25346 – Ein Pausentag

Ein beschaulicher, trödeliger Tag, den ich überwiegend zum Aufräumen nutze. In dem bescheidenen Umfang, die ein Pausentag zulässt. Ich lege Dinge, die einen eindeutig zugewiesenen Platz außerhalb des Domes haben, in Türnähe. Baldiger Transfer ist angedacht, aber zu jedem Zeitpunkt, wo mir das Zeug bisher gerade mal wieder in den Fokus rückt, regnet es. Das Chaos rund um den Kreativtisch beseitige ich, indem ich es „wegbastele“. Meint: ich klebe aus übriggebliebenen  Papierschnipselnein vorheriger Aktionen ein paar wilde Seiten ins Altered Book, verfolge zwischendrin eine andere kreative Idee, kehre zum Tisch zurück, bilde aus alten Landkarten und Stadtplänen einen Haufen, erlaube mir wegzuwerfen, was zu fitzelig oder nicht zuordenbar ist. Und bin erstaunt wie überschaubar plötzlich wieder alles ist.

Der Staubsauge kommt zum erstem Mal an seinen Platz in der Kammer, bei der Gelegenheit fallen mir die Haken ein, die ich dort anbringen wollte. Gedacht, getan, immer schön, wenn es mal schnell geht.

Stichwort „schnell“, nach ungefähr einer Woche Reifezeit bestelle ich die Spraydose mit dem Gelbton, der mir während des Lackierens der Lichtleiste ausgegangen ist. Ersatzbeschaffung im Baumarkt funktionierte nicht, Ersatzbeschaffung online beim Hersteller funktionierte nicht (derzeit nicht lieferbar), nebenbei hat der Farbton auch keine RAL-Nummer, dennoch bestelle ich einen sehr ähnlichen Farbton (RAL 1004, goldgelb) bei einem anderen Hersteller. Und feiere mich anschließend einen kurzen Moment für mein Flexibilität.

Jetzt aber wirklich Pause. Ich sitze an meinem Tisch, beklebe einen Bilderrahmen mit Streifen alter Zeitungen. Die Füße liegen hoch und alles, was ich brauche, ist in Griffweite. Nebenbei laufen Videos zu Fallout, ich höre sie mehr, als dass ich sie sehe. Alles sehr entspannt.

Und dann wird der Tag doch nocheinmal spannend. Per Email meldet sich ein von mir genutztes Konto, ob ich mich denn gerade einlocken wollte, ansonsten solle ich mich doch bitte melden. Ich bin milde alarmiert, der Link öffnet das Telefon mit einer vorgegebenen Nummer. Mensch weiß, dass niemals (!) auf Links in alarmierenden Mails zu drücken ist – und tut es trotzdem. Immerhin, ich rufe nicht an, sondern schicke „nur“ eine SMS. Vom Ergebnis her ähnlich, denke ich, fehlervermeidend während des Fehlermachens.

Denn natürlich war es eine Phishing-Mail, was ich auch schnell herausfinden konnte, indem ich mir die Kopfdatei der Mail anzeigen ließ. Aber dazu musste ich erst einmal weniger alarmiert sein. Ein komplett anderer Absender als jene Firma, auf deren Konto angeblich zugegriffen wurde. Eine kurze Internetrecherche bestätigt, das jene Firma mit ihren Kunden auf andere Weise Kontakt aufnimmt.

Ein kurzer Check des Kontos zeigt, dass alle Sicherheitsmechanismen greifen und sogar für mich eher anstengend zu überwinden sind. Gut so, denke ich mir zum ersten Mal.

Der Schaden ist überschaubar. Die Betrüger wissen jetzt, dass meine Email-Adresse aktiv ist und worauf ich thematisch anzusprechen bin, nämlich auf das Thema des vermutlich ebenfalls aktiven Kontos. Das kann zu weiteren Phishing-Versuchen und Spam-Mails führen, ich werde etwas aufmerksamer und bedachter sein müssen in der nächsten Zeit. Oder überhaupt, aufmerksam und bedacht klingt für mich zu allen Zeiten gut.

Und schwupps ist der Tag vergangen. Ich muss nun dringend eine Serie schauen, die heute mit ihrer zweiten Staffel an den Start geht, danach wird es vermutlich Fallout 4 für den Rest des Abends werden. Für die Entspannung nach der Spannungsspitze., ein Pausenabend nach dem Pausentag.

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