Data

Vor kurzem wollte ich einem Freund die Diskussion erklären, die gerade um das Schlagwort „Big Data“ herum geführt wird. Sehr erfolgreich war ich dabei nicht. Einerseits, weil das Grillgut zu früh fertig wurde und anderseits, weil ich vermutlich das Thema auch für mich noch nicht so richtig gegriffen hatte. Ralf Wienken arbeitet als Gastautor  auf NETZWERTIG.COM das Thema „Big Data“ leicht verständlich auf. Leseempfehlung.

Reales TV-Serien-Drama: PrismBreak

Der Aufbau des NSA-Skandals folgt einer klassischen TV-Serien-Dramaturgie. Woche für Woche eine neue haarstreubende Enthüllung. Daraufhin die immer drastischer werdenden Reaktionen der Regierung. Mit jeder Folge zieht sich die Schlinge um den Hals des Helden weiter zu.

Gutjahrs Blog bietet uns den Episodenguide zur ersten Staffel

Gelesen, gut gefunden, wie verbreiten

Ich bräuchte was, das nicht Twitter ist, in das ich Links wie den folgenden einfülle, kurz kommentiere (oder auch nicht) und dann erscheint das in meiner Seitenleiste, dort wo jetzt die letzten Tweets stehen. Weniger prominent als ein Blog-Post, mehr so für mich selbst und die wenigen, die so kleine Schnipsel oder Lesetipps mögen.

Die ausbleibende Aufregung: http://blog.till-westermayer.de/index.php/2013/08/04/die-ausbleibende-aufregung/

Und mein WordPress spinnt, der Verlinkungs-Button ist ausgegraut (bedeutet: geht nicht), weswegen ich den Link nicht vernünftig setzen kann (gefixt, 5.8.13), ihr also mit copy’n’paste zum Text müsstet, was ihr eh nicht tut und ….

Verdammt noch mal, ich will mich nicht dauernd um irgendwelche Technik kümmern müssen, die nicht funktioniert!

Cui bono?

Wem zum Vorteil? Mal ehrlich, wer glaubt denn daran, dass der ganze Aufriss, den die Geheimdienste betreiben, der Verhinderung terroristischer Aktivitäten dient? Gesetzt die Zahl stimmt und  23 bis 30 Amerikanern sterben pro Jahr durch jedweden Terror, zumeist im Ausland, dann kommt das doch seltsam unverhältnismässig rüber. Selbst wenn ich mir diese Menschen maximal schützenwert vorstelle, jung und unschuldig, das ganze Leben noch vor sich – ihr wisst schon – dann ließen sich diese statistischen 30 doch mit wesentlich weniger Aufwand retten. Mehr Schülerlotsen zum Beispiel. Bessere Haushaltsleitern, freiere und reinere Drogen oder weniger Waffenexporte fallen mir als nächstes ein. 30 junge Leben sind schnell gerettet, selbst 30.000. Die Welt ist voller Gefahren und die meisten davon sind besser vorherzusehen als es die Taten politisierter Gewalttäter sind. Leben retten kann sehr einfach sein.

Wem also dient der Quatsch, der gerade weltweit geschieht? Der Telepolis-Autor Paul Schreyer hat da eine Idee und trägt sie ganz ohne Aluhut vor: Wer lenkt die Dienste?

Und klar, alles nicht neu, haben wir immer schon gewusst. Aber die anderen, die könnten das jetzt auch wissen. Müssten es nur lesen.