Kreisschneideschablone

Eigentlich brauche ich schon mein halbes Bastlerleben kreisförmige Holzscheiben, egal ob als Räder, Topfdeckel, Aussteifungen, Verzierung oder Dingsbums. Und immer war es schwierig, sie in angemessenem Verhältnis von Aufwand zu Ergebnis herzustellen.

Gerade bin ich mal wieder an einem ambitionierten Projekt, für das ich eine große Anzahl von (zumindest teilweise) kreisförmigen Brettchen benötige (siehe oben).  Nun, große Not führt zu langem Nachdenken und in diesem Fall auch zu einer Lösung, die erstmals auch gute, reproduzierbare Ergebnisse mit wenig Aufwand bringt. Ich denke die Bilder sind selbsterklärend.

Ach ja, fast vergessen: Liebe Kinder, macht das bitte nicht zu Hause nach. Der Erklärbär hat  – um bessere Fotos machen zu können – die Sägeblattabdeckung der Kreissäge abgenommen. Nicht tun! Niemals! Außer ihr wisst, was ihr tut!

Update (21.11.2019):

Die fertigen Werrkstücke

Mandalorianischer Helm

30.9.2019
Auf dem Science Fiction Treffen in Speyer haben mich die Rüstungen der Mandalorianer am meisten angesprochen. Vielleicht weil ich durch den Trailer der demnächst startenden Serie schon etwas angefixt war, vielleicht aber auch, weil ich es gut fand, auf wie vielfältige Art das Mandalorianer-Schema variiert wurde.

Gemeinsam mit dem Lieblingsmenschen hatte ich im Vorfeld der Veranstaltung überlegt, mich zu verkleiden (freier Eintritt für kostümierte Menschen) und war – eigentlich wie immer, wenn ich über Kostüme nachdenke – dabei herausgekommen, das es irgendwie in Richtung Cyberpunk gehen müsste. Ebenfalls wie immer habe ich die Idee dann nicht weiterverfolgt.

Vor Ort haben mich die Kostüme geflasht und mich in dem Gedanken bestärkt, dass ich mal irgendetwas in diese Richtung machen möchte. Mir schwebt vage eine Mischung aus Cyberpunk ala Mad Max und einem Mandalorianer vor. Wieder zuhause hat sich dann sehr spontan eine Bastelei ergeben, einfach weil ich im Internet (wo sonst – muss man das noch schreiben, „im Internet“?) auf einen „Bastelbogen“ für eine mandalorianischen Helm gestoßen bin. Zwischen dem Fund und dem Dokufoto liegen etliche Stunden, aber am Ende des Tages war ich stolzer Besitzer eines Papierhelms mit mandalorianischen Geschmacksmuster.

Wie so oft, war die Geschichte schwieriger als anfangs erwartet und es lies sich für folgende Projekte viel lernen. Am wichtigsten sind zwei Dinge, die mit meiner physischen Erscheinung zu tun haben. Erstens ist der Höhenunterschied zwischen Augenlinie und Scheitelpunkt bei mir vermutlich etwas größer, als im Durchschnitt. Zumindest konnte ich die Kuppel des Helmes in der vorgegebenen Form nicht aufsetzen und musste auf Stirnhöhe einen Streifen einsetzen. Zweitens ragt meine Nase zu weit nach vorne, was beim Papierhelm kein Problem ist, da er kein Visier hat. Ein „richtiger“ mandalorianischer Helm hätte aber in dem T-förmigen Ausschnitt  eine spiegelnde Folie, an der meine Nase anstoßen würde.

Beides ist interessanter, als man auf den ersten Blick erwarten würde. Die Sache mit der Nase, will – wenn ich den jemals einen „richtigen“ Helm in Angriff nehme – beim Entwurf bedacht werden und wird ihn auf die eine oder andere Weise beeinflussen. Bedenkenswert, aber nicht weiter schwierig.

Die hohe Kuppel meines Schädels dagegen ist ein Problem des Geschmackmusters oder der Wiedererkennbarkeit. Mittlerweile habe ich mir bestimmt mehrere Dutzend mandalorianische Helme angeschaut, nur um ein Gefühl dafür zu bekommen, was sie bei aller Verschiedenheit gemeinsam haben. Eine dieser Gemeinsamkeiten mag das Verhältnis von Höhe zu Breite sein. Ein mandalorianischer Helm hat eine vergleichsweise flache Kuppel. Was bedeutet, dass mein Helm so dicht wie möglich über meinem höchsten Punkt sitzen muss. Das ist bedenkenswert und – unter funktionalen Gesichtspunkten betrachtet – schwierig.

Update (3.10.2019):
Ein zweiter Anlauf, im nachhinein (zu)viel Arbeit, …

…, dafür, dass die Nase noch immer herausschaut.

 

Update (24.2.2020):
Heute ist der deutsche Trailer für die Serie herausgekommen. Für die, die einen solchen Helm mal in schön sehen wollen.

Update (4.6.2020):
Das Helmprojekt ist noch nicht tot. Es ruht, zugegebenweise nun schon eine ganze Weile. Ich habe für die Nase nochmals etwas Abstand geschaffen und nun braucht es ein neues Visier. Die Pappschablone dafür ist schon fertig. Für den endgültigen Zuschnitt warte ich darauf, dass mir irgendein alter Plastikeimer in die Hände fällt.

Verbastelt

Im Moment versuche ich an verschiedenen Stellen, die Smartphone-Fotografie zu verbessern. Das kann gelingen, so geschehen mit der ins Küchenfenster montierten Halterung, die es erlaubt, den Garten aus der immergleichen Position heraus zu fotografieren. Vielleicht ergeben die Bilder einen schönen Tages mal ein Timelapse-Filmchen.

Und manchmal gelingt es auch nicht. So geschehen heute. Ich hatte von der Beobachtung des Blutmondes noch eine improvisierte Anbringung des Smartphones am Teleskop, die ich nun für ein ebenfalls improvisiertes Gimbal (eine kardanische Aufhängung) zweitnutzen wollte. So etwas verwendet der engagierte Videokünstler um das Bild zu stabiliseren. Nach einem freudvoll improvisierten Nachmittag hatte ich dann auch ein Ergebnis in der gewohnten Quick´n´dirty-Optik.

Leider hat ein erster Versuch gezeigt, dass das Gerät nicht träge genug ist. Es schaukelt, wenn man es bewegt, was der gegenteilige des erhofften Effekts ist. Im Moment bin ich unsicher, ob es sich lohnt, damit zu experimentieren, dem Teil unten nochmal mehr Masse zu geben, um es träger zu machen.

(Edit: Einen Tag später hat das Teil mehr Masse und eine Fahrradhalterung, ist aber noch nicht erprobt. Wofür das alles? Später!)

Und weil Blogbeiträge wenigstens gelegentlich einen Mehrwert mitbringen sollten, gibt es hier den Tipp für besonders leichtgängige Gelenke in der allgemeinen Bastelei; ich verwende dazu gerne kleine Glasperlen und Stecknadeln/Silberdraht.

Ich denke die Bilder sind selbsterklärend.

 

Kontext Wertmarke und Sammelheft


Ich hatte Euch Kontext zu dieser Sache mit dem Wertmarkensammelheft versprochen. Letztlich geht es um Motivation oder Belohnung. Der Winter hat mich in seinen depressiven Fängen, Zweifel an meinem Lebenstil und den Metaphern, die ich verwende – depressive Fänge, mal ehrlich – drängen sich erst auf und dann nach Veränderung. Ich komme regelmäßig an diesen Punkt, eigentlich jeden Winter, dass ich nicht nur wenig tue, sondern zu wenig. Denn gefühlt ist spülen eh egal, oder aufräumen oder Haare kämmen. Andererseits sehe ich durchaus die Notwendigkeit. Wenn es mir nur gelänge, mich zu motivieren ….

Und regelmäßig denke ich an dieser Stelle, dass mit meinem inneren Belohnungssystem was nicht stimmt. Stimmt bestimmt auch so. Also, denke ich, könnte ich doch behelfsweise ein äußeres Belohnungssystem schaffen, dass dem Affen Zucker gibt, wenn er spült oder einen Blogbeitrag schreibt. Aber solange der Zucker, mit dem ich mich belohne, mein eigener ist, funktioniert das nicht. Mein Innen merkt regelmäßig, wenn ein Teil sich abspaltet um mal eben so zu tun, als sei er außen. Da ist kein Geschäft zu machen, ich habe den Zucker schon, ich muss ihn mir nicht mehr verdienen. Wenn ich Zucker will nehme ich ihn mir.

Aber auch um die wirklichen äußeren Belohnungen ist es schlecht bestellt. Äußere Belohnungen sind meistens Geld oder Anerkennung, fallen bei mir aber mangels Arbeit und Freunden aus. Keine Arme, keine Kekse. Weder der Spruch noch die bittere Wahrheit, die er versucht auszudrücken, sind lustig. Das Geschirr bleibt ungespült und die Zeit, die ich spare, verbringe ich damit, nicht aufzuräumen.

Soweit es mich selbst betrifft, bleibt alles bisher Gesagte also ohne jedes Ergebnis. Der Winter bleibt düster und ich unbelohnt-depressiv. Andererseits ist die Depression nur so mittelschwer und manchmal geht noch was. Zum Beispiel für andere das zu sein, was man selbst bräuchte, in diesem Fall ein äußeres Belohnungssystem.

Denn darum handelt es sich bei dem Wertmarkenheft, es ist ein äußeres Belohnungssystem. Der Lieblingsmensch gewöhnt sich das Rauchen ab und für jeden rauchfreien Tag gibt es eine Wertmarke. Damit eine Wertmarke irgendeinen Sinn ergibt muss sie etwas wert sein, in unserem Fall 10.000 Moudubi. Das muss so sein, damit am Ende nach einhundert Tagen auch wirklich eine Million herauskommt und weil ein Lakh eben 10.000 sind …

Tage später (17.12.18). Ein Lakh sind 100.000. Durch Wikipedia bestätigt (https://de.wikipedia.org/wiki/Lakh). Aus unbekannten Gründen kam an dieser Stelle im Text die Gewissheit ins Schwanken und ich habe nachgeschaut. Es ist so, ich habe mich zweifelsfrei – aber falsch – erinnert.

Und auf dieser falschen Erinnerung aufgebaut, rechnerisch und im Design der Marke. Die Erkenntnis traf mich hart. Die Vergeblichkeit der Welt gepaart mit einem angestoßenem Zeh ist dagegen vernachlässigbar.

Tags drauf die Erholung und …, also das Lakh musste weg, auf der Marke, der Schriftzug. So nämlich:

Ich bin nicht hundertprozentig zufrieden, dennoch eine gültige Fehlerkorrektur. Und was die schon eingeklebten Marken betrifft, werde ich Korrekturmarken ausgeben. So etwa:

Monate später (16.4.2019) komme ich endlich dazu, diesen Eintrag abzuschließen. Korrekturmarken wurden über bereits eingeklebte Marken geklebt, neue Marken ausgegeben und von da ab ging alles den geplanten Weg. Heute ist das Sammelheft voll und steht als Erinnerungsstück für die ersten hundert rauchfreien Tage nach mehr als 25 Jahren Nikotinsucht.

Und weil ich´s fast vergessen hätte, wert waren die Marken natürlich auch etwas. Sonst hätten sie ja nicht so heißen müssen und mit der Motivation wäre es bestimmt auch nur halb so gut gewesen. Nun ist ein Moudubi jenseits jeder Benennbarkeit in Euro, weswegen ihr an dieser Stelle Euren ureigensten Spekulationen überlassen bleibt, wieviel mir an dieser Stelle ein rauchfreier Lieblingsmensch wert war.

Und nur an dieser Stelle, denn natürlich gab es noch mehr …

Die Wertmarke

Der Entwurf der Wertmarke für das Wertmarkensammelheft ist fertig. Wie immer viel später als geplant.

Bild der Marke

Update vom gleichen Abend, aber deutlich später (11.12.2018): Die Marken sind fertig, allerdings musste ich ein helleres Grün nehmen, als oben abgebildet. Wie gewollt auf Spuckiepapier ausgedruckt, das vorgestern endlich ankam.

Demnächst dann mehr Kontext.