25264 – Tageslichtlampe

Seit Silvester besitze ich eine Tageslichtlampe, mit deren Hilfe ich etwas gegen die winterlich-depressive Verstimmung unternehme. Diese Lampe ist ebenso groß wie sie teuer war. Und leider ist beides unvermeidbar, wenn das Teil wirksam sein soll. Hinter dieser Aussage steht eine Menge Mathematik, die irgendwie die abgestrahlte Lichtmenge, den Abstand von der Lampe und auch deren Fläche, sowie die Zeit, die mensch davor verbringen sollte, miteinander ins Verhältnis setzt.

Im Bild ist mein Frühstückssetting. Das funktioniert, weil mensch ohnehin nicht in die Lampe schauen soll, sondern daran vorbei, aber so, dass das Licht der Lampe dennoch auf die Netzhaut trifft. Abstand von der Lampe cirka 60 cm für 30 bis 45 Minuten während der morgendlichen Informationsaufnahme. Und ja, vorher wirkte das gemütlicher.

Aber – und das finde ich erstaunlich – ich weiß jetzt schon, also nach nur drei Tagen, dass ich das Licht mag und gut aushalten kann auch über die empfohlene Zeit hinaus. Am Design kann’s nicht liegen, ich vermute, dass ich auf irgendetwas anspreche, das ich nicht benennen, sondern nur intuitiv wahrnehmen kann. Mir soll’s recht sein.

25249

Alles ist wie meistens um diese Jahreszeit. Fühllos gestimmt und Schlafstörungen mit langen Wachphasen mitten in der Nacht, die machen, dass mein Schlaf zwischen sieben und dreizehn Uhr am tiefsten und erholsamsten ist. Ich schlafe nicht mehr als gewöhnlich, aber zu anderen Zeiten. Bei einem solcherart verschobenen Tag-Nacht.Rhythmus ist dann ein Termin um 13.15 Uhr ein „früher“, für den ich mir den Wecker stellen muss. Um trotzdem gut in Tag zu kommen mindestens eineinhalb Stunden früher.

Heute hatte ich einen solchen frühen Termin, anschließend noch ein Zug durch die Stadt für verschiedene Besorgungen und schon ist es zu spät für einen kleinen Nachmittagsschlaf. Folglich beginne ich jetzt, es ist 21.00 Uhr, abzubauen, wohlwissend, dass es keinerlei Sinn ergibt, jetzt ins Bett zu gehen, weil ich ohnehin eine Stunde später wieder wach wäre, und das dann bis drei Uhr in der Nacht, mindestens. Schlechte Voraussetzungen für morgen, ein Tag, an dem ich ebenfalls früh aufstehen muss, um pünktlich zu einer Verabredung zu sein (von der Ihr dann morgen lest).

Und jetzt einen guten schlechten Film mit unsinnigen Explosionen und exotisch-gewaltsamen Todesarten, was mensch eben so braucht, um zur Ruhe zu kommen.

25177 – Allzeit bemüht

Nicht viel geschehen heute. Ein Stadtgang in gedämpfter Stimmung. Wollte ich dem irgendetwas Positives abgewinnen, würde ich sagen, jede meiner Besorgungen trägt das Potenzial zu künftiger Freude in sich. Das sieht mensch der Dose Sprühkleber nicht zwingend an, auch die Stifte wirken auf den ersten Blick nicht lebensverändernd, am ehesten traut mensch es vielleicht den ausgeliehenen Reiseführern zu, auf freudvollere Umstände hinzuweisen.

Ich werde davon berichten, was die Teile so leisten.

25149 – One of these days

Der Sommer ist vorbei. Heute habe ich den Papiermüll im Ofen angezündet, weil es mir im sitzen zu kühl war. Damit und mit vielem anderen bin ich ausdrücklich nicht einverstanden. Ich mißbillige das (!), das Ende des Sommers.

Spaß beiseite – wenn mensch es denn Spaß nennen möchte -, mit dem Ende des Sommers scheint sich auch mein sonniger Gemütszustand zu verabschieden. Heute und weniger deutlich schon gestern fehlt mir die rechte Begeisterung für mein Leben. Wenn mensch von den gefallenen Temperaturen absieht, sind die äußeren Umstände gleich, allein es fehlt der Wille, mit ihnen etwas anzufangen. Oder sich damit abzufinden. Noch vier Wochen zurück hätte ich den heutigen Tag als ausreichend angefüllt erlebt, Lebensmittel eingekauft und ein bescheidenes Bild gemalt, dazwischen irgendwas anderes, was will ich mehr. Heute fehlt mir die Zufriedenheit mit dieser Minderleistung an Lebensgestaltung.

Kurz, gerade geht mir die Leichtigkeit flöten. Ich kann die Tage anfüllen, wie ich es den Sommer über tat, aber ich muss es bewusst tun. Das Leben lebt sich nicht mehr von selbst (und fühlt sich dabei lebenswert an), sondern ich muss es mit Leben füllen, was sich zunehmend schwieriger gestaltet. In allen Bereichen wird die Motivation dünner, von der gelegentlichen Begeisterung ganz zu schweigen.

¯\_(ツ)_/¯

<O>

Vielleicht ist für diejenigen, die hier nicht regelmässig mitlesen oder mich kennen, ein kleine Einordnung angebracht. Der minderschöne Zustand, den ich oben beschreibe, ist mehr oder weniger der winterliche Normalzustand, abgeschwächt auch im Sommer gerne genommen. Erwähnenswert ist das Auftreten der geschilderten Verstimmung nur aus einem Grund. Ich war von solcherlei Befindlichkeit etwas über ein Jahr frei und hatte die leise Hoffnung, dass das auch so bleiben würde. Entsprechend groß ist nun die Enttäuschung. Zudem ist das Auftreten der Symptomatik Mitte September ungewöhnlich früh. Im Moment will ich noch glauben, dass es sich um einen biochemischen Ausrutscher handelt und mir noch ein paar unbeschwerte Wochen bleiben. Aber, egal wie ich es drehe, vermutlich ist die wirklich gute Zeit rum.

25129

Ich bin gerade etwas unglücklich mit der Bloggerei. Nachdem es lange Zeit überraschend gut ging, täglich zu bloggen, fällt es mir in den letzten Tagen zunehmend schwerer. Dabei spielen die vorhandenen äußeren Faktoren eine eher untergeordnete Rolle und sind der Beschreibung zumindest heute nicht wert. Über die inneren Faktoren bin ich unsicher, aber es liegt auf einer Linie mit der Tendenz, mich etwas weniger gut zu finden als, sagen wir, vor vier Wochen. Oder zwei.

Ich habe einen ziemlich langen und ungewöhnlichen Lauf hinter mir, …, oops, und da steht es, bevor ich mich langsam genug an den Gedanken annähern konnte. Lasst es mich abschwächen. Es könnte sein, dass ich eine sehr, sehr gute Zeit hinter mir habe. So fühlt es sich an und im ersten Ansatz kann ich nur hoffen, dass ich nicht wieder dorthin zurückfalle, wo ich vor dem Lauf stand. Das ist die Angst.

Demgegenüber steht die Hoffnung, dass meine seltsamen Gefühlslagen mehr mit dem Abschluss, besser gesagt: dem Ausschleichen, des Dome-Projektes stehen. Nach plus/minus sechs Jahren Bauzeit geht da etwas zuende, über das ich mich lange definiert habe. Etwas, das mir gesagt hat, wer ich bin und was ich kann. Etwas, das allen depressiven Anteilen und Zeiten zum Trotz bestehen konnte. Etwas, das mich länger begeistert halten konnte, als irgendetwas zuvor in meinem Leben. Und dieses etwas gleitet nun so langsam in die Nebensächlichkeit, auch wenn es noch immer Aufmerksamkeit und Energieeinsatz fordert. Jetzt, mit dem Ziel in Sichtweite, kann der Weg nicht mehr das Ziel sein. Etwas verändert sich.

Ach ja, die Bloggerei …, keine Ahnung.