Bautagebuch Wohn-Dome – Fertigstellung des Fundaments bis …

Was bisher geschah:
Von der Grundsteinlegung bis zum Aufstellen des Rahmens

Die zwei Monate nach dem Aufbau Ende Januar waren dann Winterpause. Nur wenig geschah auf der Baustelle, so zum Beispiel der fehlgeschlagene Versuch, mit der blauen Plane einen geschützten Bereich zu schaffen, an dem die Kreissäge regensicher stehen könnte.

Ende März erwachten mit den ersten Mirabellenblüten auch die Lebensgeister wieder. Erste Aktion: Strom auf die Baustelle legen. Wie immer bei uns gerade tief genug in der Erde, dass der Rasenmäher nicht dran kommt. Die alten Abflussrohre zum Schutz der Leitung sind schon die Scheitel´sche Deluxe-Variante.

Ein interessierter Leser hat nachgefragt, deswegen ein paar Stichworte zur Elektrik: Zuführung über zwei Erdkabel, eines davon ausschließlich zur Notversorgung und im Winter für Wärme. Kleiner Verteilerkasten in der Haustechnik-Kammer. Vermutlich vier separate Stromkreise. An jedem der Knoten eine Steckdose. Manche davon schaltbar, manche von mehreren Orten aus. Spielereien mit Funksteckdosen.

24.3.2020
Die Vorarbeiten für die Verstärkung des Bogens beginnen. Ein Teil der alten Strahlen des geodätischen Rankgerüsts (dem Vorgänger des Wohn-Domes) werden mit der Dicktenhobelmaschine einseitig glattgehobelt.

Unter jeden Knoten des Bogens wird von hinten und vorne jeweils einer der alten Strahlen geleimt. Der Bogen besteht nun nicht mehr aus Strahlen und Knoten sondern bildet eine stärkere und steifere Einheit.

30.3.2020
Der Bogen ist komplett versteift.

31.3.2020
Bis jetzt stand immer noch die Wasserleitung in der Mitte und stützte den Dome zusätzlich. Das war eine möglicherweise unnötige Vorsichtsmaßnahme für die Zeit, in der der Bogen noch nicht versteift war. Jetzt konnte sie heraus.

Und an ihrer Stelle wurde ein Hängesessel angebracht, der sich an den Feierabenden schon sehr bewährt hat.

Zeitgleich zur Arbeit am Bogen durfte ich mir auf einem „landwirtschaftlichen Müllaufbewahrungsgelände“ zwei große Silofolien abholen. Win-Win.

Mit Mühe und Überlegung habe ich die Silofolie alleine auf den Dome gezogen.

5.4.2020
Mit der sturmsicher befestigten Silofolie ist ein regensicherer Arbeitsplatz entstanden. Das ist aus mehr Gründen gut, als ich hier aufzählen kann. Sicher am Wichtigsten: Das Werkzeug muss nicht ständig raus und rein getragen werden.
Das Rote außen auf der Folie entlang der Strahlen sind alte, schmale Panel-Bretter, die mal an Fredes Wagen waren. Mit jeweils drei Schrauben am darunterliegenden Strahl befestigt. Hält die Folie gespannt und auch dem Winddruck stand. So richtig dicht soll das alles nicht sein, Feuchtigkeit kann da durchaus noch eindringen (sollte aber für die begrenzte Zeit, die die Folie drauf bleibt, keinen Schaden anrichten).

16.4.2020

Das Arbeitsmaterial für den kommenden Sommer ist da. Sand, Betonschotter und OSB-Platten.

Die Platten werden erstmal regensicher eingepackt. Bevor Sie gebraucht werden ist zunächst wieder das Fundament dran.

Manche Sachen macht man einfach zu früh. Zum Beispiel mit der Schalung für den Sockel beginnen, der die Glasfront tragen soll (zur Glasfront später mehr).

Was Ihr hier seht zeige ich Euch auch nur, weil es auf ein paar der folgenden Bilder im Hintergrund zu sehen sein wird. Und dann nicht mehr. Und dann anders, besser, richtiger.

Ist aber ein gutes Beispiel für meine Art „experimentell“ zu bauen. Weil wenig bis zum Ende durchgeplant ist gibt es auch mal Ausfälle oder solcherlei Umsonstigkeiten.

18.4.2020
Es geht los mit den restlichen Betonarbeiten am Fundament. Teilabschnitt nach Teilabschnitt, zu jedem könnte ich Euch Bilder zeigen. Ich lasse es bei einer kleinen Auswahl.

24.4.2020
[Bild fehlt]
Manchmal will ich Sachen einfach sehen, zum Beispiel Noppenfolie vorm fertig gegossenen Fundamentabschnitt. Dann interessier es auch nicht, da noch ein ganzer Teil des Rests zu gießen ist.

 

Je nach Tagesform wird das Fundament nicht immer ganz so gut, wie wir uns das vorstellen. Der Beton möchte nach dem Gießen verdichtet werden, was uns nicht immer gleich gut gelingt. Ist aber nicht schlimm, weil wir die Löcher mit feinem Beton auffüllen und am Ende des Tages alle Fundamentflächen so aussehen wie auf dem unteren Bild. Funfact: die Flächen werden später nicht mehr zu sehen sein.

Die Sache mit dem Noppenfolie-sehen-wollen ist etwas ambivalent. Kaum sieht man sie, will man sie nicht mehr sehen.

30.5.2020

Das Ringfundament ist fertig. Noch während der letzten Gießarbeiten habe ich an den bereits gegossenen Abschnitten die Noppenfolie provisorisch angebracht und mit Feldsteinen „verkleidet“. Die links unten im Bild sichtbaren Abschnitte sollen auch genau so bleiben. Die Gehwegplatten rechts unten im Bild sorgen übergangsweise dafür, dass die Baustelle gut zu betreten ist und dabei keine Erde zwischen Fundament und Noppenfolie getragen wird.

Ein paar Tage vergehen damit, Steine und Gehwegplatten zu mir auf´s Grundstück zu holen, die ich bis jetzt auf dem Platz nebenan sitzen hatte. Und diese dann probeweise mal hierhin oder dahin vorm Fundament zu plazieren. Spielerisch, aber nicht leicht (so vom Gewicht her betrachtet).

Solange wir mit den Gedanken noch beim Fundament sind ein kleiner Vorgriff. Im Bild die Verkleidung des Fundaments aus Gehwegplatten und Feldsteinen, bei der ich am Ende meiner spielerischen Versuche herausgekommen bin.. Mehr als „Geschmacksmuster“ zu verstehen, die endgültige Ausführung wird sauberer und schöner.

Nochmal das Modell, ich glaube es wird beim Betrachten der nächsten Bilder hilfreich sein, zu wissen worin der Aufwand enden soll. Es geht um den (Beton-)Sockel, der später die Fenster- oder Glasfront tragen soll; im Modell in rot eingezeichnet.

Das Ding ist, dass dieses Ziel zunächst nicht offensichtlich ist. Ich gehe einen Umweg, den ich gehen muss, weil meine Fähigkeiten und Möglichkeiten begrenzt sind. Um den Sockel zu gießen muss ich wissen, wo er hin soll. Ebenso klar wie schwierig festzustellen. Ich kann das weder rechnen noch ausmessen. Aber ich kann „mit-dem-Werkstück-messen“. Das macht jeder Schreiner, wenn er zum Beispiel ein Regalbrett ausmisst, sägt und anschließend statt mit dem Zollstock mit diesem Regalbrett die nächsten Bretter markiert. Weniger Messerei bei geringerer Fehleranfälligkeit.

8.6.2020
Es beginnt mit den Stützbalken der Fensterfront. Denn zunächst werde ich so tun, als würde ich auf den Sockel verzichten und die Fensterfront auf der Erde errichten.
Die Stützbalken sollen direkt unter die Knoten. Dort geht es ausgesprochen winklig zu und gut abzunehmen sind die verschiedenen Winkel auch nicht. Letztlich ende ich mit einer Zeichnung, die ich dann „nur noch“ umsetzen muss.
13.6.2020
Ich nehme all meinen Handwerkermut zusammen und setze die Zeichnung um. Es geht besser, als ich befürchtet hatte, und ich bin mit dem Ergebnis zufrieden.
Die Mühe und das Nachdenken haben sich gelohnt. So sieht das Ergebnis aus.
Abends sind die drei Stützbalken dann eingepasst. Zwei von dreien sind gut gelungen und der letzte, naja, der ist gut genug.
25.6.2020

Fast Forward. Auf drei Dinge möchte ich aufmerksam machen.

Mittig im Bild die OSB-Platten, die nun auch im Dome regensicher liegen können. Ich brauchte zwei davon. Den Rest davon hätte ich wieder einpacken müssen. Sie in den Dome zu tragen erschien mir sinniger.

Links und rechts seht Ihr die Platten, die ich als Positionierungshilfe für die hinzugekommenen kurzen Stützbalken brauchte (genaueres später).

Und schließlich waagrecht im unteren Drittel die begonnene Schalung für den Sockel. Noch sieht es so aus, als wollte ich die Stützbalken mit einbetonieren. Keine Sorge, wird nicht geschehen. Wie in der Einführung beschrieben: nicht gerechnet, nicht gemessen, stattdessen am Werkstück, dem Dome, angelegt.

Eigentlich hätte es nur das linke Bild geben sollen. Aber ich hätte schlicht nicht beschreiben können, wo der Aufwand hinführen soll. Mit Hilfe des rechten Bildes gelingt das vielleicht.

Stellt Euch die rosa Flächen als OSB-Platten vor. Links die Aussenwand des Domes und rechts die dreieckige Wand, die den Wintergarten (der in der Anfangszeit der Nutzung nur Terrasse sein wird) abschließt. Diese Wand wird in den Innenraum weitergeführt, den ich etwas abgedunkelt habe. Von innen betrachtet bildet das eine dreieckige Nische, die als Kammer für all das Zeug dienen soll, das in jedem Haushalt vorkommt, aber nie einen vernünftigen Platz findet: Staubsauger, Stehleiter, drei Sorten Besen, Putzeimer und Langwaffen (Scherz!). Auf der Dome-Seite gegenüber sieht´s genauso aus, nur seitenverkehrt. Nutzung dort für Sicherungskasten und andere Haustechnik.

Ein Blick ins Innenleben des zukünftigen Sockels. Armiereisen und cirka alle 70 Centimeter ein tief in die Erde geschlagens Rohr, das dem Kippen oder Absacken des nur auf dem Erdreich aufliegenden Sockels vorbeugt.
Bevor die Frontstützen raus können muss sichergestellt sein, dass die Schalung dort bleibt, wo sie sein soll. Das geschieht indem Teilstücke des Sockels schon gegossen werden, die dann zur weiteren Fixierung dienen.
Wo die Frontstützen standen noch Armiereisen rein und der Sockel kann fertig gegossen werden.
Mission completed!
1.7.2020
Wieder so ein Moment, an dem ich etwas sehen möchte. Diesmal die Gehwegplatten, oder besser: den zukünftigen Boden des Wintergartens. Aber dran sind eigentlich die Frontstützen, diesmal für die Dauer.
Auf dem Sockel soll ein Balken aufliegen, mit dem später die Stützen verdübelt werden. Lange war mir nicht klar, wie ich die Knickstelle ausführen sollte, da ja genau an dieser Stelle dann die Stütze beziehungsweise der (richtig fette) Dübel sitzen sollte. Schließlich bin ich bei der gezeigten Lösung herausgekommen, die ihren eigenen Abschnitt wiederverwertet. An solchen Sachen habe ich immer wieder Spass.
Natürlich mussten die aufliegenden Balken „probeliegen“. Es zeigt sich, dass der Sockel an einer Seite leicht abfällt. Nichts, was sich nicht korrigieren ließe!
Vor dem Einbau bekommt das Holz noch angemessene Oberflächenbehandlung, etwas Chemie gegen das Ausgrauen und Hartöl gegen das Wasser. Daran wird auch deutlich: Hier wird Holz verbaut, das sichtbar bleibt. Ich behandle vergleichsweise wenig weil dieses Holz später im Innenbereich sein wird, nämlich dem zukünftigen Wintergarten.
Wasser ist der Feind. Damit es nicht zwischen Sockel und Balken eindringen kann, liegt der Balken in einem kaum sichtbaren Bitumenbett.

12.7.2020
Und was sich auf der einen Seite bewährt hat kann auf der anderen Seite nicht schlecht sein. Aber diesmal ist das Werkstück länger und hat zwei Knickstellen, weshalb ich mit dem vorsichtigen Aufsetzen ins Bitumenbett warten musste, bis ich Hilfe hatte.

Um nicht nichts zu tun (und weil ich´s sehen wollte) habe ich dann angefangen, den Terrassenboden auszulegen. Eine Aktion, die sich in den nächsten Tagen dann verselbständigte und dazu führte, dass der Boden weit vor dem ursprünglich angedachten Termin gelegt wurde.

13.7.2020
Die Frontstützen werden mit dem Balken, auf dem sie stehen, verdübelt. Für die besenstieldicken Dübellöcher brauche ich mal wieder eine Positionierungshilfe. Zu sehen im Bild.

Leider ist an dieser Stelle eine kleine Lücke in der Dokumentation. Keine Bilder von den Dübeln. Keine Bilder vom Einkürzen der Stützen. Aber ihr kennt das ja alles schon. Werkstück so nah wie möglich dorthin bringen, wo es hin soll, Maße übernehmen und absägen.

Am Abend des 13.7.2020 …
… sah es dann so aus. Das Stellen der Stützen ging vergleichweise schnell.

Müde gemacht hat mich dann das Auffüllen des Wintergartenbereichs mit Erde. Und das Verdichten selbiger. Glücklicherweise musste ich keine langen Wege mit der Schubkarre zurücklegen; die Erde war auf dem hügligen Beet zwischengelagert, das direkt hinter dem Wintergarten zu sehen ist.

14.7.2020
Einmal angefangen wird der Terrassenboden zum Selbstläufer.

Und immer wieder sind kreative Einfälle gefordert, um das angestrebte Ziel zu erreichen.

Am 15.7.2020 …
geht der Terrassenbodenbau in eine kurze Zwangspause, weil mir die Trennscheiben stumpf geworden sind und ich neue brauche.

17.7.2020
Der Terrassenbode ist fertig. Oder besser: fertig genug. Da wird noch viel Sand einzukehren sein und irgendwann im nächsten Jahr gehe ich vermutlich nochmal mit der Rüttelplatte drüber (dann nämlich, wenn ich sie ohnehin da habe, um die Erde im Innenbereich zu verdichten).

Ebenfalls in den letzten Tagen ist ein kleines Detail hinzugekommen, das Euch vielleicht entgangen ist. Die Noppenfolie hat jetzt einen oberen Abschluss aus altem, aufgesägtem Kabelkanal.

18.7.2020
Ein historisches Datum. Knapp ein Jahr nach der Grundsteinlegung beginne ich die Abdeckung des Rahmens mit OSB-Platten. Das ist technisches Hochdeutsch, im Alltagssprachgebrauch sage ich, dass ich „Dreiecke zumache“, im Bildhintergrund also das erste zugemachte Dreieck. Das zweite im Vordergrund ist noch nicht verklebt und auch noch nicht geschnitten.

Vom Arbeitsablauf her hat es sich bewährt, jeweils zwei Dreiecke gleichzeitig oder direkt nacheinander zu machen. Denn es ist so, dass die Abschnitte eines Dreiecks sich sehr gut zu einem gleichartigen zweiten Dreieck zusammensetzen lassen. Die im Bild orange hervorgehobene Kante ist die, die im vorherigen Bild im Vordergrund deutlich zu sehen ist.

Neben dem materiellen Vorteil, dass auf diese Weise wenig Verschnitt entsteht, gibt es einen mehr praktischen, der mindestens genauso wichtig ist: die Baustelle bleibt vergleichsweise aufgeräumt und übersichtlich. Es gibt die neuen Platten im Stapel, die verbauten Platten in den Dreiecken und dann nur noch ein paar kleinere Haufen Verschnitt, die strenggenommen auch weg könnten.

Ich könnte Euch jetzt mit jedem einzelnen Dreieck langweilen, das hinzukommt. Mach´ ich aber nicht, auch wenn dabei dann vielleicht der gänzlich falsche Eindruck entsteht, dass beim Dreiecke zumachen irgendwas schnell geht. Es geht sehr langsam. Wenn ich alleine auf der Baustelle bin sind zwei Dreiecke pro Tag ein guter Schnitt. Klare Sache, je höher, desto mühsam.
Abendstimmung
Je höher die Dreiecke sind, die ich zumache, umso weniger kann ich die Arbeit von der Leiter aus erledigen. Ich muss AUF den Dome. Das geht nur mit einem Sicherungsgeschirr.
Am höchsten Punkt des Domes ist ein Seil befestigt, auf dem das Fallschutzgerät sitzt. Das ist das rote Ding im linken Bild, das am Seil locker hoch, aber nicht ohne weiteres herunter laufen kann. Die große Öse ist zum Einhängen des Karabiners, den ich im rechten Bild unterhalb der Kamera am kleinen Finger hängen habe.
Das Geschirr selbst ist so unbequem, wie es aussieht, aber auf dem Dome verleiht es große Sicherheit, weil man es nicht nur anhat, sondern dem Teil schon während der Arbeit sein Gewicht anvertraut und oft genug nur dadurch überhaupt erst eine stabile Arbeitsposition erreicht. Man kann darin sitzen, stehen, knien, nur fallen kann man nicht.

9.8.2020
Alle Dreiecke, die nicht von der Plane abgedeckt sind, sind zugemacht. Oder fast alle, dass da im Hintergrund ein Dreick noch offen ist, hat seinen Grund. Es ist in der täglichen Arbeit gut, einen Hinterausgang zu haben, weil es manchmal die Wege verkürzt.

Zum ersten Mal ist der zukünftige Wohnraum geschlossen und in seinen Dimensionen einzuschätzen. Nach meinem Gefühl wirkt der Raum nun größer, als ohne die Wände. Manchmal hatte ich schon Zweifel, ob er groß genug wäre. Diese Zweifel sind nun ausgeräumt.

Ebenso deutlich wird, dass die Glasfront vorne als einzige Lichtquelle vermutlich nicht ausreichen wird. Hätte ich gerne so gehabt, wird vermutlich nichts. Ich muss über weitere Fenster im hinteren Teil des Domes nachdenken.

Vielleicht ist gestern dem einen oder der anderen ein kleines unbesprochenes Detail aufgefallen, das ich hier mal prominent ins Bild gesetzt habe. Manche der Strahlen sind dunkler als andere und gruppieren Dreiecke zu Fünf- oder Sechsecken. Das ist keine Arbeit, die man zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus ästhetischen Gründen macht, sondern eine so einfache wie wirkungsvolle Orientierungshilfe, dass sich der Aufwand lohnt.

Orientierung ist in zweierlei Hinsicht gefragt. Ersten möchte ich wissen, welche Dreiecke zueinander deckungsgleich sind, damit ich bestimmen kann, welche Sägeabschnitte wo sinnig weiterzuverwenden sind. Deckumgsgleich sind jeweils die von einem Fünf- oder Sechseck umschloossenen Dreiecke, und zwar mit einer um den Mittelpunkt des jeweiligen Fünf- oder Sechsecks rotierenden Symmetrieachse.

Und zweitens …

Wisst Ihr was, ich erkläre das, wenn Ihr mal da seid und es Euch wirklich interessiert. Dann muss ich nur kurz hinzeigen, anstatt mir hier mit der Beschreibung einen abzubrechen.

10.8.2020
In den Kellekästen meiner beiden Bauwagen (der Hesse sagt Bauwägen) treibt sich noch jede Menge Baumaterial herum, das auf seinen Einsatz wartet. Für drei von fünf Baulampen hat dieses Warten nun ein Ende. Und wenn die Tage wieder kürzer werden, dürfen sie sich sogar nützlich fühlen.

Kommt einfach gut, Licht.

Alles im Wasser
Ist es eigentlich noch gebräuchlich oder allgemeinverständlich, von etwas zu sagen, es sei „im Wasser“? Eine oberflächliche Recherche via Suchmaschine und Übersetzungsprogramm bestätigt meine Zweifel, manchen Menschen sagt das so gar nichts. Das ist schade, weil sich das heutige Bild für ein Wortspiel mit diesem Begriff angeboten hätte. So im Sinne von „Gute Nachricht: Alles im Wasser. Schlechte Nachticht: Alles im Wasser.“

Funktioniert halt nur, wenn man es nicht erklären muss und kurz und knapp halten kann. Die Chance ist vertan.

Falls Ihr also den Begriff nicht kennt, „im Wasser“ ist Handwerker-Sorech und bedeutet, dass etwas waagrecht ist. Der Bezug zur Schlauch- oder Wasserwaage ist wahrscheinlich, aber das Bild zeigt, zur Not tut es auch eine Pfütze um festzustellen, ob etwas im Wasser ist.

Nach dem großen Regen. Oder, Mehrzahl, den großen Regen. Wir hatten mehrere Starkregen hintereinander, den ersten direkt in der Nacht nach der Montage der Baulampen. Feuchte Elektrik macht niemals froh und auch wenn es nicht wirklich geschadet hat waren doch ein paar Nachbesserungen bezüglich der Regensicherheit notwendig.

Nun kam der Regen nicht überraschend und am Tag zuvor hatte ich schon ein paar der Kanten geschliffen und mit einer Dichtmasse auf Bitumenbasis ausgefüllt. Das sah nicht nur häßlich aus, sondern verfehlte auch komplett den Zweck. Das Zeug war noch nicht trocken genug und wurde einfach aus den Spalten herausgespült. Ein zweiter Versuch endete nur wenig besser. Der Regen war nicht ganz so stark, ausgewaschen wurde nichts, stattdessen quoll die Masse auf. Mittlerweile ist ein dritter Versuch mäßig erfolgreich verlaufen. Das Zeug ist gut abgetrocknet und in die Spalten hinein geschrumpft. Ich erwarte mit Spannung den nächsten Starkregen.

Gefühlt ist in der letzten Zeit – oder für Euch: in den letzten Bildfolgen – nicht viel passiert. Kleinkram halt, ein paar Strahlen angemalt, etwas Elektrik, mißlungene Versuche Fugen abzudichten, irgendwie macht das alles nichts her.

Aber jetzt bereitet sich mal wieder ein wesentlicher Schritt vor. Schon in der Zeit zwischen dem 27.7. und 8.8.2020 habe ich aus den alten Strahlen der geodätischen Rabkhilfe vier Bretter geleimt, gehobelt und oberflächenbehandelt.

Die Oberflächenbehandlung, bevorzugt bodennah ausgeführt, weißt schon darauf hin, dass wir es mit einem Bauteil zu tun haben, das sichtbar bleiben wird.

18.8.2020
Der obere Abschluss der Glasfront ist angebracht. Kleinere Abschlussarbeiten fehlen noch und werden in den nächsten Tagen erledigt ohne besondere Erwähnung zu finden.

Nachdem die Versuche mit der bitumenbasierten Dichtmasse so unbefriedigend waren habe ich einen weiteren Versuch mit Acrylat-Dichtstoff unternommen. Das Ergebnis macht einen besseren Eindruck. Die Masse schrumpft gleichmäßig in den Spalt, scheint mit den Rändern fest verbunden und überschüssiges Material lässt sich gut abschleifen. Für ein Billigprodukt von Discounter sehr zufriedenstellend.

24.8.2020
Das Bild ist das erste auf diesen Account, das zum Zeitpunkt des Einstellens weiniger als einen Tag alt ist. Ich bin mit der Dokumentation in der Jetztzeit angekommen.

Vermutlich werden ihn Zukunft die Bilder nicht mehr so regelmäßig wie bisher kommen. Denn zum einen passiert nicht täglich etwas auf der Baustelle und zum anderen gehe ich jetzt in eine Phase sich ständig wiederholender Arbeitsgänge. Es sind noch 30 Dreiecke zu schließen und alles will vor dem Herbst/Winter verfugt sein.

Details zum Sägen passen an dieser Stelle der Dokumentation ja fast von selbst (ganz anders als die Platten). Demnächst also mehr davon.

25.8.2020
Heute sind wir (ich hatte Hilfe von Anette) mit dem Schließen der unteren Reihe der Dreiecke fertig geworden. Dabei haben wir zum ersten Mal einen anderen Workflow als den gewohnten erprobt.

Die Neuerung besteht darin, die Dreiecke komplett „am Boden“ vorzubereiten; bedeutet: auslegen, ausmessen, aufzeichnen und aussägen, alles unten und im Vertrauen darauf, dass alles Maße und Winkel schon stimmen werden.

Die Bemaßung mache ich mit einem auf die richtige Länge zugeschnittenen Holzstab, danach wird die Messlatte aufgelegt und der Schnitt gezeichnet. Ich habe mir angewöhnt so zu zeichnen, dass ich den Strich „wegsäge“.

Das hat bei den beiden oberen Dreiecken des mittleren Fünfecks nur so mittelgut geklappt, was aber nicht gegen das Vorgehen spricht, sondern eher eine Folge der Vorgehensumstellung ist.

Das mittlere Dreieck an der Fünfeckbasis habe ich dann wieder direkt am Dome mir der Handkreissäge geschnitten.

Das ist die bisher von mir bevorzugte Weise, die Dreiecke zuzuschneiden. Am Dome mit ein paar Schrauben angeheftet (oder – wie im Bild – auf bereits angeheftete und zugeschnittene Teilstücke aufgesetzt), den Schnitt mit Messlatte und Stift vorgezeichnet und dann direkt am Ort geschnitten.

Das geht in Bodennähe gut, wird aber auf der hohen Leiter oder im Sicherungsgeschirr schnell mühsam.

28.8.2020
Die vorgeschnittenen Platten einzusetzen ist deutlich leichter, als sie auf dem Dach zuzuschneiden. Dafür hole ich mir allerdings Probleme mit den Spaltmaßen heran. Die drei gesetzten Platten im Bild sitzen sehr gut beieinander, einfach weil durch ihr Eigengewicht die Fugen schließen, wo sie es können. Aber: nach oben entsteht dadurch zuviel Luft. Das kann ich ausgleichen, aber nicht mit einer vorgeschnittenen Platte. Es scheint, als ob ein wechselndes Vorgehen zwischen auf dem Boden und auf dem Dach sägen, die Methode der Wahl ist.


Ab hier erstmal wieder nur der Text des Instagram-Accounts, Bilder kommen später.

27.8.2020 – vorher – nachher

28.8.2020 – Jetzt kommen wir doch noch dahin, dass ich Euch jedes geschlossene Dreieck einzel zeige. Ab heute noch 19.

Bild ohne Beschreibung, Knoten mit Dreiecksspitze

Ein Regentag gibt mir die Gelegenheit, das Bautagebuch auf den neuesten Stand zu bringen.

Wie man vom Eckigen zum Runden kommt.

Ab heute noch 17.


Ab heute noch 16.

Und es wäre mehr gegangen, wenn es nicht begonnen hätte zu regnen. Anstatt ein weiteres Dreieck zu schließen, habe ich dann unter der Plane und im Wageninneren eine Besonderheit für die nächsten Tage vorbereitet.

Im Bild seht ihr das Innere des höchsten Knotens. Das ist der, an dem von innen der Hängestuhl und von außen das Sicherungsseil befestigt ist. Zwei Holzdeckel zusammengehalten durch eine 16mm-Gewindestange und die Schraubösen sollten für den Zweck stabil genug sein.

Auf einem der letzten Bilder habt ihr (vielleicht) gesehen, dass die Schraubenköpfe der Schrauben, mit denen die Strahlen am Knoten verschraubt sind, in den Knoten hineinragen. Die sorgen hier auch dafür, dass die Holzdeckel weder nach oben noch nach unten verrutschen können.

Das Weiße – ihr habt es geahnt – ist die Dämmung.

Ab heute noch 12.

Bin heute gut vorangekommen, vier Dreiecke geschlossen. Okay, sie sind noch nicht verschraubt, sondern nur mit wenigen Schrauben angeheftet. Trotzdem bin ich sehr zufrieden.

Und die gestern vorbereiteten Teile konnte und musste ich auch verbauen.

Wenn es geht arbeite ich von innen.

Spätestens zum Feierabend muss ich auf das Dach, um die Plane von außen zu fixieren.


(2.9.2020) Ab heute noch 11.

Und jede Menge Kleinkram. Die nächsten Dreiecke liegen schon vorbereitet da, etliche der Kanten sind schon beigeschliffen und warten auf das Acrylat und ein paar wenige sind sogar schon verfugt.

(2 Tage später) Manchmal muss man gar nicht vor Ort sein und es geschieht trotzdem dummes Zeug.

Versprochen waren uns von der Wetter-App vier regenfreie Tage, bekommen haben wir einen und der hat dem Acrylat nicht ausgereicht um durchzutrocknen. Also haben wir schon zum zweiten mal statt einer sauber verstrichenen Fuge ein häßlich verquollenes Dings, das nicht mehr richtig abtrocknet und nur noch rausgekratzt werden will.

Notiz an mich selbst: Wir leben in Deutschland, dort ist der Herbst regelmässig feucht, also deck‘ deine fucking Fugen ab, wenn du willst, dass sie durchtrocknen.
mcaliebe Aber wenigstens hat es ein schönes Bild ergeben und die Möglichkeit geschaffen den Ärger rauszulassen!:)

Ab heute noch 10.

Ab heute noch 9, diese 9.

Ein sonniger Tag auf dem Dach. Zuerst die Kanten geschliffen (auf dem Bild zu sehen) und dann drei Kartuschen Acrylat in die Fugen eingebracht.

Versprochen sind drei regenfreie Tage und die brauche ich auch, denn nur die Hälfte der neuen Fugen sind abgedeckt.

So in etwa. Und davon bis zum müde werden.

Zwei Termine in der Stadt, daher auf der Baustelle nur Ergebnissicherung soweit die Plane reicht.

moudubi Der Einhängepunkt für das Sicherungsseil.
mca Das funkelt aber schön!
moudubi @mcaliebe Ja, ist irgendein altes Lampen-Dingens.

Ab heute noch 5, diese 5.

Ab heute noch 4, diese 4.

Ich bin ja bemüht, gelegentlich einen Perspektivwechsel vorzunehmen, aber langsam wird es schwierig.

Andererseits, was die Dreiecke betrifft geht es ja ohnehin dem Ende entgegen.

Unter zwei der Basis-Dreiecke fehlte noch die Noppenfolie, weil sie mir im ersten Ansatz ausgegangen war. Die…
moudubi Aus dem Bild kaum zu erkennen ist, dass ich in einen kleinen Graben hinein fotografiere. Der wird noch aufzufüllen sein.

Hier fehlen zwei Beiträge, irgendein Intagram-Fuckup—

Eine bewunderungswürdig aufgeräumte „Werkstatt“. Ansonster war heute nach der Anstrengung der letzten Tage Erholung angesagt.

Zur Fehlersuche in Instagram: Es scheint, als ob der Instagram-Algorhithmus mir meine eigenen Beiträge aussortiert (weil er´s kann). Passt mir gar nicht! Frage an meine drei handverlesenen Follower: Würdet ihr mir in einen Telegram-Channel folgen, wenn ich mit der Baustellenberichterstattung dorthin umziehe?

Auch heute ist wenig auf der Baustelle passiert. Das Wenige: dort, wo ich vor einigen Tagen die Noppenbahn angebracht und mit ein paar davorgestellten Ziegeln und Schotter fixiert hatte, ist heute die Erde dazugekommen.

Von dem Bereich auf dem Foto habt Ihr bis jetzt wenig gesehen. Es ist der schmale Streifen zwischen Dome und dem umlaufenden Weg, den ich als „Bauhof“ nutze. Meint: ich lagere dort regenfeste Materialien für den späteren Gebrauch, zum Beispiel rechts im Bild die Doppelglasscheiben für die spätere Fensterfront.

Nochmal ein Blick in die andere Richtung, Betonsteine und Schotterkisten. Und natürlich der geschlossene Graben vor der Noppenbahn. Von den Dachziegeln schaut nur noch wenig über die Erde hinaus und dieses wenige wird vermutlich irgendwann von Efeu oder anderem Bewuchs verdeckt.

Hier beginnt der Bau einer Dome-Überspannung aus Latten, die dafür sorgen soll, dass die abdeckende Silo-Folie nicht direkt auf dem Dome aufliegt. Wie gut das klappen wird ist noch ungewiss. Jugend forscht.

Heute war A. zum ersten Mal auf dem Dach.Der Reifen links im Bild gehört schon zu der künftigen Überspannungskonstruktion.

Ärgerlich, heute ist das Fallschutzgerät (rot, unten) kaputtgegangen. An seiner Stelle verwende ich jetzt eine Prusikschlinge (schwarz, oben), wie sie für diesen Zweck gerne von Baumkletterern genommen wird.

19.9.2020 – Geschafft, jede Kante mindestens einmal geschliffen und gefugt. Über den nicht allzu dicken Daumen gerechnet 126 laufende Meter.

Unterm Strich ging die Arbeit gut von der Hand. Dennoch hatte ich ein paar Stellen, die besondere Mühe gemacht haben. Im Wesentlichen geht es dabei um zu weite Abstände zwischen den Platten oder einen zu großen Höhenversatz. Beides hätte sich im Vorfeld verhindern lassen und hätte Arbeit oder Material gespart. Gelernt habe ich daraus (zum wiederholten Mal): Wenn das Ergebnis halbwegs vertretbar sein soll, ist es eigentlich egal, wann man sich die Arbeit macht. Jede Nachlässigkeit am Anfang will gegen Ende ausgebügelt werden. Also kann man auch gleich ordentlich arbeiten!


Und hier finden die Bilder der letzten Tage zusammen. Die Latten, der Reifen und die Acrylat-gefüllten Fugen. In den Vordergrund gedrängelt hat sich die Prusikschleife, die unter Last zeigen will, dass sie es mindestens so gut drauf hat, wie so blödes, mechanisches Fallschutzgedöns.

Das Tagesergebnis sieht eher bescheiden aus, da ich auf halbem Weg so geschätzte 6 laufende Meter Kanten gefunden habe, die weder geschliffen noch verfugt waren. Die hatten sich halt unter der Plane versteckt. Und weil zwischendrin ein Versuch mit …, also weil.

Kurz, es lief heute so mittel. Viel Ablenkung und Herumprobierei. Das ist auch in der Arbeit selbst begründet und kann eigentlich nicht anders sein, aber so auf halber Strecke ist das immer etwas unbefriedigend.