25422 – Aus dem Nähkästchen geplaudert

Auch heute ein Schätzchen aus den Tiefen meiner Unordnung befreit. Ohne Beine und Griff lag dieses Nähkästchen begraben unter der Sammlung alter Netzteile und Trafos. Meint: Deckel offen und angefüllt soweit es geht, davor und daneben viele weitere Netzteile auf dem Boden, schon ist nur noch die „Wertstoffsammlung“ zu sehen und keinerlei Hinweis auf ein verborgenes Nähkästchen. Ein früheres und vorausschauendes Ich hat aber Beine und Griff zur späteren Wiederverwendung am Boden des Kästchens deponiert. Guter Mann.

Im Moment bin ich noch unsicher, wo genau das Teil endgültig zu stehen kommt. Es gibt zwei potentielle Stellen dafür, die ich aber beide ersteinmal in aufgeräumtem Zustand sehen möchte. Könnte also noch ein paar Tage dauern. Und etwas Politur braucht es auch noch. Vermutlich gibt es dann nocheinmal ein Bild.

25421 – Zahnarzt und Stadtspaziergang

Der heutige Montag brachte einen Stadtspaziergang, den es nicht wirklich hätte geben mössen. Der aber notwendig wurde, weil ich zum Zahnarzt musste. Genau eine Woche zurück war ich schon einmal dort, eine Kariesbehandlung, die etwas über das gewöhnliche Ausbohren und Auffüllen hinausging. Entsprechend waren zwei bis drei Folgetage mit leichten Beschwerden angekündigt, die dann erfreulicherweise ausblieben. Bis ich Samstag früh aufwachte und spürte, dass mit dem Zahn etwas ganz und gar nicht stimmte. Ich konnte auf der betroffenen Seite nicht mehr kauen. was auch immer dort nicht stimmte, wurde bei Druck schlimmer. Im Laufe des Tages verbesserte sich der Zustand, nur um gegen Abend wieder schlechter zu werden. Ich bereitete mich innerlich auf einen schwierigen Sonntag vor, der dann näherungsweise schmerzfrei war, der alarmierende Hier-stimmt-was-nicht-Druck war beim Kauen zwar noch da, aber aushaltbar. Unter anderen Umständen hätte ich ab hier beobachtet und den Zahnarzttermin aufgeschoben, 14 Tage vorm Urlaub war das keine Option.

Der Termin selbst war dann kein großes Ding. Ich schilderte meine Beschwerden, der Verdacht ging sehr schnell in Richtung „dann ist die Füllung etwas zu hoch“ und wurde durch die Fachkraft, deren Berufsbezeichnung ich nicht kenne, behoben. Das dauerte nur wenige Minuten und ich durfte zuversichtlich gestimmt wieder gehen.

Es folgte der Stadtspaziergang. Ich kombiniere gerne mehrere Dinge, wenn ich in die Stadt gehe. Der Lebensmitteleinkauf und der Besuch der Fast-Casual-Hähnchenbraterei müssen nicht weiter beschrieben werde. Interessant ist lediglich der Besuch des Second-Hand-Kleiderladens, weil ich eine Arbeitshose benötige. Ihr wisst schon, ein Kleidungsstück, das keinerlei Schonung mehr verdient, fleckig sein darf, sogar zerissen, solange bedeckt ist, was bedeckt bleiben soll. Habe ich nicht gefunden. Was ich stattdessen fand, war eine Levi’s 511, die mir gerade-nicht passte, aber deutlich machte, dass ich so eine wollte.

Nun ist es nur wenige Jahre her, dass ich mich von all meinen blauen Jeans getrennt habe, aus Gründen, die ich mangels eines besseren Wortes mal „modisch“ nennen möchte. Ich wollte einfach nicht mehr herumlaufen, als sei ich auf der Mode meiner Jugendjahre hängengeblieben. Stellt sich heraus: will ich doch. Zumindest zuhause und bei den Basteleien, die in meinem Alltag so vorkommen. Außer Haus wird es bei den grauen und schwarzen Jeans bleiben, für zuhause werde ich mir demnächst eine neue Levi’s anschaffen, so als wäre ich 16 und eine andere Marke käme einfach nicht in Betracht. War damals so, ist heute wieder so. Das Alter treibt mich in die Nostalgie.

25419 – Ausgegraben

Die Auräumaktion gestern hat mich an Stellen geführt, die mindestens ein Jahrzehnt unberührt waren. Ich kann das  anhand eines dabeiliegenden und datierten Briefes so bestimmt sagen. Und gefunden habe ich zwei lange vergessene Schätzchen. Zum einen genau die Lampe, die ich gekauft hätte, wenn es so etwas noch gäbe (auf der Einkaufsliste war eine von diesen kleinen Schwanenhalsklemmlampen, die es bei großen Möbelhäusern gibt, aber mehr als Notlösung und mangels besserer Ideen).

Gesucht wurde: klein, unauffällig und genau dort gut anzubringen, wo ich sie brauche, am Kopfende meines Bettes mit dem Lichtkegel zum Boden. Ich bin Bauchschläfer und lese auch auf dem Bauch, Buch oder E-Reader vor mir auf dem Boden liegend. Alle Wünsche erfüllt.

Und zum Zweiten ein vierzig Jahre altes Plakat (anhand des Datums darauf zu datieren), das ich damals so sehr wollte, das ich den Hessischen Rundfunk dafür anschrieb. Ich mochte Ambiguitäten schon immer.

Das Plakat war damals an Litfaßsäulen angebracht und entsprechend groß. Aufgrund dieser Größe hat es es niemals an irgendeine meiner Wände geschafft. Jetzt könnte es der Nachfolger für den Webteppich werden, wenn der irgendwann mal fertig ist und von der Wand den Weg auf den Boden findet. Denn es ist ähnlich – wenn auch ganz anders – bunt wie dieser.