Ein gelungener Samstagabend

Kleine Vorbemerkung: Es genügt, das Bild anzuschauen, der Text fügt nur wenig hinzu.

Vorher                                     Nachher

Nur damit Ihr das würdigen könnt, das älteste Dokument aus der Medizinschublade war ein Bluttest aus 2013. Der ist jetzt sauber abgelegt, auch wenn mir unklar ist für wenn. Oder was.

Was die Medikamente angeht, umfasste der Inhalt ungefähr ein Jahrzehnt meiner Krankengeschichte. Es gab Medikamente gegen Krankheiten, von denen ich nicht erinnere, dass ich sie jemals einem Arzt gegenüber erwähnt habe.

Auch von dem Fieberthermometer wusste ich nicht, dass ich es besitze. Erkältungsbalsam in kleinen, runden Glasbehältern geht klar, kann ich erinnern. Also dass ich mal welches verwendet habe. Welches von den drei angebrochenen kann ich nicht sagen. Ein viertes ist noch in der Umverpackung, das kann´s auf keinen Fall gewesen sein.

Ganz hinten noch was gegen Pilze, da habe ich wenigstens noch eine Idee, warum ich das aufhebe. Oder die Schmerztabletten. Dabei lasse ich mir schon gar keine mehr verschreiben, wenn ich sie angeboten bekomme. Zwei StarWars-Pflaster, die dürfen auch nicht weg. Eine Tinktur gegen Warzen. Ob ich die gegen diese Hautveränderungen einsetzen könnte, die mich zunehmend stören?

Und dann die Sammlung von Rasierklingenhaltern, drei verschiedene Systeme und eine Einmalrasierklinge, alles in der Medizinschublade. Eindeutig ein Kategorienfehler, den ich in den Mülleimer auflöse. Ordnung kann so befreiend sein!

Nicht trennen kann ich mich von dem ganzen Zeug gegen Muskelschmerzen, Prellungen und Zerrungen. Dieses ganze Zeug für den Läufer und Sporttreibenden, der ich nicht mehr sein kann. Mein Selbstbild ist noch nicht in meiner Realität angekommen.

Am Ende des Abends hat sich die Schublade einmal geleert und dann wieder gefüllt. Ich besitze jetzt nur noch Medikamente, von denen ich zumindest ungefähr weiß, wogegen oder wofür ich sie einsetzen könnte. Und damit bin ich zufrieden.

Nachbemerkung: Du warst gewarnt.

John Conway, Game of Life

Der Mathematiker John Horton Conway starb am 11.4.2020 im Alter von 82 Jahren an einer Covid-19-Infektion.

XKCD: RIP John Conway

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Was Ihr im xkcd-Comic seht ist eine Illustration einer seiner Schöpfungen, dem Game of Life. Explainxkcd.com erklärt uns dazu via DeepL.com auch auf deutsch:

Conways Game of Life besteht aus einem Gitter aus quadratischen Zellen, die sich mit der Zeit entlang vorgegebener Regeln verändern.

In einer bestimmten Generation kann jede Zelle entweder lebendig oder tot (leer) sein. Um das Gitter für die nächste Generation zu berechnen, wird jede Zelle nur von den acht Zellen beeinflusst, die orthogonal und diagonal zu ihr liegen. Das sind ihre Nachbarn. Das sind die Regeln:

  • Eine lebende Zelle, die keine oder nur einen lebenden Nachbarn hat, stirbt an der Isolation.
  • Eine lebende Zelle mit vier oder mehr lebenden Nachbarn stirbt an Überbelegung.
  • Daher haben die einzigen Zellen, die überleben, genau zwei oder drei lebende Nachbarn.
  • Darüber hinaus wird in jeder leeren Zelle mit genau drei lebenden Nachbarn eine neue Zelle „geboren“.

Obwohl die Regeln einfach sind, können sich daraus enorm komplexe Muster entwickeln, wie z.B. „Stillleben“ (die sich über Generationen nicht verändern), „Oszillatoren“ (die eine Reihe von Mustern über einen bestimmten Zeitraum wiederholt durchlaufen) und „Raumschiffe“ (die ihr eigenes Muster versetzt zum Original reproduzieren).

[…]

Der Anfangszustand des im Comic dargestellten Spiels *verläuft* in der Tat so, wie er dargestellt ist, gemäß den obigen Regeln.

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version), der erste Satz wurde von mir verändert

Soviel zum Game of Life. Ich wäre hier auf Conways Tod nicht eingegangen, wenn ich nicht  – nur wenige Tage zurück – versucht hätte, das Game of Life meiner Freundin zu erklären. Mit mäßigem Erfolg, wie ich glaube; tja, hätte ich damals schon den xkcd-Comic gehabt … . Oder Wikipedia.

Kommt hinzu, dass ich irgendwann in den 90er Jahren mal versucht habe, in C zu programmieren und eines meiner ersten halbwegs funktionalen Programme eine Version von Game of Life war. Angeregt damals durch Computer-Kurzweil, eine Kolumne  der Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft“.

Heute würde ich versuchen, das irgendwie im Netz umzusetzen. Und feststellen, dass da andere vor mir (und besser!) waren. Sehr schön umgesetzt, das.

Beatmungsgeräte? Beatmungsgeräte!

Beatmungsgeräte werden gegenwärtig mehr gebraucht als vorhanden sind. Und während Staatsoberhäupter Firmen ihres Vertrauens beauftragen, die Produktion mal eben auf solche umzustellen, machen sich Tüftler weltweit mit den Geräten vertraut und tun, was sie am besten können, sie basteln mit wenig Materialeinsatz funktionsfähige Provisorien. Nicht geeignet für den Einsatz in lebensbedrohlichen Situationen, aber gut genug für die Zeit der Genesung* **.


Auf Youtube anschauen.

Die Pläne der Geräte sind Open Source und können mit geringen Aufwand im Netz gefunden werden. Wer sich dafür interessiert findet hier den Einstieg: The Breathing Projekt (ein Projekt Marburger PhysikerInnen) und CORESPONSE (aus Aachen).

*Nachgeschoben (7.4.2020): Es scheinen zumindest Bedenken angebracht, wie nützlich die in bester Absicht erstellten Produkte sind. Also medizinische Bedenken, die einzig relevanten an dieser Stelle. Erläutert werden diese Bedenken im Video unten.

**Nachgeschoben (8.4.2020): Gute Nachricht, wo Bedenken sind wird gelegentlich auch bedacht. Wissenschaftler der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) und des Universitätsklinikums Gießen/Marburg (UKGM) haben ein Beatmungsgerät entwickelt, das nach meinem laienhaften Verständnis den im verlinkten Video geäußerten Bedenken entspricht und begegnet. Mehr …

Nachgeschoben (31.3.2020): Irgendetwas an der Nutzung von DIN-Normen kostet Geld. Habe nicht nachrecherchiert, was genau das ist. Vielleicht ist es nur das Papier, auf dem die Normen beschrieben sind, und vielleicht ist es urheberrechtsähnlicher Quatsch. Ist mir gerade auch egal, weil Corona möglich macht, dass sie gerade nichts kosten:

Um die Herausforderungen der Corona-Krise zu meistern, stellt DIN in Absprache mit der Europäischen Kommission bis auf Weiteres verschiedene Normen für medizinische Ausrüstung kostenlos zur Verfügung. Ziel ist es, dem wachsenden Mangel an Schutzmasken, -handschuhen und weiteren Produkten zu begegnen, mit dem viele europäische Länder zu kämpfen haben.

via: https://www.beuth.de/
de/sonderausgaben-normen-medizinische-ausruestung

Betrifft neben den Firmen, die Ihre Produktion auf irgendein medizinisches Gut umstellen, natürlich auch die Bastler.  Die können jetzt besser basteln. Normgerecht.

Irgendwas an der Geschichte liegt mir quer, ich weiss nur noch nicht genau was. Ideen dazu?

Corona, 27. März,Tag 30

So, nachdem die letzten beiden Beiträge beweisen, dass mir zu Corona nur schlechter Humor einfällt, wird es heute dokumentarisch. „Dokumentarisch“, so richtig mit Recherche und Dings und Dongs, das können andere besser. Stefan zum Beispiel, deswegen heute eine Premiere, den ersten Gastbeitrag in diesem Blog.

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