Ein Tag mehr

Der letzte Beitrag, der sich mit den Problemen beim Bau des Domes beschäftigt, ist der mit der Eckumgehung. Mit der ERSTEN Eckumgehung. Die war eigentlich schon blöd genug. Mittlerweile gibt es eine zweite und die ist um nichts besser, womit keinesfalls verschwiegen werden soll, dass sie um einiges … kurz, ich mag sie nicht. Und wie das mit ungeliebten Kindern ist, sie leistet Widerstand.

Das ungeliebte Kind

OK, der erste Ärger mit ihr ist, dass sie überhaupt notwendig ist. Der dahinterliegende Ärger deutet auf die Tatsache, dass ich das nicht vorhersehen konnte. Vordergründig war es mit dem Teil zu keinem Zeitpunkt einfach. Während ich die erste Eckumgehung „einfach mal so“ baute und dabei auf keinerlei Schwierigkeiten stieß, machte die zweite bei fast jeden Arbeitsschritt Ärger. Die Auswahl des Holzes war schwierig, weil das gute Holz natürlich schon verbaut ist. Die ausgefräste Stelle am Kreuzpunkt in der Mitte war unsauber, weil … weil ich sie genervt und angespannt verpfuscht habe. Bei der Arbeit ist die Oberfräse verreckt (aus irgendeinem Grund haben sich zwei Kondensatoren von der Platine gelöst und sind dann laut scheppernd im Gehäuse herum geflogen). Die Gewinde-Bolzen lagen nicht auf Vorrat und ich musste in der Nachbarschaft suchen gehen (die gute Nachricht dabei, ich habe sie dort auch gefunden, aber wer sieht diese Feinheiten schon, wenn er genervt ist). Und nun, nach Abschluß aller Holzarbeiten, das Kuppel-Gestell steht und ist provisorisch ausgericht, zeigt sich: das Teil passt nicht! Meint: Die Umgehung ist nicht weit genug, liegt auf dem Wagendach auf und verhindert, den Ostteil des Gestells soweit wie nötig abzusenken. Dass das ins Bild passt, ist das einzig Passende an dieser Stelle.

Bedeutet einen Tag Arbeit, um eine neue, bessere und gut gelaunte Version des Teils zu bauen. Das ist nicht viel, gemesssen an den rund zwei Monaten Bauzeit, die ich bis jetzt gebraucht habe. Die eigentliche Arbeit dabei wird es sein, während des Bauens die Stimmung zu halten. Es gibt keinen Grund zur schlechten Laune, wenn ich das Notwendige tue und dabei vergangene Fehler berichtige. Das merk´ ich mir.

Schmackhafte Bastarde

Jedes Jahr im Juli werden wir mit mehr Mirabellen-Pflaumen-Mischlingen zugeworfen, als wir essen oder einmachen können. Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal eine gemeinsame Einkoch-Aktion hinbekommen, die zumindest mich als Ein-Personen-Haushalt mit einem Jahresvorrat an Mirabellen-Pflaumen-Marmelade hinterlässt. Bemerkenswert ist die Aktion aber nicht wegen ihres Erfolgs im Versorgungsbereich, sondern weil es eine der Aktionen war, von denen ich mir mehr bei uns wünsche. Verabredet, getroffen (mit der üblichen Verspätung), getan (mit Spaß dabei) und abends stressfrei zusammen gesessen. Gemeinschaftsleben eben.

PS Vielleicht kann  jemand von den Beteiligten noch das Rezept nachliefern? Oder Texte zu den Bildern? Ich schieb’s auch mal zu g+.

Mal was zur Begrifflichkeit

IkosaederDome lassen sich anhand verschiedener Kriterien unterscheiden. Das wichtigste ist wohl die Frequenz. Damit wird die Anzahl der Unterteilungen einer Kante des Vielflächners bezeichnet, auf den sich der Dome zurückführen läßt. Im Falle meines Domes ist das ein Ikosaeder, ein Zwanzigflächner, der aus zwanzig gleichseitigen Dreiecken gebildet wird. Zur Veranschaulichung habe ich Modelle aus Strohhalmen gebastelt. Das erste Bild zeigt einen Ikosaeder; rot unterlegt ist das gleichseitige Dreieck, schwarz eine der Kanten.

Im zweiten Bild ist der Ikosaeder „aufgeblasen“ und die Kanten des Dreiecks sind „geknickt“ oder unterteilt, so dass sie mehr Dreiecke bilden und sich der Kugelform annähern. Wir sehen, dass es sich um einen Dome mit der Frequenz 3 handelt.

Dome-Modell

Nebenbei: das „Dach“ des Domes auf dem Steg hat die Frequenz 2. Aber das seht ihr jetzt selbst, lernfähig, wie ihr seid.

Der Steg

Was ihr ebenfalls auf den Bildern erkennen könnt – zumindest wenn ihr einen Moment darüber nachdenkt – , ist die Tatsache, dass sich nur mit geraden Frequenzen Dome bauen lassen, die einer Halbkugel angenähert sind. Die blaue Linie beschreibt jeweils, wo ungefähr die vorgestellte Halbkugel ihre Basis hätte. Dome mit ungeraden Frequenzen sind immer etwas größer oder etwas kleiner als eine Halbkugel. Der Domebauer spricht von 5/8- oder 3/8-Domen.

Wieder was gelernt: g.´ s Dome ist ein 3/8-Dome mit der Frequenz 3 auf der Grundlage eines Ikosaeder!