Heute ist der PC in den Dome gekommen. Damit wollte ich eigentlich warten, bis ich Zeit und Muse gefunden haben würde, erstens den Platz dafür vorzubereiten und zweitens irgendeinen der verschiedenen Ventilatoren darin auszutauschen, der schon seit einiger Zeit sehr laut ist. Nichts davon ist geschehen, aber heute ist an einer ganz anderen Stelle ein Knoten geplatzt und plötzlich brauchte ich den PC ganz dringend.
Aber bevor ich davon erzähle erstmal den Mehrwert-Aspekt des Blogs bespielen, die Improvisation einer Monitoraufhängung.
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So, was also war? Ich wollte Fallout 3 wieder aufnehmen. Klingt banal, ist es aber nicht. Kurz die Vorgeschichte, vor fast zwei Jahren lief die erste Staffel der Serie „Fallout“, die mir so gut gefiel, dass ich das zugrundeliegende Videospiel installierte und erste Rollenspiel-Erfahrungen machte. Ich berichtete davon. Und spielte auch noch eine ganze Weile weiter.
Fallout 3 ist 2008 erschienen, danach wurden Fallout 4, etliche Erweiterungen und Haste-nich-g’sehn veröffentlicht. Spiele, in denen mensch noch ganz andere, aufregende Dinge tun konnte. Ackerbau und Viehzucht war auch in meiner Spielewelt angekommen. Ich begann Fallout 4 ohne mit Fallout 3 fertig geworden zu sein.
Häuser und Verteidigungsanlagen bauen und elektrifizieren, sehr spannend alles, wenn andere das in einem Video vorführen. Aber auch sehr zeitaufwendig, gelegtlich sogar langweilig. Waffen tunen und die Rüstung färben, auch schön. Deutlich bessere Grafik, ja, andererseits fand ich die Spielsteuerung nicht immer so intuitiv, wie ich mir sie wünsche. Kurz, Fallout 4 war mir zu komplex. Dennoch spielte ich weiter.
Und dann, eines Abends, machte ich irgendeinen seltsamen Fehler, dessen Hergang ich nicht mehr erinnere, und löschte alle meine Spielstände. Mit meinen Fähigkeiten war da nichts zu retten und neu beginnen war keine Option. All die Mühe nocheinmal machen, nöh, wirklich nicht. Mir ist ein Kampf immer noch in Erinnerung, der einen ganzen Abend dauerte, bis ich ihn zuende gekämpft und gewonnen hatte. So etwas möchte ich einmal machen und dann hinter mir lassen. Ich will da nicht besser werden, ich mache so Zeug nur, weil ich schon zu weit bin, um noch aufzuhören. Und mich dann nocheinmal zu diesem Moment hinkämpfen …, kurz, meine Reisen ins Ödland fanden mit diesem Fehler ein Ende.
Aber irgendwie ging ich damals nicht in Frieden. Ich war beleidigt – ein Wort, das ich hier verwende, weil ich nicht das stärkere „traumatisiert“ verwenden möchte, das wirklichem Leid vorbehalten bleiben sollte), wirklich sehr beleidigt. So sollte die (Spiele-)Welt nicht sein. Ein blöder Fehler und eine Existenz ist ausgelöscht. Kommt hinzu, es war mein blöder Fehler, zum Schaden kam die Scham.
Letzten Monat lief nun die zweite Staffel der Serie und ich dachte etwas wehmütig an die Zeit im Ödland, war doch schön dort. Aber nochmal anfangen, nee. Und dann fiel mir ein, dass mein Spielstand in Fallout 3 ja noch da ist. Das ältere und auch gemütlichere Spiel, da nochmal drin rumlaufen könnte Spaß machen. Mein letzter Besuch dort ist bestimmt eineinviertel Jahr her, vielleicht länger, das meiste habe ich vergessen, aber heh …, wird schon wiederkommen.
Nun war und ist dieses Spiel samt Spielstand auf dem PC, den ich seit meinem Umzug in den Dome noch im Wagen stehen habe. Mithin nicht nutzbar, beziehungsweise nur bei Außentemperatur. Und genau das hat sich seit heute Abend geändert, der PC steht im Dome und ganz gleich mache ich einen Ausflug ins Ödland.