25240 – Es hat nun …

… lange genug gedauert, aber heute habe ich dann endlich begonnen, die Kohlebürsten an der Kreissäge auszutauschen,

Die Aktion ist notwendig, weil die Säge irgendwann nicht mehr anging, zuvor hatte sie gelegentlich Probleme damit, die sich immer mit einem Tritt dagegen beheben ließen. Naja, irgendwann hat auch das nicht mehr funktioniert. Mein erster Tipp war der Schalter, ich war so sicher , dass ich ihn austauschte, ohne ihn vorher zu überprüfen. Gut, jetzt habe ich einen Schalter, falls er mal ausfällt.

Und nun also die Kohlebürsten. Ich bin sehr gespannt, für mich sehen die alten so aus, als wären sie noch gut genug, vielleicht sind sie also wirklich die Verursacher des Ausfalls. Zumindest sind neue bestellt.

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Spoiler: Sie waren es! →25245

25239 – Tarot

Heute recht unbeständig durch den Tag mäandert. Dabei überwiegend mit Spielkram beschäftigt, den es hier gerade so an die Oberfläche spült. Allem voran die Kiste mit den Tarot-Decks. Oder, um genau zu sein, eine Kiste mit den Decks und eine andere mit Literatur dazu. Mehr als drei Jahrzehnete zurück war ich mal sehr im Thema, heute schaue ich manches in den Kisten an und verstehe es nicht mehr (zum Beispiel habe ich, ohne das für einen großen Verlust zu halten, die gesamte astrologische Symbolik vergessen).

Die Faszination damals kam überwiegend durch die Karten und ihre Motive, ich mochte es, wie die jeweilige Idee der Karte, ihre Bedeutung, je nach Deck und Künstler variert wurde. Von der Faszination zum Sammeln war es nicht weit. Gemessen daran, wie wenig Geld ich damals hatte, ist die Sammlung groß, gemessen an der Leidenschaft anderer, vermögenderen Sammlern klein. Es sind zehn Decks, wenn mensch die Kopien mitzählt vierzehn, das heißt eigentlich nur die zu dieser Zeit beliebtesten. Dennoch, ich hatte viel Spaß daran.

Und natürlich (oder auch nicht natürlich, aber auf jeden Fall dann, wenn mensch so gestrickt ist, wie ich es bin) gab es damals auch Versuche, ein eigenes Kartendeck zu entwerfen. Mit den fertigen Motiven bin ich immer noch sehr zufrieden. Aber natürlich (siehe Satz eins dieses Absatzes) bin ich damit nicht fertig geworden. Auch der Versuch, ein komplettes Deck zu collagieren, endete früh und mit wenig überzeugenden Ergebnissen. Stichwort Collage, wir sprechen gerade über die Zeit vor leistungsfähigen PC’s und Photoshop, ich bin ziemlich sicher, hätte ich damals schon gehabt und gekonnt, was ich heute habe und kann, ich wäre sehr viel weiter und zu sehr viel überzeugenderen Ergebnissen gekommen.

Es ging mir, nur um es kurz zu wiederholen, um die Symbolik und deren psychologische Bedeutung. In einem zweiten Schritt auch darum, wie ich diese Bedeutungen darstellen würde, welche Symbole ich wählen würde. Und dann auf handwerklicher Ebene darum, ob ich das mit meinen Mitteln und Fähigkeiten würde darstellen können.

Am Anfang der Beschäftigung mit den Karten stand – ich vermute, wie bei den meisten – die Idee, „die Karten zu lesen“, nicht unbedingt als Blick in die Zukunft, aber durchaus als Hilfsmittel zur Klärung schwieriger Lebenslagen. Nun bin ich heute, und war es damals schon, viel zu sehr ein Mensch der Wissenschaft, um den Karten oder irgendeinem Leser derselben auch nur die kleinste Aussagekraft in Bezug auf die Zukunft oder auch nur zukünftige Befindlichkeiten zuzugestehen. Was die Karten aber sind: ein hervorragendes Mittel, um ins Gespräch zu kommen, mit anderen und auch mit sich selbst. Heute würden wir vielleicht das unscharfe Wort Prompt benutzen, verstanden als (Denk-)Auslöser und Stichwortgeber zugleich. Du versuchst zu deinem Problem eine vernünftige Frage zu stellen, das ist selbst ohne Karten schon eine weiterführende Idee. Dann ziehst Du eine Karte (oder auch mehrere) und die kommt dann daher wie der unbequeme beste Freund, der immer ein eigenes Thema mitbringt. Der oder die ist gerade total besessen von materiellen Schwierigkeiten, oder Dominanzstreben, oder Wandlung, oder einem fernöstlichen Guru, you name it. Und mit diesem Thema färbt diese Freundin (meistens sind es Freundinnen) nun das Gespräch und den Blick auf dein Problem. Ihr seid im Gespräch.

Es ist wie im Leben, der Freund kann furchtbar falsch liegen mit seiner Einschätzung, dann schärfst Du Deine Position in der Oposition zu ihm. Ein guter Freund gibt Dir die Freiheit. Vielleicht zeigt er Dir aber eine Facette des Problems, an das Du bisher nicht gedacht hast. Umso besser. Aber egal wie es kommt, der Freund macht Dir keine Vorschriften und besteht nicht auf seine Interpretation, Du bleibst frei.

So ist mein Umgang mit den Karten, besser gesagt war mein Umgang, denn im Moment gehe ich nicht mit ihnen um. Jahrzehntelang waren sie weggepackt, jetzt hat der Umzug sie hochgespült. Das hat doch was zu sagen! 😉

25237 – Geselligkeit²

Ein unerwartet voller Tag heute. Der mit dem Wecker begann, ungewöhnlich genug, aber notwendig um pünktlich zum Dankeschönbrunch des Freiwilligenzentrums zu kommen. Der Name der Veranstaltung sagt es schon, Brunch, wer soll da ohne Wecker pünktlich sein? Ich habe es so eingerichtet, dass ich gegen 11.30 Uhr dort war, gerade so, dass es dort eine halbe Stunde überhaupt noch etwas zu essen gab. Gespräch gab es natürlich noch länger und das war ja der eigentliche Anlass, um dorthin zu fahren.

Und in einem dieser Gespräche erfuhr ich dann, dass ebenfalls heute die „Weihnachtsfeier“ (mehr Tag der offenen Tür) im Makerspace war, günstig anzuschließen an Brunch und den notwendigen Gang zum Drogerie-Discounter. Also nach eben diesem zum Makerspace und dort lange geblieben, weil mir gänzlich unbekannte Menschen mal mit, mal ohne Grund, das Gespräch suchten und auch ausdehnten. Alles gut damit, ich kenne nun den Gründungsmythos der Gießener Universität, das kann nicht schlecht sein.

Der Lebensmitteleinkauf am späten Abend war dann kommunikativ unterfordernd und damit schon wieder entspannend. Noch später, wieder zuhause, gab es noch eine Nachfrage zu einem der Gespräche via Messenger, die sich mit einem Bild ausreichend beantworten ließ. Und dann war Ruhe.

Unglaublich, dass manche Menschen solche Tage nicht nur regelmäßig haben, sondern auch wollen. Mich macht das müde.

25236 – #wmdedgt Dezember 2025

Jeden Monat am Fünften fragt Frau Brüllen ihre Blogger-KollegInnen, was sie denn eigentlich so den ganzen Tag machen. Hier geht’s zu ihr und all den anderen Bloggenden.

0.16 Uhr, den Wecker gestellt, damit ich das 5. Türchen öffnen kann. Nein, Spaß! Weihnachten und alles damit zusammenhängende Brauchtum könnte mir egaler nicht sein. Und da die Kinder schon rund zwei Jahrzehnte aus dem Haus sind, darf das auch so sein.

Ich bin also Viertel nach Zwölf noch wach, werde das vermutlich auch noch länger sein, die letzten beiden Nächte habe ich bis weit nach 2.00 Uhr gelesen. Das ist nicht schlimm, ich lebe allein und kann ungestört lange schlafen. Das sind die kleinen Freuden, die mein Leben mit sich bringt. Die Pläne für morgen sind überschaubar, irgendwann am frühen Nachmittag werde ich Lebensmittel einkaufen gehen (eigentlich fahren, mit Fahrrad und Rucksack) und abends werde ich mir im Schauspielhaus die „Addams Family“ anschauen (Premierenbesprechung im Gießener Anzeiger). Zwischendrin wird geblogt werden, alles sehr vorhersehbar. Wenn ich wollte, könnte ich hier schon mein Frühstück beschreiben und auch, was sonst so zwischen den geschilderten Eckpunkten geschehen wird. Das ist nur an der Oberfläche ein bisschen gruselig, aber mensch kann in diese Vorhersehbarkeit sehr schön hinein-entspannen. Es ist ähnlich wie die Addams Family.

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Ich lese bis vier, vorher, gegen halb zwei mache ich einen Versuch einzuschlafen, der misslingt. Also lese ich das Buch fertig (Jan Weiler: Munk), kann immer noch nicht einschlafen und sortiere in meinem E-Reader die virtuellen Regale um. Danach bin ich müde genug.

Gegen elf beginnt mein Tag mit einem Ping des Phones, etwas unnötig, wie ich finde, ich habe nur sieben Stunden geschlafen und es weckt mich der einzige abonnierte Newsletter, den ich per Email empfange. Ich bleibe noch zwanzig Minuten liegen und schaue an die Decke, entdecke im Muster der OSB-Platten ein Herz, überlege, wie ich es mit gaaanz wenig Einsatz so hervorheben könnte, dass auch andere es sehen und verwerfe den Gedanken, weil mir das dann doch zu kitschig. Aber den Tag mit einem Herz zu beginnen kann nicht verkehrt sein.

Ich koche Kaffee, setze mich damit vor das Tablet und schreibe, lese, schaue. Das Tablet hat komplett den PC abgelöst, vor dem ich im Wagen (meint bis vor rund zwei Monaten) meine Tage begann. Es ist so viel bequemer, an einem Tisch zu sitzen, neben sich den Kaffee und direkt hinter einem das eigene Frühstücksbuffett.

Es folgt eine extrem ausgedehnte Morgenroutine, Kaffee, Müsli, Internetnews, die heute zudem die neueste Episode „Pluribus“ enthält. Es ist unabwendbar, der Cliffhanger der letzten Episode überschreibt jede Impulskontrolle. Und so kommt es, dass der produktive Teil des Tages erst gegen 14.30 Uhr beginnt, immerhin frisch geduscht.

Unter der Dusche ist eine Entscheidung gefallen, ich werde nicht einkaufen gehen. Die vorhandenen Lebensmittel würden mich zur Not noch über das Wochenende bringen (unter sträflicher Vernachlässigung des Lustfaktors), es drängt also nicht (der Lustfaktor ist überschätzt). Zudem hat mir das Bild oben gezeigt, dass die fehlenden Schubladen sehr häßlich aussehen. Sie sind noch nicht in der provisorischen (!) Küchenzeile, weil ich sie vorher aufräumen und sortieren möchte. Und zumindest unter Dusche kommt mir das wie eine viel lohnendere Beschäftigung für den Nachmittag vor.

Zweieinviertel Stunden später bin ich mit der Aktion durch. Wer genau hinschaut erkennt, dass ich auf Gabeln mit langen Zinken stehe, bei Löffeln eher zur runden Form tendiere und generell zuwenig gleichermaßen gute wie moderne Messer habe (die alten im Bild bedürfen der Aufarbeitung). Ich hoffe, dass ich in Zukunft mit einem einzigen Flaschenöffner auskomme, ja, ich lebe riskant. Den nie verwendeten Käseschneider werde ich morgen vermutlich vergessen haben. Und immer wenn ich den ebenfalls nie verwendeten Nussknacker anschaue, werde ich mich fragen, ob ich die anderen beiden nicht doch hätte aufheben sollen (ist ein Kindheitsding, die sind emotional positiv besetzt, und von positiv kann mensch ja nie genug haben). Und so wird es gegen Ende der Aktion auch nocheinmal richtig spannend, als alle Schubladen eingeschoben sind und die noch auf dem Boden verteilten aussortierten Dinge nun wirklich weg müssen. Einige der Küchenutensilien bekommen eine eigene Plastiktüte spendiert, bevor sie in die Restmülltüte kommen. Ihr kennt das aus schlechten Filmen, wenn der Serienmörder die geschändeten Leichen aus Scham mit seiner Lieblingsdecke aus der Kindheit abdeckt. Niemand soll sehen, was ich getan habe.

Nach der Aktion bin ich hungrig. Es gibt Kartoffeln, Tomaten und Pesto, das ist nicht die große Küche, denn die ist es bei mir nie. Aber genug, um mich durch den Restabend zu bringen. Mal sehen, vielleich gehe ich nach der Addams Family nochmal irgendwo eine Kleinigkeit essen.

Zunächst aber eine Kleinigkeit vor dem Tablet essen, ich lasse mir von YouTube noch einmal erklären, was ich am Morgen eigentlich gesehen habe, serienmäßig. Früher haben wir das auf dem Schulhof oder in der Kneipe besprochen. Heute erfüllt diese Funktion der elektronische Erklärbär. Noch ein wenig bloggen, danach ziehe ich mich um und mache mich zum Stadttehater auf.

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Viereinhalb Stunden später bin ich wieder zuhause. Das Stück dauert mit Pause drei Stunden, eine halbe Stunde vorher gibt es eine kleine Einführung im Foyer. Auf etwas unklare Weise bleibt das Musical hinter meinen Erwartungen zurück, nach der Vorstellung bleibe ich mit dem Gedanken zurück, dass daraus mehr zu machen gewesen wäre. Dabei kann ich wenig benennen, was für diesen Eindruck verantwortlich sein könnte. Das Wenige: Wednesday scheint mir fehlbesetzt, die Addams Family wurde so oft mit den verschiedensten Schauspielern aufgeführt und immer war Wednesday eine zierliche Person. Das prägt die Erwartung und diese Erwartung wird an diesem Abend unterlaufen. Und das keineswegs absichtlich, wie ich vermute. Diese Wednesday ist groß, fast so groß wie Morticia, und das passt nicht. Auch dass Wednesdays Bruder Pugsley mit einer Frau besetzt war, fand ich schwierig, weil sich das nicht aus dem Stück ergibt und weder Maske noch Schauspiel das vergessen ließen. Es war einfach nur auf unnötige Weise irritierend. Im Kontrast dazu der großartig gespielte genderfluide Onkel Fester, von dem ich während des Stücks lange dachte, er würde von einer Frau gespielt. War nicht so, das war einfach gutes Schauspiel. Kurz, ich war für drei Stunden gut, aber nicht hervorragend unterhalten. Kein Grund sich zu beschweren, aber auch keine eindeutige Empfehlung.

Im Anschluss an das Theater etwas essen zu gehen fällt aus, weil ich mein Portemonaie vergessen habe. Bedeutet, dass ich mir unmittelbar nach dem Nachhausekommen etwas zu essen mache. Nebenbei höre ich YouTube als wäre es Radio. Ich esse, ich blogge und beende diesen Beitrag.