25243 #12von12 Dezember 2025

Zwölf am Zwölften ist eine regelmäßige Aktion von „Draußen nur Kännchen“, dort gibt es noch mehr Menschen, die ihren Zwölften mit zwölf Bildern schildern.

Der Zwölfte beginnt nachts, ich bin lange wach. Einen Teil der Zeit verbringe ich damit, Bilder von Tintenfischen herauszusuchen, denn ich möchte morgen (meint: heute nach dem Schlafen) den Beitrag von gestern mit einem gezeichneten Tintenfisch aufpeppen.

Gegen zwei gehe ich ins Bett.

Morgens, ich stehe gegen neun auf, hat sich der Plan von gestern verändert, statt zu zeichnen werde ich digital collagieren. Das ist etwas, was ich auf dem PC ganz leidlich kann, aber mir auf dem Tablet erst aneignen muss. Es geht besser als gedacht. Mittags bin ich damit durch, habe auch gefrühstückt und die neueste Episode Pluribus angeschaut. Ein nicht weiter aufzuschiebender Lebensmitteleinkauf steht an und geschieht.

Wieder zurück versuche ich eine Miniatur des Tintenfisches ins Journal zu aquarellieren und scheitere. Zumindest fühlt es sich gerade so an, vielleicht kann ich auch noch was retten. Kein Bild davon, soweit möchte ich mich dann doch nicht öffnen. Und auch keins vom Mittagessen, aber dieses Bild habe ich schlicht vergessen.

Ich beginne den Blogeintrag und bin unzufrieden mit dem Tag, den Bildern und mir.

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Gegen halb sieben habe ich zu Abend gegessen, Kartoffeln und Spinat, kein Spiegelei, kein Bild. Und ich habe den Tintenfisch, nun, vielleicht nicht gerettet, aber erkennbar gemacht.

Den Rest des Abends wird nicht mehr viel passieren. Folglich habe ich noch fünf mehr oder weniger zufällige Bilder gemacht, damit das Dutzend voll wird. Alles im direkten Umfeld.

Und ja, ich bin gerade etwas uninspiriert.

25239 – Tarot

Heute recht unbeständig durch den Tag mäandert. Dabei überwiegend mit Spielkram beschäftigt, den es hier gerade so an die Oberfläche spült. Allem voran die Kiste mit den Tarot-Decks. Oder, um genau zu sein, eine Kiste mit den Decks und eine andere mit Literatur dazu. Mehr als drei Jahrzehnete zurück war ich mal sehr im Thema, heute schaue ich manches in den Kisten an und verstehe es nicht mehr (zum Beispiel habe ich, ohne das für einen großen Verlust zu halten, die gesamte astrologische Symbolik vergessen).

Die Faszination damals kam überwiegend durch die Karten und ihre Motive, ich mochte es, wie die jeweilige Idee der Karte, ihre Bedeutung, je nach Deck und Künstler variert wurde. Von der Faszination zum Sammeln war es nicht weit. Gemessen daran, wie wenig Geld ich damals hatte, ist die Sammlung groß, gemessen an der Leidenschaft anderer, vermögenderen Sammlern klein. Es sind zehn Decks, wenn mensch die Kopien mitzählt vierzehn, das heißt eigentlich nur die zu dieser Zeit beliebtesten. Dennoch, ich hatte viel Spaß daran.

Und natürlich (oder auch nicht natürlich, aber auf jeden Fall dann, wenn mensch so gestrickt ist, wie ich es bin) gab es damals auch Versuche, ein eigenes Kartendeck zu entwerfen. Mit den fertigen Motiven bin ich immer noch sehr zufrieden. Aber natürlich (siehe Satz eins dieses Absatzes) bin ich damit nicht fertig geworden. Auch der Versuch, ein komplettes Deck zu collagieren, endete früh und mit wenig überzeugenden Ergebnissen. Stichwort Collage, wir sprechen gerade über die Zeit vor leistungsfähigen PC’s und Photoshop, ich bin ziemlich sicher, hätte ich damals schon gehabt und gekonnt, was ich heute habe und kann, ich wäre sehr viel weiter und zu sehr viel überzeugenderen Ergebnissen gekommen.

Es ging mir, nur um es kurz zu wiederholen, um die Symbolik und deren psychologische Bedeutung. In einem zweiten Schritt auch darum, wie ich diese Bedeutungen darstellen würde, welche Symbole ich wählen würde. Und dann auf handwerklicher Ebene darum, ob ich das mit meinen Mitteln und Fähigkeiten würde darstellen können.

Am Anfang der Beschäftigung mit den Karten stand – ich vermute, wie bei den meisten – die Idee, „die Karten zu lesen“, nicht unbedingt als Blick in die Zukunft, aber durchaus als Hilfsmittel zur Klärung schwieriger Lebenslagen. Nun bin ich heute, und war es damals schon, viel zu sehr ein Mensch der Wissenschaft, um den Karten oder irgendeinem Leser derselben auch nur die kleinste Aussagekraft in Bezug auf die Zukunft oder auch nur zukünftige Befindlichkeiten zuzugestehen. Was die Karten aber sind: ein hervorragendes Mittel, um ins Gespräch zu kommen, mit anderen und auch mit sich selbst. Heute würden wir vielleicht das unscharfe Wort Prompt benutzen, verstanden als (Denk-)Auslöser und Stichwortgeber zugleich. Du versuchst zu deinem Problem eine vernünftige Frage zu stellen, das ist selbst ohne Karten schon eine weiterführende Idee. Dann ziehst Du eine Karte (oder auch mehrere) und die kommt dann daher wie der unbequeme beste Freund, der immer ein eigenes Thema mitbringt. Der oder die ist gerade total besessen von materiellen Schwierigkeiten, oder Dominanzstreben, oder Wandlung, oder einem fernöstlichen Guru, you name it. Und mit diesem Thema färbt diese Freundin (meistens sind es Freundinnen) nun das Gespräch und den Blick auf dein Problem. Ihr seid im Gespräch.

Es ist wie im Leben, der Freund kann furchtbar falsch liegen mit seiner Einschätzung, dann schärfst Du Deine Position in der Oposition zu ihm. Ein guter Freund gibt Dir die Freiheit. Vielleicht zeigt er Dir aber eine Facette des Problems, an das Du bisher nicht gedacht hast. Umso besser. Aber egal wie es kommt, der Freund macht Dir keine Vorschriften und besteht nicht auf seine Interpretation, Du bleibst frei.

So ist mein Umgang mit den Karten, besser gesagt war mein Umgang, denn im Moment gehe ich nicht mit ihnen um. Jahrzehntelang waren sie weggepackt, jetzt hat der Umzug sie hochgespült. Das hat doch was zu sagen! 😉

25215 – Mann in der S-Bahn

Manchmal fallen mir Menschen auf, von denen ich denke, dass sie ein Bild wert sind. Dieser Mann saß mir auf dem Nachhauseweg von Dublin in der S-Bahn gegenüber und ich konnte es mir nicht verkneifen, ein heimliches Foto von ihm zu machen. Umgesetzt dann als Scribble am 7.11.25 im Krankenhaus, eigentlich wollte ich noch eine größere Version davon zeichnen, das wird nicht mehr geschehen.

25193 – Fast vergessen

In wenigen Tagen ist das Jahr vorbei, das ich mir vorgenommen hatte, täglich zu blogenn. Und obwohl ich mir vorstellen kann, mit ähnlicher Regelmässigkeit werterzumachen, bin ich doch froh, dass es (fast) vorbei ist. Heute zum Beispiel gäbe es ohne diese Selbstverpflichtung keinen Beitrag. Ich habe das Bloggen schlicht vergessen und stattdessen eine Serie gebinged.

Es ist fünf vor zwölf. Jetzt aber hurtig, wenn der Beitrag heute noch raus soll.