WMDEDGT – Oktober

Im Monatsüberblick stechen zwei Dinge hervor. Erstens ist das Wintergartendach fertig geworden, auch wenn bei dem Begriff „fertig“ vielleicht Vorsicht angebracht ist, weil es vielleicht noch kleiner Nachbesserungen bedarf. Zweitens, und das ist eine Lebens-Premiere, habe ich eine Autoreparatur von A bis Z alleine durchgeführt, der nächste Monat wird zeigen, ob mit Erfolg.

Ansonsten, Ihr kennt das schon, hier WMDEDGT – Oktober weiterlesen

1

Google Fonts deaktiviert

Fällt Euch irgendetwas an der Seite auf? Könnte sein, dass die Schrift nicht so schick ist. Bis jetzt bekamt Ihr die von Google, seit heute nimmt die Seite eine Schrift, die sie irgendwo bei Euch findet. Wäre nicht notwendig gewesen, gäbe es nicht die Gier in dieser Welt, nicht die DSGVO und nicht Google. Wenn Euch an dem Thema irgendwas interessiert, „Abmahnwelle wegen Google Fonts“ ist ein guter Anfang.

0

Es gibt Dinge, …

…, die ich in diesem Leben nicht mehr erwartet hätte. Zum Beispiel, dass ich eine vergleichsweise aufwändige Reparatur an meinem Auto selbst durchführe. Ist jetzt geschehen, mehr so den schwierigen Umständen geschuldet, aber was erzähle ich, wer mich kennt, weiß um meine Abneigung gegen Autoreparaturen.

Der Schaden ist schnell beschrieben, mir war der Auspuff nahe des Motorblocks abgerissen, er musste wieder dran. Eigentlich eine Sache für den Schweißer, der aber eher nicht so interessiert an schneller Hilfeleistung war. Der zweite Schweißkundige im Bekanntenkreis war gerade in Urlaub. Und hätte keine Hebebühne zur Verfügung gehabt.

Wie auch immer, kümmern musste ich mich und es erschien mir eine gute Idee, damit zu beginnen, den Auspuff auszubauen und für das Schweißen vorzubereiten, egal wer das dann übernehmen würde.Das klappte dann auch so, wie diese fucking Autoreparaturen immer klappen, nämlich gut, bis auf diese eine festgerostete und rundgedrehte Schraube, die dann eine halbstündige Sonderbehandlung wünscht, bevor sie sich löst, also schlecht. Egal, die Sonne schien und letztlich habe ich’s gepackt.

Und wie die Brocken da so vor mir liegen, fällt mir der Rest Flüssigmetall von der Kompressor-Reparatur ein. Ich sehe die Möglichkeit, wie ich mir damit helfen könnte, unter Verzicht auf irgendwelche Schweißarbeiten. Nach etwas überlegen bin ich bereit, es zu versuchen. Mein Hauptargument dafür ist, dass ich kaum noch etwas kaputtmachen kann und bereit bin, das Teil zu verschrotten, wenn ich scheitere. Spätestens in einem halben Jahr, wenn der TÜV abläuft, wird das ohnehin geschehen.  Im Folgende klebe ich ein Stück Wasserleitungsrohr in den Auspuff.Das Graue ist der Klebstoff.

Vor der eigentlichen Klebeaktion waren zwei Dinge wichtig. Erstens die Klebestellen zu reinigen (Drahtbürsten, Feilen, Schleifpapier, Flex, alles was hilft ist gut) und zweitens die Position zu markieren, in der die zu verbindenden Teile zueinander stehen sollen (was mir nicht gut, aber gut genug gelang).

Am nächsten Tag mache ich noch eine kleine „Blechbinde“ um die Klebestelle und verbrauche den Rest des Restes Flüssigmetall vollständig. Vermutlich eine unnötige Aktion, die kaum Festigkeit hinzufügt, aber mir war nach „alles-was-geht“. Danach den Auspuff wieder drangeschraubt, fertig.

Und dann stand das Autochen noch fünf Tage auf den Rampen, weil ich nicht aus dem Haus musste. Heute war’s dann soweit und es scheint, als wäre ich erfolgreich gewesen. Eine erste Fahrt zum Dicounter und zurück hat geklappt, der Auspuff ist noch dran und wird es wohl auch noch länger sein.

Update (25.10.2022): Nun, leider doch nicht. Der Auspuff hielt noch genau eine Fahrt nach Gießen und zurück, dann fiel er wieder ab. Dankenswerterweise auch diesmal so, dass ich schnell und ohne große Probleme zurückkehren konnte.

Schon um zu schauen, was denn nun eigentlich nicht gehalten hat, habe ich den Auspuff abermals ausgebaut. Meine Vermutung ist, dass ich an einer Seite, das eingesetzte Rohr hätte länger lassen sollen, vielleicht auch einen etwas kleineren Durchmesser wählen, sodass mehr Klebstoff die Teile hätte verbinden können. Es sind nämlich kaum Klebstoffreste an der Verbindungsstelle zu sehen, ich denke der Klebstoff wurde beim Einschlagen des Rohres einfach nach hinten herausgedrückt.

Da ich gestern schon wußte, dass ich den Auspuff der Neugier wegen ausbauen würde, ahnte ich auch schon, dass ein weiterer Reparaturversuch folgen würde. Als mir dann zufällig der einzige Mensh über den Weg lief, von dem ich weiß, dass er ein Elektro-Schweißgerät besitzt, habe ich mir das Teil kurzentschlossen ausgeliehen. Für das Schweißen vorbereitet war der Auspuff heute dann recht schnell.Jetzt muss ich nur noch schweißen lernen.

Update (30.10.2022): Zwei YouTube-Videos und fünf Tage später finde ich mich mit allgemeinsten und ausschließlich theoretischen E-Schweißkenntnissen in unserer Metall-Werkstatt wieder, schweißend. Dass das so schnell ging, liegt daran, dass W. seinen Schweißerhelm – mit automatischer Verdunklung, wichtig – in der Werkstatt hat liegen lassen, wo ich ihn dann zufällig fand. Ich hatte bei einer meiner letzten Stadtfahrten schon im Baumarkt so ein Teil angeschaut, aber vor der Investition zurückgeschreckt. Nur zum Ausprobieren, möglicherweise nur für eine einzige Nutzung, schien er mir zu teuer. Hier war meine Chance.

Um ehrlich zu sein, ich habe mir, mit Ausnahme einer fünf Zentimeter langen Schweißnaht auf einem Stück Wasserrohr, jede der in den Videos empfohlenen Übungen gespart. Mir geht es nicht um das Schweißen, mir geht es um den Auspuff, aussehen darf das, wie es will. Folglich habe ich ebenso angespannt wie fröhlich drauflosgebrutzelt. Und so sah das im Ergebnis aus.Das wird auch so bleiben, die Schlacke bleibt drauf und schickes silbernes Anti-Rost-Spray kommt auch nicht drüber. Ich vermute, jeder Schweißkundige findet das, naja, schwierig zu kommentieren. Egal, wenn der Auspuff ab heute noch ein halbes Jahr hält, ist alles erreicht, was ich erreichen wollte.

1

Café Nachtlicht – Zusammen ist man weniger allein

Seit einiger Zeit engagiere ich mich im Café Nachtlicht. Das Café gibt’s schon länger, seit kurz vor Corona, es musste dann schließen und konnte erst in diesem Jahr im Mai wieder öffnen. Seitdem bin ich dabei, aufmerksam darauf wurde schon in der ersten, kurzen Öffnungsphase, damals sah ich mich allerdings eher vor der Theke. Winterdepressiv wie ich war und bin, hätte ich gerne so ein Angebot wahrgenommen, um mich etwas normaler zu fühlen (obwohl ich schon damals dachte, beim Personal nachzufragen, ob sie denn noch Menschen hinter der Theke bräuchten).

Aber von welchem Angebot spreche ich? Das kurz und gut zu beschreiben finde ich immer etwas schwierig. Kurz kann der Flyer des Cafés auch nicht, aber er beschreibt auf der ersten Seite recht anschaulich die Lücke in der psycho-sozialen Versorgung, die das Café füllen möchte:

In Stadt und Landkreis Gießen finden Menschen, die am Wochenende in nächtliche psychische Krisen geraten, oder dies befürchten, bisher viel zu wenig nicht psychiatrische Hilfen oder Unterstützungsangebote.

Die Angebote der etablierten Beratungsstellen sind weder am Wochenende noch in den Nachtstunden erreichbar, da diese eher den „üblichen“ Geschäftszeiten folgen. Andererseits ist das klassische Beratungsgespräch, egal ob persönlich oder telefonisch, auch nicht immer das gewünschte Hilfsangebot der Betroffenen.

Einsamkeit, kreisende Gedanken, oder die sprichwörtlich auf den Kopf fallende Decke können psychische Krisen triggern und das Wochenende bis zum nächsten Hilfsangebot am Montag, zur unendlich weiten Distanz werden lassen. Unter Menschen sein, in Kontakt kommen, Ablenkung haben, spielen, reden, oder einfach nur still in Gesellschaft ein Getränk genießen, helfen dabei krisenhafte Momente zu überwinden. Leider erscheinen vielen Menschen in dieser Situation die Zugangsbarrieren vor entsprechenden öffentlichen Angeboten in Gießen unüberwindbar. Teilhaben in der Gießener „Nachtgesellschaft“ – dafür reichen die eigene Verfassung und/oder das Geld dann nicht mehr aus.

Mit dem Café Nachtlicht möchten wir Samstagnacht ein[en] Ort bieten, an dem dies möglich ist.

Im Flyer folgt an dieser Stelle ein kleiner Werbeblock, den ich nach hinten schiebe. Weiter mit dem Angebot:

Es gibt heiße und kalte nicht-alkoholische Getränke und kleine Snacks
– Alles wird zum Selbstkostenpreis verkauft
– Das Café-Team steht nicht nur mit „,Tat“ sondern bei Bedarf auch gerne mit „Rat“ zur Verfügung

[Es gilt:] Anstand, keine Drogen, kein Alkohol

Das Café Nachtlicht…
… liegt mitten im Herzen von Gießen, in der Walltorstraße 17
… will unterstützen ohne zu stigmatisieren
… will Hilfesuchende und Hilfsbereite zusammenbringen
… will Profis und Laien zum gemeinsamen sozialen Engagement einladen

Schaubild:
Café Nachtlicht (im Mittelpunkt, sternförmig verbunden mit den folgenden Themen)
Gemeinschaft
Inklusion
Austausch
Essen und Trinken
Unterstützung bei Krisen
Empathie und Verständnis
soziale Teilhabe
Rat und Hilfe

Wo und wann kann man das Café besuchen?
Im Freiwilligenzentrum für Stadt und Landkreis Gießen,
Walltorstraße 17, 35390 Gießen
Telefon: 0641 97225424
projekte@freiwilligenzentrum-giessen.de
www.freiwilligenzentrum-giessen.de

Jeden Samstag von 18:00 bis 0:00 Uhr

Dieses Projekt wird Ihnen präsentiert von … – der leicht veränderte Werbeblock

Das Café Nachtlicht basiert auf einer Kooperation zwischen dem Gesundheitsamt des Landkreis Gießen und dem Freiwilligenzentrum für Stadt und Landkreis Gießen e. V.

Es unterstützen uns professionell
– Esther Demand – Coffee Bay,
– Meinhard Rediske – Siebenkorn
– Dr. Sara Lucke – Vitos Gießen-Marburg,
sowie ehrenamtlich
– mehr als 30 engagierte Helferinnen und Helfern, die das Herz des Café Nachtlicht bilden, in 3-Personen-Teams sind sie an den Samstagen für die Besucher da.

Diverse Logos:
Landkreis Gießen
FREIWILLIGENZENTRUM für Stadt und Landkreis Gießen e. V.
siebenkorn DER REINE GENUSS
vitos: Gießen-Marburg

Viel mehr gibt’s heute nicht. Vielleicht beschreibe ich irgendwann mal einen typischen Abend hinter der Theke. Aber das wird unspektakulär.

1

Immer auf die Nuss – die Vorbesprechung zur Strahlentherapie

Der Termin zur Vorbesprechung der Strahlentherapie hat stattgefunden. Neben der unvermeidlichen Belehrung zu Risiken und Nebenwirkungen – die es gibt, ich werde nur berichten, wenn sie mich betreffen – gab es einen Überblick zu Ablauf und Technik der Geschichte.

Der technische Aspekt ist der interessantere Teil. Es geht darum, einen etwa walnusskleinen (altersbedingt etwas größeren) Bereich im inneren des Körpers mit Hilfe eines Laser- , äh…, Strahlentrahls, also irgendwie gerichteter Strahlung zuverlässig zu treffen. Da kann auch auf dem Weg zum Ziel einiges kaputtgehen, wir kennen das aus Star Wars. Um den Schaden (walnuss)klein zu halten, wird das Strahlendings auf eine kreisförmige Schiene montiert und um die Walnuss herumgeführt. Und um den Menschen, der ja seinerseits noch um die Walnuss ist. Damit der Mensch schön bleibt, wo er ist, wird er fixiert und bekommt ein paar Fixpunkte auf die Haut gemalt um das zu kontrollieren, was im Gesamtzusammenhang sehr untechnisch und aus der Zeit gefallen wirkt. Zum Stichwort Aus-der-Zeit-gefallen ein Fun-Fact: „Früher haben wir das tätowiert, …“. Wer da nun wie zielt, ist mir nicht ganz klar geworden, aber das geschieht mit Hilfe eines Fachangestellten, eines Computers und zwei CT-Bildern (eines das Planungs-CT, eines tagesaktuell), die übereinandergelegt werden. Bilder übereinanderlegen war auch in der Biopsie zielführend (im Wortsinn, haha), ich bin beruhigt, naja, so mittelmäßig.

Der Ablauf ist unspektkulär, bevor es losgeht wird das oben erwähnte Stamm- oder Planungs-CT gemacht. Da ich dafür einen Zugang gelegt bekomme, wird vermutlich ein Kontrastmittel zugeführt, was wiederum vermuten lässt, dass auch nach irgendwelchen Streuungen gesucht wird. Irgendwann danach kommen 28 Bestrahlungstermine, jeweils an den 5 Wochentagen verteilt über 6 Wochen. Über Nachsorge oder Erfolgskontrolle hat noch niemand gesprochen und ich habe vergessen zu fragen.

Körperlich scheint die Bestrahlung nicht zu anstrengend zu sein, zumindest denkt der Doc, dass es okay ist, wenn ich über die 6 Wochen die Wege von mir zur Klinik mit dem Fahrrad zurücklege.

Im Nachgang der Besprechung stoße ich trotz gegenteiliger Bemühung noch auf einige Unklarheiten. Der Radiologe schickt mich ganz unzweifelhaft noch einmal zu meinem niedergelassenen Urologen, um mit diesem eine zweimonatig vorzuschaltende Hormontherapie abzuklären. Es wirkt, als sei das Standard. Nach dem Urologen-Termin solle ich mich wieder melden, um dann die Termine für die Behandlung festzulegen. Ich wiederhole das vereinbarte Vorgehen ihm gegenüber: erst dies – dann das. Im Folgenden versuche ich meinen Urologen zu kontaktieren und bei kundigen Menschen mehr über die Hormonbehandlung zu erfahren. Dann bekomme ich, ganz ohne vorherige Kontaktaufnahme meinerseites, den Termin für das Planungs-CT zugesandt. Von meinem Urologen habe ich bis dahin nur auf meinem Anrufbeantworter gehört, dass ich mich mal melden solle, wir könnten den Befund besprechen und selbstverständlich würde er alle Überweisungen für die fällige Behandlung schreiben. Es hört sich nicht so an, als sähe er dringende Notwendigkeit zum Gespräch.

Ich werde mich also „mal melden“ und das wichtigste Thema wird die Hormontherapie sein, die ich erst einmal ablehne. Denn, ich habe einen recht produktiven Sommer hinter mir, es ging mir meistenteils gut und depressive Stimmungen waren selten. Ich bin damit zufrieden und möchte, dass das auch so bleibt. Deswegen möchte ich auch niemanden an meiner Biochemie herumspielen lassen, zumal zu den beschriebenen Nebenwirkungen depressive Stimmungsveränderungen und Antriebsarmut gezählt werden.

Als Begründung zur Ablehnung einer Behandlungsmethode ist das etwas oberflächlich und mehr angst- als sachgetrieben. Ich werde mich bemühen, zum Thema Hormonbehandlung noch etwas mehr zu erfahren. Das wird dann ein eigener Beitrag.

1