25300 – Zweidrückchen

Zwei Eindrücke aus dem Tag. Ich bin mit A. in der Stadt und wir gehen Sushi essen. Als wir fast schon fertig sind entdecke ich auf der Verpackung der Essstäbchen eine Anleitung, wie mensch die Stäbchen idealerweise hält. Diese Anleitung weicht leicht von der Art und Weise ab, wie ich sie vor langen Zeit einmal in einem asiatischen Restaurant gezeigt bekam. Und sie fühlt sich spontan besser und bequemer an, als die, die ich gelernt habe. Leider kann ich sie nicht mehr intensiv erproben, das dann beim nächsten Mal. Vielleicht lernen alte Hunde gelegentlich ja doch noch neue Tricks.Später gehen wir in der Galerie 23 vorbei. Erstens ist das immer ein gut zu bebummelnder Ort, zweitens möchte sie mir einen der Hocker schenken, die uns unabhängig voneinander dort aufgefallen sind. Einen kurzen Moment scheint es, als seien die Hocker ausverkauft, dann findet die Angestellte dort die letzten drei aus dem Schaufenster in einem der hinteren Räume. Und auf diese Weise komme ich zum ersten gekauften Einrichtungsstück meines Lebens. Und glaubt mir, wenn Ihr wüsstet, wie alt ich bin, fändet Ihr das noch sehr viel erstaunlicher!

25233 – Steckdosen mal wieder

Die Sache mit dem Dome ist die, dass nichts „mal eben“ geht. Das wusste ich vorher, ich dachte, mit der mir zur Verfügung stehenden Zeit wäre das kein Problem. Einfach ein Ding nach dem anderen durchziehen, ist ja alles nicht schwierig, muss „nur“ gemacht werden. Aber in Zeiten mit geringer Energie – meint in solchen wie gerade – nervt es eben doch ein bisschen, wenn fünf Steckdosen gefühlt zwei Tage dauern.

25220 – Der Entwurf ist fertig

Ab heute lebe ich in einem Entwurf dessen, wie ich die nächsten Jahre wohnen möchte. Das Bild gibt einen ersten Eindruck von der Zeugs- und Kücheninsel, und zwar gesehen von der Zeugsseite her. Alles, wovon ich denke, dass ich es (vorrätig) haben sollte, soll in den Schubladen einen Platz finden. In der Vitrine im Hintergrund möchte ich Dinge zeigen, die ich für bemerkenswert oder eben zeigenswert halte. Vielleicht auch ein paar Erinnerungsstücke. Die Küche wird, gemessen an der durchschnittlichen Ausstattung, vermutlich eher minimalsitisch. Einfach deswegen, weil meine Ansprüche an Essen und Kochen niedrig sind.

Von einem Entwurf spreche ich, weil noch nichts so ist, wie es bleiben wird. Alle Behältnisse stehen an den Stellen, wo sie die nächsten Jahre stehen werden, aber jedes einzelne Stück wird noch Gegenstand weiterer, nun, nennen wir es Aufwertung. Hinter Vitrine und Kleiderschrank ist viel Stellraum, den ich (möglicherweise mit daran angepassten Regalen) nutzen möchte. Die Zeugs und Kücheninsel bekommt durchgängige Arbeitsplatten auf jeder ihrer Ebenen, dazu müssen kleine Höhenunterschiede ausgeglichen werden. Bedeutet, dass ich die Anordnung nur sehr eingeschränkt nutzen oder einräumen kann, weil alles beweglich, kippbar oder wenigstens vibrationsunempfindlich bleiben muss, solange es nicht fertig (genug) ist. Auch wenn es immer weniger so aussieht lebe ich auf einer Baustelle.

Und: in einer idealen Welt bekämen die Stühle eine neue Polsterung, aber darüber, wie sich die Welt entwickelt, möchte ich lieber nicht spekulieren.

25217 – Die Zeugs- und Kücheninsel

Heute hat es einrichtungsmäßig einen Ruck gegeben. A. war zu Besuch, eigentlich hatten wir eine kleine gemeinsame Bastelei im Kopf, aber dann haben wir uns spontan umentschieden und die Küchenzeile aus dem Wagen in den Dome geholt. Schreibt sich schnell, war aber eine nachmittagsfüllende Aufgabe. Als wir am frühen Abend dann am Tisch saßen und uns anschauten, was wir getan hatten, waren wir zufrieden.

Und diese Zufriedenheit war keineswegs vorherzusehen. Die Idee, die Küchenzeile in die Mitte des Domes zu stellen, war hochgradig experimentell. Zwar war sie in meinen ersten Einrichtungsideen an einer ähnlichen Stelle (die durch die Lage des Abflusses grob vorherbestimmt ist), aber durch eine Stellwand verdeckt. Die Stellwand habe ich verworfen, stattdessen wird die ganze Geschichte zu einer Kücheninsel gepimpt. Im Foto habe ich etwas herumgemalt, um einen ersten Eindruck zu vermitteln. Stellt Euch das Ganze mit neuen einheitlichen (vermutlich helleren) Arbeitsflächen vor, im niedrigen von rechts erreichbaren Teil, noch zwei Gasflammen zum Kochen, ganz hinten an der Wand Mikrowelle und Airfryer. Die linke Seite besteht im unteren Bereich aus zwei Apothekerschränken, im Wesentlichen also aus Schubladen, die all meinen Kleinkram aufnehmen sollen. So zu reduzieren, dass das gelingt, wird eine ganz eigene Aufgabe.

Bis dahin aber muss ich zunächst die Insel bauen, wie ich sie mir vorstelle. Und das ist keine kleine Aufgabe.

25166 – Der Bücherturm

In den letzten beiden Tagen habe ich den Bücherturm, im Bild links, in den Dome gebracht und zum Teil auch eingeräumt. Es ist als hätte ich meine Vergangenheit vorausgeschickt, Gegenwart und Zukunft müssen folgen. Was in dieser Formulierung vielleicht erklärungsbedürftig ist. Die vorausgeschickte Vergangenheit besteht aus vielen Tagebüchern, einer kleineren Anzahl an Fotoalben, Briefe aus vielen Jahren, einige Scrapbooks und alle Mandala-Skizzenbücher. Folgen werden einiger meiner Lieblingsbücher.

Die Gegenwart ist noch schwach vertreten, ein paar Zines, mit denen ich kaum über das Experimentalstadium hinausgekommen bin, ein volles Skizzen-/Notizbuch, ein weiteres wird in wenigen Tagen folgen.

Was ebenfalls folgen wird, ist ein Holzkoffer, der dann hinter dem Turm vor der Wand steht. In ihm werde die etwas größeren Formate und etliche Loseblattsammlungen sein, auch ein paar Ordner mit „Zeug“, verblasste Filzstiftzeichnungen und Kritzeleien aus der Schule, so Zeug, vieles, das noch sortiert werden will.

Es ist schon lange mein Wunsch, dass all das nahe beieinander und greifbar ist. Einiges davon habt Ihr zu Beginn des Jahres hier im Blog gezeigt bekommen, immer dann, wenn in der Gegenwart nichts berichtenswertes oder berichtbares los war. Irgendwann wurde es dann schwerer, herzeigbare Stücke oder zitierwürdige Passagen zu finden, aus den verschiedensten Gründen. Ich hoffe, dass sich das mit der noch zu schaffenden Ordnung ändert.

Aber letztlich mache ich das alles nicht für Euch, sondern für mich. Ich glaube, es ist ein Akt der Selbstvergewisserung. Ich sehe, wer ich war und auch was ich geworden bin. Und ich sehe den Unterschied, mit dem ich – von den Ausgangsvoraussetzungen her betrachtet – zufrieden bin.