25243 #12von12 Dezember 2025

Zwölf am Zwölften ist eine regelmäßige Aktion von „Draußen nur Kännchen“, dort gibt es noch mehr Menschen, die ihren Zwölften mit zwölf Bildern schildern.

Der Zwölfte beginnt nachts, ich bin lange wach. Einen Teil der Zeit verbringe ich damit, Bilder von Tintenfischen herauszusuchen, denn ich möchte morgen (meint: heute nach dem Schlafen) den Beitrag von gestern mit einem gezeichneten Tintenfisch aufpeppen.

Gegen zwei gehe ich ins Bett.

Morgens, ich stehe gegen neun auf, hat sich der Plan von gestern verändert, statt zu zeichnen werde ich digital collagieren. Das ist etwas, was ich auf dem PC ganz leidlich kann, aber mir auf dem Tablet erst aneignen muss. Es geht besser als gedacht. Mittags bin ich damit durch, habe auch gefrühstückt und die neueste Episode Pluribus angeschaut. Ein nicht weiter aufzuschiebender Lebensmitteleinkauf steht an und geschieht.

Wieder zurück versuche ich eine Miniatur des Tintenfisches ins Journal zu aquarellieren und scheitere. Zumindest fühlt es sich gerade so an, vielleicht kann ich auch noch was retten. Kein Bild davon, soweit möchte ich mich dann doch nicht öffnen. Und auch keins vom Mittagessen, aber dieses Bild habe ich schlicht vergessen.

Ich beginne den Blogeintrag und bin unzufrieden mit dem Tag, den Bildern und mir.

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Gegen halb sieben habe ich zu Abend gegessen, Kartoffeln und Spinat, kein Spiegelei, kein Bild. Und ich habe den Tintenfisch, nun, vielleicht nicht gerettet, aber erkennbar gemacht.

Den Rest des Abends wird nicht mehr viel passieren. Folglich habe ich noch fünf mehr oder weniger zufällige Bilder gemacht, damit das Dutzend voll wird. Alles im direkten Umfeld.

Und ja, ich bin gerade etwas uninspiriert.

25215 – Mann in der S-Bahn

Manchmal fallen mir Menschen auf, von denen ich denke, dass sie ein Bild wert sind. Dieser Mann saß mir auf dem Nachhauseweg von Dublin in der S-Bahn gegenüber und ich konnte es mir nicht verkneifen, ein heimliches Foto von ihm zu machen. Umgesetzt dann als Scribble am 7.11.25 im Krankenhaus, eigentlich wollte ich noch eine größere Version davon zeichnen, das wird nicht mehr geschehen.

25202 – Akte

Weil ich gestern die Thumbnails erwähnte und im Bild auch zeigte, will ich heute einmal das Original, meine Kopie davon und das dazugehörige Thumbnail nebeneinander stellen.

Rechts im Bild seht Ihr „Zwei hockende weibliche Akte“ von Otto Müller, links meine Kopie und von unten eingeschoben das Thumbnail. Die Original-Abbildung stammt aus einem Bildband zur Künstlergruppe „Die Brücke“, der auf meinem Esstisch liegt und in dem ich morgens gerade regelmäßig blättere. Und manchmal etwas daraus kopiere.

Seitdem ich versuche, mir näherungsweise naturalistisches Zeichnen beizubringen (verstanden als: man erkennt, was es ist, und es ist kein Icon, keine Karikatur, kein Comic und auch keine Abstraktion), schaue ich Bilder anders an, gelegentlich auch kritischer oder so, als hätte ich sie gezeichnet. Ich frage mich, was es ist, das das Bild zum „funktionieren“ bringt. Eine Frage, die ich nicht immer beantworten kann. Was ich aber festgestellt habe, immer wenn ich ein Bild mit meinen Mitteln kopiere, bekomme ich zumindest eine Teilantwort auf meine Frage.

Ein kleines Beispiel: Wenn Ihr meine Kopie mit dem Original vergleicht, könnt Ihr bemerken, das ich die umgebende Vegetation nicht bis ganz an die Figuren herangeführt habe. Das war keine Absicht, ich habe mich – ohne es zu bemerken – nicht getraut. Ich traue mich auch jetzt noch nicht, obwohl ich sehe, dass das Original besser funktioniert. Solche Bemerknisse führen mich dann oft zu einem weiteren Arbeitsschritt, ich kopiere meine Kopie auf dem Laserdrucker (das Gegenteil von „Vermeide Wiederholungen!) und teste auf den Kopien dann mögliche Veränderungen. Jugend forscht!

Die Geschichte mit den Thumbnails ist zufällig entstanden und ich behalte sie bei, weil auch hier ein Lerneffekt zu bemerken ist. Der Transfer in eine andere Größe erfordert immer mal wieder weitere Transfer-Leistungen, andere Strichstärken sind zu berücksichtigen, das Format ist anzupassen, manchmal passt es auch einfach nicht, manchmal kommt Farbe dazu, wo vorher keine war. Manche Erklärbären bezeichnen den künstlerischen Prozess als eine Reihe von künstlerischen Entscheidungen. Bedeutet: beim Transfer von der Kopie zum Thumbnail sind nocheinmal vollkommen andere Entscheidungen zu treffen. Die auch falsch sein können! Auch hier ein kleines Beispiel, die drei Akt-Thumbnails im Kreativkalender vom Oktober sind eine solche Fehlentscheidung, die Ausführung mit Filzstift lässt sie naiv errscheinen und bringt sie in die Nähe von Toilettenkritzeleien. Das Bleistift-Thumbnail von heute vermeidet diesen Eindruck und wirkt gekonnter (ich hoffe, das wird so bleiben, ich möchte noch ein paat vorsichtige Veränderungen daran vornehmen).