Ein- und ausgeblickt

Warten auf den Blutmond

Mal SPONTAN einen Editor geöffnet, weil ebenso spontan ein Blogbeitrag folgen soll. Schon lange steht der abschließende Beitrag zu dem Zeug-mit-dem-Bein an. Und vielleicht hat es auch deswegen solange gedauert, darüber zu schreiben, weil es einfach kein Happy End geben will. Ich hinke immer noch und werde es vermutlich den Rest meines Lebens tun. Das ist bitter aus vielen verschiedenen Gründen und schlägt auf alle Lebensbereich durch. Ein Fakt, den ich hier nicht in Einzelheiten ausbreiten will.

Vermutlich muss jeder Blogger den Punkt finden, an dem seine unverbloggte Privatheit beginnt. Soweit es es die plump-medizinischen Fakten betrifft bin ich gerne offen (vielleicht werde ich sogar den Abschlussbricht des behandelnden Arztes hier einstellen, das könnte aber auch an meiner Trägheit scheitern), aber darüber zu schreiben, was diese Einschränkung mit mir macht, überschreitet diesen Punkt.

Ende des Spontanbeitrages.

PS Eine Hoffnung: Vielleicht habe ich mir mit diesem Beitrag den Weg für weitere Beiträge freigemacht. Da liegen ein paar Bilder von Schmetterlingen und eines unblutig-grüngefilterten Blutmondes auf Halde.

PPS Und ein StarWars-Themenkuchen, seid gespannt auf die Müllpressenszene (StarWars meets Art brut meets Naive Malerei). Hier.

Fast nichts Neues

Seit zwei Tagen darf ich ohne Orthese laufen. Das geht gut und ohne jede Schwierigkeit, bis jetzt aber noch ohne Zugewinn zum voroperativen Zustand. Die betroffene Sehne hat näherungsweise elf Monate nicht arbeiten können und nun will sie langsam antrainiert sein. Ich vermute, dass der Krankengymnast mir nächste Woche genauer sagen kann, in welchem Rahmen ich da Fortschritte erwarten darf. Bemerkenswerterweise zwickt es eher an Stellen, die nur mittelbar betroffen sind.; das Knie schmerzt oder auch gerne mal die Fußbeuge, Tendenz abnehmend.

Alles eine Frage der Zeit

Ich wünsch` Euch was zum neuen Jahr! Sucht´s Euch aus, ich kann nicht wissen, was Ihr wollt. Aber haben sollt Ihr´s!

Nicht auf der Wunschliste stehen sollte allerdings Bleigießen. Okay, wer will das schon während des Jahres, aber auch Silvester 2018 wird´s damit nichts. Weil Bleioxide uns dumm machen, oder dümmer, es kommt auf die Person an. Sagt so oder ähnlich unser aller EU und verbietet´s. Also das Bleigießen, nicht das Dummsein. Das Verbot ist auf andere Weise ziemlich blöd , weil die noch erlaubten 0,3 Prozent Bleigehalt im Produkt, anders als die traditionellen 70-Plus-Prozent, kaum noch zuverlässige Zukunftsprognosen erlauben. Die EU empfiehlt auf Wachs auszuweichen. Das aber hat prognostisch noch niemals funktioniert. Wer sich an die Umstellung auf Energiesparlampen erinnern kann, hat einen Eindruck, wie dämmrig die Zukunftsvorhersagen in den nächsten Jahren sein werden. Zumindest bis findige Materialwissenschaftler uns mit einem Silvesterwachs beglücken, das alles besser kann als Blei. Es ist nur eine Frage der Zeit bis alles gut wird.

Bis dahin – Achtung, jeder Beitrag sollte einen Mehrwert bieten und der beginnt hier – könnt Ihr auf Lötzinn ausweichen. Kommt vom Look´n´feel dem Blei sehr nahe. Ist allerdings etwas „gutmütiger“ in der Prognostizität, sollte in der Interpretation daher etwas nachgeschärft werden. Aber das kriegt Ihr schon hin.

Fort-Schritte

So, wie die Abstände zwischen den Beiträgen länger werden, schreitet oder hinkt die Genesung voran. Angefangen und sofort aufgehört, denn, ehrlich, ich suche mir die laufbezogenen Sprachbilder nicht eigens heraus, die kommen ganz von selbst. Aber irgendwann sollte doch mal gut sein damit. Folglich steht dieser erste Absatz hier nur, weil ich unfähig bin, etwas zu löschen, das ich mal hingeschrieben habe. Ich fange nochmal neu an.

Es ist wie so oft, je besser es mir geht, umso weniger halte ich das für erwähneswert. Kurz, es geht mir gut. Zumindest solange wir diese Aussage streng auf den Heilungsprozess der operierten Sehne beziehen und von allem anderen Schweigen. Die Fäden sind seit über einer Woche gezogen und mit der Wunde ist alles bestens. Sagt die Ärztin, die es wissen muss.

Seit zwei Tagen darf ich den Fuß, solange er sich in der Schiene befindet, voll belasten. Das ermöglicht den Verzicht auf eine Krücke, kurze Strecken gehen auch ganz ohne. Klingt nach wenig, ist in den Alltagsbezügen aber sehr viel. Ich habe die Hände frei, ein unschätzbarer Vorteil, ganz egal, ob man sich Frühstück macht oder den Baum hinter dem Wagen anpinkelt. Ich gehe „mal eben“ zum Mülleimer, einfach weil ich´s kann. Großartige Sache, das. Ich könnte auch vorm Spülbecken stehen und spülen, aber an dieser Stelle möchte ich noch etwas vorsichtig sein.

Wundversorgung

Hat jetzt etwas länger gedauert. Alles dauert länger auf Krücken. Und die Hände hat man auch voll, voller Krücken. Wie, am Keyboard wohl nicht? Okay, aber den Versuch war´s wert.

Also Wundversorgung ist langweilig. Aber lasst uns nicht über Langeweile reden. Also Wundversorgung ist unkompliziert. Dafür alles andere. Weil man immer die Hände voll hat, mit Krücken. Aber lasst uns nicht davon reden. Also Wundversorgung ist zu bewältigen.

Wirklich. Pflaster ab, Wunde mit Desinfektionsspray besprühen, trocken tupfen, Pflaster drauf, fertig. Als Bonus und weil der Fuss nicht in der Orthese steckt wird freudig mit den Zehen gewackelt. Orthese wird das Stiefelding aus grauem Plastikgenannt, in dem der Fuß ansonsten fixiert ist. Ich warte auf die rot-goldene Ironman-Edition, bevor ich mir nochmal eine Sehne anreisse. Oder ich lass´ es ganz.

In vier Tagen werden die Fäden gezogen. Ich halte Euch auf dem Laufenden.