24912 – Sands of Time / Ansichtssache

Es ist schon bemerkenswert, wie sehr das an mir nagt, wenn aus irgendeinem Grund eine etablierte Gewohnheit durchbrochen wird. Heute, für Euch frühestens gestern, zum Beispiel ist der Tagespost schon den ganzen Tag über zu sehen, weil ich eines Problems wegen Nutzerrückmeldung brauchte – und bekam, danke noch einmal. Aber das ist erstens kein richtiger Beitrag und zweitens viel zu früh veröffentlicht. Solcherlei Willkür verunsichert doch nur!

Deswegen schiebe ich jetzt noch etwas persönliches hinterher, eindeutig schon gut abgelagert, ich schätze den Entstehungszeitpunkt irgendwann in den späten 70ern. Und zugegebenermaßen ist dieses Etwas nicht ganz gelungen, aber, nun, als Idee immer noch brauchbar. Obwohl ich mich frage, ob „Wumm“ jemals eine gute Wahl war.


Nur zur Dokumentation: der ursprüngliche Artikel, der hier den Tag über unter dem Titel „Ansichtssache“ den Platz belegte. Wer will darf 24912 – Sands of Time / Ansichtssache weiterlesen

24893 – Stadt und Land, 1981

An den meisten Tagen weiß ich nicht vorher, was ich Euch hier zeigen werde. Heute ist es etwas aus der Kiste mit den ganz alten Sachen. Ich greife willkürlich eine Schachtel, einen Ordner oder eine Sammelmappe heraus, schaue mir das Zeug darin an und entscheide mich für etwas, das mir auch heute noch gefällt. Davon gibt es nicht viel, ich habe unterschiedslos einfach alles aufgehoben, also auch wirklich schlechtes Zeug. Glaubt mir, Ihr wollt das nicht sehen.

Andererseits weiss ich nicht, was Ihr sehen oder lesen wollt. Was Ihr gut, schlecht, überflüssig oder bemerkenswert findet, kann ich nur ahnen. Im Moment bestimme ich die Inhalte hier, indem ich mich an dem orientiere, was mich interessieren würde und was ich gerne durch die Zeit retten würde. Das muss nicht zwingend so bleiben, falls Ihr Fragen oder Anregungen habt, ab damit in die Kommentare. Jetzt.

Kontext Wertmarke und Sammelheft


Ich hatte Euch Kontext zu dieser Sache mit dem Wertmarkensammelheft versprochen. Letztlich geht es um Motivation oder Belohnung. Der Winter hat mich in seinen depressiven Fängen, Zweifel an meinem Lebenstil und den Metaphern, die ich verwende – depressive Fänge, mal ehrlich – drängen sich erst auf und dann nach Veränderung. Ich komme regelmäßig an diesen Punkt, eigentlich jeden Winter, dass ich nicht nur wenig tue, sondern zu wenig. Denn gefühlt ist spülen eh egal, oder aufräumen oder Haare kämmen. Andererseits sehe ich durchaus die Notwendigkeit. Wenn es mir nur gelänge, mich zu motivieren ….

Und regelmäßig denke ich an dieser Stelle, dass mit meinem inneren Belohnungssystem was nicht stimmt. Stimmt bestimmt auch so. Also, denke ich, könnte ich doch behelfsweise ein äußeres Belohnungssystem schaffen, dass dem Affen Zucker gibt, wenn er spült oder einen Blogbeitrag schreibt. Aber solange der Zucker, mit dem ich mich belohne, mein eigener ist, funktioniert das nicht. Mein Innen merkt regelmäßig, wenn ein Teil sich abspaltet um mal eben so zu tun, als sei er außen. Da ist kein Geschäft zu machen, ich habe den Zucker schon, ich muss ihn mir nicht mehr verdienen. Wenn ich Zucker will nehme ich ihn mir.

Aber auch um die wirklichen äußeren Belohnungen ist es schlecht bestellt. Äußere Belohnungen sind meistens Geld oder Anerkennung, fallen bei mir aber mangels Arbeit und Freunden aus. Keine Arme, keine Kekse. Weder der Spruch noch die bittere Wahrheit, die er versucht auszudrücken, sind lustig. Das Geschirr bleibt ungespült und die Zeit, die ich spare, verbringe ich damit, nicht aufzuräumen.

Soweit es mich selbst betrifft, bleibt alles bisher Gesagte also ohne jedes Ergebnis. Der Winter bleibt düster und ich unbelohnt-depressiv. Andererseits ist die Depression nur so mittelschwer und manchmal geht noch was. Zum Beispiel für andere das zu sein, was man selbst bräuchte, in diesem Fall ein äußeres Belohnungssystem.

Denn darum handelt es sich bei dem Wertmarkenheft, es ist ein äußeres Belohnungssystem. Der Lieblingsmensch gewöhnt sich das Rauchen ab und für jeden rauchfreien Tag gibt es eine Wertmarke. Damit eine Wertmarke irgendeinen Sinn ergibt muss sie etwas wert sein, in unserem Fall 10.000 Moudubi. Das muss so sein, damit am Ende nach einhundert Tagen auch wirklich eine Million herauskommt und weil ein Lakh eben 10.000 sind …

Tage später (17.12.18). Ein Lakh sind 100.000. Durch Wikipedia bestätigt (https://de.wikipedia.org/wiki/Lakh). Aus unbekannten Gründen kam an dieser Stelle im Text die Gewissheit ins Schwanken und ich habe nachgeschaut. Es ist so, ich habe mich zweifelsfrei – aber falsch – erinnert.

Und auf dieser falschen Erinnerung aufgebaut, rechnerisch und im Design der Marke. Die Erkenntnis traf mich hart. Die Vergeblichkeit der Welt gepaart mit einem angestoßenem Zeh ist dagegen vernachlässigbar.

Tags drauf die Erholung und …, also das Lakh musste weg, auf der Marke, der Schriftzug. So nämlich:

Ich bin nicht hundertprozentig zufrieden, dennoch eine gültige Fehlerkorrektur. Und was die schon eingeklebten Marken betrifft, werde ich Korrekturmarken ausgeben. So etwa:

Monate später (16.4.2019) komme ich endlich dazu, diesen Eintrag abzuschließen. Korrekturmarken wurden über bereits eingeklebte Marken geklebt, neue Marken ausgegeben und von da ab ging alles den geplanten Weg. Heute ist das Sammelheft voll und steht als Erinnerungsstück für die ersten hundert rauchfreien Tage nach mehr als 25 Jahren Nikotinsucht.

Und weil ich´s fast vergessen hätte, wert waren die Marken natürlich auch etwas. Sonst hätten sie ja nicht so heißen müssen und mit der Motivation wäre es bestimmt auch nur halb so gut gewesen. Nun ist ein Moudubi jenseits jeder Benennbarkeit in Euro, weswegen ihr an dieser Stelle Euren ureigensten Spekulationen überlassen bleibt, wieviel mir an dieser Stelle ein rauchfreier Lieblingsmensch wert war.

Und nur an dieser Stelle, denn natürlich gab es noch mehr …