Tsatsa-Malkurs in Köln

Tagebucheinträge vom 27.6.07 bis 30.6.07‎, eingesprochen 19.‎06.‎2012 (Premiere!!!)

In meinen buddhistischen Tagen bin ich sehr an Tsatsas, kleinen figürlichen Abbildungen von Buddhas und Meditationsaspekten,  interessiert. Die vier abgebildeten Tage beschreiben einen kurzen Trip nach Köln um dort an einem Kurs zum Bemalen von Tsatsas teilzunehmen. Das was ich dort über Tsatsas gelernt habe – obwohl ich den Kurs nicht besuchte – ist eingerückt und farblich markiert.

27. 6.2007, Mittwoch
Abfahrt  12:00 Uhr, Ankunft Köln 14:4x Uhr
16:00, Uhr einkaufen gehen für die Woche
18:15 Uhr, Abfahrt ins Zentrum
19:00 Uhr, vorm Zentrum, Mittwoch leider keine Medi
20:00 Uhr, wieder in der Wohnung, gemütlicher Abend bei Crichton (Welt in Angst) und TV

28.6.2007, Donnerstag
7:00 Uhr, aufstehen
8:15 Uhr, Abfahrt Wohnung
9:00 Uhr, vorm Zentrum, niemand da
10:00 Uhr, Wohnung, auf den letzten Metern einen Platten auf dem Fahrrad bekommen
11:00 Uhr, Reifen draußen, Telefongespräch mit Jochen ergab: Werkzeug ja, Flick Zeug Nein, PC zum E-Mail checken Nein
12:50 Uhr, ich bin gekommen um Tsatsas zu malen und und ich male Tsatsas. Der erste Flammenkreis um einen Diamantgeist ist fertig.

Hinweis: die farbigen Juwelen zuerst anlegen und anschließend mit Skalpell frei schaben oder korrigieren. Bei diesem Vorgehen kann die umgehende Rille mit ausgemalt werden. Loch im Ohrring genauso.

14:10 Uhr, Flick Zeug gekauft und Schlauch geflickt, anschließend montiert, dies und das, gelesen, gesessen.
16:15 Uhr, Aufbruch wegen innerer Unruhe, Schwierigkeiten bei der Einstellung der Schaltung. Rad nochmal raus und Kette auf das Ritzel.
20:00 Uhr, Zentrum. Erfahren, das Norbu nicht kommen wird. Hätte heute Morgen auch rein gekonnt wenn ich gewusst hätte, dass das Zentrum bewohnt ist  –  Eingang hier 5 m weiter links  –  und der Kurs in einer der Wohnungen stattfindet. Medi. Verabredung für morgen 10:00 Uhr.
Abends ferngesehen.

Tsatsa_Gruene-Tara

 

29.6.2007, Freitag
Früher aufgestanden als der Wecker gestellt war. 10:00 Uhr dann zum „Kurs „. Heute wäre ohnehin der letzte Tag und ich habe im Vorhinein schon beschlossen, nicht teilzunehmen. Möchte aber noch einige Infos für den Weg.

Was ich erfahre: Tsatsas anmalen ist anspruchsvoller als ich dachte. Unter anderem geht es auch darum, Fehler der Tsatsas mit Farbe und Farbgebung auszugleichen. Manche „Fehler“ sind machartbedingt, zum Beispiel Stege zum Hintergrund, et cetera. Außerdem: obwohl scheinbar dreidimensional sind manche doch nur zweidimensional, Schatten, Tiefen und Höhen müssen gesetzt werden.

Im Atelier die Arbeit Buddha-Augen, Grundierungen für die Gesichter an Buddhastatuen, Aquarelle für Lotusbilder.

Vorlagen für bemalte Tsatsas sind selten, ist eine eher neue (?) Sache und sehr aufwändig. Im Tenjur gibt es Meditationen auf die verschiedenen Aspekte, die auch detaillierte Beschreibungen enthalten. Sind allerdings nicht alle übersetzt (nicht mal ins englische) und brauchen zum Teil auch Einweihungen. Sich an Thangkas zu orientieren ist möglich, allerdings sollte ich darauf achten, dass sie aus unserer Linie stammen.

Ansonsten scheint es unausweichlich, sich mit figürlichen Zeichnen auseinanderzusetzen.  Bleistift,  Aquarell, das volle Programm eben. Üben über die VHS et cetera könnte gut sein.

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Anschließend zurück zur Wohnung. Die Stadt konnte mich nicht begeistern, zudem war es regnerisch und meine Stimmung schlecht. Etwas „Restenttäuschung“ von gestern wegen Norbus Fernbleiben, auch etwas Verärgerung deswegen. Die Begegnung heute hatte er zur Folge, dass ich mir etwas naiv vorkam, hatte ich es mir doch viel einfacher vorgestellt.

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Wieder in der Wohnung zuerst gegessen und dann geschlafen. Frustbewältigung. Gegen 15:00 Uhr dann mit dem bemalen des Diamantgeist weitergemacht. Und es ist schwierig!

  1. Die Figuren müssen besser recherchiert sein. Attribute, Kleidung, et cetera, dürfen keine Überraschung mehr bieten.
  2. Farbgebung auf Papier testen! Vielleicht auf kopierte Fotokopie der Statur oder des Tsatsas. Eventuell auch Strichzeichnung (üben!)
  3. Figur auf Trägre anbringen, damit die Ränder nicht schmutzig werden vom Anfassen.

Ab 20:15 Uhr ferngesehen. Morgen werde ich mich in den Tag trödeln, packen, putzen und staubsaugen und dann nachhause fahren.

Bahnhof Köln

30.6.2007,  Samstag
Im Zug. Obwohl völlig ungeplant aufgebrochen fast verzögerungslos zum Bahnhof und in den Zug gekommen. Das erste Mal, dass es bei dieser Aktion einfach fließt. Nicht mal feucht geworden wie mehrmals in den letzten Tagen. Soweit die guten Nachrichten.

Ich bin mir unklar darüber, was sich eigentlich erlebt habe in diesen letzten Tagen. Mit Sicherheit nicht, was ich erwartete oder erhoffte. Wie so oft stellt sich die Frage, ob die Dinger aufgrund der Erwartung so geworden sind, wie wir sie vorgefunden haben oder ob sie ohnehin so gewesen wären. O.k., wenn die Dinge leer sind, stellt sich diese Frage nicht. Dann hat die Erwartung die Brille gefärbt. Wobei Erwartung in diesem Fall vielleicht ein anderes Wort für Karma ist.

Was mich aber dazu zwingt klarer zu formulieren. Wir hätten dann die Hoffnungen in Bezug auf diesen Kurs, Größenfantasien von schnellem Erfolg und leicht zu erreichendem guten Ansehen. Der Wunsch, Teil einer Arbeitsgruppe zu sein. Ein paar Tage in entspannter und anregender Gemeinschaft zu erleben. Neue Kontakte und Anregungen.

Die Erwartung war auf undeutliche Weise eine schlechtere und begann vermutlich mit der etwas missverständlichen Ankündigungsmail und der langen Antwortzeit auf meine Nachfrage. Dann die Verschiebung und der Hinweis „dass es gut sei, Acryl- oder Guachefarben mitzubringen“, was für mich nochmal einige Investitionen bedeutete und mich angesichts der Auswahl in ziemliche Entscheidungsschwierigkeiten brachte. Und es kein smaragdgrün gab, was mich unsicher zurückließ.

Als ich Donnerstag früh auf dem Weg ins Zentrum war, brodelten also die verschiedensten Gefühle in mir. Als ich dann während des Fahrradabschließens ein „ganz schlechtes Gefühl“ bekam, war eigentlich alles dafür angelegt, dann –  vorm Zentrum stehend –  nicht zu realisieren, dass 5 m links ein Eingang mit Klingeln zu den Zentrumswohnungen war. Wusste allerdings auch nichst von Zentrumswohnungen und war im Zentrum verabredet. Als dann niemand öffnete war mir sofort klar, dass „irgendetwas schief gegangen“ sein musste. Vielleicht hatte mich eine E-Mail nicht erreicht weil ich schon unterwegs war et cetera. Da gab es  keine so einfache Lösung wie Zentrumswohnungen am Erwartungshorizont.

Abends die Medi im Zentrum. Erste Kontakte zu zwei der Kursteilnehmerinnen. Schnelle Info: Norbu kommt nicht und der Kurs läuft schon seit Montag und endet Freitag. Könnte also maximal noch einen Tag mitmachen. Stimmung sackt ab und ebenso die Freude an der Kommunikation. Genau so ist dann der Rest des Abends verlaufen, freud- und kommunikationlos.

Der Freitag war dann durch Enttäuschung und Ärger schon vorprogrammiert. Umso mehr, als ich diese Gefühle nicht mochte und gerne los geworden wäre. Was nicht gelang! Der Beginn des Kontakts dann auch eher zäh, zumindest nicht locker, eher formell. Informativ und entspannt wurde es erst im Kursraum, wo wir von genügend „Werken“ und Beispielen umgeben waren, um Interesse und Gespräch auf einfache Weise aufrecht zu erhalten. Trotzdem war nach ca. eineinhalb Stunden genug und ich verabschiedete mich.

Unterm Strich: die letzten Tage fühlen sich „ergebnislos“ an und auf unbestimmte Weise auch „ungenügend“ es hätte anders sein sollen oder ich hätte mehr draus machen müssen. Letztlich habe ich auch mit der Stadt Köln und ihren vielfältigen Angeboten nichts angefangen. Ich bin froh wieder zuhause zu sein, bald.

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