25202 – Akte

Weil ich gestern die Thumbnails erwähnte und im Bild auch zeigte, will ich heute einmal das Original, meine Kopie davon und das dazugehörige Thumbnail nebeneinander stellen.

Rechts im Bild seht Ihr „Zwei hockende weibliche Akte“ von Otto Müller, links meine Kopie und von unten eingeschoben das Thumbnail. Die Original-Abbildung stammt aus einem Bildband zur Künstlergruppe „Die Brücke“, der auf meinem Esstisch liegt und in dem ich morgens gerade regelmäßig blättere. Und manchmal etwas daraus kopiere.

Seitdem ich versuche, mir näherungsweise naturalistisches Zeichnen beizubringen (verstanden als: man erkennt, was es ist, und es ist kein Icon, keine Karikatur, kein Comic und auch keine Abstraktion), schaue ich Bilder anders an, gelegentlich auch kritischer oder so, als hätte ich sie gezeichnet. Ich frage mich, was es ist, das das Bild zum „funktionieren“ bringt. Eine Frage, die ich nicht immer beantworten kann. Was ich aber festgestellt habe, immer wenn ich ein Bild mit meinen Mitteln kopiere, bekomme ich zumindest eine Teilantwort auf meine Frage.

Ein kleines Beispiel: Wenn Ihr meine Kopie mit dem Original vergleicht, könnt Ihr bemerken, das ich die umgebende Vegetation nicht bis ganz an die Figuren herangeführt habe. Das war keine Absicht, ich habe mich – ohne es zu bemerken – nicht getraut. Ich traue mich auch jetzt noch nicht, obwohl ich sehe, dass das Original besser funktioniert. Solche Bemerknisse führen mich dann oft zu einem weiteren Arbeitsschritt, ich kopiere meine Kopie auf dem Laserdrucker (das Gegenteil von „Vermeide Wiederholungen!) und teste auf den Kopien dann mögliche Veränderungen. Jugend forscht!

Die Geschichte mit den Thumbnails ist zufällig entstanden und ich behalte sie bei, weil auch hier ein Lerneffekt zu bemerken ist. Der Transfer in eine andere Größe erfordert immer mal wieder weitere Transfer-Leistungen, andere Strichstärken sind zu berücksichtigen, das Format ist anzupassen, manchmal passt es auch einfach nicht, manchmal kommt Farbe dazu, wo vorher keine war. Manche Erklärbären bezeichnen den künstlerischen Prozess als eine Reihe von künstlerischen Entscheidungen. Bedeutet: beim Transfer von der Kopie zum Thumbnail sind nocheinmal vollkommen andere Entscheidungen zu treffen. Die auch falsch sein können! Auch hier ein kleines Beispiel, die drei Akt-Thumbnails im Kreativkalender vom Oktober sind eine solche Fehlentscheidung, die Ausführung mit Filzstift lässt sie naiv errscheinen und bringt sie in die Nähe von Toilettenkritzeleien. Das Bleistift-Thumbnail von heute vermeidet diesen Eindruck und wirkt gekonnter (ich hoffe, das wird so bleiben, ich möchte noch ein paat vorsichtige Veränderungen daran vornehmen).

25193 – Fast vergessen

In wenigen Tagen ist das Jahr vorbei, das ich mir vorgenommen hatte, täglich zu blogenn. Und obwohl ich mir vorstellen kann, mit ähnlicher Regelmässigkeit werterzumachen, bin ich doch froh, dass es (fast) vorbei ist. Heute zum Beispiel gäbe es ohne diese Selbstverpflichtung keinen Beitrag. Ich habe das Bloggen schlicht vergessen und stattdessen eine Serie gebinged.

Es ist fünf vor zwölf. Jetzt aber hurtig, wenn der Beitrag heute noch raus soll.

25150 – Die Sache mit dem Glück, das Glücksparadoxon

Menschen, die aktiv nach Glück streben und es im günstigten Fall sogar finden, erleben oft, dass sich nach einiger, oft kurzer Zeit, der emotional gewohnte Zustand wieder einstellt (Hedonistische Anpassung). Überspitzt formuliert: Je intensiver das Streben nach Glück betrieben wird, umso unglücklicher kann es machen.

Dennoch ist die Suche – wenn auch nicht weniger paradox zu formulieren – nicht ganz aussichtslos. Je mehr ich andere glücklich mache, umso glücklicher werde ich selbst. Weil Glück ein viel zu großes Wort ist, ein Hinweis: es funktioiert auch in kleinen Dosen. Ein wenig Unterstützung leisten hier oder sich nützlich machen da, schon ist mensch auf dem richtigen Weg.

Wie kam ich drauf? Ach ja, ich wollte Euch nur kurz zeigen, wie’s bei mir gelegentlich im Skizzenbuch aussieht:

25148 – Logbuch Geocaching

Wenn ich unterwegs bin, gehe ich gerne mal cachen. Und nur dann, aber auch nie deswegen. Cachen ist für mich eher wie Brombeeren vom Busch pflücken und gleich essen. Zugegeben, ich benutze die Brombeer-App, um – wenn mir danach ist – die Brombeerbüsche in der Nähe anzeigen zu lassen. Und anschließend schreibe ich mir auf, dass ich dort war, ich logge meinen Besuch. Nicht nur in der App, sondern auch hier für mich. Seit ich das Cachen entdeckt habe sind auf diese Weise 69 gefundene Caches zusammengekommen (#geocaching), was für Menschen, die Cachen als Hobby betreiben, eine geradezu lächerlich kleine Zahl ist. Mir fehlt an dieser Stelle (eigentlich wie an den meisten) jeder Ehrgeiz.

Auch das mit dem Aufschreiben hat Zeit gebraucht, um in die entsprechende Form zu kommen und ist eigentlich immer noch in Entwicklung. Mittlerweile mache ich für mich gerne auch Belegfotos, die für andere nur dann interessant sind, wenn der Versteckende sich wirklich etwas hat einfallen lassen. Oder wenn ich einer speziellen Art etwas zu verstecken zum ersten Mal begegne.

In diesem Beitrag werde ich über die nächsten Jahre meine Caches loggen, mit dem 70. beginnend und hoffentlich bis zum hundertsten weitergeführt.

70: 28.7.2025, Leverkusen

71 – 74: 26. – 31.8.2025 Dortmund und Steinhuder Meer, GCAB053 & GCA7RD2, GC96YFG, GC96P3W

75 – 88: 13.10.025, Die Licher-Wald-Runde (LWR) an A.’s Geburtstag.

89: 27.10.2025, Dublin, GC4JCC2