25096 – Matritzendruck

Vorrangig geht es hier nicht um das Bildchen (obwohl ich es gut genug fand, um es später zur Grundlage eines Linoldrucks zu machen), sondern um das Papier, auf dem es gekritzelt ist. Nämlich …

Letzten Mittwoch saß ich mit Tochter H. im Cafè und wir plauderten so vom Hölzchen auf’s Stöckchen. Irgendwann im Gespräch kamen wir über Zines auf die Anfänge des Selbstveröffentlichens und die Zeiten, als es noch keine Kopierer gab. Als ich den Matritzendruck erwähnte, wusste sie ganz offensichtlich damit nichts anzufangen. Auch Spiritusdrucker oder Blaudrucker als Bezeichnungen für die Geräte, mit denen die DIN-A4-großen Matritzendrucke angefertigt wurden, löste kein Erinnern aus.

Ich fand das im ersten Moment sehr erstaunlich, obwohl bei näherem Nachdenken klar wird, dass Matritzendruck die Vervielfältigungstechnik meiner Kindheit ist. Vermutlich ist der spezielle Spiritusgeruch der ausgeteilten Arbeitsblätter (so nannten wir damals™ Handouts) tief ins kollektiv-olfaktorische Gedächtnis meiner Generation eingebrannt. Und immer war die Schrift blau-violett, wie es auf der rechten Seite des Bildes zu sehen ist. Oft auch genau so verwaschen, von einer Matritze konnte mensch nur eine begrenzte Anzahl von wirklich guten Abzügen machen, danach wurden sie immer schlechter, irgendwann auch unlesbar. Alles Gewöhnungssache.

Tja, und daran musste ich denken, als ich heute bei der Suche nach etwas zu verbloggendem an dem Beitragsbild vorbei komme.

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Der eigentliche Blogbeitrag könnte hier enden. Tut er auch. Gehen sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen.

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Ab jetzt also etwas ins Unreine. Es gibt einen Text, in dem ich schon einmal Spritusdrucke erwähnt habe. Den muss ich noch finden (gefunden!) und verlinken. Also von hier nach dort und wieder zurück. Weil ich nämlich eine kleine Zusammenfassung zum Matritzendruck anhänge, die ich mir habe erstellen lassen. Damit ich die Fakten hier (!) direkt nachlesen kann, wenn ich das nochmal will oder brauche.

Wer also noch etwas mehr über Matritzen- oder Spiritusdruck erfahren möchte geht zu Wikipedia oder darf direkt hier 25096 – Matritzendruck weiterlesen

25061 – Drabbles

In den 80ern des letzten Jahrhunderts in Großbritannien ein Hype, nun auch bei mir angekommen: Drabbles. Der Einfachheit halber zitiere ich Wikipedia:

Ein Drabble ist eine meist pointierte Geschichte, die aus exakt 100 Wörtern besteht. Dabei wird die Überschrift nicht mitgezählt. Ursprünglich als Fanfiction betrieben, wird sie aufgrund ihrer einfachen äußeren Form gerne von ungeübten Autoren als Einstieg in Lyrik oder Prosa genutzt. Durch die Beschränkung auf das Wesentliche stellt das Schreiben von Drabbles auch für erfahrene Autoren häufig eine Herausforderung dar.

Darauf gekommen bin ich über einen Umweg, Kurzgeschichten. Ich mag keine Kurzgeschichten. Ich habe Kurzgeschichten nie ganz verstanden, die Figuren haben kein Woher, oft genug auch kein Wohin und das Ende wirkt manchmal sehr gewollt. Zeigt sich, das soll so. Auf Befragen gibt der Assistent meines Vertrauens folgende, sehr verdichtete Definition:

Die Kurzgeschichte ist die kürzeste epische Form: Ein hochkonzentrierter Blick auf einen einzigen, oft alltäglichen Moment. Sie arbeitet wie ein präzises Werkzeug oder ein aussagekräftiges Bild – mit schnellem Einstieg, maximaler Verdichtung und einem Schluss, der wie eine Erleuchtung oder eine offene Frage nachhallt. Ihre Stärke liegt darin, mit minimalen Mitteln maximale Wirkung zu erzielen.

Das gelesen und plötzlich kann ich mir zumindest vorstellen, Kurzgeschichten zu mögen. It’s a feature, not a bug. Und weitergehend, ich kann mir sogar vorstellen, mich daran zu versuchen.

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Die kurze Geschichte ist sofort da. In einem nicht weiter auszuführenden Rahmen gibt es diesen einen alltäglichen Moment, in dem ich gefragt werde, ob dies eine Lötpistole sei. Scheinbar belanglos und schnell vergessen, dennoch mit der Möglichkeit zur tiefen Beschreibung und Dramatisierung der fragenden Person. Aber ich weiß auch, ich werde diese Geschichte nicht schreiben, zu groß, zu schmerzhaft, zu nur-gefühlt.

Und dann stoße ich heute morgen – ich war ungewohnt früh wach – auf Drabbles. Und wie schon bei der Kurzgeschichte ist mir das Potential  für meine Geschichte sofort klar. In dieser extremen Verdichtung muss und kann ich mich nicht mehr darum sorgen, ob die Dinge „wirklich“ so sind, wie ich sie beschreibe. Sie müssen stimmig sein. Ich mache den Schritt von der Abbildung, der Beschreibung zur Fiktion. Wichtig ist nur, dass die Schilderung wahr sein könnte.

Dies gedacht beginne ich das Drabble und habe zwei Stunden später ein fertiges vor mir, in vier Versionen mit zwei verschiedenen Schlusssätzen. Ich muss da noch lange draufstarren,  bis ich mich für eine Version werde entscheiden können. Und letztlich erhoffe ich mir eine fünfte, vereinigte Version.

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Drabbles sind eine kurzweilige Beschäftigung, wer sich mal an Haikus oder Senryūs versucht hat, wird auch Drabbles mögen. Statt Silben werden nun Wörter gezählt und gegeneinander aufgewogen. Wir befinden uns in der Situation, dies noch sagen zu wollen, aber dann das weglassen zu müssen. Das muss doch kürzer gehen, also noch kürzer, denken wir und haben Spaß daran.

Und der Spaß kann noch weitergehen, ich visioniere illustrierte Zines mit den Drabbles, vielleicht sogar mit Kurzgeschichten, wer weiß. Alles könnte zusammenkommen, schreiben, zeichnen, fotografieren, collagieren, editieren und herausgeben. Es wäre wie bloggen, nur analog. Mir gefällt der Gedanke.

Und klar, sollte sich dieser Gedanke jemals in diesem Universum manifestieren, erfahrt Ihr es als erstes.

25036 – Das kommt davon, …

…, wenn mensch Texte anfängt, ohne ein Idee zu haben, wo sie hinführen sollen:

Was dem Internet wirklich fehlt, ist eine Metrik, mit der sich die Größe einer Bubble messen ließe. Diejenige derjenigen, die „diejenige derjenigen“ für einen guten Satzanfang halten, ist vermutlich recht klein, während diejenige derjenigen, die sich mit dem Erlernen künstlerischen Handwerks beschäftigen, sehr groß sein dürfte.

Ich wüsste gerne, ob ich Teil einer Massenveranstaltung bin oder in kleinem Kreis klüngele. Was den Freundeskreis seltsamer Satzanfänge angeht, habe ich so meine Vermutungen. Bei anderen Themen ist das schwieriger, gestern Abend zum Beispiel stieß ich auf Zines, die Kurzform von Magazines, kleine Heftchen, die Kunstschaffende kreieren um sie zu tauschen, zu verschenken oder zu verkaufen. Wie viele mögen das sein? Mich würde das interessieren, ich wäre bereit zu einem Klick hier oder da, nur um das zu erfahren.

Weil nämlich – ganz ohne es zu wissen – habe ich mehr als ein halbes Leben zurück schon Zines produziert und in einem Beitrag von 2019 auch gezeigt.

Kleine Heftchen halt, „gebastelt“ hätte ich damals gesagt, für Menschen, die ich mochte. Heute sagt mensch Zines und macht darüber Videos.

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Und weil ich gerade keine Idee habe, wie ich den Artikel abschließe, zeige ich Euch etwas aus dem Flo(h)-ABC, dem kleinen, schwarzen, an einen Katechismus angelehnten Bändchen, Freund Flo zum Geburtstag geschenkt. Zu jedem Buchstaben des Alphabets ein kleiner Eintrag, hier nun J wie Joint. Möge es dem Einen oder der Anderen nützlich sein.

25030 – Illustriertes Tagebuchschreiben

Ich glaube, ich weiß nun, wo ich mit meiner Zeichnen-Überei hin will, zum illustrierten Tagebuchschreiben (der Engländer sagt „illustraded journaling“, darunter findet mensch auch schöne Beispiele im Internet).

Heute im Café gab’s das auf niedrigem Niveau, zuerst schrieb ich und als ich dann noch Platz auf der Seite hatte, habe ich schnell, wirklich schnell, kurz skizziert, was vor mir auf dem Tisch stand. Ende. Mehr muss illustriertes Tagebuchschreiben nicht sein.

Aber natürlich darf es mehr sein. Jede der aquarellierten Skizzen aus den letzten Wochen hätte auch mit einem Tagebucheintrag kombiniert sein können, die Vorlagenfotos dafür sind ausnahmelos bei schilderungswürdigen Gelegenheiten entstanden.

Auch das Geschriebene darf gestaltet werden. Wer das Foto genau ansieht bemerkt, dass die Schrift versucht, ein bestimmtes Format einzuhalten, Schmuckbuchstaben zu Beginn eines Kapitels wären möglich gewesen oder jede andere Art von Lettering, um die Schlüsselbegriffe hervorzuheben. Kurz, dem eigenen Gestaltungswillen sind – außer dem eigenen Vermögen – kaum Grenzen gesetzt.

Mensch kann und darf die Ansprüche an sein Tun hoch oder niedrig halten. Die Bilder oder Illustrationen dürfen beliebig gut oder schlecht sein. Es ist ein Tagebuch, niemand ist aufgerufen, etwas darin zu beurteilen. Wenn es eine Stelle gibt, an der Fehler gemacht werden dürfen, dann hier. Für alle Texte und deren bildhaft-kreativen Erweiterungen gibt es als Maßstab nur den eigenen Anspruch und die tagesformabhängige Fehlertoleranz.

Soweit das mich betrifft, habe ich mir vorgenommen, in Zukunft schöner zu scheitern!