Unterm Strich ein mäßig, aber eben doch, produktiver Tag. Das „Schweberett mit Klemmbausteinrand“ mit dem Falz versehen und geschliffen, —
…, später auch noch etwas kreativ gewesen.
25293 – #widgtsm Januar 2026
Es ist der Letzte des Monats, solche Tage haben Struktur, zumindest wenn ich – wie heute – noch nichts getan habe, um den endenden Monat abzuschließen und den neuen zu beginnen. Denn das ist ja nicht wenig, gehen wir es einmal durch:
- Es beginnt damit, diese Monatszusammenfassung zu schreiben.
- Spätestens wenn das fertig ist, geht es an das Beitragsbild, seit vielen Monaten schon der Kreativkalender. Das bzw. der will fotografiert, manchmal bearbeitet und immer eingestellt werden.
- Allerdings bedeutet das regelmäßig, denn letzen Kreativbeitrag des Monats zu zeichnen, malen oder kleben und ganz allgemein das Teil noch etwas aufzupolieren.
- Fehlt noch der Weiterlesen-Link, die rote Schrift für die Wochenenden im tagesgenauen Bereich und die horizontalen Linien zur Abgrenzung des Medienteils.
Jetzt könnte eigentlich alles fertig sein. Ist es aber nicht, denn der monatliche #widgtsm-Beitrag ist einer meiner ständig offenen Tabs im Browser und ich habe mir angewöhnt, darin auch meine Termine und Notizen zu verwalten. Die müssen noch herausgelöscht werden, zuvor aber auch in den neuen Monat übertragen werden. Abschluss und Neubeginn überlappen, es ist wie im Leben.
- Folglich lege ich den #widgtsm-Beitrag des Folgemonats an und übertrage alles, was ich noch brauchen werde. Erst jetzt kann der Monatsabschluss eingestellt werden.
- Die analoge Entsprechung dazu ist es, das Raster für den Kreativkalender des Folgemonats anzulegen.
- Das geschieht im Sketch- oder Notebook. Falls noch nicht geschehen wird spätestens jetzt auch der analoge Monatsplaner aktualisiert, was allermeistens bedeutet, nicht erfüllte Aufgaben in den Folgemonat zu übertragen.
Fertig. Darüber kann schon mal ein Tag vergehen.
<O>
Wie war denn nun der Januar? Nun, er war genau das: Januar. Er war. Ich hätte ihn auch überspringen können, vielleicht sogar, ohne es zu bemerken. Möglicherweise wäre es mir besser gegangen.
Obwohl, wenn ich nach diesem übersprungenen Januar im Februar aufgeschlagen wäre, hätte ich vermutlich sehr schnell erfahren, dass die Welt sich verändert hat. Und spätestens dann wäre es mir nicht mehr gut gegangen.
Wenn ich diesen Monat für mich persönlich charakterisieren muss, dann ist es ein Monat des überdurchschnittlichen Konsums amerikanisch-demokratischer Medien. Ich bin in einem Frankfurter Stadtteil aufgewachsen, in dem US-amerikanische Truppen stationiert waren. Als Jugendliche standen wir in direkter Konkurrenz zu den nur unwesentlich älteren US-Soldaten um den weiblichen Anteil unserer Alterskohorde. Mehr braucht es nicht für einen lebenslangen (und erst sehr viel später auch politisch begründeten) Anti-Amerikanismus. In diesem Fall hasse ich es, recht zu behalten.
Während ich also selbstvergessen-depressiv die Lebensteilnahme verweigerte, verwandelte sich Amerika innerhalb eines Monats von einem rechtskonservativ regierten Land in irgendetwas Grenzfaschistisches, das ich nur deswegen nicht Diktatur nennen möchte, weil auf dem Ettiket noch Demokratie steht. Für die Leser späterer Jahre: Im Rahmen einer Militäroperation wird der Präsident Venezuelas aus seinem Land entführt, die USA bedrohen Grönland (Dänemark) mit Annektion, bei Protesten gegen eine unangemessen hart auftretende Bundes- Einwanderungsbehörde (ICE) werden zwei Menschen durch genau diese Behörden getötet. Bei allem wird der laut Verfassung zuständige Kongreß und vorhandene Rechtsprechung übergangen.
All das ist zu groß, um es zu ignorieren. Zugleich zu groß und zu weit entfernt, um irgendwie darauf Einfluß nehmen zu können. Ich wünsche mir sehr, dass ich nächsten Monat wieder einfach nur bei mir bleiben kann.
Wie immer, wer es gerne tagesgenau hat, darf hier 25293 – #widgtsm Januar 2026 weiterlesen
25292 – [Oberbegriff]
Einer der Tage mit Termin in der Stadt. Ich versuche, an solchen Tagen noch andere Besorgungen unterzubringen, wenn es so läuft wie heute, vergesse ich die Hälfte davon. Aufschreiben hilft.
Anstelle der Besorgungen geschieht dann Unvorhergesehnes, zum Beispiel finde ich mich hungrig (ja, das hätte mensch vorhersehen können) und kurz darauf beim Hähnchenbrater meines Vertrauens. Brathähnchen sind seit Kindertagen Belohnungs- oder Trostessen, von daher alles gut damit, Brathähnchen gehen immer.
Warum ich es erwähne: ich suche schon länger den Oberbegriff für die Sorte Etablissement, das mir, in diesem Fall, die Hähnchen brät, bei anderen Gelegenheiten den Reis brät oder die Linsensuppe serviert. Früher gab’s diese [hier Oberbegriff einsetzen] nicht. Es gab die Gastronomie, auf die mensch sich als Restaurant, Wirtschaft, vielleicht auch Kneipe, beziehen konnte. Gerne auch landsmannschaftlich benannt, mensch ging zum Spanier, zum Italiener oder zum Jugoslaven (wie heißen die eigentlich heute, geht mensch zum Kroaten, obwohl der dem Serben zum Verwechseln ähnlich sieht – nicht ablenken lassen). In meinen Zwanzigern kamen dann die Fastfood-Ketten dazu, immer anhand der Tabletts und und dem verchromten Tresen eindeutig auf Massenmenschhaltung ausgelegt. In meiner Wahrnehmung blieb das lange so. Bis die Jugendlichen späterer Generationen die Fastfood-Filialen als Treffpunkt entdeckten, blieben Fastfoodketten qualitativ und preislich in einer Linie mit Imbissständen, Pizzerien mit Straßenverkauf und (viel später) Dönerbuden.
Soweit die Schwarz-weiß-Gastronomie meiner Jugend und meines frühen Erwachsenenalters. Niemand verwechselte den Italiener (stimmungsvolle, hochpreisige Gastronomie) mit der Pizzeria (bei der wir – das nur nebenbei -unsere Pizzen noch selbst abholen mussten), niemand den Türken mit der Dönerbude. Es gab zwar keinen Amerikaner, aber das Steakhouse, das niemand mit der Burgerkette verwechselt hätte. Asiaten hätte mensch suchen müssen und deren Niedrigpreissegment fand noch nicht statt.
Und nun zu meinem sprachlichen Problem. Ich finde mich immer öfter in Gastronomien wieder, die einerseits deutlich unterhalb anspruchsvoller Wohlfühlgastronomie sind, andererseits aber auch nicht die Größe der Fastfoodketten oder die abgeschabte Ästhetik von Döner- und Imbissbuden haben. Salat und Gemüse ist oft frisch, Saucen sind vermutlich industriell zubereitet, werden aber mehr als Grundlage verwendet. Meist in Räumlichkeiten mit Schaufensterscheiben. Niemals wirklich gemütlich, auch wenn gelegentlich ein national gefärbter Gestaltungswille zu erkennen ist. Dennoch gut und bequem eingerichtet, manchmal gepolsterte Bänke mit Nischen, mensch kann sich vorstellen, länger darin zu sitzen, sich festzuquatschen, vielleicht noch ein Getränk zu nehmen, falls nichts drängt und es sich anbietet. Meint: die hängen zwischen allen meinen sprachlichen Kategorien bezüglich aushäusigen Essens. Wo war ich da?
Tja, und wenn ich für diese Sorte Gastronomie den passenden Oberbegriff parat gehabt hätte, dann wüßtet ihr nichts von meiner Vorliebe für Brathähnchen oder die gastronomische Landschaft meiner Jugend. Denn dann hätte ich einfach geschrieben, dass ich [hier Oberbegriff unter Verwendung passender Grammatik einsetzen] essen war.
<O>
Das ging jetzt schnell, noch am gleichen Tag hilft Freundin F. aus, es handelt sich um Fast-Casual-Gastronomie:
In deinem Text wäre also völlig korrekt (und elegant):
„… dass ich in einem Fast-Casual-Lokal essen war.“
oder, etwas alltagssprachlicher eingebettet:
„… dass ich Fast Casual essen war.“
Wer den Begriff ganz genau erklärt haben mag, schaut bei den Kommentaren in ihrem Beitrag nach.
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Mal wieder gekünstelt.
Überzeugt bin ich davon nicht, aber die gängige Meinung unter Kreativschaffenden ist, dass mensch viel schlechtes und mittelmäßiges Zeug produzieren muss, um gelegentlich dann wirklich gut zu sein. Hochglanz kriegt Ihr überall, bei mir gibt’s auch das, was rumkommt, wenn mensch mit mäßigen Ergebnissen Kreativdinge ausprobiert.

