Alltag (fast) abseits der Baustelle

Heute ist der dritte Tag in Folge, an dem ich nicht an der Fensterfront bastle. Und das ist gut so. Die letzten drei Wochen war ich, mit Ausnahme eines Tages, täglich dran. Das wäre sicher auch so weitergegangen, wenn es am Sonntag nicht eine unerwartete Ablenkung gegeben hätte, mein Bruder kam nach vorheriger Anmeldung zu Besuch, im Gepäck eines seiner Projekte, bei dem er meine Hilfe benötigte. Es galt, etwas mit der elektrischen Nähmaschine zu nähen (muss man heute das „elektrisch“ noch hinzufügen, kann sich noch jemand an mechanische Nähmaschinen erinnern?). Ich kann recht passabel elektrisch nähen, er weiß das, deshalb die Anfrage. Und ich helfe gerne.

Dennoch, meine Maschine stand schon ziemlich lange ungenutzt im Regal und eigentlich jeder Arbeitsschritt wurde weniger „gewußt“, sondern eher aus dem Körpergedächtnis abgerufen. Wie ist die Fadenführung? Wie kommt das fucking Röllchen an seinen Platz? In welche Richtung zeigt das Nadelöhr? Letztlich hat alles sehr gut geklappt, wozu neben meiner Expertise auch etwas Glück und Muse notwendig und vorhanden waren. Das Bild zeigt das Ergebnis, für das ich den Namen nicht kenne. Taucher brauchen so etwas, mein Bruder braucht so etwas, mehr musste ich nicht wissen.

Und schon war es Zeit, mit meinem Wohnprojekt zusammenzusitzen und einen neuen Vorstand zu wählen.  Was sich etwas hinzog, weil ich nicht nochmals kanditierte und ein Nachfolger gefunden werden musste. Es wurde. Und schon war Abend.

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Der nächste Tag wurde durch den Gang zum Nachsorge-Doc bestimmt, der mir eine kleine Enttäuschung bescherte (keine Sorge, alles noch gut).

Wie immer wenn ich in die Stadt muss, habe ich rund um den Termin noch etliche andere Besorgungen und ToDo’s gelegt, alles wenig erwähnenswert. Direkt beim Doc hat ein unbekanntes Talent mir das Symbolbild dazu an einen Betonpfeiler gemalt:

Wenn man solcherweise durch die Stadt mäandert, gibt es gelegentlich etwas zu finden. An diesem Tag eine Deckenhängelampe, deren Design vielleicht an eine  Blüte, vielleicht auch an einen Zapfen angelehnt ist. Mehr müsst Ihr nicht wissen, um sie auf einem der nächsten Bilder zu erkennen.

Gegen neun Uhr abends klopft Nachbarin C. an die Tür, ob ich kurz mit ihrem Wagen zu ihrer nahegelegen Arbeitsstätte fahren könne, sie führe mit dem Firmenwagen voraus und anschließend wir beide wieder gemeinsam zurück. Auf der Rückfahrt kamen wir dann ins Gespräch, auf ihrer Arbeit läuft einiges gerade entschieden schräg, darüber zu reden war vermutlich wichtiger als die Fahrt. Gern geschehen.

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Der Tag beginnt regnerisch und kühl. Schiene die Sonne, ginge ich auf die Baustelle. So beschließe ich, mich eher irgendwelchem „Spinnkram“ zuzuwenden. Die gestern gefundene Lampe gibt gemeinsam mit den ebenfalls gestern besorgten Leuchtmitteln für eine zweite Lampe die Richtung vor: Lampen aufhängen. Um das zu würdigen benötigt Ihr Kontext. Und ein Bild.

Da hängen nicht einfach drei Lampen, da hängen die ersten von vielen Lampen. Der Plan ist, wirklich viele Lampen an der Decke zu haben, also sehr, sehr viele. Stellt es Euch wie in einem Lampengeschäft mit sehr unordentlicher Kabelführung vor. Sichtbare Dreiersteckdosen sind Konzept und es wird auch davon viele geben.

Im Moment ist das alles noch in meinem Kopf und ich bedaure sehr, dass ich Euch da nicht hineinschauen lassen kann. Dort sieht das alles super aus, was ich vorhabe oder, wie die Fensterfront, gerade verwirkliche. Stattdessen müsst Ihr schlechte Bilder einer unaufgeräumten Baustelle anschauen und ich fürchte, Euer Vorstellugsvermögen und meine Beschreibungsvermögen reichen nicht aus, daraus ein Bild dessen zu generieren, was da entstehen soll. Ihr müsst es einfach glauben: Alles wird gut.

Ein paar Bratkartoffeln und YouTube-Videos später ist der Tag gelaufen. Nur noch schnell aufschreiben, was gestern beim Doc war. Und ’nen Blogbeitrag, diesen.

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